Band 
Zweyter Theil [2].
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798
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798 Matter.

Künste, und in 1807. vollends den zweyten großenPreist des Nationalinstituts; diesen für eine Statuedes Archimedes im Nachdenken begriffen.

Auch in 1808. stritt derselbe neuerdings umdie von erwähntem Institut für dieses Jahr ausge-fetzte Palme für ein Basrelief, welches den Dardalus darstellen sollte, der dem Jcarus die Flügelanheftet, um aus dem Labyrinth von Creta zu ent-fliehen. Den zweyten Preist hätte er vielleicht er-rungen, der aber, dem Gesetze zufolge (sehr weis-lich !) keinem Künstler zum zweyten Mal zu Theilwerden kann.

Matter (Sylvester), ein Maler von Ascoli ,Schüler von Maratti, st. 1709. 86. Jahr alt, wirdvon Eanzr I. 642. nach Drsiui's 6uiäa ä'^scolrkürzlich angeführt.

Martern! ( ). So heißt der uns sonst

ganz unbekannte Zeichner von Raph. Morghens be-rühmten Blatte des Abendmahls nach Leonh. da Vinci .

* Matters (Maria Angelika de), deren imLex. unter dem Art. ihres nachfolgenden Vaterskürzlich Erwähnung geschieht. Bey Hernecke(lciee Generale p. 180.) heißt es, daß nach ihrsey gestochen worden.

* -- (Paul de). LaiiZr l. 6^,041. nenntihn den beßten Schüler von Giordano, und über-haupt einen der beßten Maler seiner Zeit. VonDon Philipp Macedvnio wurde er nach Rom ge,schickt, um dort seine Talente weiter auszubilden.Auch der Vicekönig Marquis von Carpio war seingroßer Gönner. Auf der Akademie St. Lucas stu-dirte er fleißig nach den Antiken und den Gemäldengroßer Meister. In Frankreich hielt er sich dreyJahre auf, und machte sich daselbst keinen geringenNamen. Alsdann wurde er von Bcnedikt Xlll.wieder nach Rom berufen, und arbeitete daselbstalla Minerva, in Ära Eoeli, und (mit Lulli,Trevisani, Conca u. a.) an den großen Prophetenim Lateran. Hierauf gieng er nach Neapel zurück,wo er Kirchen und Galerien mit seinen all' Fresco'szierte, und mit seinem Meister nicht gerade an Ver-dienst, aber doch im Far Presto wetteifern konnte;wie er denn sich selbst rühmte, daß er in 66. Tagendie große Kupole von St. Giesu zu Neapel ausge-malt, was man auch (wie Solimena bemerkte, derdieselbe Arbeit nicht für 16000. Scudr übernehmenwollte), ihr gar wohl anspüren mochte, ungeachtetsie in der That wirklich viel Schönes enthält. Woer dann mit mehrerm Fleiß malte, wie z. D. IN derKirche de Opera!, in der Galerie Matalona,und für verschiedene Privaten, Alles zu Neapel , sovermißte man bey ihm weder Composition, nochgraziöse Umrisse, noch schöne (nur zuwenig mannig-faltige) Köpfe. Sein Colorit war anfangs Gior-danescisch; nachher malte er stärker in Helldunkel,doch immer zart und mürbe, besonders in seinenMadonnen und Kindern, wo man bisweilen anihm wahrhaft Albanescische Anmuth, und Ideenaus der Römischen Schule bemerkt, in welcher erebenfalls studirt hatte. Nach dem Urtheil derSchrift: O?rnkelmantt und fern JahrhundertS. 288. hätte er mehr den Maratti als seinen LehrerGiordano nachgeahmt. »Die Werke" (sagtMännlich)welche er nach seinem eignen Ge-schmack verfertigte, sind zwar schön, und vonbreiter Behandlung; es fehlt ihnen aber an Rein-heit und Wahrheit. Die Galerie zu München besitztvon ihm einen Tod des Cato von Mika, in lebens-großen Figuren. FrorrHo, der (li. 829ji.) vondiesem Künstler vollkommen so, wieLanzi urtheilt,und ihn zu denen zählt, welche nicht für die Ewig-keit gearbeitet haben, rühmt übrigens von ihm be-sonders ein vortrestiches Altarblatt in der Tribuneder Kirche St. Nicolaus alla Ekarita, weiches dieGrablegung dieses Heiligen vorstellt, und bemerktendlich noch: Er habe auf Ansuchen eines französi­ schen Edelmanns einige (handschriftlich gebliebene ?)Nachrichten über italienische Künstler geschrieben,und dann ein Werk verfaßt, das die Anfangsgründe

