LhttilMr.
700 keyden.
unternahm sogar eine Reise nach Antwerpen , undstiftete eine Freundschaft mit ihm, die nur der Toddes erstem, weit altern, und doch eben auch vielzu früh (1528) gestorbenen Mannes unterbrechenkonnte. Diese beyden Künstler, von einer edelnNacheiferung beseelt, theilten sich gegenseitig ihreEntdeckungen mit; sie wählten sogar zuweilen beydeden nämlichen Gegenstand, und behandelten ihn,jeder nach seiner eigenen schönen Weise. WährendDürer in keyden war, malten sich beyde Freundeauf Einem Bilde. Die Stiche von Lucas wurdenbekanntlich schon bey seinem Leben sehr theuer be-zahlt, und seit der Zeit ist ihr Preis noch gestiegen;gute Drücke derselben sind noch schwerer zu finden,als die von Dürer . Seine meisten Blätter be-zeichnete er mit zwey gegen einander stehenden I..und gewöhnlich mit dem Jahr« in welchem sie er-schienen sind. Die beßte Litteratur von denselbenist unstreitig diejenige, welche A. Barrsch davon(1794.) in einem eigenen Verzeichnisse gegeben,welche in Rücksicht der genauen Beschreibung undWürdigu' g eines jeden Stücks (172. die sich allein der Kais. Bibliothek zu Wien befinden) nichtszu wünschen übrig läßt ; einen guten Auszug findetman bey Rost V. 4 ä— 65 . und vielleicht einen nochbessern in dem winklerschen Gantkatalog, welchernoch 9. ihm zugeschriebene Holzschnitte enthalt,die aber nicht seinen Namen tragen. Alle datirtensind es von i 5 o 8 — 3 o. Füßlt (l. c. 16—26.)scheinen die merkwürdigsten seiner gestochenen Blat-ter, und zumal diejenigen welche den Kunstcharakterdes Misters am Beßren bezeichnen, folgende achtezu seyn: Loth mit seinen Töchtern; David, derden König Saul durch sein Harfenspiel beruhigt;die Anbetung der Weisen; Pilatus stellt Christum dem Volke vor; eine Kreutzigung, mit mehr als 90.Personen; Sauls Bekehrung; Maria Magdalena ,die, ihr Haupt mit dem Heiligenschein umgeben,sich nichts desto minder noch dem Genuß des welt-lichen Vergnügens überläßt (tanzt und — Hirschenjagt); Virgil, von seiner Geliebten zum Spott imKorb ausgehängt; (bey Bartich bil°. 19-27- 07.68. 71. 104. ii 3 . 119) Lor> 5 . mit allen obigenNotizzen noch ein andres sehr interessantes Ler-zeichniß von 168. seiner Blätter, und 96. dergleichen(darunter 82. Copien nach ^enc», und 14. nachGemälden) die sich hauptsächlich in der Grast.Kollowrathschen Sammlung zu Prag befinden, inMeusels LNisc. II. 139-170. 11l. 373-74.und Xlll. 614. Gestochen nach unserm Lucasendlich kennt man nur Weniges, das sich theilsebenfalls bey Winkler ( 1 . c. 553 — 55 .) theils ineinem Verzeichnisse meines sel. Vaters findet, undwovon: Ein St. Johann Bapt in der Wüste, unddie Wunder St. Jakobs, von N. de Bruyn —eine H. Familie von H. Golzius — eine Beschnei-dung von P. Maes — eine Abnehmung von, Kreuzevon I. Matham - ein siegender David und eineJudith von Saenredam — ein Urtheil Salomo's ,nach einer Zeichnung von Lucas, schön in Zeich-nungsmanier von Ploos van Amstel (1782.) undeine Frau im Brustbild, mit einer Flöte in derHand, von B. Dolendo, ungefehr das Bedeutendsteund Seltenste seyn mag. Lonk.
Leyden ( van), Herr von Vlardingen, einholländischer Kunstliebhaber des XVII. Jahrh, der,neben Anderm, eine trefiiche Sammlung guter Ab-drücke der Blätter von Marc Anton, und eine sehrvollständige derjenigen von N. Berghem besaß,nach welcher Heinrich de Winter 1767. (8°. Am-sterd.i seinen holländischen Katalog dieses letztemaus Licht stellte.
* Leidens darf, s Leitenstorfer.
