Band 
Zweyter Theil [2].
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811
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M az; oli.

doch im Ganzen weit kühner, als die des letzter«.Die bcßte Litteratur von an die 70. der seinigenfindet sich bey Wmkler (§. v. ^»-E 5 Mw), derbesonders eine Verlobung der H. Catharina eingraziöses, eine» Christ von Joseph und den H.Weibern beweint, einen Marsyas , Saturn undMylirö, die Vestale Tnccia schone, und den Dio-genes vor seinem Fasse ein seltenes (Brandes:Ein Capilalblatt in dieser Gattung) nennt; so wiehinwieder nach Füßl, Il.gr. u. 101. nebst dem letzt-genannten, ei» Moses alla Staccata, Joseph mitPotiphars Weib, eine Anbetung der Hirten, eineAuferstehung, und ein ruhender Hirte, zu dem Vor-züglichsten gehört. Ungefehr Zu. theils von denschon genannten, theils andre, empfiehlt Rost l. c.den Liebhabern, und bemerkt von einem derselben:Moses im Fcuerbusche, daß solches, seiner rohenBehandlung nach, eine von Francesco'« erstenEtzarbeiten seyn dürfte. Nicht zu übersehen istnoch das bey wmklern genannte Biiduiß vonAretin . Eben so vorzüglich reich Ist der Katalogdieses letzter» an Helldunkel-Blattern von odernach unserm Künstler, deren er an die Z». zahltund beschreibt. Eines derselben (eine Madonnaauf dem Throne, das Kind in ihren Armen) wäredenn doch ausdrücklich mit: stsrmeZiano sec. un-terzeichnet. Ein anderes (ein Wallfahrter undeine Wallfahrten!,) mit Bloemaert. Ein drittes(der siegende Jason) mit A. Andreani. Ein viertessehr schönes, mit Weiß erhöht (eine große H. Fa-milie mit mehrern HH. beyderley Geschlechts) mitNicl. VicentinuS (Roßigliani). Ein fünftes (wiederobiger Diogenes ) mit: kranoiscus parmen. undblugo «ja Laryi signirt, heißt ein Capitalblatt vonbeyden. Ein sechstes sehr seltenes endlich (Circe ,welche die Gefährten des Ulysses zum Trunk einlädt)wird A. von Trento zugeschrieben, so wie ein siebentes(die Sybille, welche dem Kaiser Constantin die

H. Jungfrau in den Wolken zeigt), wieder Hugoda Earpi, und ein achtes (Saturn oder die Zeit),Ebendemselben, oder Andreani oder da Trento .Alle übrigen sind ebenfalls ohne Namen, und ganzungewiß; und werden noch unter denselben zweyjunge Sybillen sehr schön geheißen. Hierauf folgtbey Ml'nkler, verbunden mit Brandes, einedritte Rubrik: Der Blatter nach Parmesano, vonaltern Meistern C. Alet, F. Bist, S Bloemaert,

I. Bolognese, F. Bricci, I. Buonasone, I. Ca-raglio, C. Cork, R. Custos, L. Daven, Alex.Ghandini, L. Kilian, E- Kirkal, Mantuano, I.B. del Moro, G. Reni, M. Rota, E. u. I. Sa-deler, I. Termini, W. Vaillant, E. Vicus, C-Visscher und L. Vorstermann; von denen besonderszwey junge Madonnen, von Guido geätzt, schon undselten, eine H. Familie von E- Sadeler, eine Pasto-rale mit zwey nackten Figuren von L. Vorstermannschöngestochen, undeineVcrlobnngderH. Catharinavon E- Kirkal, so wie eine Madonna mit dem Kindevon Vaillant schön geschabt heißen. Dann folgenein Duzend Blätter, alle von H. van der Borcht,und 2ä. von W. Hollar geätzt, unter welchen fünfSoldatenköpfe mit Helmen von diesem letzter» eineköstliche Arbeit sind. Endlich folgen 17. Bl- vonneuern Meistern: M. Ändert, D. Cunego, L. Dcs-places, B. l'Epiciö, C. H. Hodges, F. A.Lorcnzini, le Mire, G. Mulinari, C. Philipps,F. de Poilly, E. Rousselet, I. Smith, P. Lanjs,I. L. Teucher, C Tinti, I. Traballesi, von welchendann Füßli I. c. gi —I0I. den Gesetzgeber Mosesalla Steccata von Cunego, Venus und Amor vonDcsplaces, Saturn und Phyliris von l'Epiciö,die Verlobung der H. Catharina von Tinti gestochen,eine H. Familie von Philipps aus der Galerie Trevor,

