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erwählt wurde. Einige behaupten, er habe auch,theils Historisches, theils Theoretisches über dieKunst geschrieben, wovon aber nie etwas aus Lichttrat. Fiorillo II. i6ö—66. Gestochen nach ihmhaben: I. Baron den gekreuzigten Christ, von denEngeln zum Himmel getragen, nach dem Gemäldein St. Johann und Paul zu Venedig ; die Predigtvon St. Franz Lavier in der (dortigen ?) Jesuiten kirche, von M. Boschini; Loth mit seinen Töchtern,Noah's Trunkenheit, und Jacobs Kampf mit demEngel, alle drey von P. Monaco; eine H. Familie,und Diogenes mit der Lanterne, von I. Picinus;und endlich ein großes Faustkampfcrgefecht auf derBrücke zu Venedig , nach Liberi'« Zeichnung, theilsvon seinem Schüler D- Rossetti, theils von einemUngenannten, auf drey großen Blättern (1676.)geatzt. Letztres (Ludwig XIV. zugeeignet) nenntder N),'Morsche Katalog meisterhaft; wir ver-muthen aber, daß es eben Rossetli's ohne dessenNamen sey. Endlich, ebenfalls von diesem letzter»»vier schöne Landschaften, mit Figuren und präch-tigen Ruinen staffirt.
L > berti ( ). So heißt bey L. v. Winkel-
mann , ohne Weiteres, ein Künstler, der gewöhn-lich mit Blumen spielende Kinder malte.
* Libon. Milizia (L8. terr. I. zz.) nenntdiesen Baumeister von Messene gebürtig. SeinTempel zu Olympia war 2Z0' lang, 9^ breit, und68^ hoch , mit einer Menge Säulen umgeben. Vondem Innern desselben, und besonders von der sitzen-den 6<V hohen Skatüe Jupiters von phidias giebteben dieser Schriftsteller eine launigte Beschreibung.
Libour (Esprit Aime'), gebürtig von Laval ,Departement der Mayenne , Schüler von Regnault,erhielt 1802. den ersten Preis der Zeichenkunst inder Spezialschule der Schönen Künste zu Paris ,damals 21. I. alt. Feuill. pnüi. Auf der dortigenKunstausstellung von 1806. sah man von ihm überder Thüre des Eingangs: Einen mitKraft gemaltenMameluken, der aus Ermattung in der Wüste stirbt.
* Lt'brk (Hieronymus ), dessen im Le§. unterdem Art. seines Vaters und Bruders gedacht ist.„Sein Bild zu St. Leonhard ausser Verona " (sagtLanzili. 45 - 46 .) „sah' ich zwar nicht, auf wel-chem sich ein Lorbeerbaum befinden soll, zu dem dieVögel durch die Kirchenfenster flogen, und unterdessen Zweigen nisten wollten; aber ein andres zuEt. Giorgio (von 1629. datirt), worinn sich keinSchatten des alten gothischen Charakters zeigt:Eine Madonna zwischen zwey Bischöfen — auser-lesene redende Gesichter, mit drey von Antliz undGebehrde allerliebsten Engelchen. Wohl sieht mannoch in dieser Arbeit den Miniaturmaler, aber so,daß man die Grazie zweyer Gattungen auf EinemPunkte vereint findet. Es ist eine Juwele, die sich,selbst neben einem sehr guten Caliari, durch ihreleuchtende Schönheit Vortheilhaft ausnimmt AlsMiniaturmaler wurde er zu den Ersten in Italien gezählt." Noch sagt/iorillo (II. öi.) zu seinembilligen Ruhme: »Daß er sich nach Raphaels Stylzu bilden suchte, ob er gleich zehn Jahre alter war."Und bey Giulianesti S. Z6. heißt es, er habe nichtnur Edelsteine — gemalt, sondern wirklich in Steingeschnitten; was aber auch Mißverstand seinererstgenannten Kunst seyn kann.
Licalda (Juan de). So nennt Fiorills IV.S20. ohne Weiteres, einen spanischen Maler, der,wie es scheint, in der ersten Halste des XVII.Jahrh, zu Sevilla lebte.
* Licherie (Ludwig). Nach ihm hat Bazindie Reue, Daudet einen Gegenstand aus der Ge-schichte der Ligue, F. Landry eine GeißelungChristi, Ecotin eine Magdalena, und Ungenannte«ine Taufe und einen St Hieronymus gestochen.
