Band 
Zweyter Theil [2].
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726
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726 Lorches.

spritzt (i 555 .); eine Sybille die Sündfluth

in zwey großen Blättern von äusserster Seltenheit,und, nach Malpe, sein Hauptblatt. Oonk. denwinklerschen Katalog, wo die Litteratur einigerder gedachten Blätter genauer als bey Rost er-scheint, und dann noch mehreres, dort nicht be-merktes enthalten ist. So z. B. das lebensgroßeBrustbild des Sultan Solimans, zuKonsiantinopel(wo er wenigstens 1627— 5 g man weiß nicht auswelchen Gründen, sich aufhielt), in letztgenanntemJahr verfertigt, und: Ima^o verissimo expressagenannt; eine kleine Landschaft, im Vorgrund einMaulwurf, ein sehr feiner Stich, ebenfalls schonvon 1248. und das sehr seltene Bildniß des sächsi-schen Edelmanns, Wilhelms von Grumbach, inHolzschnitt (1267.), und nicht mit einem ähnlichengestochenen Blatt von ihm zu verwechseln. Nochführt ein Derzeichniß meines sel. Vaters von ihman: Einen an einen Baum genagelten Mann; dann:Aula kontitirum in VstlCitno nach Raphacl, zweyFrisen nach Pol. Caldara, ein Bildniß KvnigFriedrichs von Dänemark , und die (nach seincmToderschienene) Lvoblgerisfene und geschnitteneFiguren, Hainb 1626. welche aber wohl nichtsanders als eine spatere Ausgabe seiner türkischenTrachten seyn mögen, deren schon zum Theil dasLexikon Erwähnung thut. In Brandes Katalogfindet sich ein einzelnes Blatt: Das Glück, von Ph.Galle (i 58 g.) nach ihm gestochen. Irgendwofinden wir auch, daß unser Künstler um 1282. alsHofmaler in Königl Dänischen Diensten gestanden,welches das gleich vorgenannte Bildniß eher zu be-stätigen scheint. Die richtigsten Monogrammatedieses Künstlers giebt Rost 1 . 0. und bemerkt, daßhingegen einige von Christ angeführte noch zu be-zweifeln sind.

Lorches (de), s. Lorge.

* Lorenese . So wird auch Franz Spierregenannt. Mrc.

Lorenre (DonFelix), ein spanischer Maler,geb. zu Valenzia 1712 und gest. 1787. Derselbehat viel Ruhmwürdiges geleistet. Er legte sich anfdie Nachahmung des Ev Munnoz, und maltevortrefliche Bildnisse; nachwerls auch Geschichte,Landschaften, Früchte, und Bambocciaden —letztres um so viel seltsamer da er das Zutrauender Inquisition so sehr genoß, daß ihm dieselbe denAuftrag gab, auf die für Kirchen bestimmten Ge-mälde ein wachsames Aug zu haben. Seine beßtenArbeiten zieren die Kirchen St. Augustiner undJohanns del Mercado seiner Geburcöstadt. Flo-rist» IV. 4 »g.

Lore»; (Friedrich Gottlob), ein Landschafts-maler, geb. zu Dresden 1722. Schüler von L.Sylvestre und Turner, lebte noch in gedachterStadium 1788. Bester, der von ihm sagt: „Daer auch Architektur studirt hat, so bedienen sichöfters Herrschaften seiner Kunst bey Dekorationen."Neueres ist uns nichts von ihm bekannt.

— — (I-D.). So heißt ein wenig bekannterdeutscher Kupferstecher, der um -762. gearbeitethat, und von welchem ein Derzeichniß meines sel.Vaters ein Dutzend Blätter anführt; wie z. B. ei»Gesicht des Patriarchs Jakob nach I. Bocksberger,ein Opfer des Saturns nach P. Caldara, einenSt. Sebastian nach Dürer , einen Frauenkopf nachL- van Leyden, ein Abendmahl nach Nembrandt,eine Bekehrung Pauls nach Rortenhamer; banneiniges nach Eallot, Landschaften nach Merianund Litian, u. s. f.

Lorenzen (Christian Aug.). So heißt inMeusels Arch. I. 2. i 58 . ganz ohne Weiteresein Bildnißmaler, der in 180Z. zum Professor beyder Königl. Akademie der bildenden Künste zuKopenhagen ernannt wurde.

