Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
713
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Lisi euwsky.

mittr dem Art. ihres Vaters Erwähnung geschieht.In Meuset's LNisc. XVU. G. 26V—72.verdient ein etwas gedehnter, aber nichts destominder merkwürdiger Aussatz über sie nachgelesenzu werden. Die ersten Anweisungen im Zeichnenerhielt sie von ihrem Vater. Ihre frühe Verhey-rathung mit einem Manne, der, wie es scheint,ohne weitere Uebung ihres Talentes sie in unab-hängige Umstände versetzte, schienen sie ganz vonder Kunst zu entfernen. Allein ihre große Neigungfür dieselbe blieb, mannigfaltiger Hindernisse un-geachtet, sich immer gleich, oder ward vielmehram End bey ihr so sehr zur Leidenschaft, daß sie,bereits Mutter vieler Kinder (auf Veranlassungeines Würtembergischen Generals, der im sieben-jährigen Krieg in Preussische Gefangenschaft ge-rathen war), doch nicht ohne Einwilligung ihresMannes, 1761. ihr Hauswesen verließ, und nachStuttgard gieng, wo sie sich bald mit Bestellungzu Bildnissen überhäuft fand, und kurz nachherzum Ehrenmitglied des Instituts zu Bologna er-nannt ward. Nach ein Paar Jahren dortigen Auf-enthalts, fand sie nicht mindern Beyfall an demHofe zu Mannheim , erhielt dort das Patent einerHofmalerin, und kehrte alsdann nach Berlin zu-rück, wo sie nun Höheres begann, sich an die Ge-schichte wagte, für den Kurfürsten von der Pfalz Pan und Syrinx, für den Herzog von Würtembergaber Venus und Adonis, und Ariadne aufNaxos,wie Bacchus sie findet, malte. In 1765. gieng sieneuerdings nach Stuttgard und 176V nach Paris ,wo ihr Ehrgeiz, in die dortige Akademie aufge-nommen zu werden, eine geraume Zeit unbefriedigtblieb, und ihre Arbeiten, wenn auch Bewunderer,doch so wenige Abnehmer fanden, daß sie, nacheinem dritthalbjährigen Aufenthalt, an den einzigenFürsie» von Gallizin für die Galerie zu St. Peters-burg ihren Jupiter und Antiope anzubringen ver-mochte. Mittlerweile war sie auch zum Mitgliedsder KK. Akademie zu Wien erkiest worden. VonParis begab sie sich nach Brüssel , und 1770. wiedernach Haus. Üier genoß sie das Glück, daß ihreKunst Friedrich des Großen Augen auf sich zog,für den sie drey Sraffeleygemaloe, eines nach dervierten Ode des Anakreon, ein zweytes: Venus,»ach dem Bade von ihren Nymphen bedient, eindrittes: Diana's Rückkehr von der Jagd, undendlich sein eigenes Bildniß in Lebensgroße für denMarggrafen von Anspach malen mußte. In 177Z.verlor sie ihren — nur ihrer Leidenschaft für dieKunst wegen so lange verlassenen, aber deswegennicht minder geliebten Gatten. Bald nachher erhieltsie Bestellungen von sieben großen Bildnissen derKönigl. Preussischen Familie für den Russischen Hof,und einem Opfer der Jphigenia für den KöniglichenGünstling, Grafen von Hoditz in Schlesien. All-malig indessen wurden ihre Verdienste auch in Berlin verkannt, oder vielmehr der Ruf derselben durcheinen (ungenannten) fremden angehnden Künstlerverdrängt; allein die wackere Frau fuhr nichts destominder fort, solchen zu verdienen, und mehrerevortrefliche Werke zu liefern. Dahin gehört z. B.ihr eigenes Bildniß, wie sie am offenen Fenster sitzt,mit einer den Entwurf einer Zeichnung überdenken-den Miene, ein Stück in weichem Natur und Ge-schmack aufs Herrlichste vereinigt ist, und zumaldas unten am Fenster angebrachte Basrelief vonihrer meisterhaften Zeichnung zeuget; dann dasBrustbild einer sehr schönen Frau, in der Andachtbegriffen. Diese treflichen Bilder hiengen lange inguter Ruhe, bis endlich nach der Abreise des er-wähnten fremden Kunstgenossen unsre Tberduschwieder aufgesucht wurde. Allein, es war zumTheil zu spät; ihre beßten Jahre waren dahin,und ihr ohnehin zarter Körper durch mancherleyGram und Sorgen geschwächt. Sie starb 1782.an einer Auszehrung, nachdem sie noch kurz vorherdas Familiengemalde des Prinzen Ferdinand vonPreussen (von dessen Hause sie besonders geschätztund bedauert wurde) vollendet hakte. Don ihrenhistorischen Gemälden befinden sich auch in derGalerie von Salzdahlen zwey Brustbilder einer