Mnzzoli. 3n

und eine Grablegung Christi von Hodges aus derGalerie Hongthon geschabt, und neben diesen.-W-eder eine H. Familie von Bartvlozzi gestochen;eine andre in punktirter Manier von Rosaspina;eine dritte von Ebendemselben (Madonna, dasKind, St. Margaretha u. a. Heilige) für's XX.Heft des Musee Francois; eben dieselbe (sie standehemals im Nonnenkloster St. Margaretha zu Bo-logna, jetzt zu Paris findet sich beyLand 0 n Am,.V. 55 — 56 . meisterhaft beschrieben und im Umrisse;eine vierte von B. Rossi; eine fünfte (allerliebste,die Kinder Jesus und Johannes herzen sich) ausder ehemaligen Galerie zu Versailles (nur i^"hoch,und vfr" breit) bey Landon l. c. I. 170. im Um-risse; endlich die Madonna del Collo longo (jawohl!) l. c. V. 7g. Dann eine Abnehmung vomKreuz, und eine Grabtragung von A. Bartsch,nach Handzeichnungen unsers Künstlers, und end-lich warum nicyt? sein Liebchen (Carmeßisni^rnica) aus der Königl. Neapolitanischen Galerie,von Strange gestochen. Endlich bemerken wir nochdie seltsame Kunstanekdöte: Daß diejenige» Zeich-nungen, welche ihm, der Geschichte zufolge, inBologna von Anton da Trento, dem er solche zumSteche» geliehen, entwendet worden, erst nachzwey Jahrhunderten von dem venetianischen GrafenAnron Maria Zanerri in der Sammlung desGrafen Tbomas Arundel zu London (,Zc>. Dl.)wieder gefunden, von dem erster,, erstanden, undzurück nach Italien gebracht wurden. Der Kunstliebende Zanerri bemühere sich sodann, die unbe-kannt gewordene Manier, Holzschnitte mit ver-schiedenen Farben zu drucken, wieder zu entdecken,und es glückte ihm, eine Sammlung von ino. derkleinern jener Blätter theils in erwähnter Manier,theils sonst geätzt und gestochen bekannt zu machen.Dieselbe erschien unter dem Titel: viversarunrIconum, guse olim non exiZua kuerunt orns-meuta Krunclelianse Eolleotisniz, guasgue exsrrtograpliis ^cliecliz Tk/aLLtto/aetc. ciestlom^it et mc>noci,romstc>8 tz-p,8 vui-Aavlt /l/. 8erles prims et necuncls,

zu Venedig 17 ,5. in Kl. Folio und ist sehr seltengeworden. Die Arbeit der Blätter selbst war theilsvon Zanetli selbst, theils von seinem Neffen gleichenNamens, und endlich von Faldoni gefertigt worden.Neben derselben giebt es noch zwey andre, dieeine wenigstens nach einem Theil eben auch derZaneltischen Sammlung, welche zur Aufschriftführt: Vsrii «jisezrin 6, BanceLca MaLttta/i tratti«lulln ksccolta ^auett/a»a, inci8u in rums «ja^»t. Rr/ckonr Venet. ,786. kcrl. Fiorillo I. c.Z49-5<). *)

* MaZzol, (Haiinibal), Maler von Siena ,Josephs des altsrn, Bildhauers, Bruder, dessendas kex. im Akt. dieses letzten, mit zwey WortenErwähnung thut, war, nach Lang, I. z^o. einbelebter Frescanke, übrigens von sehr mittelmäßi-gem Verdienst, der aber — warum nicht? —dennoch alle Händ' voll zu thun hatte, nach Rom gieng, und in ,7/,Z. in hohem Alter verstorben war.

— (Hieronymus ), Franzen Vater,oder gar, nach Affo, dessen älterer Bruder,arbeitete »ach Lau;, II. 020. schon vor ibso. mitdemselben, und lebte noch um , 58 u. was freylichmit seinem im Lex. angegebenen Todesjahr i5(,2.in namhaftem Widerspruch steht- Wir trauen abereher dem letzter,, Im Verfolg müßen Franz undHierönyinus sich entzweyet haben, da crstrerFremde ;» seinen Erben einsetzte. Auch dieserKünstler verdiente seines starken Jmpasto's, undüberhaupt wegen seines Colorits, das wenige seines

ö) Um wenigstens das Verzeichnis derjenigen Künstler, welche nach dem lieblichen Parmesan gestochen oder ge-schabt haben, möglichst zu vervollständigen, setzen wir aus verschiedene» zerstreuten Quellen noch über zo. obennicht erschienene Meister bey. Es sind: Eher. Albert,, Beatricelto, S. Bolswerkh, B. Bossi, A- Earcnzarinü,H. Carracci , Coelemans, V- Cori'olan, M. A. Evrsi, F. Cnrti, D. M. Fonkana, G. Hamilton js. A.Lorenzini, I. Manier, E.Molinari, T. Mnvlor, I. de Parma , B.Picarr, A. Pond. Tb-Prestcl, C. Roverse»c. A. Schiavonc, 2-2- dai Sole, P. van Somer, F. vanSteen, PH.THomasti», T>. ^.ibaldi, B. und M. A.Torbido, I-C-Venenli, I.Viani, und S.Vouillemenr. >s,eiiiecke (!«!«-« ge,«-rsle y.) sagt, das Werk von Par-mesan, d. h. Alles von und nach ihm Gestochene, sey u»ter allen aus der italienische» Schule das Gesuchteste,«ud noch seltener als Marc Anlons. Die Galerie von Dresden besitze solches in zwey ganzen Banden.

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