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Lips.
Lisieuwsky.
Ver Schweiz mit einer solchen Unverdrossenheit ar-beitete, daß seine größer» und kleinern Blätter (erselbst besitzt eine chronologisch gereihete vollständigeSammlung derselben) sich gegenwärtig (Jan. 1808 )auf 1-267. Stücke belaufen. Zu dem Vorzüglichstenvon seinen Bildnissen werden seine beyden großenKopse von Wieland und Goethe gezählt. Eineausführliche und scharfe Kritik derselben im: Jour-nal kür bilclencks Künste S, 69—61. welche zwardem, was der Künstler in Bildnissen von so unge-wohnter Größe, nach der Weise der ehemaligenNanteuil, Kilian u. s. f. geleistet hat, alles Rechtwiderfahren läßt, glaubt aber, daß die sichtbareMühe, die es ihn gekostet hat, um so viel zuwegezu bringen, eine gewisse Kälte und Härte verur-sache, die sich über diese beyden Blätter verbreiten.Goethe's Kopf habe zu viel Licht und einen metall-artigen Glanz; überhaupt fehle es an richtigerVertheilung von Licht und Schatten, die Muskelnerscheinen alle geschwollen, und die Schraffirungenseyen meistens zu enge. Der Eindruck des Ganzenwürde auch dadurch gewonnen haben, wenn Körperund Kopf nicht so ganz in Einer Richtung wären,u. s f. Bey Wielands Kopfe dann könne man dasVersehen nicht ungerügt lassen, daß die zurück-weichenden Parthien des Gewands mit weiter»Schraffirungen bearbeitet seyen als die nähern,wodurch gerade die verkehrte Wirkung hervorge-bracht werde". Wie dem immer seyn mag, sowürden auch wir den erwähnten zwey Bildnisseneine Menge seiner kleinern (aus so vielen z. B. diemit so viel Liebe gearbeiteten der beyden letztenBürgermeister von Zürich unter der ehemaligenRegierung, Kilchsperqcr und Wyß) weil vorziehen.Seines schönsten Historischen ist schon oben Er-wähnung gethan. Dahin gehören noch: EineMaria, die das schlafende Kind dem jungen Jo-hannes zeigt, nach Raphael, welches um 1802.erschienen war, und in der Allgem. Runstzeir.(8. IV. 281.) das gebührende Lob erhielt, wo ge-wünscht wird, daß unser Künstler mehr Achnlichcsmit gleichem Geist und Treue nachbilden möchte *).In neuern Tagen besonders versuchte er sich auchin andern Gravurgattungen, wovon die in 1806.erschienenen vier Tagszeiten (Pr. 1-4 fr. Livr.) inAgua tinta 7" breit und io" hoch, nach seinereigenen Erfindung, zu dem Gelungensten gehörendürften. Eine Beschreibung und Würdigung der-selben s im Zürch . Journ. für Litterat, u. Aunst182—8Z. Ueberhaupl findet sich die Litteratur einesguten Theils seiner neuern Arbeiten (von 1797-1806.)am vollständigsten, und eher mit überflüssiger Ge-schwätzigkeit vorgetragen in Meusels ArchiveII. 1. S. 76. 76. 84. 86. II. 2. S. 16. 18. 21. 29.3 i. Z2. 5 i. 62. 98. 108. 126. Lcmf. Bibl. für R.u. B- R- I 2. S- 5 c> 4 — 5 . Von H. Lips, alsZeichner und Componiste heißt es im Tub. Morgen-blatte (Jan. 1808.): „ Der beßte Componiste undder richtigste Zeichner unter den jetzt lebenden Zür-cher-Künstlern ist unstreitig L. Man gebe ihm dieAufgabe einer malerischen Zusammensetzung, welcheman will — erwirb sich darein zu finden wissen,und wenn auch nichts durchaus Tadelfreyes, dochselten etwas Gemeines liefern. Großes Lebenhaben seine Vorstellungen nie — vielmehr bisweileneine Steifigkeit, die sich mit noch so ernster Tugend,in Götter - oder Menschengestalt, nicht vertragenwill, und zumal gebricht es seinen Köpfen meistensan gehörig bedeutendem Ausdrucke. Dies —werden unsre heutigen Kunstnaturalisten einwenden.
— rühre wohl von einer sclavischen NachahmungRaphaels und der Antiken her, welche Er (undsie nicht) in Rom fieisslg studirt habe. Nein, liebeHerren! wohl aber, daß Er dieselben (zwar besserals Sie, doch) auch nicht in ihrer ganzen hohenSchönheit gefühlt hatte". Beweise dafür (wirsetzen hinzu — zum Theil auch Widerlegung dieserRüge) sah man von unserm Künstler aufden Zürcher -Kunstausstellungen von 1799—1808. inZeichnungenvon der mannigfaltigsten Art (wie wir glauben,mehrere noch von seinen römischen Arbeiten) baldin Tusch, bald in schwarzer Kreide, bald inGouache gefertigt.
