Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
721
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Lomba ch.

Anmuth reicht. So noch mehr in großem Arbeiten,wie z. B. in seinem Opfer Melchisedeks im Bücher-saal (». b. Kirche) dclla Passione ebenfalls zuMailand , wo das Verständniß des Nackten mitder seltsamen Bekleidung, und das Leben desColoritsmit der Regsamkeit der Stellungen wetteifert. An-dremale dann freylich fiel er ins Verworrene undGedrängte, wie in seinem Fastenmal in erwähntemRefectorium zu Piacenza , bey welchem die Herr-schaften (alle damaligen Souveraine von Europa )freylich Fische genug essen die Armen aber, waseben jeder hat, und darunter ein Vielfraß, der sichüber einem im Hals steckenden Bissen rasend ge-behrdet. Mittlerweile spricht der Heiland denTafclscgen aus, und in den Lüften sieht man diebekannte Vision von St. Peter. Jedermann erstauntüber die große Wahrheit alles Details in diesemBilde; aber deswegen ist das Ganze doch nichtglücklich, eine Mischung von Heiligem und Ge-meinem, von Bibel und Schenke, was sich un-möglich reimen will. Ueberhaupt aber erwarb sichLomazzo noch weit mehrern Ruhm, als durch denPinsel, mit seiner Feder, obgleich auch der Werthdieser letztem, wohl nicht ganz ohne Grund viel-fältig angefochten wird, wie z. B. vonLanzi 1 . o.4Z2ZZ. welcher sehr vernünftig wünscht, daßjemand das Gold derselben von den Schlacken säu-bern möchte (Irren wir indessen nicht, so müßteneben diese letztem einer gewissen neuern Kunstschuleganz vorzüglich gefallen). Die Litteratur seinerSchritten s bey Fiorillo > 1 . -422. Man behauptet,daß Lardan unserm Künstler seine Blindheit vor-her verkündiget habe was endlich bey einem sounermüdeten Manne ohne Hexercy geschehen konnte.Em-ge setzen seinen Tod schon in 1288. andre erstin 1600.

Lombach ( ), ein (1807.) lebender- die

Kunst, im historischen Fache mit vorzüglichem Er-folge, selbst ausübender Dilettanke zu Bern in derSchweiz , der sich eine geraume Zeit zu Paris auf-gehalten hatte. Wer giebt uns, für die am Schlußunsrer Arbeit folgenden Supplemente, nähereKunde von ihm ?

* Lombard (Lambert), s. Sutermann.Die Streitfrage.- Ob dieser Lambert Lombard undGuavlus Eine oder zwey verschiedene Personenseyen, s. wo nicht erörtert, doch nicht ohne Grunderhoben bey He in ecke zJachr. II. Z 5 i.

* (Peter), Zeichner und Kupferstecher,geb. zu Paris i 6 i 5 . Wo er die Stecherkunst er-lernt habe, ist unbekannt. Zu London wurde ervon den Buchhändlern häufig beschäftigt. Nacheinem langen Aufenthalt daselbst kehrte er in seinVaterland zurück. In Bildnissen war er vorzüg-lich stark; nur sein Grabstichel bisweilen bis zurHärte fest Seine Arbeiten sind von 165471.datirt, und mit seinem Namen oder den Anfangs-buchstaben desselben in einem Monogramm bezeich-net, welches Gaiidellliii giebt. Er starb 1682.Von seinen Bildnissen führt Rost (VII. i 5527.)17. ein Verzeichnis meines sel Vaters über-60.(16. nach van Dyck) an, unttr welchen, der großenSeltenheit wegen, dasjenige von Carl I. bemerktzu werden verdient, ehe nämlich der Kopf desselbenausgeschliffen, und Cromwels seiner (so machen'sauch die Künstler!) an dessen Stelle gesetzt worden;so wie hinwieder der Katalog von Brandesnamentlich auch das des H. de la Fond, unter demNamen. - le Osrcetior so Hollancle schön undselten nennt. Mehrere sind auch ohne Namen desMalers. Eines (der Catharina Madeleiue de Ver-thanen) mit 60b et so. und ein St. Bernard, beydevon 1699. datirt, muß, wenn das Datum richtigist, wohl einem andern Lombard zustehen. Zuseinen historischen Blättern gehören: Maria aufdem Throne mit dem Jesuskinde, nach H. Carracci ;Der Engel erscheint Joseph im Traum, und einKrucifix, nach Champagne; eine H. Familie nachle Febnre; die Anbetung der Hirten und ein Abend-mal, nach Pouffln; St. Michael mit dem Drachen,

