Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
711
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Lippi.

Kinder in der Gestalt der Söhne und TöchterIsraels wollte schildern lassen, wie sie dem Retterder Freyheit ihres Landes jubelnd ihren Sang undDank darbringen. Hier konnte ein Mann, wieLippi, sein Talent, so nahe als möglich bey derNatur zu bleiben, ohne um viele Verschönerungbesorgt zu seyn, reichlich üben- Denn, seineMaxime war kurz: Zu dichten wie er redete, undzu malen was er sah." Lauf. Iiori'llo I. 7 , 25 .Nach ihm hat M- A. Corsi, nach Campiglia's Zeich-nung sein Bildniß für die Galerie gestochen.

* Lippi (Frater Philipp). Ein Karmeliter"

(heißt es bey Iiorillo I. 27879.) ,-der imsiebeuzehnken Jahr das Ordenskleid, aber nichtzugleich die Laster der Mönche ablegte. Einschlimmer Kauk mag er immerhin gewesen seyn.Da er allen Weibern nachrannte, ließ der Groß-herzog Eosmus, für den er arbeitete, ihn aufsein Zimmer sperren; nach ein Paar Tagen schlüpf-te er an seinen zerschnittenen Betttüchern vomFenster hinunrer. Ein andermal sollte er für einenBürger zu Florenz desselben im Kloster erzogeneTochter malen; sie verliebten sich, und er einführtesie." So der Mensch; und nun der Künstler.Lippi hatte ein sehr angenehmes Kolorit, undobgleich seine Umrisse ein wenig trocken sind, somangelt es doch dem klebrigen nicht an gehörigerWeichheit. Besonders übertraf er sich selbst inseinen kleinern Bildern. Ueberhanpt aber verdanktman ihm die Einführung einer gewissen Großheitin der Manier, indem er nämlich die Verhältnissean seinen Figuren größer annahm, als sie in derThat sind; ein Mittel, das nachher von Vielengebraucht, und von M. Angelo auf die höchsteEtuffe getrieben ward, zu welcher eine dichterischePhantasie unter der Leitung tiefer Kenntnisse sicherheben konnte. Von seinen schönsten kleinernWerken sieht man in der H. Geists-Sakristcy undbey St Ambrosius zu Florenz : Madonnenbildcheu,und Chöre von Engelchen, mit hübschen vollenGesichtern (wohl der Abglanz seiner Liebchen) miteinem Colorit und einer Grazie übergössen, welcheganz sein eigen waren. In der Drapperie liebte erdie engen Falten. Seine Lichter waren helle, dochin etwas gemäßigt, und zogen aufs Violette. Unterseinen größern Arbeiten in Fresko werben seineGeschichten des ersten Märtyrers und Johanns desTäufers alla Pieve de Praro für sein Beßres ge-halten. Er starb zu Spoleto (einige sagen, wohlam Richtigsten i^ 58 . andre mit dem Lcx. igOg.Wieder andre is88.l als er indem dortigen Dom ebenein ansehnliches Werk beynahe vollendet hatte.Man glaubt, er sey von den Anverwandten deserwähnten Mädchens vergiftet worden, bey welcherersehnen obstehnden natürlichen Sohn erzeugt harre.Eine andre Lescart hat: Von der Familie einerFrau, die er, aller Warnungen ungeachtet, ver-folgt haue. I. 55 56 . In der Ltruriu

xitkrlce findet sich XXI. ein Blatt nach einemseiner Gemälde.

Lipp 0 (Andreas di). So heißt in: viscorsoaccuäemico su >a 8toria totteraria 61 ?iss einMaler von dort um 1ZZ6. und vielleicht derselbe,welcher anderwerts Andreas von pisa heißt,und unter den Meistern genannt wird, welche um1046. den Dem zu Pisa verziert haben. /)a«Lr I. 7,7.

» der Florentiner. Immerhin mochteer ein Nachahmer von Giottino seyn, wenn ergleich (wie das Lex. richtig bemerkt), dessen Schülernicht seyn konnte. Da««- I. 7 ,o.

* Lippold (F.). Anstatt dieses Artikels imLexikon liefe:

(Franz), gebürtig von Hamburg , lerntebey dem berühmten Denner. Alsdann gieng er anverschiedene deutsche Höfe, und setzte sich endlichzu Frankfurt am Mayn, wo er den Anlaß hatte,die höchsten Häupter zweyer Kaiserlichen Familien,u. a. mit meisterhaftem Colorit und vollkommenerGleichheit nach dem Leben zu schildern. Er starb

Lips. 711

1768. beynahe 80. Jahre alt. Eine Menge Kupierstecher, hauptsächlich die Halde, Preisler und Vogelhaben nach ihm Bildnisse Heller und dunkler Männergeliefert. H. S. Hüsgen S. 168.

