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Lehrers einer- und hinwieder durch das Beyspielseiner neuen Verwandten anderseits — also durchFeind' und Freund' auf die bessere Bahn sey geleitetworden, und führt, neben Ander,», einen St.Marcus der sein Evangelium schreibt, in der KircheSt. Justins zu Venedig an, wo er dem Gesichtseines Heiligen alle Aufmerksamkeit eines Weisen,und allen Enthnstasm' eines Begeisterten aufzu-prägen gewußt hatte. Zwar (fahrt dann Lanz»fort") hielt sich Andreas nur kurze Feit in Venedig auf; aber wahrend derselben unterließ er es gewißnicht, das Gute aus dieser Schule zu lernen. Sobemerkt man z. B- in einigen seiner Bilder Land-schaftsgründe ganz im Geschmacke derselben, undeinen Farbensafl, den man nur bey den beßtendortigen Meistern damaliger Zeit findet. Hinwiederwar Er es vielleicht, der die Bellmi die Perspektivlehrte, über deren Regeln, wie Loma;;o( 1 'empio«kell» ?itturg) sagt, Ihm zuerst die Augen aufge-gangen. Denn (wie schön!) damals war es nichtsSeltenes, daß große Männer zugleich Schüler inAllem woran es ihnen gebrach, und Meister indem, was Andern mangelte, wurden. NochMeh-reres spricht Laiizi von unserm Künstler (l. c.2ZZ—Z 5 .), wo es heißt: «Obgleich die Ehre,ihn der Welt gegeben zu haben" (doch wohl auchdie seiner ersten Bildung?) «allerdings Padua zu-kömmt, so war immerhin Mankua seine eigentlicheSchule, wo er sich mit seiner Familie niederließ,deswegen aber nicht versäumte, auch auderwerts,und namentlich in Rom zu arbeiten. Aus seiner,freylich jetzt durch die Zeit namhaft verdorbenendortigen Kapelle im Vatikan ersieht man, daß seinestets behauptete Nachahmung der Antiken, daselbst,durch die Menge vortreflicher Muster, die ihmtäglich vor Augen schwebten, merklich gebessertwurde. In Mantua dann sah man Mehreres ausseinen letzten Jahren, wovon besonders ein Altar-blatt auf Luch in der Kirche della Viktoria diegrößte Aufmerksamkeit verdiente. Dasselbe stelltdie H. Jungfrau mitte» unter vielen HH. vor,von welchen zwey (der Erzengel Michael und St.Mauritius) ihr den Mantel halten, unter welchenfie Franz Gonzaga auf den Knieen aufnimmt, undzum Zeichen ihres Schutzes die Hand über ihnausreckt. Mantua besitzt vielleicht kein Bild, dasso allgemein besucht und bewundert wird. In1^96. gemalt, tragt es drey volle Jahrhundertemit Ehre auf sich. Mit Lust und Erstaunen bemerktman darin das Zarte der Earnation, die leuchtendenWaffen, das Schillernde der Gewänder, diefrischen thaubedeckten Früchte Jeder Kopf kannfür ei» Studium für Lebhaftigkeit und Charakter,einige auch für antike Schönheit dienen. DieZeichnung sowohl in dem Nackten als in dem Be-kleideten hat eine solche Pastosität, welche die ge-meinere Meynung widerlegt, als ob trockener undMantegnescischcr Styl Eines und dasselbe sey.Endlich findet man daran einen Farbenauftrag,«ine Feinheit des Pinsels, und eine eigenthümlicheGrazie, welche den Gipfel aller Kunst erreichte,ehe da Vinci solche zu ihrer Vollkommenheit brachte ;— kurz, Alles zeigt uns den Maler, der wederGeist, noch Farbe, noch Zeit spare, um zu liefern,was vor Allem aus sein eigenes Herz, und dannerst das fremde Aug befriedigen mußte." DiesesBild wurde (wie uns .fionllo l. c. 24. belehrt)mit sechs andern, die zu Verona den Hauptaltaeder Kirche St. Zeno zierten, und (alle in Leim-oder Wasserfarben gemalt) von vasar, u. a. alsdie schönsten Hervorbringungen von Manregna'sPinsel gerühmt werden, eines der vielen Französi schen Siegeszeichen von Italien *). Andre rühmenvon ihm, neben Andern», ganz besonders einekleine Kapelle im Delvedere zu Rom , die mit einerSorgfalt ausgepinselt sen, welche dieß Werk derMiniatur nahe bringe, Von seinem be-
rühmtesten Gemälde dann, dem Triumphe Cäsars,der nach mannigfaltigen Schicksalen endlich in denKvnigl. Englischen Pallast zu Hamptoncourt ge-
Manregna.