Lombards- 712

aus dem französ. Kabinet (den nachwerts auchRoussclct und Larmcfsin gestochen) nach Raphael;eine büßende Magdalena, aus eben diesem Kabinet,nach Titian . Unter den vielen Blättern endlich,die er zu London für Buchhändler geliefert, zeich-net man diejenigen aus, welche zur Verzierungder Folio-Ausgaben des Virgil von Ogilby, undeiniger anderer Dichter dienten- Auch werden zweyBildnisse nach ihm «des Abt F. d'Aligre von duFlos 1698. und des CanonicuS I. Gardeau vonLanglois itigb.) irgendwo angeführt. Conk.

und Ma/üertr, weicher lctztre auchseine Monogrammate giebt.

Lombards ). So heißt auch irgendwo -ohne Weiteres, ein Künstler, nach welchem I.Daullö (17Z7.) das Bildniß des Abts N. Gasparriui gestochen hat.

* S. auch gleich unten Lombards.

* Lombard eilt (Johann Baptist , genanntdella Marca und Monrano. Lanzi (I. g 5 i.)nennt ihn einen Jüngling von wunderbar glücklichenTalenten, wenn er solche nicht zum Unfleiß miß-braucht hätte. Mehrercs malte er in Fresco zuRom und Perugia ; sein Beßres aber soll sich anseinem Geburtsort Monkcnuovo befinde». A Scac-ciali hat nach ihm die Einkleidung eines jungenMönchen gestochen.

* Lombards (Alexander). Soll, einerspätern Bemerkung meines sel. Vaters zufolge, mitdem Alex. Leopards (ebenfalls des Lex.) EinePerson seyn.

*- (Anton), Baumeister und Bildhauer,

s den Art. PererLombardo in den gegenwärtigenZusätzen. Einige halten ihn nämlich (nicht, wiedas Lex. sagt- für Hieronrmus, sondern) für desunten folgenden perers des Bildhauers und Bau-meisters Sohn. Von ihm und seinem BruderTulkius sind die schönen Basreliefs in der Kapelledel Santo zu Padua . (b)li. terr:. I. 229.)

* (Dominicus). Anstatt dieses Art.im Lex l. S. Lambardo.

* (Franz), s. auch Lambardo.

* (Johann Dominicus), genannt Lösmmo, geb. zu Lucca 1682. und gest. 175-2. LanziI. 26768 sagt von ihm: »Wenn Italien zuseiner Zeit niedrere ihm ähnliche Künstler erzeugthätte, wäre die Kunst nicht so sehr in Verfall ge-rathen. Zwar lebte er nicht in dem Lichte zu Rom ,wie sein Schüler Battoni; aber er war dessen wür-dig, so gut als letztrkr, und mehr. Seinen Stylbildete er nach dem Muster der Paulincr(D, undverheuerte solchen, da er zu Venedig die bestenColoristen siudirte, und auch die BolögncfischeSchule beachtete. Sein Genie, sein Geschmack,sein großer und fester Kunstcharakter erhellet ausVielem, was er mit edler Anstrengung in seinenbesten Jahren gemalt. So z. B, die beyden Sei-tenbilder im Chor der Olivetaner zu Lucca , welcheden H. Bernard ihren Stifter vorstellen, wie erseinen Mitbürgern zur Pcstzcit zu Hülfe eilt; dannzwey andre in einer Kapelle bey St. Ronianns,die mit solcher Stärke und Magie gemalt sind, daßsie dem beßten Styl von Guercino nahe kommen,und eines derselben, nach dem Urtheil der strengstenKunstrichter, ihm völlig gleichet. Hätte er nurimmer so gemalt, und seinen Pinsel nicht zu Werkenum jeden Preis erniedrigt'.

* c Julius). Derselbe war des untenfolgenden Bildhauers und Baumeisters s)erersSohn; übte das Steinhauer-Handwerk- verfertigteaber auch Arabesken, weil er in der Zeichenkunstnicht unerfahren war. A/lc.

(Julius'ar). Lanzi II 199.scheint ihn, nach Zanerri, zu rühmen, und ihn z.B- seinem Zeitgenossen, Joseph Alabardi, genanntSchioppi, vorzuziehen.

szz;