Band 
Zweyter Theil [2].
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800
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Zoo Matthäi.

junge Leute zuvor ein Gemälde gut kopieren lernensollten, ehe sie es wagen, ein Bild aus der Idee,oder nach der Natur zu malen. Sonst blickt auüseinen Arbeiten viel Talent zur Malerey hervor."Wie dem immer seyn mag seit 1789. hatten wirvon Johann Gorrlob nichts weiter vernommen,bis in 1795 wo derselbe zum Direktor der Dresdner -Gyps-Antikengalerie ernannt wurde. (Diese gehörteehemals Baph. Meugs, und wurde nach dessenTode vom Kurfürsten von Sachsen zu Rom gekauftund den 1. May 1792. zu Dresden geöffnet). Zuseinen vorzüglichsten Arbeiten zählt man ein Mo-nument, das dem Dr. Rentsch in der Kirche zuKroß-Dittmansdorf 1795. errichtet wurde. Eshat drey Figuren in Lebensgröße. Der Glaube, aneinem Postamente stehend, bringt die Hoffnungeiner zukünftigen ewigen Verklärung, durch Weg-nehmunq der Hülle der Sterblichkeit in Erfüllung.Auf diesem Postamente steht, in der Verklärung,das Bildniß des Verstorbenen, von des InspektorsSohne wahrscheinlich dem obigen Friedrich) ge-malt. Die andre Seite enthält den Genius desTodes, das Joch des Leidens von sich werfend.Unken am Fuße des Postaments sitzt auf demHauptgesimse die Trauer, unter einem Kinde vor-gestellt , das sich weinend auf eine Urne stützt undmir der rechten Hand auf die Inschrift zeigt. Uebri-gcns hat er auch eine Masse erfunden, die imWetter aushält und wie Srein gebraucht werdenkann. Jetzt findet sich abermals eine Lücke in derGeschichte unsers Künstlers bis 1800. wo sich aufdem Dresdner-Salon ein Sohn der Niobe (braveFigur in Gyps), ein Apoll nach der Antike, undein andres Bildniß in Basrelief mit Geschmackgearbeitet (Deursth. Bunstbl. 8°. I. 34. 33 .)hauptsächlich aber auf eben diesem Salon 180Z.eine colossalische Büste des damaligen H Kur-fürsten befand, von welcher (ungeachtet unserMarrhal jetzt nicht mehr den Ruf eines vorzüg-lichen Künstlers besaß), ein Aufsatz im Freymürhl-gen vom 24. März desselben Jahrs nicht genug zurühmen wußte, und Andre (Allg. Runstz. 8°.S. u 36 .) daran einzig einen gewissen Zug vonfreundlicher Güte vrrmißten, der, mitten durchden männlichen Ernst dieses Fürsten , so sichtbar aufseinem Gesicht zu lesen sey. Auch auf der dortigenAusstellung von 1807. sah man noch von ihm: Einesitzende Dame, Modell in Gyps, und: Die Museder Verschwiegenheit, in Lebensgröße, als Modellzu einem Ofen, von welcher es inMeuselsArch. II. 3 . 6 . heißt, sie sey in antikem Geschmack,und meisterhaft ausgeführt. Wahrscheinlich in-dessen ist dies das nämliche Bild, von dem auchdas Tüb. Morgeubl. 1807. S. -jo-s- sagt: Sowie man Sauberkeit und den sorgfältigsten Fleißan einer kleinen Copie der sogenannten sitzendenAgrippina von unserm Künstler bewunderte, soschien hingegen bey seiner lebensgroßen Copie einerkleinen niedlichen Bronze, aus der Königl. Antikcn-sammlung, der unschuldige Liebreiz des Gesichtsund zum Theil die Zartheit der jugendlichen Gliederdes Originals zu fehlen."

Marthäi ( ). So heißt auch in Rl ab e's

gelehrte»! Dresden S. 6j. ohne Weiteres, einSchüler des Sächsischen Hofbaumeisters und Pro-fessors der Baukunst, G. A. Hoelzcrs, von demwir späterhin nichts mehr vernommen haben.

* S. auch Machet und Mattet.

* Marthes (Christian Gottfried ), geb. zuBerlin 1708. Don ihm kennt man die dürftigengeätzten Blätter zu der Noachide von Bodmer,nach den Zeichnungen von Füßli und Rode, diedamals für geistreich galten; dann ein Bildnißdes Medailleurs P. P. Werners, ohne Namen desMalers.