langte, konnte Lan ;i nicht als Augenzeuge ur-theile», und bemerkt nur, (was freylich bisherganz unbekannt war), daß, einem MantuanischenGeschichtschreiber Equicola zufolge, erst Loren;Costa das Werk vollendet, und nämlich den Pompder dem Sieger zu folgen pflegt, und die (?)mangelnden Zuschauer hinzugefügt habe. Wie esnun mit dieser apocwphischen Anekdote immerbewandt seyn mag, so giebt uns Füßli I l. 21—-2Z.nach seiner löblichen Weise, eine sehr anschaulicheBeschreibung dieses erstaunlichen Bildes, und fährtdann also fort: «So wie nun das Historischedesselben, in Rücksicht auf Erfindung und Beob-achtung des Costums sehr sinnreich vorgestellt ist,eben so ist die Anordnung des Ganzen, so wie dieEintheilung der Gruppen ungcmein contrastvoll,und mit genauer Beobachtung der Perspektiv aus-geführt; die Figuren haben größtentheils unge-zwungene, ihren Verrichtungen natürlich ange-messene Stellungen und kontrastierende Wendun-gen; die Zeichnung der Formen ist im großen Styl;die Kleidungen sind mit viel Geschmack und Wahr-heit behandelt; die Formen und Wendungen dermeisten Köpfe, besonders der weiblichen, find edelund schön, und haben einen starken und wahrenAusdruck; überhaupt findet man in diesem Werkemit dem sorgfältigsten Studium der Antiken auchviel wahre Nachahmung der Natur verbunden,wozu ihn wahrscheinlich (merkwürdig, wie hierFüßii mit dem ihm unbekannten Lanz, überein-stimmt!) die Vorwürfe seines Neiders und ehe-maligen Lehrmeisters Squarzione bewogen habenmögen, der ihn einen trocknen und sclavischen Nach-ahmer der Antiken zu nennen pflegte." Noch sahRl'dolst in einem Saale des Castclls zu Mantua (Camera degli Eposi genannt) von Manregnamehrere in Fresco's, darunter einige Bildnisse ausder Familie Gonzaga, recht gut erhalten, undetliche Geniern über einer Thüre, so lustig, hurtigund anmuthig, daß man sich nichts Hübscheresdenken könne. Zu vasari's Zeiten besaß DonFrancesco von Medici's ein vortrefliches Bild diesesKünstlers, und ein andres ähnliches, welches dieH. Euphemia vorstellte, ward im BorgianischenMuseum zu Velletri aufbewahrt; es war 7. Rom .Palmen hoch, und hatte die Unterschrift: OpusTlLamttrfnae 1 jhs. (Fi'orillo l. c. 2Z.)Ueberhaupt sind seine Scaffeleygemälde selten, undnicht bloß, wie Einige meynen, durch die schlankenFiguren, die rechklinichtcn Falten, oder durch diegclblichte Landschaft und die behauencn kleinenSteinchen, sondern durch die geschickte Zeichnungund den feinen Pinsel kenntlich. In der Galeriezu München finden sich von ihm: Ein Selbstmordder Lucretia ; eine Madonna mit dem Kinde, St.Johann Baptista, und St. Michael, und vierBlätter, welche einen Römischen Triumph vor-stellen, lauter kleine Bilder, auf Holz, Kupfer undLeinwand gemalt. Die alre Königl. Französische Galerie besaß nur ein einzelnes Bild (ebenfallseine Madonna mit dem Kinde) vor» ihm. Nochgab jüngsthin die Schrift: winkelmann und seit»Jahrh. (S- Zio.) diesem alten Kunstlichte daskurze, aber schöne Lob: Daß derselbe seinen Ge-stalten gleichsam Odem eingehaucht habe, wasfreylich dem oben in einer Anm. angeführten Urtheilvon de piles dürr genug widerspricht. So vielvon Mamegna dem Maler. Zeichnungen vonihm nach Antiken besaß, nach WinkelmannsZeugniß , (Gesch. d. Kunst H. I. 0 . III. §. 22. 1 '. I.vlä. Uom.) der Kardinal Alex Albani nicht wenige.Als Beweis seiner antiquarischen Kenntnisse dannführt Ebenderselbe, nach Masse» (Verona il-iv8tr.) an, daß ihm Felice Felicia»» 1463. seinTuch von Jnnschrifren zugeeignet habe, wo er ihnden unvergleichlichen Paduanischen Maler nennt.Und nun noch Einiges von ihm als Stecher. Aissolcher scheint er ein Schüler seines ZeitgenossenPollajuolo gewesen zu seyn, den er aber weit über-troffen hat. Daß er, wie vasar» meynt, erst im
k) Noch zu watekrts Zeiten besaß das Kvnigl. Französ. Kabinet, von ihm einzig die unten bemerkte Madonziamit dem Kinde.