Massard.
ihm, leider! fehl' wenig gebührt: Weder dem flüch-tigen Texte, noch viel minder den Blättern, weichehöchstens eine Kupftrbibcl für französische — oderauch deutsche Damen neuester Art und Kunst, nochdürftig gennng zieren würden; dabey ihr gurcs Geldkosteten (6. Blätter zu 8. Fr. — es sollten ihrer.Zoo. werden!), und bisher, wenn wir uns nicht irren,bloß zu ZZ. gediehen, somit von ihrem Ziele nochweit entfernt sind, und glaublich bleiben werden.
Massard (Johann Baptist Ludwig), Jacobsälterer Sohn, von dem uns zuverläßig nichts An-deres bekannt ist, als daß derselbe um 1801. nachdem aus dem NonnenrKloster St. Paul zu Parma entführten Raphaelschen Meisterstücke der sogenann-ten Fünf Heiligen rcinquL 8antl) ein schönes Blattgestochen, welches 2.4. Fr. kostete; dann daß aucher an dem Werke von Poussin , bald unter derChiffer ss 6. b. KI. bald unterm Namen IVIassarci/He gearbeitet habe. Hiernachst scheint es uns,zwar nicht gewiß, aber doch wahrscheinlich zu seyn,daß ein Bildniß Franz I. von Litian, nach le Mai-re's Zeichnung, im XPV. Heft des Klüse«- lftau-^als von ihm herrühre, da solches ausdrücklichJohann Baptist Massard bezeichnet ist. Undeben so zählen wir ein mit I. ZZ Massard Sohnsignirtes Blatt: la lVIaclelaine aux piecis du Lru-cistx, „ach P. Segers (1807.) ihm zu, was übri-gens für den Preiß von Z. Fr. schwarz, nnd b. Fr.colorirt, kaum etwas Vorzügliches seyn kann. ^
— — (Urban), Johann'« jüngerer Sohn,von dem man, dem Almanach cles öeaux-Xrtsvon 180Z. zufolge, damals schon, nebst mehrcrn'Blattern, nach Girodct, für die Didotschen Aus-gaben von Dirgil und Racine, le Pardon nachLandon kannte, welches 12. Fr. kostete, und dasder Maler selbst (Annal. I. 20Z. und Xouv. ds«^rts I. 25 .) rein und kräftig gestochen, und vonharmonieuscr Wirkung nennt; besonders aber dasvortrcfliche Blatt eines antiken Bacchus für daserste Heft des Musee pran^ais, welches, ganzbesonders, von diesem Prachtwerk noch weit mehrhoffen ließ, als solches im Verfolg wirklich gelei-stet hat. Uebcrhaupt glauben wir, daß dieser Ur-bar: Massard unter den Stechern seines Hausesweit der Vorzüglichste sey, der daher auch für er-wähntes Werk bis auf den heutigen Tag, vor-nehmlich für Blätter nach den Antiken gebrauchtwurde, und zählen wir nämlich (noch so verschie-den stgnirt) fast zuverläßig zu den seinigen:
Heft. Gezeichnet Signirt.
I. Die Ctatüe des Bac- vc>n
chus. Bouillon. I.6.V.K.
VII. „ „ der Terp»
IX. Mars und Venus, nachllanfranco (gemein-schaftlich mit Patas). Ehern. I.8.-VV.
xil. Die Sratüe der Thalia. Barrclini. j.k. u.V.
XIII. „ „ „ Mel-
pomene. Ebenders. X.Drb.
XIX. ^ « Medi-
cäisch. Venus. Bouillon. z.k.K. V.
XXIII. „ „ »Euterpe. Ingres. l.v.Ii.V.
XXIX. „ „ des jagende»
Fauns. Bouillon, s. v.ir.V.
XXX. Die -irananäerin, nach
Drouais. Lecujer. I.II. ir.v.
(von Duval ange-fangen, und vonMassard vollendet.)
XXXVII. Die ftocunda, nach da
Vinci. Bouillon. j.v.k.V.
(ein sehr schönes Blatt.)
^ — Die Stalüe der Venus
Genitrix. Bartolini. j.8. ir.
(die linke Handln groß.)
XI.II. Jupiter u. Triton,
Basrelief. Granger. biasssr,!.
I.. Die H. Familie, nach
Hrocaccini. Massard. I-8.V.
(dies Blatt nun vonibmgezeichnet.u. vonHenriquez gestochen.)
Oll. Die Statste der Flora. Bouillon. V.
k-XI. Hagar in der Wüste,
nach Mola. Marchais. Vrb.
