Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
781
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Marperge r.

zeichnete, malte, stach in Kupfer, und vereinigteüberhaupt so viele Kenntnisse in sich, die sonst nurselten in Dem Grad beysammen gefunden werden.Dem ungeachtet ließ er Niemand feine Überlegen-heit fühlen, und war so bescheiden, daß er nur mitseinen vertrautesten Freunden von artistischen Ge-genständen sprach. Einer von diesen war Mariette,welcher großen Vortheil aus seinem Umgänge zog./lorillo 111. ,h. wettere pittoricbe IV. i ,b.

Mercure llebrance, b'övr. 1722. p. 1,4. Diesermerkwürdige Mann st. 1726. Von ihm, als Bau-meister, heißt es noch bey Milizia (1)8 ter-r. 11.277.), daß nach seiner Zeichnung der Pallas, vonMorkcmar erbaut wurde; ferner, daß auch Ereinen Entwurf für die Fa^ade des kouvre zu derZeit eingab, als Bernini nach Frankreich berufenwurde. Nach seiner Idee sollte dieselbe ganz klein (D,von ionischer und corinthischer Ordnung, mit vielenRisaliten u. s. f versehen seyn. Ihm hatte manauch den Anfang der nachwerts von I. Blonde!fortgesetzten TLrcbitecture krani^aise zu verdanken.

Marperger( ). So hieß ein Maler,von dem man bey der Dresdner -Kunstausstellung1784. ein kleines historisches Pild nach Eckhout,in Rembrandtischem Geschmack mit Geist ausgeführtsah. Magaz. Sachs. Gesch. 1 . i8Z. Neueresvon ihm ist uns unbekannt.

Marquez (Ferdinand Joya), ein spanischerMaler, den man unter die bessern Nachahmer vonSt. Murillo zahlte. Ein von ihm 1649. verfertigtesVildniß des Kardinals Spmola hat van der Govengestochen. Derselbe nahm sich auch der damalsneu errichteten Malerakademie zu Sevilla mit vielerWarme an. Fionllo IV. 262.

(Stephan), des Obigen Schüler undNeffe, begab sich nach dessen Tod in eine Fabrike,worin für die Messen ganze Schocke von Heiligen-bilder» verfertigt wurden, die man sodann nachAmerika sandte. Weil nun Stephan eben keinegroße mechanische Fertigkeit, aber dafür desto mehrwahren Kunstsinn besaß, so wurde er von seinenZunftgenosscn wenig geschätzt. Er gab also jeneBeschäftigung auf, folgte dem Geschmacke desMurillo, führte zu Sevilla mehrere Werke aus,die Bewunderung verdienen, und starb 172«. Fio-rillo IV. 2H2.

Marquis (Mr.), ein uns sonst ganz unbe-kannter Künstler wird von peachani: on Iimn!n§bey Walpole p. ,54. als ein Maler angeführt, derzur Zeit König Jakob I. in England lebte. Fio-rillo V. 281.

* Marra (Franz le), geb. zu Mattina im Nea-politanischen. GandeÜini nennt seinen Plafondnach Solimena schön tokirt, pastos und mit sichermUmrisse geatzt; und Andres, von seiner eignen Er-findung, wohl componirt. Sollten wir indessen bloßvon seinem, vor uns liegenden Titelblatt zu Ga-liam's Vitruv , auf seine Kunst schließen, so warenseine, gewöhnlich mit der Eznadcl und dem Grab-stichel vermischt ausgearbeiteten Blätter eben keineMeisterstücke.

* Marracci, s. Maracci.

* Marrel, s. Moreels.

'Marseille , ital. Marcilla (Wilhelmvon), genannt Oriorino Francioso, und M. Claudius , genannt Francese. Nach Lanzi(1 162.) starb ersterer zu Arezzo »(,7,7. U-2 I. alt.Von seinem Verbrechen, welches ihn nöthigte, seinerstes Vaterland zu verlassen, wird dort nichtsgemeldet, und daneben bemerkt, er sey schon alsDominikaner nach Arezzo gekommen, und dortEäcular-Priester geworden. Hier habe man ihnsehr werth gehalten, und, wie schon das Lexikonmeidet, für seine treflichen Arbeiten mit einemGrundstücke belohnt. Neben der Glasmalerei) habeer auch in Fresco gearbeitet, und eigentlich erst inItalien Zeichnen gelernt, so daß seine Werke zu

> Marshall.

