Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
816
JPEG-Download
 

gi6 Mecheln .

sah man bereits von ihm verschiedene Blatter,von welchen eines nach Heilmanns Zeichnung aufdas dritte Jubiläum der Universität Basel (1760.)ihm das Patent eines Kupferstechers des Rathsund der Universität Basel erwarb. Als er insVaterland zurückkam, trat er bald als Mitgliedin den großen Rath und verheirathete sich mit derTochter des berühmten Schriftschuciders und Giei-sers, W Haase. In 176b. machte er eine Reise«seh Italien. Zu Florenz nahm ihn die Großher-zoqliche Maler- und Zcichnungs-Akadcmie zu ihremMitglied an. In Rom erwarb er sich Winkel-manns Freundschaft, und kehrte mit mannigfal-tigen neuen Kenntnissen bereichert nach Haus. Ihmgebührt das Verdienst, in der Schweiz die ersteKunsthandlung errichtet zu haben, welche bis aufkurze Jahre die emsige blieb, und lange in großemRufe stand. Als ein unternehmender Mann ver-band er damit eine Zeichen- und Kupferstecherschule,wodurch er viele junge Künstler aus allen Ländernan sich zog. Mit Hülfe derselben, welche er je-doch alle unter seiner Aufsicht hielt, sah' er sichim Stande die große Anzahl Werke zu unterneh-men, welche unter seinem Namen erschienen, undwovon folgende zu den vorzüglichsten gehören:Oeuvre clu Lüevalier //schürfe,-, ou kernest<les lVlecluiiles 6s es eelebre artstts, Aravees entaillestouce (man kannte damals noch keine Samm-lung von Abgüssen derselben) , acoompaAnses6'uns sxpücation Hi8torigue et critigus, stprscsösss 6s la vie 6s l'autsur. ?ol. 776.Is2. lsiancb. OataloAue iiAure et raiscmns 6srr Oalsrie 6s Düsselclork, in zwey oblvngenBänden, wovon der eine die ins Kleine gestochenenGaleriegemälde, so wie sie an den Wanden auf-gestellt sind, der andre aber die Beschreibung ent-hält (1778) Dieses Werk (welches von solchenPracht-Bilderbüchern für Großer Herren Söh-ne das erste Beyspiel gab, verschafte seinem Ur-heber den Titel eines Kurpfälzischen Hofkupferste-chers. Oeuvre 6s Am» //a/üein III. kariös.Der erste Theil enthalt den Todtentanz; der zweyteden Passion, nach Zeichnungen auf der UniversitätBasel (1778): ein dritter (zwölf männliche undweibliche alte Schweizertrachteni erschien erst spä-therhin (1790); seiner Echweizerbauer-Cosiume-Vlätter »welche ebenfalls zu den ersten dieser Gat-tung gehören) und so viel Andern, nicht zu geden-ken. Mittlerweile aber betrat unser Künstlerauf eine Zeitlang eine ganz neue Bahn. Schonin 1777. erhielt er von dem zu Basel durchreisen-den Kaiser Joseph k l. eine Einladung nach Wien ,welcher er im folgenden Frühjahr folgte, und dortdie schmeichelhaftesten Beweise der Achtung vonSeite der erlauchtesten Personen des Kaiser!. Ho-fes und der Minister, besonders des Fürsten Kau-nitz empfieng, und zum Rath der Kais. Kön. Aka-demie ernannt wurde. Jetzt bekam er den Auf-trag, die Bildergalerie des Belvedere in systema-tische Ordnung zu bringen, was er dann auchwahrend seines vierjährigen Aufenthalts bewerk-stelligte, und erst im Sommer 1780. nach Basel zurückkehrte. In 1784. erschien dann sein Kata-log von erwähnter Galerie in deutscher und fran-zösischer Sprache. In 1788. verlor er seine vor-trefliche Gattin. In 1787. gelangte er in den Klei-nen Rath, und machte bald nachher eine dritteReise nach Wien , wo er sich noch zu End desI. 1788. befand. Leulsche Zusätze. Spatherhinblieb er unsers Wissens unverrückt in seiner Va-terstadt, und brachte eine geraume Zeit seine Kupfer-Verlags- und Sortiments-Handlung in immer blü-hendere Aufnahme, bis die Revolution seinemSchicksal, so wie demjenigen seiner Zeitgenossen,eine in mehrern Rücksichten widrige Wendung gab,welcher er, wie es dem verständigen Manne ge-ziemt, mit gelassenem Muthe folgte. Noch sahman aus seinem Verlage, in den I. 179496.so manches, theils auf die Zeit Berechnetes; wiez. B. die Bildnisse der Madame Royale , TochterLudwig XVI . und des damaligen (hochgeschätzten)Gesandten -er Franz. Republik in der Schweiz ,

Mecheln .