Lips (Johann Heinrich), Zeichner, Kupfer-stecher und Kupferätzer, geb. zu Kloten bey Zürich1728. der Sohn eines Dorfchirurgs, und selbst zudiesem Berufe bestimmt; daher er auch von demwackern Prediger des Orts (Drennwald) Unterrichtin der lateinischen Sprache erhielt. Als nun dieserseine Neigung zum Zeichnen bemerkte und förderte,kam der Jüngling durch denselben in Bekanntschaftmit dem wohlthätigen und Kunst liebenden Lavater,unter dessen Leitung er bald ungewöhnliche Fort-schritte im Zeichnen machte, für desselben phy-fiognomische Fragmente geschickt und fleissig ar-beitete, und von ihm durch einen festgesetzten Ge-halt bezahlt wurde. In 1780. unternahm er seineerste Reise nach Mannheim , wo er ei» halbes Jahrblieb, und sich in der dortigen Akademie, theilsnach dem Leben, theils nach Gyps-Abgüssen vonAntiken bildete. Von da kam er nach Düssel­ dorf , wo er sein erstes großes Kapitalblatt, dieMarter des H./Sebastian, nach Van Duck, ausder dortigen Galerie, mit dem Grabstichel so muster-haft lieferte, daß ihm die Akademie für die Platteüber 600 fl. bezahlte. Ebendaselbst erhielt er fürseine Zeichnung (des in seine Mutier Stratonice verliebten Antiochus) den ersten Preis, welcherihm (da er als Fremder die goldne Medaille nichterhalten konnte) durch das Diplom eines akade-mischen Mitglieds ersetzt wurde. I» 1780. gienger von Düssel dorf nach Italien , und zwar unmittel-bar nach Rom , wo er sein zweytes und leider!bisher letztes großes Blatt eines Bacchanals nachPoussin verfertigte. In 178h. kehrte er wiedernach Haus, wo er mit einem Bildniß kavaters undseines Sohns, in Lebensgröße, eine» Versuch in derOelmalerey machte, welcher so gut gelang, daßdadurch die Idee bey ihm rege wurde, den Grab-stichel für den Pinsel aufzugeben. Hiczu ward ervon Mehrern, und namentlich auch von Graf ausDresden (damals eben in Zürich ) aufgemuntert.Er änderte daher seinen sonst gefaßten Entschluß,nach Paris zu gehen, und reiste in 1786. neuer-dings nach Rom , mit dem festen Vorsätze, Malerzu werden, und zu bleiben. Dort wurde geradeum diese Zeit die Aguarellmalerey, welche manbisher nur im Fache der Landschaft gebrauchte,von mehrern jungen Künstlern auch auf Darstellunghistorischer Gegenstände angewandt. Dieß thatauch Lips bey seinen römischen Studien; und beißtes von seinen dieöfällige» Arbeiten, in der SchriftLOiukelmanir und sein Jahrhundert (22627.):» Dieselben waren zwar mir etwas trübem Colorit,aber fleißig ausgeführt. In Copien nach altenMeistern bewies er viel Treue, in eignen Erfin-dungen guten Geschmack". Mittlerweile hatteallerley widriges Geschick seinen angenehmen Traum,eine neue Kunstgattung zu wählen vereitelt, undnothgedrungen ergriff er bald wieder den Grabstichel.Damals sah man von ihm, neben Anden », einkleines, rein und kräftig gearbeitetes Blatt: Ma-nns , nach dem bekannten berühmten Gemälde vonDrouais. Wahrend dieses seines zweyten Aufent-haltes zu Rom hatte er vielen Umgang mit Goethegepflogen, und erhielt von demselben, nach dessenRückkehr gen Weimar , im Namen des Herzogsden Antrag, als Professor derZcichnungo-Akademiedorthin zu kommen. Diesen Ruf nahm er an, undgieng in 1789. nach einem kurzen Aufenthalt imVaterland dahin ab. Daselbst lebte er, von jeder-mann geschätzt und geliebt bis 1794. und näredort länger, vielleicht auf immer geblieben, wennnicht die Aerzte, seiner kränkelnde» Gesundheitwegen, ihm die cinsweilige Rückkehr nach derSchweiz gerathen hätten, wo er bald wieder genas,und hierauf den Entschluß faßte, in Zürich seinenbeständige» Sitz aufzuschlagen, wo er, von dl.serZeit an, theils unmittelbar für sich, theils für dieberühmtesten Buchhai,dlmigck, in Deutschland und