Matthäi.

der Zerchenkunst enthielt, und, unter dem Titel:1 l hibro li'insc^namcnto sei DiseAno, ove sonc»I! prinaipr tli 0530 e Ic belissims accsstemis perscnais stelln gioventü gtustioss etc. hol. mitKupfern und seinem Bildnisse von .fr Agrrila imDruck erschienen war. Einzelnes nach ihm gestochenhaben z. B. eben dieser Aquila das erwähnte Kupel-werk, dann einen Raub der Europa , u. a. I.Daulle Jupiter und Semele, ein schönes Blatt;

1. H. Frezza den St. Andrea Conti Magnani, dereinen Kranken heilt; S. Gribelin Hercules amScheideweg (selten), I. Magliar Ebendasselbe;P. Moette Apollo und Galathea; Elouet, Langloiüund Roffi dann Bildnisse, u. s. f. Noch kenntman ein von ihm selbst geätztes großes Blatt (ebenauch Anfangsgründe der Zeichenkunst), auf wel-chem sich ein Profil, eine große Hand, zwey Beine,ein halbes Kind u. s. f. befinden. Er liegt in derKirche der PP. Kreuztrager in der Vorstadt St. Lucia zu Neapel begraben. 6a«stM»r.

Mattersberger oder Marrisbergev( ), vielleicht ein Sohn des nachfolgenden Jo-

sephs Martersperger; wenigstens wird er,wenn wir uns nicht irren, irgendwo als ein nochjunger talentvoller Bildhauer zu Breßlau genannt,der dort 18024. gelebt, und in letztgenanntemJahr an einer Büste des verstorbenen ProfessorsFülleborn gearbeitet habe.

Mattersdorf, s. Muriria.

Marrersperger auch Marrersbersger, Marresberger und Marrrsber-ger .(Joseph), Bildhauer, geb. zu Wendisch-Mardre, einem Flecken in Tyrol 1764- lernteseine Kunst vom i 3 . Jahre an, zuerst 8 . Jahrebey Hagenaucr, ehemaligem Hofstatuar zu Salz­ burg (nachherigen Professor zu Wien ), hierauf

2. Jahre bey dem Hofstatuar Bcrgler zu Passau ,und setzte dann seine Studien 6. Jahre in ver-schiedenen Städten der Lombardcy, besondersauf der Akademie zu Mailand fort, wo er demdortigen Professor Joseph Franchi viel zu dan-ken hatte, der ihm mehrere große durch Italien zerstreute Werke anvertraute. Um 1789. stand erzu Dresden in Diensten des dortigen Russischen Gesandten Beloselsky. Unter seine vorzüglichstenWerke gehörte damals die Büste des MinistersGrafen von Einsiedel. Beller 109. Späterhinkam er nach Rußland , wo er einige Jahre zubrachte,und sich wenigstens um 1796. noch dort befand.(Blabe gelehrt. DresdenS.8 ). In neuernTagen dann (1807.) finden wir ihn zu Breßlau.Merrs. Atck. II. 1. 120. und zwar schon seit 1806.als Professor an der dortigen Biidhauerschule, undwird l. c. /. 1. i 65 . als ein wackerer und ib 1k. 4.60. (was kann man Schöneres sagen ?) uneigen-nütziger Künstler genannt.

Marreus, s. auch Marrheus undMarrue.

Matth (Johann Andreas), ein Handelsmannzu Nürnberg , war in der Baukunst wohl erfahren,und starb 1667. 42. Jahr alt.

Markhai (Ernst), Bildhauer, zweyter Sohndes unten folgenden Joh. Gottfrieds. Seit 1806.studirke derselbe zu Rom unter Thorwaldson mitwahrem Kunsttalent, und hatte dort 1806. ein inGyps gegossenes Relief gearbeitet, das die Sceneaus der Jlias (B. XXI V. 16087 ) vorstellt, woIris dem Priamus als Trösterin erscheint. Ebendasselbe befand sich auch im Dresdner -Salon von1807. und wurde, als gut gedacht und meisterhaftausgeführt, von Kennern geschätzt; so wie in ihrerArt nicht minder vier Köpfe (Minerva, Sapho,Mclpomene und Isis, nach Antiken in Pietra burageschnitten. Merrs. Arch. II. 2. 111. Ein etwasschärferes Urtheil über die erstgenannte Arbeit unsersKünstlers fällt das Tüb.Morgenbl 1807. S. 4Z4.wo es heißt: Dieses Relief erregt sehr gute Hoff-nungen für die Zukunft, die aber in diesem Werkenoch nicht erfüllt waren. DasEinerley der Formen,