Lippert.
im Register ein sizilianischer Maler des XVIll.Jahrhunderts, der dann aber im Texte als Dno-phrius Avellino erscheint, den auch das Lex.kennt, so daß wir den Namen Lipari lediglichfür einen Druckfehler halten.
Lippe rr (Johann), ein Landschaftenmaleraus Böhmen , studirte in der Akademie zu Wie»,wo er 1784. zwey Preise erhielt.
— — (Joseph), Portraitmaler zu Preßburg ,geb. zu Neudurg an der Donau 1764. und nochlebend 1808. Derselbe lernte erst das Becker -dann das Tischlerhandwerk; weil er aber zu letz-ten» zu schwach war, so nahm ihn sein Bruder,Königl. Preuß. Kammersänger in Berlin , zu sich,und schickte ihn in die dortige Malerakademie,wo er sechs Jahre zubrachte. Hierauf kam ernach Wien , um auch die dortige Kunstakademiezu besuchen. Dort lernte er den BildnißmalerJohann Geringer aus Prag kennen, und reisetemit ihm sieben Jahre lang durch Oestreich, Böh-men, Polen, Steyermark und Ungarn , und ließsich endlich (179g.) in Preßburg nieder, um daseine Kunst auszuüben. Meusels rJ. D-Rünstler-Lep.
— — (Philipp Daniel), geb. zu Meißen 2702. Sein Vater, ein Deuiler, bestimmte ihnzu seinem Handwerke, und, da er zu demselbenwenig Lust bezeugte, zu einem Glaser. Alleineine höhere Neigung führte ihn zu der Zeichen-kunst. Sein Leben ( wie er seinen Freunden oft,unter Anführung der interessantesten Anekdoten,erzählte) war beynahe ein stäter Kampf mit Dürf-tigkeit und Hrnderuihen, die er aber durch seinenunerschütterlichen deutschen Muth und edle Be-triebsamkeit glücklich besiegte. Anfänglich war erZeichenmeister bey der Porzellanfabrike zu Meißen ,und alsdann Professor der Antiken bey der Euerfürstl. Akademie der Künste ( anderwcrts heißt esder Baukunst) zu Dresden . Am verdientestenmachte er sich indessen durch seine in 1767. heraus-gegebene Dactyliothek, welche, nebst dem Supple-mente derselben (1776.), die Abdrücke und Be-schreibung von 0149- Gemmen aus den vornehmstenMuseen von Europa enthielt. Jene waren auseiner schönen weißen dauerhaften Masse, mit einersächsischen Erde gemengt, verfertigt, und empfah-len sich durch eine außerordentliche Schärfe, Fein-heit und Dauer, indem sie weder Hitze noch Kältezerstört, so daß sie den (frühern) Schwefclabgüssenvon Christiani in Rom u. a. (in dieser Absicht)weit vorzuziehen waren. Ob sie aber nicht dasAug des Zeichners nach denselben zumal, weitmehr als jene ermüden, ist eine andre Frage. Derbeschreibende deutsche Commentar dann war eben-falls ein höchst rühmlicher Beweis seiner geübtenBeurtheilungskraft, und seiner ausgebreiteten Be-lesenheit. Meusels Misc. XVIll. 228—20.nach Daßd o rfs Beschreibung von Dresden 6 i 4 > u- ff. Bey letzterm <§. 166. wird auch dergeschmackvollen Verzierung seines Hauses, welcheser den Drr der Ruhe nannte, gedacht. Er starb1784. und trug damals auch den Titel eines Hof-zeichners. Sein Bildniß von Geyser nach Grafvor dem XI V. Bd. der L 4 . L- d. S- Q). soll vonaußerordentlicher Kenntlichkeit seyn. Eine meister-hafte Würdigung des Manns und seiner wahrenVerdienste von H. Bärtiger s. in der A- HallL Z. 1808. N^. 5 g. Ob indessen die neue Ausgabeder Daktyliothek, so wie solche jetzt, von derLif>pertschen wieder abgeformt, bey dem Königl.Sächsischen Antiken-Galerie-Aufwärter, H. Ra-benstein für 5 o. Dukaten (statt ehemals 90.) zuerstehen ist (wie es dort heißt) von vollkommengleicher Festigkeit und Scharfe sey, dürfte, wasdas letztre betrift, wenigstens zu bezweifeln seyn.Jede Paste wird nunmehr auch besonders, zu 2 Gr.sächs. verkauft.