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Cleopatra und einer Bestalln, wovon das erstre inAbsicht auf den starken Ausdruck von Verzweiflungund Todcsschmerz cinen vorzüglichen Werth hat-„Diese Künstlerin " rheißt es am End jenes Auf-satzes) «war in allem Betracht eine seltene und ver-dienstvolle Frau; denn sie besaß nicht nur jenesgroße Talent. wodurch sie sowohl in Ansehung desColorits als der Magie der Kunst dem RubensschenPinsel unstreitig (?) am nächsten kam; an Schön-heit der Ideale aber, und besonders an Anmuth,diesen noch übertraf; sondern sie hatte auch dendurchdringendsten Verstand, das feinste Gefühl,und den edelsten Charakter, der sich bey allen ihrenSchicksalen nie verläugnete Diese Vorzüge ver-mehrte noch eine außerordentliche Wißbegierde, zuderen Befriedigung sie in ihren jüngern Jahrenöfters den größer,, Theil der nächtliche» Zeit mitder Lektur zubrachte, und sich dadurch, neben ihrerKunst, vielfältige Kenntnisse erwarb. Kurz, ihrGeist war unaufhörlich beschäftigt, und ihre ge-wöhnliche Lebhaftigkeit behielt sie, aller ihrer Leidenungeachtet, (wie glücklich !) bis an das End ihrerTage."

Lisieurvskp (Friederike Julie von), Bild-nißmalerin und Mitglied der Königl Akademie derKünste zu Berlin, geb. zu Dessau 1772. Tochterdes nachfolgenden Georg Friedrich» Reinbolds(wie ihr das von zukömmt, ist uns unbekannt).Da ihr Vater bey ihr Genie zum Zeichnen, undbesonders zum Bildnißmalcn bemerkte, so gab erihr hierin sorgfältigen Unterricht. Im I. 1792.brachte er sie nach Berlin . wo sie von der Akademiezum Mitglied aufgenommen wurde. Bey ihrerAufnahme malte sie das Bildniß ihres Vaters, einKniestück, und eine ihrer gelungensten Arbeiten.Neben demselben zeichnen sich noch diejenigen derObcrkonsistorialräthe Dietrichs und Zöllners, desVaters des letzter», des Bauinspektor Krügers zuPotsdam, des türkischen Gesandten zu Berlin (1797.), dann drey Kabinctsstücke für den Herzogvon Mecklenburg-Schwerin: Ein lesendes und einstrickendes Mädchen, und ein drittes welches eineTaube halt (letztres ein Knicstück in Lebensgröße),zwey ihrer eignen Bildnisse, u a aus, die inMeuselsrJ R. Lex. verzeichnet sind. Sie lebtenoch zu Berlin 1808.

* — — Lisiervsky oder Liscervskx(Georg), starb 17 j6 Nach ihm hat I. I. Hayddie Bildnisse des Mathematikers A. de Vignoles,und des Berliner-Pastors S. Peloukicr, I. M.Beruigeroth des Apotheker I. C Schröders unddes Prinzen Friedrich August von Anhalt, und Ros-bach des Prinzen Friedrichs von Hcsscnkassel ge-stochen.

* — — ( ), Georgs Sohn, dessen im

Lex. unter des Vaters Art Erwähnung geschieht,hieß Georg Friedrich, oder (nach LÜeusels N.T. Künstl. Lex. Verbesserung) Christoph Friedrich^eiuhold, geb. zu Berlin 172p. In 1702. kamer als Hofmaler nach Dessau . Hier sah man vonihn«, neben Anderm, ein vortrefliches Bildniß desPrinzen Eugen von Anhalt zu Pferde, welches aufder Kurfürst!. Galerie zu Dresden steht, wo er sich17O8. ebenfalls aufhielt und viele Bildnisse ver-fertigte. Im I. ,772. gieng er nach Berlin , wo erin Gesellschaft seiner abgedachten jüngern Schwesterarbeitete. Endlich wurde er 1779. von dem Herzogezu Mecklenburg' Schwerin als Hofportrail-Malernach Ludwigslust berufen, und starb daselbst 179.4.Er besaß vornehmlich in Bildnissen von» Nachtlichtebeleuchtet, eine besondre Geschicklichkeit, und ge-hörte unter die ersten Bildnißmaler seines Zeitalters.Seine Kopfe sind mit großem Fleiß und eben sogroßer Wahrheit und Wirkung gearbeitet Nachihm kennt man z. V. von Bause das Bildniß vonI. F. Kers; von D. Bcrger C. F Willens; vonI. M. Bernigeroth diejenigen des RechrsgelehneuI. G. Bauers, und des Theologen C F. Bocrners,und endlich von C F. Boetius das punktirtt vonMar. Elis. Link.

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