H. Barthelemi's; die Ankunft der genannten Prin-zessin zu Basel (1796.1; die Militär-Trachten dersogenannten östreichischen Nothmäntel; die Bild-nisse der Feldmarschälle Clairfait und Sachsen-Coburg (all' dies schwarz oder gefärbt, nach Lustund Liebe); eine Karte des Kriegscheatcrs der deut-schen und französischen Armee in 6. Blättern;eine andre geschätzte cvom Ritter de Beaurain) desRheinlaufes; Vuss pittorssczus 6u rüsatrs 6sAlleres sur ls Hant-kklu au-6s88c>us 6e Kais,prise ä la llleur 6u sei, soutsnu 6e l'Artillerlspenclant l'altagus 6e la tets 6e HuninAus 6ausla nllit 6u Zo. Xov. au 1. Osc. 1796. und,als Gegenstück: kvvacuation 6e 1 a ters clll Pont6s UuninAus par ls8 troupes kran^ai8S8, aves1e8 plan8 et 1a 6s8cripticm 6s8 prinsipeaux

evsnsmeiis 6s Auvrrs Dann wieder allerleyCchweizersches; wie z. B. Larts Aönörals 6s la8ll>88s. 8uivant 8sz nouvsllss üivisions 1799.knicht ohne Fehler, aber doch nach der weissi-scherr eine der bcßcen); Earcs 6u Eanton 6s laküetis (jeder zu 1. Laubthlr.); Larts pstroAia-ph!glls6u8t. Ootüarcl, »ach E.rchaquer, Struveund van Berthen; verschiedene Prospekte von Bruk,Fraubrunn, dem Rheiulauf ob dem Rheinfall, den(seither verbrannten) Brücken zu Schaffoauscn undWcttingen, dem Schloß Falkenstein u> a. aus ver-schiedenen Kantonen, in Aquatiuta-Manier. Dannvon Mannnigfaltigem; wie z. B. OosmvArapiiusms6itan8, nach Rembrandt geetzt; die fünf Sinne(Ach! um 4 «. Kr.) und die Amerikanische Aloe,die 1791. in der Probstey Grozingen im Brisgau gcblühet hat. N06) späthcr (»8»o.) Lavaters Bilb-niß in Dktav, mit dem Pinsel ausgemalt u. a.Seit ein Paar Jahren befindet er sich zu Berlin , woer in 1806. zum auswärtigen ordentlichen Mit-gliede der Akademie aufgenommen ward. Dorterschien von ihm 1807. »nach den Angaben derHH. von Humboldt, Saussure, Radmond,von Buch, Tralleo, von Schrörrer und Bode,und mir einem kurzen Text des erstem begleitet)zwey Blätter, welche die verschiedenen Berges-höhen der Erde, des Mondes, der Venus unddes Merkurs bestimmen. Mensel VI. Misc.V. 60912. Lbendess. Arch. l. Z. 1904.16. 1. 68. 82. 196. ll. 2. 29. u. 182.-bing. Morgenbl. 1807. S. 860. wo diese letztreArbeit beschrieben und wohl nicht ohne Grund ge-priesen wird; wobey man aber (beyläufig zu spre-chen) nicht ohne Lächeln lesen kann , wenn es dortneben Andern, heißt: Man erstaunt mir Recht > ?)wenn man findet, daß mehrere Städte in Ame-rika (welches überhaupt die höchsten Berge hat)höher liegen, als in Deutschand irgend ein Bergemporragt, und wenn man den über alle übrigenweil erhabenen Chimbvrazzo erblickt, und dabeybedenkt, daß unser LandSmanu, H. Humboldt,diese Höhe erstieg." Von seinen bcmerkenswcrlhe-sten einzelnen Blättern finden sich gute Verzeich-nisse bey Rost il. 224-26. und in dem Wmkler-schen Gantcatalog. Zu demselben gehören wohlunstreitig die drey 179092. erschienen: Vuss psr-»pectives 6s la Partie la plus slsvss 6s ladrille, nach dem pfeifferschen Modelle; 6uklont 8t. ciotbar6, nach einem ähnlichen Reliefvon Epchaguer, und 6e ja vallös 6e Lliamouni»6u lÄontblans stc. nach Anleitung der Reisen vonSaussure. Von Andern, nennen wir hier nurnoch die große Landschaft nach Louthcrbourg: Halts6e Ousrrisrs (1770.), und dann das allerliebsteBlatt seines ^mour menayant, eine seiner frü-hesten Pariftrarbeitcn (1764.), nach Danloo.

* Mecheln , M ecken und Meckenen(Israel van >, Vater und Sohn. Beyde warenGoldschmiede; ob aber erstrer auch Kupferstecher,ist ungewiß, der Vater geb. um 1426. zu Mecheln ,Megelen oder Mekencn, einem Flecken nicht weilvon Bockholt, einer kleinen Stadt an der Gränzeder Grafschaft Aütphen und den Clevischen Landengelegen. Dort wohnten beyde von 1460. an, bis160Z. (nach andern, wahrscheinlich irrig, bis 1620.).