Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
724
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^24 Longhi.

* Longhi (Barbara), s. Lucas Lunghi.

— — (Joseph). Ein neuer italienischer Ku-pferstecher von mehr als gewöhnlicher Bedeutung.S»steht man z. B. von ihm im XI. Hefte des MuseeFran^ois (180Z.) nach Wallaerts Zeichnung, Rcm-brandts Philosoph in Betrachtung; ein Blatt, vonwelchem ein Kunstrichter in der A. Jen. L- s- (1806.R°. 244.) urtheilt, daß der Stecher den Zauber Rem-brandtischer Beleuchtung äusserst gut gefunden habe.Seither gab er z. B- die Grablegung Christi nachDaniel Crespi (19. Livr. 4. S. de Fr.) ganz geätzt,„in einer" (wieesimZürcher-IournalfürLirrer.undRunst G- 181. heißt) „neuen, sehr zierlichenManier, die der Schmidtischen am nächsten kommt.Der Ton und die Haltung des Ganzen ist vortreflich,und der Körper des Heilandes ein Meisterstück vonzarter und kraftvoller Ausführung." Ein ähnlichesLob erhält (Ebendas. S. 365 .) seine Ruhe in Egyp-ten, ein kleines allerliebstes Blatt nach C. Pro-caccini; dieses nun mit einer solchen Kunst undGewandtheit des Grabstichels gearbeitet, welchesowohl an zarter Feinheit als an Kraft und Glanzmit dem eines Morghen wetteifern könne.

*— — (Peter). Seine Gattung war wie dazugemacht, um in den Galerien welscher Große» zugefallen. Gestochen nach ihm haben, neben An-dern, Bartolozzi , Cattini, Faldoni, I. Flipart,A. Longhi sein Sohn, und Marc Pitteri (damalsalle noch im Sold bey Wagnern in Venedig ); dievon letzterm schön geätzten und seltenen siebenSakramente, und sechs Blätter Jagden, dann vonA. Longhi: Pythagoras im Saal der Akademieausgenommen, fast lauter lüderliches Zeug, wovondie Litteratur bey Winkleru und Brandes nach-lesen mag, wer will.

— — — — — S. auch Longe».

* Longlune (Zacharias). Derselbe lernteanfänglich zu Paris bey Ant. le Pautre, und kamdann zugleich mit van Bott, seinem zweyten Lehrer,in Preussische Dienste. Nach Friederich l. Todewurde er, wie so viele andre Künstler, von FriedrichWilhelm abgedankt. H e i n e ck e kIachr. 1 .10-20.

* Longo (Peter). Den Martyrtod von PaulErizza hat Louisa nach ihm nicht gestochen, sondernbloß verlegt. Der Stecher war Andreas Zucchi.

* Longueil ( ), hieß Joseph von, geb.

zu Lilie in Flandern 1706. und gest. zu Paris 1790.Derselbe hat mit eben so gutem Erfolg große Ge-genstände nach verschiedenen Meistern, als eineMenge Bücherverzierungen — wie z. B. zu Rous-seau's Emil (1762.), zu la Fontaine's Erzählungen(8°. 76a.), zu der Henriade von Voltaire ,

und zu den artige» Kleinigkeiten von Dorat, Pezayu. a. gestochen. Von Wichtigerm dann, gemein-schaftlich mit B. A. Nicolet: los ?ocüeurs. nachDernet; allein: Vues cies Lnvirons cie l^aplesmit dem Vesuv in der Ferne, und lles Lotes äeLsmpanie mit einem Schiffbruch im Vorgrunde,nach Mettai (wahrscheinlich für die Voz'aßes pirto-resgues cl'Italie, so wie er auch an den Vo^sxesxittoresqnes lls la Snisse Antheil genommen,und für diese letztem an ein Dutzend Blätter nachPerignon's Zeichnung gestochen hat); dann: lesÄoäeles, nach le Prince; le Labsret ftgMLnllmit seinem Gegenstücke, nach Ostade ; le IVlön^e«le8 bonnes Zeus mit seinem Pendant, nach Lepiciöund Aubry; b'illöllte köroi'oue ä 1 s Dstsille 6ekavle, nach Moreau, und zwey Allegorien zuEhren des Königs und der Königin von Frankreich ,nach Cochin. Rost VIII. 266—67. und

Longueline ( ), Baumeister , s. den

Art. Brubsacius in den gegenwärtigen Zusätzen.

* Loni oder Lomi (Alexander). Lanzi (I.229.) nennt ihn, nebst Barthol. Mancini, einenCopisten von Carlo Dolce, nach welchem sie kleineKabinetssiücke gemalt, die sich dann — ihr Meistermit 100. Scudi bezahlen ließ.

