Band 
Zweyter Theil [2].
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780
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^zo Marolois.

schönen Künste, und die Frucht derselben, eineSammlung von Kupferstichen, welche kaum ihresgleichen hatte, und von mehr als 6o»o. Meisternin P>». großen, und 120. kleinern Banden überi2Z,oc,o. Blatter stieg, wovon er 1666. einen seltengewordenen, aber zumal in der Rechtschreibungsehr fehlerhaften Katalog gab. Diese Sammlungverkaufte er an die Königliche Bibliothek (einigeNachrichten von ihrem neuern Zustande giebt pa-pillon I. 128.); da er aber das Vergnügen, welcheihm solche gewährte, nicht entbehren konnte, sobrachte er eine neue zusammen, die nicht mindervortreflich in ihrer Art war, über i 5 ooo. Bildnissevon Künstlern, die Werke derselben in ios Bänden,und zahllose vermischte Blatter in iZn. Banden ent-hielt. Auch von dieser gab er ein Verzeichniß schonim I. 1672. und empfahl sie in seinem Testamentedem Abt de la Chambre, der dann wirklich nachseinem in 1681. erfolgten Tode den Verkauf davonbesorgte. Seine interessanteste Schrift sind dieMemoiren seines eigenen Lebens. Er schrieb auft-eilte Malergeschichte, die aber selbst nach seinemTode nie das von ihm sehnlich verlangte Glück hatte,durch den Druck bekannt gemacht zu werden, .fio-rillo III. siZ 14. und (l^c. Helnecke pJachr.I. 42 s bemerkt: Marolles sey es, welcher ange-fangen, einige Monogrammate ^der Stecher inKupfer zu bringen, und die Blätter, wo solcheerscheinen, mit anzuführen Florentin le isomrehabe diese Arbeit fortgesetzt, so wie nachwertsChrist, der es aber weit schlechter als beyde ge-macht. An einem andern Ort (läöe Zentralep. 48 g.) nimmt er indessen wieder jenen Ruhmzurück , und glaubt, daß der Abt seine Nachfolgervielmehr verwirrt und verführt habe, und will ihmüberhaupt große Genauheit in der historischen Kundeder alten Meister, der italienischen Formschneideru. s. f. (l. c. p. Ho. u. a.) nicht zugestehn.

Marolois (Samuel-, schrieb eine: OpticaLiveperspectiva, die lös/, zu Amsterdam inFolio mit Figuren, und ebendaselbst 1662. infranzösischer Sprache gedruckt ist.

* Maron (Anton), geb. zu Wien 17ZZ. giengals Maler frühzeitig nach Rom , war seiner Zeiteiner von Mengü liebsten Schillern, und starb dort1808. als Professor der Akademie St. Lucas, nach-dem 1806. seine Gattin Theresia Mengs , welcheunten unter ihrem Familien-Namen erscheint, ihinvorangieng. Die Schrift: Winkel»:, u. s. Jahrh.S. 3 o 5 . nennt ihn (sehr wahr einen geschicktenKünstler, der aber doch nicht Fähigkeit genug be-sessen hatte, merkwürdige Erscheinungen hervorzu-bringen.Anfänglich" (heißt es dann weiter)war er ein guter Bildnißmaler, und zeigte nach-her auch in historischen Darstellungen zwar fleißigeAusführung, dafür aber keinen großen Geschmackin den Formen. Seine Erfindung war arm, undsein Colvrit geschminkt." Gestochen nach seinerund Mengs gemeinschaftlicher Zeichnung hat A.Campanella: pitture anticke äella Villa XLAroni;dann nach seinen Bildnissen, neben andern, Baustsehr schön dasjenige des sei. Winkelmanns, wasihm aber sehr wenig, und im Cosinm völlig eineralten Frau gleicht. Warum daher eben dieses, undnicht lieber das Vortrefliche, zum Sprechen ähn-liche, nach der Angelika gewählt worden, um dieneue Ausgabe von dessen Werken zu zieren, ist selt-sam genug.

* Marone oder Maronns (Jacob), einMaler aus der Mitte des XV. Jahrhunderts, ge-bürtig aus Alexandria . Von ihm kennt Rarri eineGeburt Christi in der Kirche St. Jacobs zu Eavona,in verschiedenen Abtheilungen in Leimfarbe; in derMitte das Kind in der Krippe mit Landschaft, und,wie es bey Lanzi (II. 2. 277.) heißt, in allenThei-len mit auserlesenem Fleiß gemalt.

* Marot (Daniel), des nachfolgenden Jo-hann Samts Sohn, Baumeister, Zeichner ndKupferätzer, geb. zu Pdris um istöo. Bey derNevocation des Edikts von Nantes gieng er nach

Maroulles.

