Lombarde.
Lombards (Martin), ein Baumeister zuVenedig um i-j8o., wahrscheinlich von derselbenFamilie, wie der nachfolgende perer und dessenSohne. Unter seine vornehmsten Werke zahlt mandie prächtige Schule St. Marcus, und Anderesmehr, wovon man aber keine deutliche und zuver-läßige Nachricht hat. So hiest es bey TemanzaI. 90. Seither gab indessen Milizi'a (ter?.I. 227—28.) eine ganz verständliche Notiz davon,und rühmte daran, neben Anderin, die geschicktangebrachten Stiegen, und den Geschmack derVerzierungen an der Aussenscite. Eben dieserKunstlichter glaubt, daß die Kirche St. Zachariaszu Venedig sein Werk sey, da solche mit der vor-genannten Baute denselben Charakter trage.
* — — (Moro), obigen Martins Sohn,
verfertigte viele Bildhauerarbeit für die SchuleSt. Marcus zu Venedig . S. auch (nicht Thomas,wie es im Lex. heißt, sondern) Sebastian da Lu-gano. Auch Milizia (L<l. terr:. I. 228.)
macht ihn, nicht den gedachten da Lugano , zumBaumeister der Kirche St. Joh. Chrysostomus(nicht Christophorus, wie das Lcx. s. v. da Lu gano sagt) zu Murano .
* — — (Peter). Derselbe war auch ein vor-treflicher Baumeister, und hatte drey Söhne, dennachfolgenden Tullius, und die obstehnden Juliusund Anton. Von ihm, als Baumeister, nenntMilizia (b)ll. ter?. 1. 226—27.') die Kirche St.Johann und Paul zu Venedig , die er beschreibt,und sagt, daß solche etwas von dem damals wiederauflebenden griechischen Geschmack an sich trage;auch an der Kirche de Certostni sey Arbeit von ihm.Besondre Ehre mache ihm dann der majestätischeGlockenthurm auf dem St-Marcus-Platze, der in-dessen allerley überflüssige Zierden an sich trage.Gemeinschaftlich mit seinen Söhnen sah man fernervon ihm verschiedene sowohl Architektur - als Bild-Hauer-Arbeiten. So z. B- das Grabmal des Kar-dinals I. B. Zeno in der St. Marcus-Kirche,Zeichnungen für die Schule della Misericordia,das Kloster St. Justina zu Padua , u. a.
— — — — — ein andrer Künstler diesesNamens, Bildhauer von Fcrrara, lebte mit obigemungefehr um die gleiche Zeit, und wird für des Al-pbons im Lexikon Oheim gehalten, vasari führtihn an.
* — — (Sancrus). Derselbe baute auch den
Pallast genannt IVo» -rob/5 I)o»rr'«L an dem großenCanale bey St. Ermagora, und starb i 56 o. 56 .Jahre alt. Von seiner Schule St. Rochus
sagt Milizia (Lci. tsrs. I. 229—Zo.) viel Gutes,und rühmt daran besonders die schöne und wohlausgeführte Idee der Stiege; minder die gehäuftenVerzierungen der Außenseite; dann führt er fernervon ihm an: Den Pallast Vendramini, und preistdas schöne Ebenmaaß seiner Theile zum Ganzen,und die prächtige Cornische. Auch der PallastTrevisani zu St. Maria Formosa, und derjenigevon Gradenigo (ob letztrer vielleicht der obige:Noll nobis Öomine?) sollen von seiner Arbeitseyn.
* — — (Tullius), wird von Temanza fürdes obigen ersten perers Sohn gehalten. Er ar-beitete lange Zeit mit seinem Bruder Amon zuTreviso . Seine schönsten Werke daselbst sind dieKirche della Madonna Grande, drey Kapellen inder St. Pauls - und eine in der Sacraments-Kapelleder Domkirche. Dann zu Venedig die Kirche St.Salvators, welche von Einigen ihrer Einheit undEleganz wegen gerühmt wird, dem hingegen M>-Iizta (Lll. terr. I. 229.) in seiner Beschreibungderselben nicht beyzustimmen scheint. Tullius st.vor r559- S- auch oben den Art. Anton's, seinesBruders.
— — — — — ein andrer Künstler diesesNamens arbeitete als Maler zu Mailand , undwird von Lomazzo in seine» drottesokl p. 198,angeführt.
Lommelin.
