786 Martini.
* Marti n i (Jnnocentius). So nennt LanziII. 229. einen Maler des X VI. Jahrh, von Parma,der, sagt er, wohl einen gewissen Rufhaben mußte,da er in den dortigen Kirchen St. Giovanni undalla Steccata gebraucht wurde. Indessen ziehenseine dortigen Frescoarbeiten das Aug' eben nichtauf sich, da solches von weit Bedeutenderm ebendaselbst gerührt wird. Ohne Zweifel ist es dernämliche Künstler, dessen auch das Lexikon untergleichem Name» Erwähnung thut.
— — (Johann C-). So hieß ein Petschier-stecher zu Dresden um 1728. JerztlebendesRöntg!. Dresden 1729.
— — (Johann Christoph), Senior, Joh.Christoph Junior, und Jacob Wilhelm Junior(wahrscheinlich des Erstem Sohne), dann TobiasJacob Hildebrand, Johann August Scheid, undJohann Bange, werden in dem: JerzrlebendenErfurt 8°. 702. S. 81. als damalige dortige Kunst-maler angeführt.
* — — (Johann Jeremias). Nach Berlin kam er 1720. und starb daselbst 1760. 5 o. Jahre alt.Derselbe soll ein wackrer Künstler gewesen seyn —gewiß ein vernünftiger Mann. S- unken den Art.I. w. Meil, dessen Stiefvater er war- In einerandern uns mitgetheilten Notiz wird vermuthet,er dürste ein dritter Sohn des obigen altern Job.Christophs seyn. Dieser letztem Nachricht zufolgewäre er in 1740. in Herzoglich Gothaische Dienstezu Altcnburg als Hofbildhauer getreten, und aber(wie es hier heißt) 1762. entweder ausser Dienstgekommen, oder gestorben. All' dieses zufolge demSachs. Goth. Hof- und Adreßkalender von1744. und 1764. hJicolai.
* — — (P. A.), hieß perer Anton, einaufgeklarter Kunstliebhaber, und zugleich selbstZeichner und Stecher mit der Nadel und dem Grab-stichel, auch in den verschiedenen englischen Ma-nieren, geb. zu Parma 1729. Er kam jung nachParis , und arbeitete dort mit vielem Beyfall, nachfranzösischen und niederländischen Meistern. Vor-züglich waren die von ihm geatzten und von le Basmit dem Grabstichel ausgearbeiteten Blatter nachTeniers wunderschön. Er hielt sich auch um 1767.einige Zeit zu London auf, wo er Mehreres, nebenAnderm den Londner-Salon, nach der Zeichnungvon H. Ramberg (Schüler von Reynolds) in eng-lischer Manier ausführte. Dieser Künstler hatte dieAbsicht, ein italienisches Werk über die Stecherkunstund die Stecher aller europäischen Schulen zu geben,welches aber, unsers Wissens, nie zu Stand ge-kommen ist. Ob er noch lebe, ist uns ebenfallsunbekannt. Rost I V. 222—24. wo von ihm haupt-sächlich das zu Paris zwischen 1771—82. Gearbeiteteverzeichnet ist. So z. B. Heliodor aus dem Tempelzu Jerusalem vertrieben, und die Kramervertrei-bung, beyde nach Solimena , für St. lssons Vc>-
pittoresqus «j'Itglie; Lucius Albinus derdie Vestalinen in seinen Wagen aufnimmt, und dieRömer welche die Bester in ihrem Tempel über-fallen, beyde nach Pajou; die sich begegnendenAuguren, eine Landschaft nach S- Rosa geätzt,und von le Bas mit dem Grabstichel beendigt; dieNiederlage der Freyer der Penelopc, nach einem ingroßem Styl behandelten Gemälde von Monsiau,und im Stich sehr glücklich ausgeführt, welchesRost (1799. damals) sein letztes Blatt nennt; dannverschiedene Landschaften und italienische Ansichtennach Vernet; ein Ruinenstück nach H. Robert.Diesen fügt ein Verzeichniß meines sei. Vaters nochbey: Eine H. Familie, nach Rembrandt , von leBas vollendet; le Menses üollanäoL8 , nachOstade ; le Lsin äe x^mpbes nach Poelenburg,u. s. f. Um 1769. gab er (wahrscheinlich in London -:Die Hirtenspiele von Arcadien, bey Vermahlungdes Fürsten von Parma.