* Lorenzetti (Ambrosius), Laurari ge-nannt; sein Vater (ob auch ein Künstler, ist unsunbekannt) hieß Lore»;. Lanzi I. 292. sagt von

Lorenzini.

ihm: Seine Werke datiern sich von 1220—37.Von seinem großen Bilde im Regierungspallast zuSiena (wo er sich: Ambrosius 1 .auronti> unter-schrieb! heißt es dort: Es sey ordentlich für einGedicht voll großer moralischer und politischerWahrheiten anzusehn, welches besonders die Ge-brechen einer schlechte» Regierung, und hinwiederdie Vortheile einer guten, unter den verschiedenstenAnsichten, und mit angcmeßnen Symbolen aufsLebhafteste darstelle. Nur gebreche es an eineretwas bessern Eintheilung des Ganzen, und anmehrerer Mannigfaltigkeit der Gesichtsbildungen;sonst würde es dem Schönsten in dem berühmtenCampo santo zu Siena wenig weichen dürfen.Neben dem besitze diese Stadt noch Mehreres inFrcsco u. a. Großes von ihm, hauvtiachlich abernoch weit schöneres Kleineres, mit welchem er demB> Angelico gleichsam den Weg gebahnt- „Ichhabe" (fährt Lanzi fort) »von seinen Zeitgenostennichts Achnliches gesehen, und zumal von solchemNationalcharakter, der diesen Künstler durchausnicht mit den Nachfolgern des Giotto vergleichenlaßt; überhaupt eine ganz andre Art, andres Co-lorit, andre Bekleidung", u. s. f. So z. B. ineiner Tafel bey dem Bibliothekar der UniversitätSiena Abt Ciaccheri, welche einige von den vierletzten Dingen Olcuni „ovissimi?) vorstellen,und wo er die Orcagni weit hinter sich läßt. Auchzu Florenz hielt man Vieles auf seinem Styl; dortmalte er bey St. Procolo Geschichten von St. Ni-claus, welche späterhin nach Dadia gebracht wurden.

* Lore »zerrt (Johann Baptist. Lanzi II.162. rühmt an ihm e,n gewisses Grandioses, vielFertigkeit, und einen guten Farbcnaufcrag. Erlebte »och rb-ji.

* — — (Peter). Seine Werke datiren sichvon 1227—42. Die von ihm und seinem BruderAmbrosius gemeinschaftlich verfertigte Arbeit fürden Spital zu Siena , stellte die Präsentation unddie Verlobung der H. Jungfrau vor, und wurdein 1720. durch einen Zufall verdorben, vasarihatte auf diesem Bilde, seiner Zeit, irrig: Petrus

statt paursntii gelesen, und unsernKünstler theils deswegen, theils nach seinem Styl,für einen Schüler des Giotto gehalten. Einenperer Laurari, den das Lex. wirklich hat, undihn perer Lorenzerri's Lehrer nennt, achten wirfür ein Non Ens. Wie dem immer seyn mag, solaßt vasari ihm alle Gerechtigkeit wiederfahren.Von einem seiner Bilder zu Arezzo sagt er: Dasselbesey mit besserer Zeichnung und Manier, als sonstkein andres toSkanischeüWerk dieserZeit behandelt;und an einer andern Stelle zieht er'ihn überhauptdem Cimabue und Giotto vor. Das Leben der Ein-siedler-Väter im Campo santo zu Pisa erklärt Lanzi(l. 292.) für diejenige der dortigen Arbeiten,welche am Reichsten, Neuesten, und Ueberlegtesterrgedacht, und nicht nach der damaligenFlorentinischenSchule, sondern vielmehr im Geschmacke derjeni-gen von Siena gefärbt sey.

* L 0 ren; i (Franz). Derselbe war ein Schü-ler des Liepolo, und Lehrmeister des berühmtendeutschen Blldnißmalers Lampi. Er muß noch17/0. gelebt haben.

* — — (Loren;). Derselbe war von Vol-terra gebürtig, lernte bey Hypolithus Cigna, einemMaler von Volterra , und zeichnete um 1720. kehrgeschickt mir der Feder nach den Gemälden derGroßherzoglichen Galerie zu Florenz .

p. 9H. Gestochen dann hat er für die GalerieGerini (1729-). Dahin gehört vielleicht nach P.della Vaga: Maria mit dem Kinde, welchen Jo-hannes Wasser darreicht. Füßli 1 . 49.

* Lorenzini (Anton oder Johann Anton),auch unter dem Namen Fra Antonio bekannt;ein arbeitsamer Künstler, der eine Menge Blätternach verschiedenen großen Meistern hinterlassen,welche wenigstens das Verdienst haben, daß dieOriginale durch sie bekannt wurden. Rost IV .