Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
739
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L »lin i.

rnuthig von sich warf. Sein Eigenes dann warbesonders eine Schönheit , Anmuth und Empfin-dung fast ohne Gleichen. So in jenen oben an-gezogenen Geschichten der H. Jungfrau, wo ihreGesichtsbildungen für vereinigte Würde und Be-scheidenheit ganz raphaelisch sind und dieserihr Hauptcharakter denn doch wieder in der ver-ständigsten Mannigfaltigkeit erscheint: Hier beyihrer Verlobung; dort wo sie mit Erstaunen Si-meons Prophezeyung vernimmt; oder von ihremgroßen Geheimniß durchdrungen die morgenlandi-schen Weisen empfangt; oder zwischen Schmerzund Freude ihren Sohn im Tempel befragt. , Ebenso haben auch die übrigen Figuren jede ihren an-gemessenen Charakter und Schönheit; Köpfe,welche zu leben Blicke und Gebehrden, welcheAntwort zu fodern scheinen eine Mannigfaltig-keit und Wahrheit von Ideen, Affekten, Beklei-dungen n. s. f. Alles, wie man denken sollte,ganz unstudirt, bloß aus der Natur geholt, undso daß es eben so sehr auf den ersten Anblickfesselt, als es die genaueste theilweise Untersuchungverträgt, und daß man endlich kaum mehr davonscheiden kann. Wenig verschieden von diesem dann,nur etwas mühesamer, war das, was er in späternLagen zu Mailand malte. So seine GeißelungChristi bey St. Giorgio. Wo ist der Erlöser jeliebenswürdiger, ergebener duldend, Mitleid er-regender abgebildet worden? So in seinen Ka-binetstücken im Hause Lidda u. a. Dabey arbeiteteer, wenigstens al Fresco, eben nicht sehr geschwind.So z. B- kostete ihn seine Dornenkrönung im Col-legio St. Sepolcro Z8. Tage, und noch n. einenseiner Schüler, und wurde er dafür mit 112. Mailänder-Lire bezahlt. Etlicher Gehülfen be-diente er sich im Chöre zu Sarono, im großemKloster zu Mailand , und in mehrern Kirchen amLago Maggiore , zu Lugano u. s. f was Alles ebennicht zu seinem Beßten gehörte. Noch nennt Fio-rillo (II. HoZ.) eine Anbetung der Könige in derKirche des H. Eusiorgio zu Mailand als einesseiner Meisterstücke. Im Museum zu Paris befin-det sich von ihm eine H. Familie mit fast lebens-großen Figuren auf Holz, welche in LandonsAnnalen VI. 7072. im Umriß abgebildet, undbeschrieben ist, wie folgt:Das Ganze hat überausgroße Achnlichkeit mit da Vinci. Im Ausdruckeherrscht viel Feinheit; die Zeichnung ist rein, nurwäre dem Kopf des Josephs eine männlichereForm, und ein bestimmterer Ausdruck zu wünschen.Das Colorit hat zwar einige nicht sehr natürlicheTöne, ist aber im Ganzen harmonisch und kraftvoll.Die Ausarbeitung ist sehr fleißig, in einzelnenTheilen vielleicht zu geleckt; eben so wie bisweilenLeonardo's. Die Farben der Gewänder würdengroße Coloristen wohl nicht ganz so gewählt haben,wie sie hier sind. Die Leinwand um die Köpfeder Maria und St. Anna ist durchsichtig." Auchder oben erwähnte kleine Johannes mit dem Lamm( s I. c.) scheint aus dem Ambrosianum zu Mai­ land nach Paris gewandert zu seyn.

* Luini (Evangelist«), wie es scheint, Ver-narb»,s jüngerer Sohn, lebte um , 58 ^. Vonihm rühmt Lomazzo, daß er zwar in allen Theilender Malerey geschickt war, sich aber besondersdurch seine schönen Festons und andere sinnreicheund capriziöse Zierathen berühmt gemacht habe.

(Peter). So wird bisweilen auchder perer Gnocchi des Lex. genannt.

* (Thomas). Lanzi I. §88. nenntihn den letzten Nachahmer des Carravaggio. AmBeßten arbeitete er in Rom nach den Kartons seinesMeisters Sacchr. So z. B. in St. Maria inVia Seinen Beynamen Larravaggino erwarber sich übrigens auch durch seinen grillenhaften,streitsüchtigen Charakter, ^iorillo 1 . ,88.