Loos.

Lone (Dirk Eversen). Unter diesem Namenfindet man ein Heft von 8. geätzten Landschaften.

Lonsiug (Franz). So nennt Basan (Tll.see.) einen uns sonst unbekannten Kupferstecher,von welchem man ein in 1772. zu Rom gearbeitetesBlatt: Meleagcr und Atalante nach Jul. Pipikenne, weiches sich in der von Hamilton 177a.edirten Folge von 40. Blättern (8cüol» Italic»?)finde.

* Loof ( ), der Stahlschneidcr, hieß I.

Sein Medaillon, wovon das Lex. spricht, ist beyBizor I. (nicht II.) zu finden.

Loos (Carl Friedrich und Georg Friedrich),Vater und Sohn, Münzeisenschneider zu Nürn-berg . Der Vater trug den Ellen langen Litul einesMünz - Schlosser- und verpflichteten Münz -und Elsenschneiders der Reichsstadt sJürn-berg, geb. daselbst. Der Sohn ward Bischöfl.Würzburgischer Medailleur. Beyde lebten wahr-scheinlich noch um 1788. Sammlung berühmterMedailleurs X°. 29a. 294. Meusel I. ll. Dondem Vater kannte man, neben Anderm, eineSchaumünze auf seine fünfzigjährige Hochzeit.

* — — ( Daniel), kaum der nachfolgendeDaniel Friedrich, wahrscheinlicher dessen Sohn,ebenfalls Medailleur zu Berlin . Von ihm, oderbann noch von dem Vater, sah man um 1799. eineGedächtniß-Schaumünze auf den Königl. dänischenStaatsminister A. P. Grafen von Bernstvrf, diein Silber 5 . Rthlr. kostete. Im I. 180Z. hieß esvon einem solchen Loos in öffentlichen Blattern:Man kenne von ihm verschiedene schöne Schau-münzen auf Jahreswechsel, zur Belohnung desFleißes, als Geschenk für Freunde u. s f. In 1806.verfertigte der, jetzt Königl. Hofmedailleur genannteLoos eine Jubeldenkmünze auf den Stiftungstagdes Preussischen Geheimen Staalsraths, derenAllegorie Kenner einfacher gedacht und besser motirvirt gewünscht hatten. Eine Schaumünze dann,welche derselbe in eben diesem Jahr (n mmchr ausdrücklich Daniel genannt, auf den damals zu Berlin anwesenden Dr. Gall geliefert, wurde namentlicheiner andern von Abramsohn vorgezogen. Undendlich gab er ebenfalls 1800. eine solche auf dieder ganzen gebildeten Welt erwünschte RückkehrAlexanders von Humboldt, welche auf dem Aversedessen Bildniß, auf dem Reverse den WeltweisenDemocrit, vor demselben einen Theil von Amerika ,mit der Umschrift: Xovi Orbis Öemocritns vor-stellt. Die Idee war von dem Hofrathe Hirt. In1807. sollte von ihm cine Friedensmedaille erscheinen.Tüb. Morgenbl. 1807 S. 928 — So lautetedieser Art. als ich Meusels D- R. L. zuGesicht bekam, und nunmehr zwar vollkommen er-sehe, daß Daniel, und Daniel Friedrich Loos Einer und derselbe Künstler sey, aber deswegenaus H. Meusels und meinen ganz verschiedenenAngaben seiner neuesten Arbeiten nicht klug werdenkann. Wohl liegt die einzig mögliche Lösung desseltsamen Knotens in dem bald folgenden ArtikelFriedrich Loos .

— — (Daniel Friedrich), geb. zu Altenburg 1735., lernte das Skeinschneiden bey Stiele zuAltenburg , und kam als Stempelschneioer 1767. inKönigl Preussische Dienste, wo er die Matrizenzum Stempel des Königlichen Bildnisses für alleMünzen der Königl. Länder verfertigte. In denersten 11. Jahren stand er bey der MagdeburgischenMünze. Dieser Künstler lebte noch zu Berlin 1808.mit dem Titel eines Königl. Preussischen Hofme-dailleurs und EtempetschneiderS in der AltenMünze daselbst. Die beßte Litteratur seiner Arbeitenfindet sich in Meusels N. D R. L. Zu denselbengehören: Denkmünze auf den Teschner-Frieden(I779-); Schaumünze auf das erste Jubiläum desmedizinischen Oberkollegiums zu Berlin (1789.1;dann in neuern Tagen: Denkmünze auf die Huldi-gung der in 1802. neu erworbenen Preussischen Pro-