Lichrenhagen (Stephan). So nennt Ni-colai einen Künstler aus Schneeberg, der in i 56 Z.mit Paul Hermann, feinem Gesellen, die Taufe
Lieb aux.
(das Vaptisterium?) in der Nicolai - Kirche zuBerlin aus Zinn bildete.
* Lichrenfteger (Georg), Kupferstecher undKupferhandler zu Nürnberg , geb. 1700. und gest.178 . Von ihm kennt man mehrere, mit seinenStichen versehene Schriften. So z B. Die ausder Arithmetik und Geometrie herausgeholteGründe zur menschlichen Proportion. 1746.Fol. mit 14. Kupfertafeln. Dann: Oürr'rtop/rorrAncoür Labul-e osteologicw, seu omnium
corpore kumsni perkecti ossium imagines, aclüuctnm naturw ab -znon^mo üssoriptre, aHcüte»!te§ero Loulptore et iVic. Lüenber-eKZiatse et in publieum ellitT. XorimberArv1767. kol msx. lab 42. Oerm. et Dat. Nochin seinem 78. I. hatte er das Bildniß eines H.von Behaim sehr fein in Kupfer gestochen. Meh-rere andre nach P. Decker, F. C- Misch, C.Benj. Müller (dessen eigenes Bildniß), und wiederandre ohne Namen des Malers führt ein Verzeichnißmeines sei. Vaters an. rNeusel I. II. u. ikkn.
Lichtenste 1 n (Joseph Wencesla's Fürst von),ein großer Kunstliebhaber desX VIII. Jahrhunderts,gedachte um 170 . seine prächtige Galerie in Wien in Kupfer siechen zu lassen Die Gebrüder Schmutzerhatten mit drey Bildern nach Rubens einen glück-lichen Anfang gemacht, welchen späterhin G. A.Müller u. a. minder glücklich fortsetzten, so daß dasUnternehme» darüber in Stocken gerieth. UebrigenSkennt man Fanri's italienische Beschreibung dieserGalerie, 4 "- Wien 767. //rüiecLe löse göuöralep 86—87.
* Licinio (Bernardi'n). Sein Bild, von
welchem das Lex. spricht, ist noch ganz nach deralten gothischen Weise componirt, hatte aber dannim übrigen Styl viel Aehnliches mir demjenigenseines Oheims I A. Regiüo. II. 74.
— — (Fabius>. So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Kupferstecher, der mit dem Punzengearbeitet habe, und von welchem man in dieserManier das Bildniß des Marsilius Ficinus kenne.
* — — (Julius). In der Bibliothek von
St. Marcus zu Venedig sieht man drey runde(Decken-) Gemälde (mit i 556 . datirt) von ihm,die mit Schiavone und P. Caliari wetteiferndürfen. Zanerri nennt ihn Lizino Romans,was es zweifelhaft macht, ob er derselbe mit demvon Sandrarr angeführten Julis Licinio sey,der sich unter einem Gemälde zu Augsburg (mit1661. datirt) Li vis et nennt.
Fiorillo II. ra 5 .
Licottier (Caroline). So heißt irgendwo,ohne Weiteres, eine Kupferstecher,» in Kreiden-Manier, von welcher man, neben Andern,, ein Blattnach Gibelins Erfindung: les Lources «le la Vleet ilu konkeur, kenne.
Lieb (Johann oder Carl), ein Bildhauer,Neffe von Ebenhecht. Diesem letztem war derBau der runden marmornen Colonnade im Park zuSanssoucy mit 16000. Rthlr. verdungen worden,und er hatte schon Zooo. Rthlr. empfangen, als er1767. starb. Lieb, als dessen Erbe, übernahmund vollführte die sämtliche Gruppen, ausser dreyen,welche Benkert vollendete. Er verließ nachherPotsdam . Nicolai.
Liebach ( ). Nach einem uns sonst un-
bekannten Maler dieses Namens, der um 1712. indem damals fchweizerschen Mühlhausen gearbeitethaben soll, hat F. A. Störcklin das Bildniß desdortigen Bürgers, Jos. Fürstenbergers, gestochen.
Liebaup, (Heinrich), ein Kupferstecher zuParis , st. 1760. Von ihm kennt man vornehmlichLanbcharten. Doch dürften zwey (wahrscheinlichzu irgend einem historischen Werke gehörige) Blätter:kataille üe b'Ieurus 1690. und: Devise <iu ttoipour lez jettonz 8es krats üe kour^oßne pourI'anues 1701. ebenfalls seine Arbeit seyn.