Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
785
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Martine;.

Sohn von Joseph dem alrern nennt, und dessel-ben Todesjahr ebenfalls in 1690. setzt. Ob er nunder nämliche mit unserm Fra Anton, oder, viel-leicht nicht unwahrscheinlich, dessen Bruder sey?

(Doiningo), ein spanischer Maler vonSevilla , dort geb. zu End des XV ll. Jahrh, undeben daselbst gest 1720. Er hatte zwar einen elen-den Lehrer gehabt, besaß aber von Natur ziemlichviel Kunstsinn, und verfeinerte ihn durch den Um-gang mit den vornehmsten Männern in Sevilla , diesein Haus täglich besuchten, weil er sehr begütertwar. Als sich Philipp I V. eine Zeitlang dort auf-hielt, war daher auch bey ihm der Vereinigungs-punkt der geistreichsten Abstehen und der KöniglichenMaler, die sich im Gefolge befanden. Mit demKammermaler Ranc wurde er sehr vertraut; dochlehnte er desselben Wunsch, nach Madrid zu gehen,ab, weil er die Unabhängigkeit liebte. FkonlloIV. 290.

Martine; (Garem). Unter den zahlreichenHandschriften der Kathedralkirche zu Sevilla wirdein großer Folioband gewiesen, der die Dekretalenmit Anmerkungen enthalt. Sie sind auf Pergamentgeschrieben, und mit einigen Miniaturen geschmückt,wovon die Ideen höchst seltsam, die Farben aberdesto frischer sind. Ihr Urheber war dieser G.Martine;, wie man aus folgenden Zeilen aufdem letzten Blatte sieht:

soriptor perkecü textum igrsrum OevretsiiumHviAmcme vixesima prima sie mensis Januar.Lra 1281. Fiorillo IV. 5 o8i-

(Gregorius), ein spanischer Maler desXVI. Jahrh, aus der Gegend von Valladolid ge-bürtig, war ein Freund des Diego da Urbino ,und zierte gemeinschaftlich mit ihm den Hauptaltarvon Burgos durch einige schöne Bilder. Auch ver-goldete er ihn reichlich, was damals die berühm-testen Künstler zu thun pflegten. FioriHo IV. iZ8.

(Joseph), ein älterer spanischer Künst-ler, als die beyden Joseph, deren das Lex. ge-denkt, ist uns unbekannt. Von dem unsrigen heißtes bey FioriHo IV. 146. er habe gegen End desXVl.Jahrh, geblühet; seine Werke erinnern an dieFlorencinische Schule, und machen es wahrschein-lich, daß er sich in Italien gebildet habe. Er lebtezu Valladolid, und hinterließ in den Kirchen daselbstviele Gemälde, die einer großen Achtung werth sind.

* der altere des Lex. Nachseiner Rückkehr von Rom ließ er sich in seiner Ge-burtsstadt nieder, bis ihn 1642. Philipp IV. anseinen Hof berief. In der Folge wurde Don Juand'Austria sein Gönner. Die wichtigsten Gemäldedieses Künstlers befinden sich in der Kathedrale dela Seu, und haben ein gefälliges Colorit. Erschrieb auch ein Werk über die Malerei), das vieleNachrichten von spanischen und fremden Artistenenthalt, und von Bernrude; fleißig benutzt wurde.Dasselbe führt zum Titul: I)iscur808 practicables<le nobistssimc» arte <ie la pintura, sus rnstl-rnentos, mecstos ^ stnos gue en8ouna la expe-riencia con los exenrplares ste obras in8ißne8ste srnUoes illustres, tsiorillo IV. 206.

(Joseph Luxan), einer der geachtetstenKünstler von Saragossa , aus einer alten Familie,dort geb. 1710. und gest. 1788. Don seiner Kind-heit an stand er mit der Familie Pignatelli in Ver-bindung, die seine Talente zur Malerey entdeckte,und 1720. ihn nach Neapel sandte, um solche inder Schule des Mastroelo, eines Mitschülers vonSolimcna auszubilden. Nach seiner Rückkehr lebteer wieder im Hause der Pignatelli, und malteGeschichte und Bildnisse. Alsdann erhielt er vonPhilipp V. in Madrid die Stelle eines KöniglichenMalers, und von der Inquisition das wohl nurdort bekannte Amt eines Revisors der Malereyen.Seine Bilder empfehlen sich durch ein reizendes»liebliches Colorit. Er stiftete auch eine zahlreicheSchule, in welcher sich Fr. Bayeu, Fr. Goya ,

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Jos. Beraton, Th. Vallespin u. a. auszeichneten.Fiorillo I V. 411.