* Llppi (Filippino), der im Lex. unter dem Art.seines unten folgenden DarerS Philipps erscheint.Einigt setzen seinen Tod (nicht sehr wahrscheinlich) erst
Lippi.
in i 5 o 5 . an. Er war es, der Verzierungen in Hell-dunkel, im Geschmacke der Alten, wiedereinführte.Benvenuro Eellini sah von ihm Bücher vollZeichnungen von Alterthümern. Durch seine Kennt-niß in diesem Fache bahnte er den Weg zu einergewissen Gelehrsamkeit, die in der toskanischcnKunst bisher unbekannt war. Fi'orillo I. 279.Auch hält ihn vasar, überhaupt für den erstenMaler der neuern Zeit, der das antike Costum inseinen Werken richtig angebracht habe. Lanzihingegen glaubt, daß diese Ehre vielmehr demSquarcione gebühre. Immerhin aber war F,'-lippino in solchen Dingen äusserst genau. Soz. B. in seinem St. Bernard di Badia und in seinenWeisen des Morgenlands im GroßhrrzoglichcnMuseum; so in seine» beyde» Geschichte» derApostel Johannes und Philippus in Fresco beySt. Maria Novclla zu Florenz , die wohl noch mehrwegen den zierlichen Deywerken, als wegen denKöpfen gefallen, welche nicht so schön und graziöswie die seines Vaters, sondern wahre Bildnisse,ohne weitere Wahl sind. Man berief ihn nachRom wegen einer Kapelle alla Minerva, wosich wirklich von ihm eine Himmelfahrt und einigeGeschichten von St. Thomas d'Aquino befinden,unter welchen die Disputa das Vorzüglichste ist,und die Köpfe schon besser, doch nicht fo gut,wie die seines Schülers Naffaeiino del Garbosind. l. 62—64. Die Geschichte setzt seine
Sittlichkeit, in Vergleichunq derjenigen seines Va-ters, in einen für ihn sehr rühmlichen Eomrast.
. * Lippl (Hannibal oder Nanni). Die vonihm theils gebauten, theils verzierten PallasteMedicis auf Trinita de Monti und Salviati allaLongara zu Rom wurden (1027. der letztre, undi 5 üo. der erstrc) in Kupfer gestochen.
* Lippi (Jacob), genannt da Budn'o.Lanzi il. 2. 147. nennt ihn einen Universal- «AllerWelts-) Maler, aus dessen Frcüco's am Portikusder Nunziaka zu Bologna man einen eben nicht aus-erlesnen, aber doch fertigen und geübten Schülervon Ludwig Carracci erkenne.
* — — (Laurenz). Lanzi l. 224. sagt vonihm: „Gleich seinem Freund, Salvator Rosa ,theilte er seine Zeit zwischen der Malerey und derPoesie. Sein Malmannle racquiftaro, dasman unter die Florentinischcn Klassiker zählt, wirdminder gelesen als die Salyren von Rosa, obgleiches zierlicher, und voll jener graziösen Florentirnisinen ist, die man das attische Salz von Italien nennen kann. Da er als Maler in seiner Schuleeinen Protolypus zur Nachahmung suchte, sowählte er sich den Sauti di Tito. Und in der That,das Vorbild eines Malers der Affekten stand demDichter eben so gut an, als dasjenige eines trefrlicheu Zeichners dem Schriftsteller i» einer so voll-kommenen Sprache. Diesem fügte er ein nochstärkeres Colorit bey; und in der Drappcrie folgteer dem Beyspiel einiger Lombarden und des Ba-roccio, nämlich seine Falten in Papier zu model-liren, daher ste den» auch wie papiern erscheinen. DieFeinheit seines Pinsels dann, sein Farbenschmclz,die Harmonie und der gute Geschmack des Ganzenin seinen Werken zeigen überall, daß er ein Gefühldes natürlichen Schonen, wie wenige seiner Zeit-genossen, besaß. Sein eigentlicher Meister Rosselliselbst bewunderte ihn, und sprach oft zu ihm das(sonstwenig gehörte) Wort: „Loren;, du machstes besser als ich "! Seine Arbeiten sind zu Floren;nicht gar selten, obgleich er sich eine geraume Zeitzu Jiispruck aufhielt. Zu seinem Beßten gehört einKruzifix in der Großherzogl. Galerie. Die FamilieArrighi besitzt von ihm einen Et. Xaver, der ausden Schceren eines Seekrebses das Kruzifix wiedererhält, welches er auf dem Meer verloren hatte.Bey Baldinucci wird besonders sein DavidischerTriumph im Saal von Augiolo Galli gepriesen,der nämlich seinen Erstgebornen unter dem Bilddes Sohns von Jsai, und seine übrigen sechszehn