Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
732
JPEG-Download
 

732 Lott-i.

Springbrunnen u. a. anzulegen. Am berühmtestenaber machte er sich, als der König die Ekloge desLope de vcga: 8elva «je ^mor, auf der Bühnezu sehen wünschte, und Lotes die Dekorationenmalte, welche Ansichten der Brücken von Segovia ,der Casa del Campo u. s. w. darstellten, und durchAutomate, die dazwischen wandelten, einen großenEffekt machten. Man s. den ersten Theil der Werkedes Lope de vega.

* Lorci (I.). So heißt ein Künstler, der(wenn er nicht etwa mit dem folgenden Loren;Lorro Eine Person seyn sollte?) allein durch eineAbnahme vom Kreuz und eine Grablegung bekanntist, welche I. Tropen nach ihm für TenlersGalerie von Brüssel gestochen hat.

* Lotto (Loren;), geb. in den letzten Jahrendes XV. Jahrhunderts. Nachrichten von ihm alsKünstler hat man schon von i 5 rZ. Einige zweifelnnoch, ob er nur zur Venet. Schule gehöre. DieGrazie seiner Weiber- und Kinderfiguren, der an-genehme Wandel ihres Blickes, u. s. f. ließenglauben, daß er ein Schüler von da Vinci seynmochte; inzwischen glich seine Manier noch weitmehr Giorgione's seiner, von dem er zwar nichtdie Leichtigkeit hat, der aber doch, wie man jetztallgemein glaubt, sicher sein Meister war; dannmochte immerhin das Studium des erstem einigeAenderungen in seinen Styl gebracht haben. Wiedem auch seyn mag, so wird die Lebhaftigkeit seinesCoiorils, die Wahrheit seiner Carnation, und derReichthum seiner Drapperien ihn stets als einenNachfolger der Vcnetianischen Schule kenntlichmachen. Man kennt von ihm mehrere durch ihreschönen Effekte und sinnreiche Anordnung bemerkend-werthe Altarblätter. Indessen blieb er sich nichtstets gleich, und ward seit i 654 - bis an seinen umr 58 o. zu Loretto erfolgten Tod immer schwacher.In der Galerie des Franz. Museums sieht man vonihm ein kleines Staffeleygcmälde: Das ehebreche-rische Weib, von welchem Landon Ami. XI.87. die Abbildung im Umrisse giebt, und davonsagt: Es sey mit seltener Vollkommenheit ausge-führt. Genaue Convenienzen in Absicht aufs Costumund den Charakter der Köpfe mäße man darin nichtsuchen; dafür aber eine leichte und geistreicheTouche, und eine Färbung von erstaunenswürdigerFeinheit und Wahrheit; die Figuren mit vielemNaturgefühl, aber nicht edel genug gezeichnet, dieHauptfigur ausgenommen, der es eben so wenigan Grazie als Natürlichkeit fehle. Lan;i dann II.6466. bemerkt über diesen Künstler: In seinemSt. Christoph zu Loretto nenne er sich selber:/,ott»5?l«:tor/^s,ret«L,- dann: Der neuere Heraus-geber von vasari und Lomazzo halten ihn eben-falls für einen Schüler von da Vinci; letztrerhauptsächlich wegen dem Anbringen seiner Lichteram gehörigen Orte. Lanzi selber hinwieder hältihn wohl für einen Nachahmer des Leonardo ingewissen Kunsttheilen, aber fast noch wahrschein-licher für einen Schüler des Bellino, und Nach-eiferer von Giorgione . Doch findet auch Er, daß«r einen minder freyen Pinsel als dieser gehabt,und gleichsam den großen Charakter desselben mitdem Spiel seiner Mitteltinten gemäßigt, sveltereFormen gewählt, seinen Köpfen einen angeneh-mern Charakter und idealischere Schönheit ertheilthabe. In dem Hintergrund seiner Bilder behielter gern etwas Helles Azurnes bey, das sich nichtganz gut mit den Figuren einigt, aber sie dem Aug'desto lebhafter darstellt. In seinen Altarblätternist oft viel sinnreiches Neues; so z. B in seinemEt Antonin bey den Dominikanern, und in seinemSt Niklaus al Carmine zu Venedig ; selbst, wo ersich an die gewöhnlichen Vorstellungen hielt, haltenwenigstens seine Perspektive, seine Stellungen, Con-traposien u. s. f Neues. Eoz.B in seinerMadonnabey St. Bar.'holomäus zu Bergamo (von Ridolftvorzüglich bewundert wo Mutter und Kind , mitden umstthnden Heiligen jedes auf seine besondreSeite zu sprechen scheint; dann in einem andernganz mit Grazie übergossenen Bilde bey St. Spiriko

Lovera.

