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Gleichen hat, besser bekannt zu seyn, als er eswirklich ist, und man darf glauben, daß Mehreresdem Francesco zugeschriebene, was zumal starkerund Heller als gewöhnlich gefärbt ist, eher demUnsrigen zugchöre. Da derselbe niemals in Rom gewesen, so hielt er sich mehr an die Schule desCorreggio , als jener. So z. B. in seiner Verlobungder H. Carharina in der Kirche del Carmine zuParma , wo er diesen Charakter trcflich behauptethat. Vorzüglich dann war er in der Perspektive;wie in seiner Colonnade des Abendmahls im Re-fektorio zu St. Giovanni in ermeldtcr Stadt, dieso tauschend als immer eine von Pozzo ist. Ueber-Haupt dann erscheinen alle seine Arbeiten leicht,harmoniös, und in seinen großen Compositionenal Fresco fruchtbar, mannigfaltig und lebendig.Keiner seiner Mitbürger hat so viele Altarblätter fürihre Kirchen, so viele al Fresco's in ihrem Domund alla Steccata geliefert; dessen was er fürSt. Benedikt zu Mantua u. s. f. gemalt, nicht zugedenken. Freylich kömmt es wohl eben von seinemvielen Arbeiten her, daß nicht Alles gleich dienähere Untersuchung aushalten mag: An der Zeich-nung fehlt es oft; und auch bey ihm artet dieGrazie bisweilen in Affektation, und hinwieder(was Francesco's Fall nicht war) lehafte Regungin Heftigkeit aus. Alle Schuld hievon ist indessennicht ihm zuzuschreiben, da er häufig auch gemein-schaftlich mit Andern gearbeitet hat. So z. B. inseiner Drodvermehrung zu Mantua , wo sich mancheschöne Gruppe, die dem größten Pinsel Ehremachen würden, aber auch viel Schwaches undInkorrektes befindet, das sehr wahrscheinlich voneiner andern Hand ist; obwohl dergleichen sich auchunbestritten von der seinigen findet. LarrLi II. i.52^—27. Fiorillo dann (II. 556 — 57 .) bemerktnach vasari: Daß Hieronymus alla Steccatanamentlich die von Franz unvollendeten Arbeitenfortgesetzt habe, und daß besonders der verzierteBogen mit den Klugen Jungfrauen, der auf dieApostel niedcrsteigende Geist in der Nische demHauptcingang gegen über, und die Geburt Christiauf dem letzten flachen Bogen sein Werk sey,welches i 566 . noch nicht aufgedeckt gewesen —was abermals auf einen weit spätern Tod als aufden im Lex. angegebenen denket. Von Oelgemaldenkennt man von ihm, ausser Landes, nebst dem imLex bemerkten St. Georg zu den Füßen der Ma-donna in der Galerie zu Dresden (welches inComposition und Ausführung ganz den Nachahmervon Allegri verräth), eine Anbetung der drey Könige(ehemals in der Karthause zu Parma ), gegenwärtigin Paris . Von diesem letztem Bilde giebt Lan-ds n Annal . XIl. 55 . eine nähere Beschreibungund Abbildung im Umrisse, welche das Urtheilvöllig zu rechtfertigen scheint, das dieser einsichts-volle Kunstlichter, Lanzi's seinem ausdrücklich ent-gegen fällt: Daß nämlich Hieronyinus die Per-spektive wenig verstanden, welche letztrer an ihm sovorzüglich rühmt; daß, in diesem Gemälde wenig-stens, die Figuren verworren über und durch ein-ander gehäuft, die natürliche Abstuffung der Farbenschlecht beobachtet, das Colorit zwar harmonisch,aber nichts minder als lebhaft und kräftig sey, unddas Ganze überdieß von Unschicklichkeiten undAnachronismen jeder Art wimmle.
