Band 
Zweyter Theil [2].
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815
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M e ch a u.

abwechselnder nüanzirt. In eignen Erfindungenverräth er zwar selten einen großen, desto öftersaber einen gefälligen Geschmack, wovon man sichrum Theil schon aus jenen gemeinschaftlich mitReinhard und Diez gefertigten Römischen An-sichten überzeugen kann." Ueberhaupt wurde erum i8u5. nebst Kaaz, Klengel und Deich zu denvier vorzüglichsten Landschaftsmalern und Zeichnernder zieuesten Dresdner -Schule gezahlt. Auf dendorlDen Ausstellungen erschien er nicht immer:In i8nn. mit zwey Landschaften in Oel, die sichdurch hohen Ernst und schönen Fernen auszeichneten.Der Stoff war aus Herder entlehnt. Die Aus-führung der Figuren fand man nicht gelungen. Eindrittes Bild in Wasserfarbe hatte die von der Wölfingesaugten Erbauer Roms zur Staffage (Deutsch .Aunftbl. I. 2. 32.). Auf dem Salon von i8u3.vermißte man ihn (AUg. Runftz. 255.). Auf der-jenigen dann von i8oü. sah man von ihm wiederzwey trefliche Bilder, von welchen das eine Castel-Gandolfo mit Albinus, der die vor den Galliernflüchtenden Vestalinnen in seinen Wagen aufnimmt,und dafür seine eigene Familie absteigen läßt(jetzt im Besitze des H. Düfour-Feronce zu Leipzig ),das andre eine Gegend an der Tiber , mit Cin-cinnatns am Pfluge darstellt. Noch später gab er,gemeinschaftlich mit dem Architekt Klinsky, für denwackern Kunsthändler Rietncr in Dresden , dieZeichnung zu den beyden seither in getuschter Ma-nier von Herzinger und Haldenwang (jedes für i».Thlr.) gefertigten großen Blättern, welche Ge-genden vorstellen, wie solche die eine Klopstock,die andre Schiller sich zum Lieblingsaufenthaltwürden ausgesucht haben (?). Eine ausführlicheBeschreibung, und denn doch um ein Paar Noten zu hoch getriebene Lobpreisung derselben s. im

Tüb. Morgend!. 1807. 54748. Jene sechs

genannten Bilder aus dem Leben Abrahams ge-dachte unser Künstler in Wien anzubringen, wohinschon mehr Andres von ihm gekommen war, undsodann wieder nach Italien zu gehen; was er,waren seine Mittel nicht zu beschrankt gewesen,schon früher unternommen hätte; »denn" (heißtes im Tüb. Morgenbl. 1807. 392.)er genoß nieeine Pension, und war auch zu stolz, darum anzu-suchen. " Allein dieser letzte Wunsch blieb unerfüllt;von der Vorsehung ward es anders beschlossen.Seine weiten Spaziergange beym Untergang derSonne zogen ihm öfters Halsweh zu; da er dieswenig achtete, und die anhaltenden Ostwinde desI. 1808. der Gesundheit höchst nachtheilig waren,so ward er ernstlich krank. Seine Schwester (beywelcher er unverheyrathet immer sehr eingezogenlebte» beredete ihn endlich , sich eine Ader schlagenzu lassen; er willigte ein, wollte einen Verbandaus dem Schubkasten nehmen; und bey diesemGeschäft sank er todt auf den Stuhl zurück.Mankann " (heißt es am Schluß des angezogenen Auf-satzes)nicht glücklicher sterben; man kann nichtedler leben." Auch bey Rost (1. 0.) heißt es:Nicht minder als seine Kunst, schätzte man seinensittlichen Charakter, und die Offenheit seines unbe-fangenen Urtheils." Und im Tüb. Morgenbl. l. c.Ueberhaupt hatte er etwas streng Abgemessenes