Holland in Dienste des damaligen Prinzen vonOranien , nachher Wilhelm III. von England, demer dahin folgte- de Fonrenai rühmt den Geschmackseiner Erfindungen, in Theaterdecorationen undandern Verzierungen besonders. Derselbe hat,wie sein Vater, viel gut Gezeichnetes eben so gutin Kupfer gestochen. Man kennt eine Sammlung,die zu Paris unter dem Titel: liecaeil äes KieursMarot pörs et Pils erschienen ist- R»st VIH.:i 5 :4- führt von ihm an: Xouveau pivre ästsblsaux äes Portes et Lkeminees, 22. Bl.welche anderswo seinem Vater zugeschrieben werden.Dann von einzelnen Blättern, neben den bereitsim Lex. bemerkten: la §ranäs Poire äe la pls^e,la Aranäe Poire ä'^msteräarn, la granäe petsäe la prmcesss ä'OrsnAe i686.(jedes derselben inzwey großen Platten) ; Vues et perspectives äsVoorst; Conguetes et Victoires, kaltes etremportees psr les üauks /ftlies sur la prance etppspa^ne en 1702. (keine Folge, sondern eineinzelnes großes Blatt). Dann, zufolge einesVerzeichnisses meines sel Vaters: 5 ei?e Lm-

blemes pour Is lllausoiee äe IVIarle IliereseKeine äe pranee i 683 . nach A. Benoit's Erfin-dung , und Aehuliches Anderes. Ob dieser Marorendlich derselbe sey, der unter Lvonner's Anleitung >

Zeichnungen von einer Conchyliensammlung verfcrr Itigte, die, ihrer außerordentlichen Schönheit wegen,auf 100a. Thlr. geschätzt worden, ist uns unbekannt. !S. Abband!, von Kupferstichen S. 99. Er sollmehrere Jahre nach seinem zu Amsterdam (1712.)erschienenen Werke, dessen schon das Lex. erwähnt,im Hqag gestorben seyn. äe /o»tr«ai

* Marot (Franz) Dieser Künstler stammteaus der Familie des Dichters ElementMarot. Indie Akademie wurde er in 1702. aufgenommen. EinMaygemald von ihm in Notre-Dame zu Paris stellt Christum vor, der oen drey Marien erscheint.Nach ihm kennt man von Andrem Polyphem undGalathea; von I. Chereau Vettumnns und Po-mona; von I. Moyreau Angelika und Medor.

* auch, irrig, Marorre (JohannSamt), Baumeister, Zeichner und Kupferätzer, geb.zu Paris 1640. (a. ü. rtiZo.) und gest. 1701 oder 2.Was das Lexikon von seinem Sohn sagt, ist vonobigem Daniel zu verstehen, so daß dort aus Einemzwey Künstler gemacht sind. Von dem unsrigenfuhrt Rost Vlll. ,i2. eine Ruhe auf der Fluchtnach Egypten, das klebrige dann lauter Architektue-Blatter an: liecueil äes plus deaux pältlees etc.äes pßlmes Paris selon leurs mesures 2.Sammlungen, zusammen von 20. Bl. Lüäteauäe liicüelieu. 21. Bl. Plans et elevations äupouvre, Z. Bl 1Ü7I). U. 78. Plan etelevstlonäu Ciiateau äe ülaäriä, 2. Bl. Plans etVussäu Eüäteau äe Vincsnnes, Z. Bl diese gemein-schaftlich mit Brißare. Eben so hatte er, in Ge-sellschaft mit G. de le Boissiere, Is Sylvestre,

I. lepaurre, S- le Clerk, ,fr Cbauvea» u. a.eine große Anzahl Blätter für das bekannte Werk:(kranä Labinet äu stol geliefert. Anderswo findenwir noch von ihm: Hrclutecture äe la kasiligueäe 5 t. Pierre ä lkome. nach M- A. Buonarotiu. a. angezeigt In der Sammlung, die unter demNamen des Großen und Kleinen Marors be-kannt ist, sollen sich auch einige Blätter von Ge-bäuden in Balbeck (?) und Griechenland befinden.Uebcrhaupt dann bemerkt de Fontenai, daß dieserArchitekt, gleich seinem Sohn, mehr erfunden,als selbst gebauct habe.

( ). Mit Maror (vielleicht einem

der Obigen), ist auch ein Bildniß Heinrichs IV.von Frankreich , ohne Namen des Malers bezeichnet.

* Maroulles oder Moroulles (JohannAnton), geb. zu Messina :<l7j. Derselbe begabsich mit seinem Vater Vinzcnz und seiner ganzenFamilie nach Frankreich , als die Franzosen gezwun-gen wurden, Sizilien zu verlassen. Dieser Di-lettante besaß mit großen Geisteskräften eine um-fassende, selbst praktische Kenntniß der Kunst. Er