* Mazzoli (Joseph), genannt Lastaruolo,(Kornhändlcr) von dem Beruf seines Vaters her,von Lanzi II. 2. 2,6 unter letzrerm Namen ange-führt, aber irrig Philipp genannt, starb (1689.)sehr alt. Erwähnter Schriftsteller nennt ihn einengelehrten, genauen und zugleich angenehmenKünstler. In Fresco vollendete er das Deckcnstückseines Lehrers Surchi zu Ferrara. Einige Pcr -spektivfehler und allzugroße Figuren daran schadetenseinem Ruf; so wie dann auch seine Langsamkeit. In-dessen erwarb er sich solchen von Neuem durch einezweyte größere Manier im Zeichnen und Coloriren.In dieser ahmte er zum Theil dem Dvßi nach; inder Stärke des Helldunkels und in den Köpfenschien er zu Parma gebildet zu seyn; in lebhafter
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Farbe der Carnation, zumal in den Extremitätennäherte er sich Titia»; und seine Gold - und Schie-lerstoffe schien er ebenfalls von den Venetianernentlehnt zu haben. Nebst seinem Crucifixe al Gies»zu Ferrara , dessen auch das Lex. gedenkt, rühmtLanzi auch seine Verkündigung in der nämlichenKirche, und nennt beyde sehr schöne Altarblätter;eben so eine Himmelfahrt bey den Kapuzinern da-selbst, ein grandioses Bild, und gleichfalls dort inder Kirche alle Zitelle di St. Barbara die Vorstellungdieses Heiligen, mit Kindern, die wie lebendigscheinen, u. s. f. an andern öffentlichen Orten so-wohl als bey Privaten seiner Vaterstadt. Ausserderselben ist er nicht nach Verdienst bekannt. Nachseiner Zeichnung (heißt es irgendwo) habe Lh. Presteleine Ausgießung des Geistes gestochen, die sich in-dessen nicht in dem eigenen Verzeichnis; der Arbeitendieses Künstlers befindet, und anderseits leicht auchdiejenige von Hieronymus seyn kann.
* Mazzoli (Joseph), der Bildhauer. DieSchrift ONnkelm. u. s. Jahrh. S. 26c. nennt ihneinen Künstler, der seine Abstammung aus Verni -nischer Schule nicht verbergen kann. «Derselbe"(heißt es dann weiter) „ hat hin und wieder in Römi-schen Kirchen gearbeitet; von ihm soll, neben An-den «, die Figur der Caritä am Grabmal AlexanderVII. bey St. Peter seyn, welche in Geschmack undWeichheit den Arbeiten des Bcrnini ganz ähnlichist. Einen Adonis im Pallast Barberini hält manjedoch für sein Meisterstück. Formen, die, zwarohne besondere Wissenschaft und Richtigkeit in derZeichnung, doch wegen ihrer Zartheit und Ründnnggefallen, nebst der äusserst weichen und fleißigenBehandlung des Marmors, sind die Verdienstedieses Werkes, welches so ziemlich für den Jnbegrifder Kunst seines Meisters gelten kann." Nach ihmwahrscheinlich (nicht nach dem jüngern diesesNamens) hat P. S- Bartoli eine These, und A.Westerhout ein Grabmal Clemens X. gestochen;letztres für Bsnnani's H. 1 '. Var. p 91.
— — (Michael und Peter Hilarius), Malervon Parma, Gebrüder, Söhne eines ZZartholoins(ob ebenfalls Künstler, ist uns unbekannt), arbeitetenum r 5 i 5 . gemeinschaftlich in der Kirche St. Gio-vanni ihrer Vaterstadt. Beyde sollen Oheime undLehrmeister des Francesco, erstrcr auch Lehrer desCorreggio gewesen seyn, und letztrer (von dem sichNachrichten bis i 555 . finden) ein Bild gemalthaben, das noch in der Kirche der Sakristei) vonSt. Lucia zu Parma ersichtlich sey. Fiorillo II.5 j,—j2. Dies letztre Bild wird von Lanzi II.1. 287. als nicht ganz unbedeutend bemerkt.
— — (Philipp) dall Erberre (von Kraut)genannt, das er auch, wie Lanzi II. 287. bemerkt,besser als Figuren malte. Jenen Dcynamen näm-lich erhielt er, weil er auf seinen Bildern stetsGräser anzubringen pflegte. Am Hochaltar derLaufkapellc zu Parma sieht man von ihm eineTaufe Christi mit seinem Namen; auch zu Cremona in St. Dominik fand sich einst ein jetzt nicht mehrvorhandenes Bild von ihm- Sein beßter Ruhmindessen, oder, wenn man lieber will, was alleseine allfälligen Schwachen vergütet, war derRuhm, den vortrcflichen Francesco erzeugt zuhaben. Er starb i 5 c> 5 . Fiorillo II. 5§2.
* — — oder Manzuoli (Thomas An-ton), genannt Maso da St. Friano. NachLanzi 1 . 196. geb. i 556 . und gest. i 575 . Einigesetzen ihn mit Naldiui und Allori in Eine Linie, wiesolches auch seine Heimsuchung Mariä (jetzt in derGalerie des Vatikans» verdient. Er malte dieselbein seinem Dreyßigsten. Nach vasarsis Urtheil istsie voll Grazie in Figuren, Drapperie, Architektur,kurz in Allem (?), und gehört zum Beßten derdamaligen Zeit. In Anderm, wie z. B. in St.Trinitä zu Florenz , in der Großherzogl. Galerien. s. f. ist er etwas trocken, und (wie der witzigeLanzi l. c. sagt) gewissen — Schriftstellern ähn-lich, an welchen die Grammatik nichts, aber die