Lombards (Vincenz). Ein solcher war i 5 iZ.Gastaldo, d. i. Vorsteher der Malrrgesellschaft zuVenedig ; ob selbst ausübender Künstler, ist unsunbekannt. I. 126.
Lomellino (Valentin). So nennt Lanz,(II. 2. 35 s) einen Maler von Raconigi, der umi 56 i. geblühet habe. Derselbe führte, wie JacobArgcnta, den Titel eines Herzoglich SavoyschenHofmalers. Von beyder Verdiensten kann mannicht urtheilen, da weder zu Turin noch anderwertsnichts von ihnen Bekanntes vorhanden ist. Wahr-scheinlich waren sie Miniatoren.
Lomer ( ). So heißt im. 4 ImariacI> lies
llesux-^rts von 180Z. ohne Weiteres, ein damalszu Paris lebender Zeichner. Ob derselbe, der, denblouv. ües -Irts II. 60. zufolge, um 1802. bey
I. T. Rrafr's Plans, Loupes et Llövations üosproänctions üe I'art la cüsrpence behülflichwar, ist uns unbekannt.
* Lomr (Artemisia und Horaz ), s. Geirrt-löscht.
* — — (Aurelius), starb nach Andern 1622.66. I. alt. Derselbe war des nachfolgenden Bac-cto's Enkel. Nach Lanzt 1 . 2Z2. und II. 2. 3 o 3 ,lernte er zuerst bey Bronzino , nachwerts bey Cigcli.Man hielt ihn für das Haupt der Schule von Pisa .Seine sehr correkten Werke im dortigen Dohnregleichen bald dem ersten, bald dem zweyten seinerLehrer; nur scheinen sie etwas kleinfügiger undniinder mürbe als Cigoli's zu seyn. Sein Zielmochte seyn, mit einer angenehmen Färbung,prächtigen Drappericn und anderm Schmucke demgroßen Haufen zu schmeicheln. So gefiel er zuFlorenz , zu Rom , und besonders zu Genua , woer Unterricht gab, und man ihn noch dem Corrivorzog, der dort eine kurze Zeit in großem Rufestand. Daselbst findet man häufige Arbeit vonihm, wie z. B- seinen St. Anton bey den Franzis-kanern, und sein jüngstes Gericht bey St. Mariadi Carignano, zwey Bilder, welche durch ihreNeuheit fesseln: Das erste graziös, reich und ge-mäßigt in den Tinten; das zweyte schrecklich, undvon lebhafterm Colorit als gewöhnlich. Noch mehrschätzen, als sein Meisterstück, die Pisaner einen(sonst minder bekannten) St. Hieronymus in ihremCamp» santo, der mit den Anfangsbuchstabenseines Namens und der Jahrszahl i 5 g 5 . bezeichnetist. Fiorillo dann (I. /,n —12.) sagt ganz kurzvon ihm: «Er besaß eine gute Zeichnung; aberwas Composition und Harmonie betrift, fehlte ergegen die Regeln der Kunst."
— — (Baccio), des Obigen Großvater,Maler von Pisa , lebte um i 585 . Lanzi ( 1 .203—s.)nennt ihn einen Zuccaresker, der zwar ausser seinemVaterland wenig bekannt, aber auch schon seinerbeyden (?) Enkel wegen zu bemerken sey. Vonihm besitzen die HH. Canonici in ihrer Residenz (zuPisa ?) zwey Bilder, darunter eine Himmelfahrt,die freylich noch Spuren der Härte seines Zeitaltersan sich tragen, übrigens aber in Absicht auf Zeich-nung und Colorit nicht zu verachten sind.
Lomis (Joh. BenedicV, ein Engländer, vonwelchem man in dem Kapitel der Kirche zu Loanoin dem Genuesischen Gebiete ein Gemäld zeiget,welches den Heiland am Kreuze mit der H. Mari«und St. Johannes vorstellt. Anttr.
Lom matsch ( ). Auf den Kunstaus-
stellungen zu Dresden von i8uo—18»3. sah manvon einem uns sonst unbekannten Künstler diesesNamens Blumen und Fruchtstücke theils von ihmselbst erfunden, theils Copien in Oel , nach Heem,Miguon u. a. Deutsche Runsibl. I. 3. E. 26.
II. 1. S. 52 . u. a.
* L 0 mmelin (Adrian), geb. zu Amiens 1667.lernte die Kunst zu Antwerpen , wo er seine ganzeLebenszeit zubrachte. „ Das Andenken von Rubens "(sagt r^osi VI. 200.) „würde ziemlich gefallen seyn,