(ebenfalls zu Bergamo) wo ein junger St. Johannam Fuß des Throns ein Lamm mlt einer unschul-digen lebhaften Freude herzet, und so anmulhiglächelt, daß Raphael oder Correggio es nichtbesser machen konnten. Ueberhaupt finden sich seineMeisterwerke, die ihn wirklich den ersten Lichternder Kunst an die Seite stellen bald alle in denKirchen und Galerien seiner Geburtsstadt. In derZeichnung besonders war er nicht immer gleich stark.Auch im Ganzen scheint seine früheste Zeit seinebeßte gewesen zu seyn, als er ;. D. (GiZ.) seinenoberwahnten St. Antonin malte. Von 1046. an(Jahrszahl seines Altarblatts bey St. Jakob dell'Orio zu Venedigt, mag sich die Abnahme seinerKunst datiren, wo man freylich auch in seinenspätern Werken zu Ancona , beyden Dominikanernzu Recanati u.s.f. noch immer, besonders in kleinernGemälden den großen Künstler durchschimmernsieht, wenn man gleich hie und da an den Extremi-täten der Figuren eine gewisse Nachläßigkeit, undeine Trockenheit im Geschmacke des Joh. Bellinobemerkt; daher auch vasari diese letztgenanntenArbeiten für seine frühesten, Lanzl hingegen ganzumgekehrt für die spätern, und kurz von jener Zeithält, wo Lorro zu. Loretto stets eifrig zu der H.Jungfrau betete, daß sie ihn auf die bessere Bahn(im Leben oder in der Kunsi ?) leiten möchte, undbald nachher seine Tage ruhig beschloß. Fiorillodann (II. 96.) nimmt ebenfalls an, daß dieserKünstler leidenschaftlicher Nachahmer des Giorgione gewesen, aber in de» Fehler, das Fleisch mit allzu-viel Feuer zu koloriren, verfallen sey. Gestochennach ihm isi uns nichts bekannt, wenn es nicht(wie solches der Winklersche Katalog entschiedenannimmt) die beyden oben, unter I.Lorri ange-führten zwey Blätter sind.

Loudovigi, Ludovigi oder Ludovr'ci( ), ein berühmter Goldschmied zu Rom um

1780. verfertigte ein ganz sonderbares Kunststückvon einer 6. Fuß hohen Säule ganz mit LapiSLazuli bedeckt, worauf die Figuren, von Silber undvergoldet eine genaue Abbildung der TrojanischenSäule vorstellen. Dieses vortresiiche Werk, worander Künstler zwanzig Jahre arbeitete, bezahlte ihmder Papst mit Zooo Zechinen, und machte mit dem-selben dem Großfürsten von Rußland ein Geschenk.Vermuthlich war dieser Künstler ein Sohn odernaher Anverwandter vmi Joh.Friedrich Ludovici.S. den Art. Anron Eordien. Litteratur undVölkerkunde I. Jul. 1782. S. 86.

Lovel( ). So heißt irgendwo, ganz ohneWeiteres, ein Maler, nach welchem W. Hollargestochen habe.

Lovera ( ), ein Pi'emontesischer Maler

und Gemäld-Ausbesserer, lebte um 1796. zu Rom ,und entdeckte damals auf eine seltsame Weise einevorrrefliche Ehariras von Eorreggio, welche schonzweymal (vor Altem und neu) übermalt war undworüber er mit leinem Freunde, dem Tyroler Hun-terpergh (Unterberger) zerfiel, dem dies Gemaldeigentlich bey einem gemeinschaftlichen Kauf aufdem Trödelmarkte zu Theil worden war, und dersolches, eben von ihm übermalt, an Lovera sout als für nichts abgetreten, und dieser dann anord Bristol für 26,000. Livr. verkauft hakte.(Beyde waren Schüler von Mengs). Wie derProzeß ausfiel, wird nicht gesagt. (S. Abhandl.des Turiner -Professors Vassali-Eaudi, auf derdortigen subalpinischcn Akademie verlesen, t-x oreeiner Künstlerin, Sophie le Llerk, Mitglieds derAkademie der Schönen Künste von St. Lucas zuRom , und correspondirendeu Mitglieds derjenigender Wissenschaften und Künste zu Turin , die sicheben damals zu Rom befunden hatte). Eine Ueber-sctzung des Aufsaycs von vassalüEaudi s. in denHroki. lüker. 1806. djo. 22 dann aber eine aanjandre, wohl weit gründlichere Erzählung diesesVorfalls von Hirr, im Tübing. Morgenbl. 1808.