Mechel. grZ

in seinem Thun und Lassen, und warfest, edel, einBiedermann wie Wenige." Bey seinen Erben be-finden sich noch neben den mehrerwähnten Bildernaus der Geschichte Abrahams *), und den beydenCopien nach Gelee, etliche andre; darunter einsehr großes, ungemein schönes: Die Flucht nachEgypten; und ein zweytes, ebenfalls großes (inWasserfarbe gemalt und schon oben genannt): Fausstulus, der die Kinder Romulus und Remus seinerFrau bringt (die Landschaft ganz nach der Naturcopirt). Die Litteratur seiner frühern Arbeiten biSauf seine zweyte Reise nach Welschland findet sichbey Mensel I. ll. So z. B. von Gemälden;Adam und Eva, wie sie des todten Lbels ansichtigwerden, nach Geßner (177^; die Ruhe auf derFlucht nachEgYPten (ob das gleich vor angeführte?)1772. und einen schlafenden Amor (1774-)- DonEtzarbeiten dann, welche gewöhnlich mit unge-meinem Geist ausgeführt sind, und womit er sichlange lieber als mit dem Pinsel zu beschäftigenschien: Die Auferweckung Lazari, nach OeserSZeichnung (1767-); die Anbetung der Hirten, nachC Schut (1788 ); ein schön geatztes Bacchanal,nach I. Carpioni (1770-); zwölf kleine Landschaftennach seiner Erfindung (1773.); eben so der weinendePetrus , in Clzheimcrs Geschmack, und der Todder Lucretia (1776 ); eine heroische Landschaft mitMerkur und Argus, in einer Gegend bey Tivvli,und der dortige Wasserfall (diese wahrscheinlichwährend seinem ersten Aufenthalt in Rom ). Dann,von seiner Rückkehr nach Dresden (1780.) bis zurzweyten Reise nach Welschland (1790 ), mehreresvon ihm sehr schön Gezeichnetes und von GeyserGestochenes für Buchhändler (s. den Aufsatz in derBibl. l. c. S 2,.); von ihm in dieser Epo»e selbstgeätzt ein einzelnes trefliches Biattgen in S. GeßnersManier: Der Titel zu weyels Kakerlak. Vonseinem zweyten Aufenthalt in Rom an: Sechsartige italienische Landschaften in Swanefeldt'SManier (1792.); acht Römische Gegenden für denFrauenholzischen Verlag (179295.); der Hohlwegund der Eingang in denselben, in Luschmanier(1794.); das Grabmal der Cacilia Metella unddas Colisaum zu Rom . Conf. den Katalog vonwinkler, wo noch Einiges oben nicht Bemerktesvon ihm erscheint; wie z. B. Amor, den Merkurin den Künsten unterrichtet, nach einer Zeichnungdes Solimena , ohne Namen der Künstler u. s. f.Eben so den Katalog von Brande«, wo unterseinen Arbeiten für Buchhändler 25. Bl. und 10.Vignetten für die ersten Ausgaben von wielandsgüldnem Spiegel, Agatho» und Don Sylvia, gnannt werden.

* Mechel (Christian von), Kupferstecher,Kupfcretzer und Kunstverleger. Derselbe war vonseinen Eltern bestimmt, ein Geistlicher zu werden;aber die Neigung für die Kunst behielt die Ober-hand. Nach dem ersten Unterricht, den er inNürnberg bey I. G. Heumann und bey den Preiß-lern, so wie spätherhin zu Augsburg bey I G-Pinz, erhielt, gieng er 1757. nach Paris , wo erein Paar Jahre bey Wille studirte, und alsdannbis End 1764. daselbst für sich etablirt blieb. Dort

*) Dieser Cvclus aus der Geschichte Abrahams wurde, bald nach des Künstlers Tod, im Dresdner -Salon voi8»8. und zwar um ihn (etwas spät!) zu ehren, indem Professor-Zimmer aufgestellt. Don diesen Bilderheißt es im Freimüthigen (i8<>8. S. 435-56.):Noch scheinen solch, hie und da nicht vollendet; abeeinzelne Parthien sind mit dem größten Fleiß ausgearbeitet. Besonders kräftig sind die großen Baummassennur Sckade, daß sie sich meist so ähnlich sehen, und daß man nur sparsam Bäume aus dem Vaterland jeneGeschichten, und dafür mehrere nordische Laubbäume erblickt. Auch durste das Grün verleiben mitunter ieiner zu großen Fülle vortrettcn, wodurch sämtliche sechs Bilder eine gewisse Einförmigkeit bekomme». Sonderbar (Raphael hat es schon, doch wahrlich ivunderschLn! in seinem Heliodor gethan) hak Mechau den überirdische» Gestalten, die in den Gemälden schwebend vorgestellt werden, nie Flügel gegeben, wodurch sie sehschwerfällig in der Lust hängen, und sie nur dem einzigen stehnden Engel (wohl mit gutem Vorbedacht.',verliehen, der ihrer weniger bedarf. Diese kleinen Bemerkungen hindern indeß Nicht, das Meisterhafte dieseWerke zu bewundern, das Geniale derselbe» anzuerkennen, und zu bedauern, daß die Hand nun kalt ist» didiese Lebensfülle schuf." Im Tüb. Morgenbl. >8o8. S. -Z-. dann beißt es:Bekanntlich scheint unsernMeämu die Landschaft nichts, ohne irgend eine Begebenheit, mit welcher d-e Natur IM Einklang stehen, a>welcher sie selbst Antheil nehme» müße. Dies ist i» den meisten der erwähnten Bilder zur Bewunderung schi>gelnngen; z. B. in dem, wo die himmlischen Gäste dem Abraham noch einen Nachkommen versprechen; wHagar an einem herrlichen Sommermorge» in die Einsamkeit verstoßen wird; wo Gott der Herr im Sturmwinde daniedcrgefahren ist, daß die Krone der Bäume abgeschmettert wurde, und das Laub sich »och zittern!bewegt. In manchen ander» hingegen scheint es uns verfehlt, z. B. iu demjenigen, das Haggr rn der Wüstzeigen soll, wo die Landschaft viel zu reich «»d üppig ist."

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