Band 
Zweyter Theil [2].
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714
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^l4 Lisieuwsky.

* Lisieuwsky (Rosina, oder Anna Rosina),Georgs allere Tochter, geb. zu Berlin 1718. (nicht171Z wie das Lex. sagt) lernte bey ihrem Vater.Schon in ihrem zehnten Jahre malte sie das Dildnißihres damals kaum jährigen Bruders, und inihrem Vierzehnten dasjenige der Fürstin von AnhaltZerbst, zu Stettin , wohin sie ihr Vater mitnahm,dessen beßte Hülfe sie war. Von der Zeit an genoßsie der vorzüglichen Gunst erwähnter Fürstin. IhremVater zu gefallen schlug sie (1734.) eine ihr inDresden angebotene Stelle und Bension aus, undheyrathcte (1741-) den Maler Machien. Nachdessen Tod >1754.) ward sie (1786.) nach Zerbst berufen, um dort in einem Zimmer, welches: k>slon«je Loaute gencnntwerden sollte, 72. der schönstenFrauen zu malen, wovon einige 4 » wirklich abge-liefert (!) worden. In 1780. vermahlte sie sich inzweyter Ehe mit dem H. von Gase, Assessor undRath bey den Französischen Gerichten zu Berlin .Endlich ward sie 1764. mit einer ansehnlichen Pen-sion nach Braunschweig berufen. In 171)8. thatsie eine Reise nach Holland , und 1769. wurde siezum Mitglied der Dresdner-Kunstakademie ernannt.Sie malte Bildnisse und Geschichte in Oel undPastell. Merisel l- führt namentlich mehrere dererster» an, die von 17^67Z. datirt sind; nebenAndern ein Familienstück, worauf sie selbst, ihrebeyden Kinder «das Lex. spricht von dreyen) undihr Sriefsohn und Schüler, Georg David Malhieu,Hofmaler zu Schwerin , vorgestellt sind. VonHistorischem dann ein allegorisches Bild, der vcr-wirlibte» Kurfürstin von Sachsen gewidmet (178g.);und Monime, in dem Augenblick, wo sie sich daskönigliche Diadem abreißt, für den letzten Herzogzu Braunschweig . Diese geschickte Künstlerin st.178Z. Gestochen nach ihr haben: I. V. K'auperzeine Artemisia; dann I E. Gerste das Dildnißvon Mad. Schindlerin, und I. I Hayd desFreyherrn Sam. von Coccest, und des Kanzlersder Universität Halle, I. P. Ludewigs.

* Lisle (Pasqm'er de), Baumeister, s Jsle(aber bloß in diesen Zusätzen). Hier holen wirnach, daß I. Marot drey Blatter Plane des Hotelsdu Grand Prieur de France au Lemple, nach ihmgestochen habe.

* L-'sr (G. N. und F. G>). Nach ihm hatE- C. Heiß daö Dildniß der Herzogin von Würtem-berg, Magdalena von Hessen, B. Kilian ChristophZellers, Ph. Kilian des Herzog Eberhard III. vonWüi temberg, und Rembold (1657.) des TheologenEchubels gestochen; nach welchem letzter» Datumihre Lebenszeit, im Lex. zu berichtigen ist.

Listn au (Emanuel), ein Schreibmeister zuDanzig , eigentlich von Handwerk ein Schneider;zeichnete mit der Feder Handrisse und Bilder, auchBildnisse und Figuren von sehr kleiner Schrift. Erblühete in dieser vcrdienstlosen Kunst um 1779. Äster todt, so ruhe seine Seele im Frieden! MenselMiscell. III. 27.

* Lirard (Matthäus). So heißt irgendwoein uns sonst unbekannter Künstler, der nach Cor-tona das Bündniß Jakobs und Labans gestochenhabe - und aber leicht kein andrer als JohannMichel Liorard seyn dürste.

Litheen ( ). Und so ein uns eben so

Unbekannter, nach welchem P. Schenk das DildnißCarls XII. von Schweden gestochen habe.

* Litrerini oder Letterini (Augustin

und Bartholomäusi, Vater und Sohn, welche dasLex. in den gleichen Art. faßt. Beyde lebten noch1718. Langt (II. 167.) 8. V. nennt sie

bekannte Maler zu Venedig und in den Inseln,welche m einer klaren Manier gearbeitet hätten;der Sohn noch besser als der Vater wie aus seinemBild zu St. Paterniano erhelle, wo er sich als einenfleissigen Nachahmer von Tizian , und überhaupteiner bessern Zeit, als der seinigc», erwiesen habe.

LivellS.