Rom noch Bildern eines Quattrocentisten gleichen.Ganz anders hingegen die zu Arezzo ; so z B- andem Gewölbe des dortigen Doms seine evangelischenGeschichten, welche in Absicht auf Zeichnung anMichael Angelo erinnern, aber freylich noch sehrmager colorirt sind. Ganz anders hingegen seineFenster, welche nicht nur von guter Zeichnung undseltenem Ausdrucke, sondern lm Colorite wahreSmaragd-Rubin - und Sapphirfarbe tragen, und,von der Sonne bestralt, einem Regenbogen gleichen;wie z. B- im Dome, zu St. Francesco, u. a. w.Im Dome namentlich eine Berufung von St.Matthäus, von welcher vasari sagt: Pcrspektiv,Figuren, Landschaft Alles daran sey so schon,als wenn es, zur Erquickung der Menschen vomHimmel geregnet wäre." Und überhaupt bald keineweit größere Stadt könne vielleicht dergleichen aus-weisen. Aehnliches von ihm sehe man in Rom inder Kapelle Capponi in St. Felicitu. Endlich habeer an Pastorini einen Schüler in dieser Kunst ge-zogen, der ihn vielleicht noch übertroffen habe.Nach Fiori'llo dann (III. 108 ) n. v. cie

Mai'Lc, 7 /e> hatte er auch zu Cortona für den Kar-dinal Eylvius gearbeitet. Von Claudius heißt esebendaselbst, daß er in Rom sehr bald an den Folgeneiner ausschweifenden Lebensart gestorben sey.

* Marsen oder Marrss (Johann), derjunge. Eberlein, in seiner Beschreibung derGalerie von Salzthalum S- 22g. NR 2.4. glaubtgar, de Ionge sey sein Geschlcchlsnamc. Donihm kennt man einige mit Geist gemalte Schlachten-siücke. Heinecke (s-Zachr. II. 49 ) sah im Kabinetdes Barons van Gool Zeichnungen von seiner Hand,die von 1VZ2. datirt, und Barrsch IV. ^962.beschreibt, mit gewohnter Genauigkeit, eine beyMcl. visscher erschienene Folge von sechs geatztenBlättern, die mit IVl. ss ^cmßb oder )on§I,«unterzeichnet sind, und wo der Künstler auf demersten Stück vollends ausdrücklich Jan Marrssde Ionge heißt. Alle stellen Schlachten vor, undverrathen einen geübten Zeichner, der seine Gegen-stände wohl zu gruppiren wußte. Nur die Pferdegelangen ihm nicht immer, und haben ungefehr die-selben groben Schenkel, wie P. van der Laars.Seine, nur wenig mit dem Grabstichel vermischteManier zu ätzn, hat das Eigene, daß darin nurkurze, etwas gekrümmte, und selten kreuzweiseSchrafirungen zum Vorschein kommen. Heineckel. c. führt sein Zeichen an.

* Marseus. So wird bisweilen OttoMarcellis genannt.

Marsb ( ). So heißt bey Fiorillo V.

477. ohne Weiteres, ein englischer Baumeister ausder zweyten Hälfte des XVlI. Jahrhunderts, derverschiedene Lustschlösser für den dortigen Adelerbaute.

Marsball (Alexander und Josua). Und soI. a. 4H9. zwey englische Maler, ebenfalls ausdiesem Zeitpunkt; der erste von Blumen und Früch-ten, der, neben Anden «, die schönen Pflanzenab-bildungcn auf Pergament für den Botaniker Lra-descant verfertigte.

oder Marshal (Wilhelm), Zeichnerund Kupferstecher, geb. in England um 16,b.arbeitete zu London in iböb. Er war einer derfleißigsten Künstler seiner Zeit, dessen Blätter abersich meistens auf Bücherverzierungeu beschrankten.Alles, was ma>» an ihm bewundern kann, ist seineGeduld. Er arbeitete bloß mit dem Grabstichel ineiner wenig angenehmen Manier. Nach der Ein-tönigkeit in der Zeichnung seiner Bildnisse ist znglauben, daß er nach seinen eignen Originalen ge-stochen habe, ob er gleich von den meisten Stechernseiner Zeit darin abweicht, daß er das all vivnmnicht hinzusetzte. So viel sich aus seine» Arbeitenschließen laßt, bat er unter der Regierung Jacob I.zu siechen angefangen. Rost IX. jg. führt vonihm ein Duzend Bildnisse berühmter Personen seinerZeit an, von welchen der Katalog von Brandes