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Fleischsarbe des Gesichts, die Lockernheit des schö-nen graue» Haars; das Kleid isi natürliche Spitze.So dasjenige des Parlaments-Präsidenten Oliv.je Fevre d'Ormesson (i(i6i.), nach Pingo, soganz ohne Ziererey als etwa in den Haaren; sodasjenige, in eben dieser Rücksicht (des Vortref-lichstcn ohne Anmaaßung). vielleicht noch weilschönere (dem Lez:. gebührt das Verdienst, es zuerstbemerkt zu haben) des jungen, angenehm schielen-den Abbö von Bouillon Emanuel Theodor de laTour d'Auvergne, Herzogs von Albret, wiedernach Mignard, von vereinter Zartheit und Kraftin Fleisch, und der bis ins Schwarze getriebenenHaare, ganz ohne seinesgleichen. So seinLeben athmender Carl Patin, nach Cl. le Fevremit dem spöttischen Lächeln, den Augen die vonfeiner Schalkheit glänzen, und dem Hermelin sei-nes Kragens von bewundernswürdiger Freyheitund Wahrheit. Aber wunderbar, daß dieser Künst-ler entweder (wie Wareler glaubt) die kleine Eitel-keit besaß, die Kunstlayen oft durch die seltsam-sten Schraffuren in Erstaunen zu setzen, oder daßer sich (wie wir, mit dem Lez: lieber vermuthen)auf die mannigfaltigste Weise versuchen wollte. Soz. B- wenn man die Striche des Gesichts in demschon angeführten Bildnisse Patin's in der Nahe be-trachtet, findet man den Gang sehr sonderbar, dendiejenigen nehmen, welche die Nase darstellen, undhernach die Wange bilden; nicht weniger auffal-lend sind die der Stirne, und zuletzt muß man sichwundern, vollends rohe Striche das Kinn bildenzu sehen Ungefehr eben so in dem Bildnisse vonGhuy Patin (1H70.), und am Allerbefremdcnstenin demjenigen ^seltenen) des Churfürsten FriedrichWilhelms von Brandenburg , wo man eine Liniein Form einer — Birne erblickt, welche die Nasedieses Fürsten , und eine Spirallinie, die sein Kinnbildet. Auch seine Grille, einzelne gesprengte Haarevorzustellen, fiel bey Weitem nicht immer glücklichaus. In dem Bildnisse des Könrgl. SekretärsCasp. Carriers zeige» solche mehr die Stacheln einesIgels als Menschenhaarc an; und doch ist hinge-gen das Gesicht von so schöner Arbeit, und be-sonders die Augen mit einem so feinen und selte-nen Gefühl gebildet, daß selbst die Malerey dieglänzende Feuchtigkeit der Linse nicht höher trei-ben kann. Rost VII. 298—200. führt von ihm/,!,ein Verzeichniß meines sel. Vaters aber über 70.Bildnisse an, die sich von ibtzZ—98. datiren. Un-ter denselben befindet sich ein Dutzend in natürlicherGröße, die aber eben nicht zu den Vorzüglichstengehören. Unter seinen nicht sehr zahlreichen histo-rischen Blättern dann sind allerdings seine Jüngervon Emaus, nach Litian (des schönen — Tisch-teppichs wegen, unter dem Namen la dlsppe be-kannt), sein Meisterstück, überhaupt eines der er-sten historischen Blätter, und wohl das schönste,das nach Vecelli gestochen wurde. Aber auch hierfindet sich, neben andern Sonderbarkeiten, einHund, der mit seinen einzelnen gearbeiteten Haaren,in der Nahe betrachtet, von Stroh zu seyn scheint.Füßli III. 45. bemerkt, daß gute Drücke von die-sem Blatt oft zu 20. und mehr Dukaten bezahltworden. Und über das Urbild erzählt er: Ma-rierre der «leere habe dafür gehalten, daß derzunächst bey Christo sitzende Jünger den Marquisdi Guasio (für den es gemalt worden) vorstelle;wo hingegen Lepicier (Ot. rals. «le l'ablvauxciu Ito)') nach einer Ueberlieferung melde: DieserJünger sey kein Geringerer, als Carl V.; der Be-diente dann Philipp 11 . und der Pilger mir demHut auf dem Rücken der Kardinal Timenes. DreyandereHauptblatter von ihm sind die eherne Schlange(auf zwey Platten), nach le Drun, eine Ruhe inEgypten, nach N. Mignard, und die HimmelfahrtMariä, nach Rubens (diese ohne seinen Namen).Zur Seltenheit muß er auch gemalt halien. Denn(heißt es ausdrücklich, »ach einem Gemälde vonihm) hat die nachfolgende Magdaiena Masson dasBildniß Ludwig Heinrichs de Gondrin, Herzogsvon Montespan , jn natürlicher Größe gestochen.Lonk.