Litters ( ). So heißt irgendwo, ohne

Weiteres, ein Maler, nach welchem I. I. Hayddas Dildniß der gekrönten Philvsophin, L M. C.Baffl von Bologna , in Schwarzkunst geschabt hat.

* Lirrret de Monrigny (Claudius An-ton), Zeichner und Kupferstecher, geb. zu Paris 1706. und gest zu Ronen 177b Er war von eineralten Familie, welche allerley Unfälle so sehyheruntergebracht hatten, daß er sich in der Jugendgenöthigt sah, mit Schristenstcchen sein Brod zuverdienen. Dann kam er bey Cars in die Lehre,und machte, alsbereits guter Zeichner, bald großeFortschritte. In seinen meisten Arbeiten bemerktman einen correcten, und zugleich breiten und mar^kigten Styl. Durch ungemeffene Eitelkeit erweckteer sich viele Feinde, und brachte sich damit selbstden größten Schaden. Seine zerrütteten Umständeveranlaßten ihn dann, in seinen letzten Lebensjahrennach London zu gehn, wo aber seine Selbstliebeeben so wenig ihr Glück machte, so daß er baldwieder nach Frankreich zurückgicng, und dann inRouen seine letzte Ruhe fand. Derselbe hat sowohlnach eigener Zeichnung, als nach verschiedenenKünstlern Bildnisse und Anderes gestochen, wasmeistens von 176Z87. datirt ist. Hüter den Bild-nissen (meistens berühmter Landsleute) nennt RostVIII. 280. eines der Marquisin von Pompadour,welches ihr ähnlichstes seyn soll, nach Schenan(übrigens für den Stich von mittleren Werth);dann als sei» historisches Hauptblatt: le Concertän Oranll 8ulran, nach Carl Vanlvo, wo dieHauptfiguren Bildnisse des Malers und seinerFamilie sind, also in jeder Rücksicht Gegenstück zudem: Cc llscüs fnisant peinüre sa lVIaitresse.Noch rühmen Andre seine Bildnisse des H. vonSartine nach Vigee, und deS Erzbischofen Mon-tazet von Lyon , nach Vanloo. Das übrige sindgalante Kleinigkeiten nach St. Quentin, Schenanu. s. f. und ein Paar Rheinprofpekte nach Weirotter.De Dvnkenaz/.

* Live de Jully (Angelus Loren; de la),geb. zu Paris 1726. und gest. 1778. Von den 100.von ihm geatzten Blättern, womit er seinen Freun-den Geschenke machte, führt Rost VIII. 2087.wie es sich (hier) gebührt, nur wenige an, wovonles kermlers brulö«; (ein Grupp Bettler) nachGrenze, und eine Folge Carrikalurcn nach Salydas Bedeutendste seyn mag.

* Livens oder Lievens (Johann). Vonihm, als Stecher, sagt Larrsch in seinem Can»-loAne raiscmnc «Is i'Oeuvrc «je Kcmbranclt:Livens zeichnete besser als Rembrandt , dessenMitschüler er war, und (fügt Malbefte hinzu)theilte auch Licht und Schatten besser aus, alsdieser, bey dem das Schwarze oft so vorherrschendist, daß darüber die Wirkung verloren geht; dannaber hatte seine Manier zu atzen nicht das Malerilchcvon van Rhyn, dem er doch nachzuahmen bemühetschien. In Blättern, die er genau ausführenwollte, bediente er sich einer sehr feinen Nadel.Er hatte die Gewohnheit, so enge Striche zumachen, daß das Aetzwasser die Züge oft verwirrthat. So sind z. B. die im Vorgrunde seiner Auf-rrweckung des Lazarus. Es scheint nicht, daß sichdieser Künstle» der kalten Nadel bedient habe; wohlbemerkt man hingegen in seinen Werken sehr oft denGrabstichel; sein St Hieronymus ist ganz damitüberarbeitet Zwey seiner schönsten Bildnisse, Da­ niel Heinsius , und der Tonkünstler Jakob Goutcr,sind fast völlig gestochen, deswegen aber nichtminder in einer sehr malerischen Manier, und voll-kommen wie Geatztes behandelt. Die beßte Litte-ratur seiner Blätter findet sich bey Gersaint undIves in ihrem Laralog von Rembrandr, unddann eben bey Barrsch, per ihrer 82. (daruntersechs zweifelhafte) zählt. Meistens sind solche mitden Anfangsbuchstaben seines Namens (.^.manch-mal auch C>vius bezeichnet. Bey Rost VI. 39-44.sind ebenfalls 40. der vorzüglichsten angeführt.Zu denselben zahlt man, neben den schon genannten,