Luining oder Luning (Andreas). Soheißt im Katalog von Brandes, und auch anders-wo, ein deutjcher Kupferstecher, von welchem dort

Lunghi. 7Ztz

6. kleine Blätter Arabesken für Goldschmiede (mit, 58 g. datirt) angeführt sind.

L »1 s ( ). So nennt ^iorillo IV. 52 .

ohne Weiteres, einen alten spanischen Glasmaler,der in ,-s22. im Kloster St. Maria de Naxeragearbeitet habe.

de Valdivieso ( ). Und so

Ebenders I V. 1Z9. einen andern, der gegen Enddes X VI. Jahrhunderts eine große Fertigkeit besaß,die sogenannten Sargas-Tapeten zu malen, zuSevilla lebte, und von Pacheco rühmlich erwähntwird. Von diesen Sargas-Tapeten, die, mit Was-serfarben gepinselt, zur Verzierung der Zimmergebraucht wurden, und als ein einträglicher Han-delszweig besonders nach Amerika giengen, s.ebendas. S. 9-4. Not. x.

Luismon ( ). So heißt in Brandes

Katalog ein sonst unbekannter Künstler, nach wel-chem Wagner zu Venedig eine schöne Landschaft(im Vorgrunde ein Schiff) gestochen hat.

Luirel (F.). Und so ein Kupferstecher, vonwelchem uns erst der Italiener Gandellini beleh-ren muß, baß derselbe die Blätter zu I. L.Gchaeffers in ,769 zu Regensburg erschienener:Isa^o^s in Lotsnic. expeäitiorem gestochenhabe.

* Lumage (Bartholome). Andere nennen ihnMarcAnron. Tl^c.

Lunaud ( ). Unter diesem Namen

kennt man Kupferstiche, welche die vier Jahrs-zciten vorstellen.

Lund (Jens Petersen), Königl. DänischerLandschaftmaler, Mitglied der Akademien zu Flo­ renz und Kopenhagen ,77b. Er arbeitete mitWasserfarben, und ahmte vorzüglich Verriet nach.Hennings S. ,ä 4 >

* Lundderg oder Lungbeck( ).

Mit dem letztem Namen benennt ihn Liorillo III.296. lebte noch 1778. im 8Z. Jahre seines Alters,und arbeitete ohne zu zittern, und ohne die Brillezu gebrauchen Man beschuldigt ihn, daß er sichzu Pastellgemälden schlechter Farben bedient habe,daher solche von keiner langen Dauer seyn könnten.Gestochen nach ihm haben: Gilberg das Dildnißdes Erzbischofes von Upsal, S. Troilus; und P.E. Moitte diejenigen von Claes Grill und dessenGattin. Mrc.

Lunder (Gabriel), ein Norweger, hielt sicheine geraume Zeit zu Nürnberg auf Dort ver-fertigte er um ,75». eine gute Schaumünze aufden Theolog Johann Mayer. Sammlung be-rühmter Medailleurs 292.

Lunebourg( ). So heißt irgendwoein Künstler, nach welchem P. E. Moitte ,771.das Bildniß des Königes Stanislas in Polen undHerzogs von Lothringen gestochen hat. Ob ernicht mit obigem Lundbcrg Eine Person seyndürfte?

* Lungbeck, s- oben Lundberg.

* Lungbr (Anton) st. ,757. Derselbe ar-beitete in mehrern Gegenden von Italien , zu Ve­ nedig , zu Rom , und im Königreich Neapel undkehrte erst in seinem Alter nach seiner VaterstadtBologna zurück. Dort sieht man von ihm in St.Bartholomäo eine H. Rita, von welcher LanziII. 2. 17z. Gutes spricht.

* (Honorius und Martin), Vater undSohn, welche im Lex. unter zwey Artikeln erschei-nen. Einige von ihren Kirchen und Pallästen sindin Kupfer gestochen. So z- B nach dem Vater(Martin) der Pallast Ceci (a. b. Ceri) , 586 .und nach dem Sohn (Honorius ) die KircheSt. Maria Liberacrice, beyde zu Rom . Vondem Vater, Martin, beschreibt Mili?>a (.

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