Massari. 791
Was sind nun aber, nach Alle diesem, der A.und I. Massard, die in den Oeuvres ds pous-sin erscheinen? Und was endlich der s). Mas-sard, der schon in dem Lex. neben dem Johannsteht — All' dieses ist uns, wie noch so Vieles,unbekannt; das Wahrscheinlichste aber, daß auchdiese drey im Grund keine Andern, als die bey-den Söhne von Johann, nämlich Johann Bap-tist Ludwig, und Urban (mit irgend einem unsfremden Vornamen), bezeichnen sollen. Don einemdieser Massard's finden sich dann ebenfalls ver-schiedene Blatter in dem bekannten Werke: Loursölementaire ; wie z. B. im XVIII. und XIX.Heft die Madonna deüa Sedia nach Raphacl,gemeinschaftlich mit Pauqnet, und die antike Sta-tue des Mars, gemeinschaftlich mit Gunod, dannim XXV. Heft wieder eine Statüe des indischenBacchus, und endlich (dieß zuverläßig von Urban,gemeinschaftlich mit Niquet) eine» Mittag, nachF Bassano O806.) für das XllIX. Heft der 6a-larie «In Palais ko^al.
Massard (Madmois.). So nennt Basan(Ltl. ssc.) ohne Weiteres, eine Schwester desobigen Jobann Massard, welche Vignetten ge-stochen habe.
* Massari (Lucius). Anfänglich, da er denUnterricht des B. Passerotti genoß, lehnte er sich,wie viele Andre, heftig gegen die Carracci auf;als er aber endlich seinen Irrthum einsah, ginger zu ihnen über, und wurde einer der treuestenSchüler des Ludovico. In der Folge begab ersich nach Rom , und studierte daselbst die Antikeund die Werke der größten Meister. Hier stifteteer eine innige Freundschaft mit Albani, die auchbis an das End seines Lebens dauerte. ItorilloII. 6 , 4 ^ 45 . Lanzi II. 2. 1,40-42. Dann heißtes von ihm: „Von einem fröhlichen Charakter,und mehr der Jagd und des Theaters, als derAkademie und Etaffcley beflissen, arbeitete er nur,wenn ihn rechte Lust dazu anwandelte Daher sindseine Werke nicht zahlreich, aber dafür lustig, gra-ziös, zugleich vollendet, und von Fröhlichkeit ath-mendem Eolorite. Sein Styl näherte sich übri-gens noch mehr als Ludwigs demjenigen von Han-nibal, nach dessen Beyspiel er inner den wenigenMonathen seines Aufenthalts z» Rom , bald vonallen den schönsten Ueberresteu griechischer Skulp-tur Zeichnungen nahm. Bisweilen gab er dannwieder in das Regellosere seines ersten Meistershinein, und noch lieber in die Anmuth seines Bu-senfreundes Albani, mit dem er ein Landhaus, sowie Studien und Arbeit theilte. Sein St. Caje-tan bey den Theatincrn hat eine Glorie, welchevöllig Albani's gleichen; eben so mehrere andreseiner Werke, wo man ganz die rundlichte Köpf-gen, die zarte Carnation, die Lieblichkeit und dieangenehmen Scherze seines Francesco anlrift. Zuseinen schönsten Werken gehört, neben denen inEt. Michele, sein Xoli m« taubere bey den Coe-lestinern, und die Verlobung der H. Catharina beySt. Bcnedetto. Auch stärkere, tragische Gegenständevermied er nicht, und behandelte solche, ohne mitNacktem, mit Verkürzungen u. dgl. eben Pracht zutreiben, mit großem Verstand, und wußte dannauch solche Auftritte mit schönen, schlanken, zu-mal Fraucnfiguren zu erheitern. So z D- in sei-nem unschuldigen Kindermord im Pallast Bonfigsliuoli, und in einer Caduta di Cristo bey den Cart-häuscrn, einem durch die Menge, Mannigfaltig-keit und Ausdruck der Personen schrecklichen Bilde,dessen malerisches Feuer keinem von Albani weichendarf. Auch kennt man von ihm, für Zeichnung undsaftiges Colorit sehr gute Staffcleigcmälde, andenen etwa nur eine bessere Farbcnabstuffung in denHintergründen zu wünschen wäre. Gestochen nachseinen Meisterwerken in St. Michele in Bosco, hak,unsers Wissens, einzig I. M- Giovannini: St.Benedict , der durch ein Wunder Korn wachsenläßt; dann das wunderschöne Bild, wo, währenddieser Heilige die Messe liest, etliche Nonnenaus ihren Gräbern hervorgchn, und endlich St.