Martoriello.
* Martins (Marc Sän). Von ihm kenntman auch ein geätztes Blatt: Loth mit seinenTöchtern.
— — ein alter Bildhauer und Baumeister zuVerona , lebte um 1178. Derselbe baute den obernTheil des dortigen Glockenthurms bey St. Zcno.Mrc.
* Marti notri (Evangelista und Franz),gebürtig von Casal-Monferrato. Lanzi II. 2. 277.kennt nur den ersiern, und rühmt, nach Grlandi,besonders die kleinen Figuren und Thiere, womit erseine Landschaften staffirte. Indessen soll er auchGrößeres wacker gemalt haben. So werde ihmz. B. eine sehr gut gedachte und ausgeführte TaufeChristi im Dome zu Casale zugeschrieben.
Marrinorv( ). Soheißtin dem Russi-schen Hofkalender von 1804. ohne Weiteres einLandschaftsmaler und akademischer Rath zu St.Petersburg , der doch wohl mit dem gleich untenfolgenden Bildhauer Marronow nicht Eine Personseyn kann.
Marrins ( ). Arbeit von einem Künstler
dieses Namens sah man auf der Ausstellung derKnnst- und Industrie-Produkte des Schelde-Depar-temcnts, welche 1802. zu Antwerpen in Gegenwartdes ersten Consuls veranstaltet wurde. MeufelsArch. II. 162.
* Martinus (Martin). Ein von ihm ge-
stochenes Marienbild in 8». untenher zwey lateinischeVerse: Oürftti etc. ist bezeichnet:
il^artnMx Martrni fec. et scschsit I'sno 1602.Ausserdem ist ein Buch betitelt:
tiae, das ist: Das Leben Maria Magdalena ;dann auch Marrha und Lazari rc. 8°. 1602.von diesem Künstler mit ungefehr 16. Kupferstiche»geziert, welche aber lediglich mit seinem Monogramm(zwey verschlungenen IV) mit und ohne der Jahrzahlmit und ohne dem Löthfaßchen, und zuweilen ineinem Täfelchen befindlich, bemerkt sind. Einigeführen von ihm auch eine Stadt Solochurn, undein Bildniß des Schaffhauser-Münzmeisters, P.Wegerich's an.
* Marrirelli, s. Martoriello.
Marris oder Martini (Octavian ), einMaler von Gubbio, aber um 1400. zu Perugia ein-matriculirt, lebte noch i4i4- Don ihm sieht mannoch in St. Maria nuova zu Gubbio ein 1402.verfertigtes in Fresco: Die H, Jungfrau, voneinem Chor Engelchen umzingelt, welche freylichsich allzu sehr gleichen, aber sonst von graziöserGestalt und Stellungen, und immer so gut als An-deres dieses Zeitalters sind.
Marronow ( ). So heißt in einem
Schreiben aus St. Petersburg (s. Jen. Litt. Z.1804. No. 122 ) ein Russischer Bildhauer und Pro-fessor zu St. Petersburg . Von ihm sah man aufder dortigen Ausstellung von 1804 das Modellvon zwey Hautreliefs, welche an dem Frontispiceder beyden Eingänge der Colonnade der KasanischenKirche zu Petersburg angebracht werden, und Ge-schichten des neuen Testaments vorstellen sollten.Wir denken, daß er mit dem gleich unken folgendenMarros Einer und derselbe sey; eine Stelle indem Art. dieses letzter» wird es fast ausser Zweifelsetzen.
* Martorani (Joachim). Lanzi ( 1 . 6 , 5 .in der Rote) nennt ihn einen Palermitaner undmachinosen Maler, von welchem man ;. B. zu St.Rosalia in Palermo vier große Bilder aus derGeschichte St. Bcnedikts kenne.
* Martoriello oder Marrorelli <Ca-jekan). Lanzi (I. 647.) nennt seine Manier frey,aber bizarr; alles meistens nur scizzirt, und immerfalsch colorirt. Nach ihm hat übrigens Vivareseine neapolitanische bergigte Landschaft sehr schöngestochen.