(D. Joseph), ein neuerer spanischerKünstler (ob vielleicht des Vorgenannten Sohn?)zeichnete 1807. eines der schönsten Gemälde desGucrcino, aus der Sammlung des Friedensfürsten,zu dem Werkewelches die geschicktesten Stechervon den Gemälden in den Königl. und andernPallästen liefern mußten, und wovon der Direkterder Akademie, D. Joseph Caraman, die Zeichnung,wie es heißt, besorgen (?) soll. Oeffenrl-Nachr.

Martine; (Michael), ein alter spanischerBildhauer des XVI, Jahrh. Schüler von CasparBecerra, der ziemlichen Ruf hatte, und, nebst An-dern, seinem Meister bey seinen Skulpturen undStuccaturen im Pallaste zu Madrid und del Pardobehülflich war. Fiorillo IV. 108.

* Montanes (Joh.), s. Mon-rannes.

* (Sebastian), lernte die Anfangs-gründe der Kunst von einem Schüler des Cespedeszu Cordova, und wurde durch seine großen An-lage» bald einer der vorzüglichsten Meister. Erhakte eine richtige Zeichnung, einen hellen, lieb-lichen Farbenton und ein ausserordcntliches Talentzur Landschaftmalerey. In ibko. gieng er nachMadrid , wo ihn Philipp i V. zum Königl. Malermachte, und seinen Umgang so angenehm fand,daß er ihn oft bey seinen Arbeiten besuchte. DieHauptwerke von ihm sind Staffeleygemälde, welchedie Privaksammlungcn in Jaen , Cordova, Sevilla ,Cadix und Madrid zieren. Unter seinen Arbeitenin öffentlichen Gebäuden behauptete die meisterhafteEmpfängniß Mariä in der Kathedrale von Jaen (jetzt in derParochialkirche von Santa Cruz), undder H. Sebastian an ersterm Ort, den vorderstenRang. Fiorillo IV. 29192.

(Stanislaus, span . Estani'slau). Sonennt Fiorillo IV. 274. ohne Weiteres, einenspanische» Gold - und Silberarbeiter zu Anfang desXVIII. Jahrhunderts.

(Thomas). Und eben so, ganz ohneWeiteres, einen spanischen Maler desselben Zeit,Punktes, l. c. 286.

Martini (Biagio), ein Maler der Akademiezu Parma , war einer von denen, welche ums Jahr1798. das Frcscogemälde von > Correggio in derdortigen Nonnen-Abtei) wieder auffinden halfen.Rost I V. 264.

a D ra;orva (D. I ), ein holländi-scher Kupferstecher, arbeitete um 1780. zu Ham­ burg . Man hat von ihm den Prospekt dieser Stadtgegen derElbe auf drey Regalfolio-Blättcrn. Dannauch Bildnisse, wie z. B. eines von Friedrich demEinzigen. Vielleicht ist es dieser Martini, dervon Heinecke (löse ßenerole p. 8b.), als einerder Stecher der in 1784. erschienenen Galerie vonDrühl genannt wird.

* (FranzdiGiorgio), genanntSanese.Lan;i 1 . Zoo. 8. V. 6io»-§ro nennt ihn, als Maler,von wenig Bedeutung. Ein Kind in der Krippevon ihm sieht man im Kabinette des Abbate Ciac-cheri (zu Sie»«?); woraus übrigens doch zu er-hellen scheint, daß er sich den Mantcgna nochMehr, als es andre seiner Zeitgenossen gethan,zum Vorbild genommen habe. Milizia (L<l. ter^.I. 178. ebenfalls 8. v. (/in-^ro) setzt seine Geburtin 1,22. und seinen Tod in i/,7o. In Urbino bauteer für den Herzog Friedrich Feltre den berühmtenPallafl, der sich sowohl seiner Schönheit als Be-quemlichkeit und merkwürdigen Stiegen wegenausnimmt, und den andre freylich zum Theil an-dern Meistern zuschreiben Eine ausführliche Be-schreibung dieser Baute findet man !. c. Ueber-Haupt soll die bessere Architektur diesem alten Künssler viel zu danken haben.

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