Leyen (Anton van), ein niederländischerKünstler; ist allein durch sein schönes von E. Quelli-nus gemaltes und von R. Collin gestochenes Bildnißbekannt.
— — (Nathanael von). So nennt Aicolai,ohne Weiteres, einen Bauaufseher bey dem Schloß-baue zu Berlin .
Leyenborgh (Johann Franz), ein jungerBaumeister, gebürtig von Braschaet, der in 1806.auf der Akademie zu Antwerpen den zweyten Preisin der regulären Architektur gewonnen hatte.
* Lergeben (Gottfried). Derselbe kam1668. in Kurfürst!. Dienste nach Berlin , wo er alleStempel in der Münze, Gepräge zu Medaillen, undviele Zierathen zu Kanonen und für die Glashütte zu Potsdam verfertigte Er unterwies auch dieKurfürst!. Prinzen im Zeichnen. Unter seine vor-nehmsten Arbeiten in geschmiedetem Eisen zählt man:Kurfürst Friedrich Wilhelm den Großen auf einemgeflügelten Pegasus, wie er eine siebenköpfige Hydererlegt, welche, ehemals wenigstens, in der Berlini-schen Kunstkammer zu sehen war. Heinecke(Jachrichren ll. 61. Von seinen vier Söhnen,deren das Lexikon gedenkt, waren zu Nürnberg geb.Ferdinand i 655 Johann Christoph 1661. undBalth. Gottfried 1665. Diese beyden starben jungzu Berlin . Wahrscheinlich nach dem vierten SohnPaul Carl, oder dann nach dessen Sohn, der imLex- ebenfalls erscheint, hat Busch (17Z0.) dasBildniß des Arztes W. E. Westhoven gestochen.
Von Ferdinand erzählt Heinecke l I. c. 62.), derKurfürst habe ihn nach Guinea in Afrika gesandt,um das dortige (seither den Holländern überlassene)Fort Friedrichsburg anzulegen. Dort sey er, nachvollendeter Arbeit, als er eben nach Europa zurück-kehren wollte, in der Blüthe seiner Jahre verstorben.— Von Paul Carl, der sich namentlich auch aufAnatomie verstand, sah man in dem Salon zuPotsdam ein großes Bild, welches die Apotheosedes großen Kurfürsten vorstellt, der auf einemTriumphwagen von vier weissen Pferden gezogenwird. (Andresagen, daß Vaillant das Bildniß,und Leygeben das übrige gemalt habe.) Peternden Großen mußte er zu Berlin auf demjenigenPferde vorstellen, welches er in der Schlacht beyPultawa ritt. l. c.
Leykmann (Johann), ein Maler aus Frankengebürtig, lernte bey Martin Echoen, und arbeiteteum 1480. zu Colmar . )l/§c.
Leyssoux ( ). So heißt in den Xouv.
stes Xrts II. 122. ohne Weiteres der Herausgebereines Werks über die in England befindlichen altenMosaiken, wovon uns aber nichts Näheres be-kannt ist.
Leyt 0 (Anton). So nennt Fiorillo IV. 3 n 5 .einen spanischen Künstler, der zu Madrid um 1680.blühete und Geschichte, vornehmlich aber Bam-bocciaden, Wirthstuben u. dgl. in großer Voll-kommenheit malte.
Leyva (Diego da). Und so (I c. 222.) einenandern, einen Karthäuser, der in der Mitte desXVII. Jahrhunderts blühete, in Italien studirthaben soll, und schon bejahrt in das Kloster vonMiraflores gieng, wo man mehrere brave Gemäldevon ihm zeigt.
Leznard ( ). So heißt irgendwo, ohne
Weiteres, ein Kupferstecher, von dem man einBlatt: les kennt.
Lhemann ( ). Nach der Zeichnung eines
uns sonst unbekannten Künstlers dieses Namens hatRuotte in punktirter Manier (1806.) das Bildnißdes H. Furtado, Präsidenten des Judencongresseszu Paris gestochen.
Lhiebenau von Wehrd (Lucas von).So heißt irgendwo, ohne Weiteres, ein Kupfer-stecher, von welchem man ein Bildniß des Scheide-künstlers Johanns Kunkel ohne Namen oes Malerskennt.
Lhomme ( ). So heißt im Xlmanacii
6es jjeaux-Hrts von i 8 o 3 . ein damals zu Paris lebender Gemäldehandler.
LhuiUier (Johann), s. Lu,liier.