Lipslus (I. G.), Kurfürstlich-SächsischerSekretär, ein Kunst und Alterthums kundiger Di-letkante, gab in 1793. Dissertation sur 1 a raretö,les clilkörentes ^rancleurs et !a contrekaction äesbl eüailles antigues, traüuit cle I'/Znglois cle B«-aveo une 6öc»ßrsp>iie numismatigue.4: Dresse ekex ^Valtüer. Von der gleichen Ab-handlung eine deutsche Uebersetzung. Ebendas.1796. hauptsächlich aber in 1 ^.Beschreibung derRurfürstl. Anriken-Galerie zu Dresden , zumTheil nach hinterlassenen Papieren des verrstorbenenAnriken-Direkors Mackers mit 10.in Kupfer gestochenen Grundrissen der (Aalegr. 4. Dresden bey walrher; und endlich i 8 o 3 .Eollection ä'Kstampes pour 1 a Description ssla (islerie Llectoraie ses -^ntigues, servant ss8upplernent au ftecueil lies IVIarbres sntiguesparie /Vati avec 62. Lstsmpes ^r. in-kol. 16. Thlr.
Lipszky (Johann von). Seit 1808. Oberst-lieutenant beym Hessen -Homburgischen Husaren-Regiment, ist als Verfasser einer vortreflichen Kartevon Ungarn und Siebenbürgen bekannt. Jen. L.Z. Intel!. 1808. 27.
* Lisiberren, Lisib eeius, auch Ley-sebetren (Peter van), geb. um 1610. ein Zeit-genosse von Troyen, und wie dieser gebraucht, nachitalienischen Meistern, für das bekannte Lahmer6e 1'Hrckisuc I.eopolä unter der Aufsicht vonTeniers zu stechen. Dort befinden sich von ihmüber 40. Bl. nach Bellino, P. Bordon, Caldara,Caliari, H. Carracci , Feti, Manfred!, P. de Mola,Palma dem ältern und jüngern, Primaticcio, I.Netto (oder G. Reni), Robust!, Echiavone, Va-lentin, und (besonders) Vecelli; was aber Alles,wie das ganze übrige Werk, nicht viel bedeutet,da solches, obgleich von ziemlich nettem Grabstichel,ohne Geschmack und Richtigkeit ist. Seine: Di-vstsarum ^vium 8pec.-ies, in C. Galle.s Verlag,enthielten 18 Bl. Von einzelnen führt Gandellimeine Madonna mit dem Kinde, nebst Et. Stephan,St. Ambrosius und St. Mauriz, aus dem Königl.Französ. Kabinette, nach Titian , dann ein Ver-zeichniß meines sel. Vaters noch an: Eine H. Fa-milie nach P. Lanzi, das Bildniß des Grafen vonCambridge, I. Hamiltou, nach Van Dyck , u.s f.Rost VI. 76—77- der von ihm (ausdrücklich alsBeyspiele eines elenden Geschmacks und schlechterZeichnung: Amor überreicht der Venus Früchte,und Diana und Endymion nach Paris Bordonne,verzeigt.
* Ll'sl'euwsky, Llsiervsky, oder Li-cervsky, auch Liscervska**) (Anna Do^rothea), verehlichte Tberbufch, geb. zu Berlin 1722. (nicht 20. wie das Lex. sagt), deren dort
"-) So eben erhalten wir die angenehme Hoffnung, bald eine vottreflicde Platte nach G. Douw, für das MuseeFrancois, und späterhin vollends Eine nach Han. Carracci für eben dieses Prachtwerk, von H. Lips zu er-blicken. Jenes stellt, na» Douw's Weise, eine Küchenmagd, halbe Figur, in ihrer Wcrkstätte vor, wie sieeben aus einem in den Handen haltenden Krug Wasser in ein Becken gießt. Verschiedene Geräthschasten um-geben sie ; ein Kohlkopf, und ein Bunt gelber Rüben liege» neben ihr; eine Laterne steht vor ibr auf dem Ge-simse;, em Huhn und ein Vogelbauer hängen zur Seite. Alles wird von eine», Fenster zur Seite beleuchtet,und ein Vorhang ist halb von der ganze» Scene weggezogen. Der Gegenstand von Carracci enthält die An-betung der Hirten. Sie knieen vor dem Kind, und betrachten es mit erstaunen; eben so Joseph und Maria,diese letzt« innig und hoch entzückt. In der Luft erscheint auf Wolken das ganze himmlische Heer, das seinHosianna singt und auf verschiedenen Instrumenten spielt. Ein Paar schwebende Engel streuen Blumen ausdas neugeborne Kind herab.
22) Letztrer scheint für die weiblichen, so wie Licewsky für die männlichen Künstler dieser Familie, der richtigeName zu sepn.