Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
729
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L o r m e.

Seine Schriften sind einerseits: Neun Büchervon der Baukunst, Fol. 1867. mit Holzschnitten,und zwey Bücher: blouvslles Inventions pourdien bätir «t ä petits frais, 1876. (Beyde zu-sammengedruckt 1626.). In beyden herrschtwenig Licht und Ordnung; aber mit alle demgebührt ihm die Ehre, das Steinbehauen zuerstauf gewisse Regeln gebracht zu haben, eben so,wie er im Praktischen alle seine Vorgänger imGewölbe-Ban übertraf, und überhaupt in derLeitung von Bauten ein Meister war. Dagegenwerden an ihm allerley Grillen in Absicht auf dieSaulenordnungen (I. c. 210—12.), sein trockenerund mesquiner Geschmack in Profilen u. s. f.gerüget. Zu dem zweyten Werke sollte noch einzweyter Theil kommen, und 6es stiv'mes propor-rions et mesures 60 I'ancienne er Premierearckitecture des peres clu vieil Testamentsccommociees a i'srciiirecrure moclerne han-deln — was aber glücklicher Weise durch seinenTod unterblieb. Allerley Detail, die Ueberresteseiner Kunst betreffend, s. l c. 512—17. Miliz,»zL6. terx. l. Z80— 5 i ) urtheilt von ihm wesentlichvollkommen in demselben Sinn. In 180Z. erschienzu Paris : blötkoste sur ia Ltiarpento, inventeepar ?liilib. cie et resuite a sa plus

simple (lemonstration par D/tor»«e//e. 2 Bl.gr. Fol.

* L 0 rme ( de), der Bildnißmaler, hiesi p.Nach ihm haben dergleichen gestochen: le Beaudes Herzogs Ph. Ludw. von Orleans ; Benoistdes Schauspielers Carlin Bertinazzi ; Jugouf desArztes F. Petit; de Lorraine des Schauspielersde Chauville; Miger N- N. Pannards; Papa-voi'ne: Xeaessitö n'a Point cls ioi; Pelletier derTänzerin Camille, und G. F. Schmidt Ludw.Armands von Donrbon, Grafen de la Marche.

s. v. Oelorme.

— — s. auch Delorme in den gegenwärti-gen Zusätzen.

* Lorraitt (Ludwig Joseph le). In 178s.stellte er im Louvr^zwey Gemälde aus, welcheihm großes Ansehen erwarben: Das eine, denKönig unter der Gestalt des Apollo, der dieMalerei) und Sculptur in Schutz nimmt; dasandre, welches als Deckenstück dienen sollte, dieGrazien, welche den Amor fesseln. Um ebendiese Ieit malte er für den H. de la Bouxierezwey ähnliche Deckensiücke. Seine Gemälde (sagtwareler) hatten nichts Auszeichnendes; er belebtesie aber durch kraftvolle Behandlung. Nach St.Petersburg gieng er 1788. und st. daselbst 1760.(nicht 1780. wie das Lex. sagt). Dort trug erzur Errichtung der Kaiser!. Malerakademie bey.Er war einer von denen, die sich in der brod-losen neuern Encaustik übten. Wahrscheinlich istes sein oben zuerst genanntes Bild, welches Cl.Eallimard, unter dem Titel: l^ouis le llionalmögestochen hat. Die hinwieder von ihm, nach deTroy geätzten Blätter sind: Das Urtheil Salomo's ,Ealomo opfert den Götzen feiner Weiber, Esthervor Ahasverus, und der Tod der Cleopatra.Denselben legt warelet den nämlichen Charakter,wie seinen Gemälden bey. Rost Vlll. 145 Lio-rillo R. S- H. 5 -.

— (Robert le), ursprünglich aus Cham-pagne, aber geb. zu Paris . Bey le MoSnierlernte er die ersten Anfangsgründe im Zeichnen;allein schon in seinem Achtzehnten setzte ihn seinewunderbare Leichtigkeit in Stand, von Girardon'sLehren Nutzen zu ziehen, der ein solches Zutrauenzu ihm faßte, daß er ihm seine eignen Söhne zuunterrichten gab. In dieser ersten Zeit meißelteer eine 5 ^ hohe marmorne Madonna, die mannoch jezt in der Ecke findet, wo die Straßen vonKönig von Sizilien und de Rösters zusammenstoßen,le Brun entdeckte bald seine Talente, und erhieltfür ihn eine Pension von dem König. In 1689.gewann er den ersten Preis, und damit die An,spräche nach Rom zu gehen. Hier siudirte er