Masson. 79z
Lliassoii (Franz), in jüngsten Tagen le Mas-sen, Bildhauer, geb. 17.47. in einem kleinen Dorfeder Normandie , trieb bis in sein 17. Jahr dasBanernhaudwerk, als ein dortiger Benediktiner seinen Hang für die Kunst bemerkte, und ihm dieerste Anleitung zum Zeichnen gab, worinn er soglückliche Fortschritte machte, daß hierauf ein älte-rer Bruder von ihm, welcher gegenwärtig (1808.)die Stelle eines Ingenieurs en Chef vom Drücken -und Straßenbaue bekleidet, ihn weiter förderte,und endlich bey dem Bildhauer Cousin zu Pont aude Mer in die Lehre that. Spatherhin kam er,durch Vermittelung des Bischofs von Noyon , ausder Familie Broglio , in die Schule von W. Cou-siou nach Paris , und stndirte »»ermüdet in derdortigen Akademie. Um 1768. sah man von ihmdie erste öffentliche Arbeit, eine Fontaine auf demPlatze zu Noyon , mit vier Karyatiden. Jtzt gingder würdige Prälat in seiner Gunst noch weiter,und sandte den Jüngling nach Rom , wo er fünfJahre lang auf dessen Unkosten blieb, und in un-ablässigen Studien fortfuhr. Nach seiner Rückkehrin Frankreich erhielt er von dem Bruder seinesGönners, dem Marschall von Broglio , als Gou-verneur von Metz , den Auftrag, den dortigen vonClerisseau erbauten Regicrungspallast mit 42' brei-ten Basreliefs, colossalischen Figuren und Tro-phäen zu verzieren, auf die er sechs Jahre Zeitverwandte, und welche den Beyfall des erwähn-ten berühmten Baumeisters sollen erhalten haben.Kurz vor Anbeginn der Revolution kam er nachParis Wahrend dem stürmischen Laufe derselben,arbeitete er anfangs meistens Büsten von marquan-tc» Personen aus dcr constiluirenden Versammlung,die von ausserordenclich er Wahrheit und schauer Aus-führung waren. Jn 1792. gab er zum Concurse zweyFiguren (den Schlaf, und Hector am Wagen desAchills), und führte bald nachher für den Aufmun-lerungS-Preiß ein allegorisches Grupp (die Auf-opferung fnr's Vaterland), welches gegenwärtigim Penstil des Pantheons sieht, nebst einem Bas-relief am Gewölbe eben dieses Gebäudes aus. I»1797. erhielt er die Leitung alle dessen, was dieSkulptur in den Tuilerien betraf, und verfertigteum dieselbe Zeit, aus Auftrag des Raths der Al-ten, das im Senats-Pallast befindliche Denkmalzu Ehren I. I. Rousseau's ^als Erziehers), wel-ches aus einem Grupp von fünf Figuren besteht,sehr wohl cvmponirt, von gutem Zeichnungsstylund kräftiger Ausführung ist. Epäkherhin gab ernoch zwey andre Stalüen: Pericles für den Se-nat, und Cicero für das gesetzgebende Corps. Jnjüngcrn Tagen dann (1800.), auf Befehl des Kai,fers, zwey Figuren in Marmor: Den Prinz Erz-kanzler, und den General Caffarelli, von welchenaber die gänzliche Ausführung des erster» durchseinen Tod behindert wurde. Von ihm sind auchdie Sculpturen an dem Grabmal, welches dasKais. Geniekorps dem Marschall von Vauban denden Invaliden errichten ließ. Dann finden sichnoch in seiner Werkstatte neben Andern,: Thetis ,die den Achill in den Styx taucht; eine schlafendeBacchantin; eine Wittwe, die sich im — Spiegelbesieht; vorzirglich aber die rcitzende Figur einerFlora, oder der Jugend, welche, mit dem Verdiensteines Gedankens voll Einfalt und Grazie, das-jenige einer untadelichen Ausführung verbindet.(Ganz neuerlich (1808.) hat dieselbe Fr. Müllervon Stuttgard in einem vortreflichen Stich gege-ben). Ueberhunpt aber hallten alle seine Arbeitenden seltenen Werth, daß sie durchaus nie die Co-pie irgend einer Schule, oder gar eines besondernMeisters waren; so wie er sich hinwieder vor allereitelen Anmaaßung, bloß originell zu scheine»,verwahrte. Seine einzigen Führer waren dieNatur, ein richtiges Angenmaaß, und ein tie-fes, lebhaftes Gefühl. Mit seinen Talenten verei-nigte er die vortreflichsten Personaleigenschasten,als Gatte, Vater, Verwandter und Freund. Wah-rend den Stürmen der Revolution hatte er einengroßen Theil seines Vermögens verloren, und sahsich eben im Begriffe, sowohl seinen Ruhm nochIiiii