(Elisabeth Christin»), geb. Hoell,Gattin des folgenden Mclau« Christoph, geb.zu Nürnberg 17^9. malte Blumen und Vogel inWasserfarben, nach Dietschischer Manier) undlebte noch »789. Mensel Ist.

Maniellv.

Mattbes (Niclaus Christoph), Maler zuHamburg , geb. daselbst 1729. lernte bey Joh.Justin Preisler zu Nürnberg , erlangte durch ver-schiedene Reisen nach Italien, Holland und Deutsch-land eine genaue Kenntniß von Malerey und Kupfer-stichen, und handelte auch damit. Er lebte noch1789- Mensel II.

Mattheus ( ), ein Kupferstecher zu Ant-

werpen ; gab im XVIl. Jahrhundert kleine An-dachtsblätker in der sogenannten Kleinen MeisterManier. Il/rc. Ist es wohl dieser, oder ein andrerMärchens, von welchem der Katalog von Bran-des, ebenfalls unter der niederländischen Schule,aus I. Messager's Verlag, ohne weitem Namen,eine Verkündigung, eine Bcschneidung, eine Dar-stellung im Tempel, und: Manns rolißiosorulut^pus, eine Allegories?) anführt.

* S auch Machen«, den gleich fol-genden Marchervs, und Marrue.

Marrhervs oder Märchens (Sir To-bias», ein englischer Dilettante und wahrscheinlichGelehrter des XVII. Jahrhunderts, der sich abernur, so wie sein Zeitgenosse Samuel Dimler, inNebenstunden mit der Kunst beschäftigte, wird vonFiorillo V. 38 ss. angeführt.

Matthias (Broderus), ein Dildnißmalervon Husum, ward i 665 . zum Hofmaler in Berlin angenommen, wo er die Aufsicht auf die Kurfürst!.Malereyen nebst derselben allfälligen Ausbesserungbesorgte, auch auf Kurfürst!. Verordnung imZeichnen unterwies. Mcolai.

( ), erster General. Regisseur der

Posten (ob in Frankreich oder Preussen?) zeichnetein eine Karte von Südpreussen in i 3 Bl. (welchein 1808. in dem Kricgsdepot zu Paris um /;8. L.verkauft, und eigentlich unter Leitung des H.Laugner's dressirk wurde), die Wege und Land-straßen.

Marrhieu ( ), ein französischer Künstler

der neuesten Zeit soll die schon bekannte Maschine(Panthograph) durch welche man alle Zeichnungencopiren, und nach Verlangen vergrößern oder ver-kleinern kann, verbessert haben, /ernst. /-»ist.

* Marriello oder Mattielli (Loren;),der im Lex. unter dem Art. Mader erscheint, eingeschickter Bildhauer, arbeitete um 1734 zu Wien ,und war der erste, der dort einen grandiosen undkühnern Swl in seiner Kunst einführte, wovonvorzüglich die vier colossalen Gruppen, welcheeben so viel Kämpfe des Herkules vorstellen, undauf beyden Seiten der Schwibbogen der Reichs-kanzley stehen, zu Beyspielen dienen können. Einelebhafte Einbildungskraft, summarische Kenntnißdes menschlichen Körpers nebst einer außerordent-lichen Leichtigkeit, große Steinmassen zu behandeln dabey aber einen manierircen Styl, Gesuchtesund oft Gezwungenes in der Wahl seiner Stellungentrift man in allen seinen Werken an. In LDinkel-maim's Gedanken über die Nachahmung u. s. f.wird er übrigens, vielleicht ohne genügsamen Grund,dem init ihm um die Arbeit an den Spiralsäulenfür die Kirche St. Borromäus zu Wien wetteifern-den Mader deswegen nachgesetzt, weil die Fi-guren seines Modells allzu erhoben gewesen, unddaher letztrer den Vorzug erhielt. Späterhin kamer nach Dresden , und ward in 1792. Hofinspektorüber die antiken und modernen Statüen. Dortdurste er sich ein Haus bauen, und erhielt einejährliche Besoldung von 56 o.Thlr. Magaz. Gächs.Gesch II- 66r. In 17^9. erscheint er in deinvoriigen Hof und Sraarskalender nicht mehr.Von ihm sah man zu Dresden (17 ,0.) an demPalais im Moschinska's-Garten zwey Statüen:Apoll und Diana. An der Katholischen Kirche da-selbst zierte er die zwey übereinander stehnde Ballü-

straden mir schönen Statüen aus Pirnaersteine, »ach