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gleich äinsig nach den Antiken und nach den Ge-mälden im Vatikan , und unterhielt sich zumöfter» über seine Kunst mit Innocenz XI. derseinen angenehmen Umgang und seine richtigenEinsichten ungemein hochschätzte. Sein außeror-dentlicher Fleiß zog ihm einen Anfang vonSchwindsucht zu, der ihn nahe aus Grabbrachte, und seinen Vater veranlaßte, ivgZ.) chnnach Haus zu rufen. Wegen der damaligen Unbillder Zeiten fand er dort für einmal wenig Beschäf-tigung. Aus dieser Epoche kennt man indessenvon ihm eine Andromeöa, ein Kabinetsstück, wel,ches späterhin in Erz gegossen wurde. In 1701.ward er, auf seine bekannte schöne Galarhea hin,einmüthig in die Akademie erkiest. Bald daraufmeißelte er seinen Faun für die Cascade zu Marly;in 1710. wurde er zum Adjunkt, und 1717. zumwirklichen Professor der Akademie ernannt; undauch diese Stelle versah er vortreflich; le Moineund Pigalle kamen aus seiner Schule Späterhinberief ihn der Cardinal von Rohan, wo er dessenLandpallast zu Saverne sowohl, als den Bischöf-lichen zu Straßburg mit seiner Arbeit zierte, aber,noch vor Vollendung des letztem (17Z8.), vomSchlag getroffen wurde. Er gieng daher nachParis zurück, wo man ihm bald darauf theilsdie Stelle eines Direktors der Akademie zu Rom (für die er seiner Kunst sowohl als seiner Welr-und Menschenkenntnisse wegen wie geschaffen schien),theils, gemeinschaftlich mit Thier,y, diejenige einesKönigl. Spanischen Bildhauers auftrug Alleiner schlug Beydes mit der Entschuldigung aus,daß weder welsches noch spanisches Clima fürihn zuträglich sey; seinen Freunden aber sagte cr:Daß er nichts so sehr fürchte, als die Gefahrengroßen Reichthums. Ueberhaupt war er sehr be-scheiden; man sah nur seine Arbeit, selten seinePerson. Um die Gunst des Hofes buhlte er nie,mals. In seinen Mußestunden entwarf er Charak-terköpfe, die er nachwerts in Marmor ausführte,und welche noch jezt die Zierde manchen Kabinetsausmachen. Weiber und junge Leute gelangenihm vorzüglich, und hatten jenes riclere secorumder Natur, ohne einige Grimasse. Alles, wasaus seiner Hand gieng, war gelehrt gezeichnet,vortreflich ausgeführt, und hatte einen geistvollenAusdruck Für s Graziöse war er, was seinMeister, Girardon, für's Edle und Große; leMoine sagte öfters, daß Correge und Parmesanseinen Me.ssel geführt haben. Seine Entwürfe,bloße Zeichnungen, waren selten ausgeführt; ebenso seine flüchtigen Modelle (maguettes); dasUebrige fand seine Einbildungskraft in dem Mar-mor selbst. In seinen letzten Jahren arbeitete ernur noch mit Mühe. Von dieser Zeit ist einBasrelief, eben nicht mehr correkt, aber nocy mitFeuer und Verstand entworfen (die Pferde desApollo über dem — Stall des CardinabPallasteszu Paris ). Mehrere neue Zufalle von Schlagschwächten ihn sehr. Er starb sanft und stille(17., 5 ) mit sehr religiösen Gesinnungen zu denener sich auch stets im Leben bekannt hakte,

§en5i-r//e ' I. 289—Z01 ). Am Schlüsse faßt dieserSchriftsteller den Charakter unsers Künstlers nocheinmal ins Kurze zusammen, wie folgt: „leLorrain war ungemein arbeitsam Seine Com-positionen unterscheiden sich vor so vielen durchGenie, Enthusiasmus, und die schöne Wirkung,welche seine geschickte Ausspendung von Licht undSchalten hervorbrachte. Seine Gruppen habenein westliches, ungezwungenes Pyramidal DieAnatomie verstand er vollkommen. AIs meister-hafter Zeichner modellirie cr in einer brciren Manier,und drückte die Extremitäten s hr gut aus; ebenso die Ucbergänge i» den Fleiicbpmthieen, unddie Falten seiner Drappcrie, welche stets denStoff richtig bezeichnen Einzig warf man ihmeine nur allzugroße Vollendung vor, und daß erbisweilen dadurch das Leben seiner Entwürreschwächte; welches daher rühren mochte, weil crdie Theorie der Narnr so gut verstand, daß er,zumal gegen das End seiner Tage» dieselbe nichtAaaaa