Mechel n.
ist unbekannt, wer des jüngern Lchrmeister ge-wesen. Von der Manier Martin Schön's (nachwelchem er einige Blatter copirt, aber ihren Werthbey Weitem nicht erreicht hat) weicht die seinigezu sehr ab; desto ähnlicher ist solche in der Zeich-nung derjenige» von Eyck. Zu den Dutzend Ver-stümmelungen seines Namens gehört auch der vonMeck Biockolr. Das zganze Werk dieses Künst-lers besteht aus 2hn. Blattern, welches in Hei-ne cke's neuern sJachrichren (S- 456 — 74 -) in176. N^. vollständig verzeichnet ist. Bey Rost (ll.101—4.) dann findet sich, nebst seinen verschie-denen Monogrammen, eine kleine Auswahl desBeßten. Darunter gehören die Bildnisse des Va-ters, dann des Sohns mit Jda, seiner Frau;die sogenannte Maria mit der Heuschrecke, undder Cavalier und die Dame, welche beyde Nach-worts von A. Dürer und M. Anton Hochgestochenwurden. Oonk. den Gantcatalog von Winkler,wo die beyden Folgen: Christus und die zwölf Apo-stel (13. Bl.) und die Leidensgeschichte (12. Bl.),letzt« als Hauptblatker, und erst« als äusserst sel-ten bemerkt werden, da solche sogar bey Heineckefehlen. In seinen wenig übriggebliebnen Gemäldendann findet sich der größte Fleiß, das ängstlichsteHalten an die Natur, mit der daraus entstehendenTrockenheit, welche alle Bilder seiner Zeitgenossenbezeichnete. In der Galerie zu München siehtman von ihm: Einen Heiland mit der Weltkugel;eine Maria mit gefalteten Handen, und ein Kru-zifix mit Johannes und den HH. Frauen, alledrey kleine Bilder, von Mannktch.
So weit war dieser Art. gediehen, als wir beyBarrsch (draveur peintre VI. p. 184. et suiv.)verschiedenes ganz neues Licht über unsre beydenKünstler erhoben. Ihm scheint es vördcrst, ausmehren« dort angeführten Gründen so gut alsausgemacht zu seyn, daß alle unter den Namenoder mit den Anfangsbuchstaben und Monogram-men Israel's von Mecken bekannten Blatter bloß Einem derselben zugchören; daß wohl einigedavon das Gepräge der jüngern noch ungeübtenHand tragen, in allen aber, in Absicht auf Zeich-nung, Führung des Grabstichels, und ganz be-sondern Charakter eine unverkennbare Gleichför-migkeit herrsche, und somit namentlich auch dieVermuthung von Zan« (Dlatermli etc. p. c) ) alsob diejenigen mit 4. bl. bezeichneten die Arbeitdes Aeltern, die mit V. bl. signirten hingegendes Jüngern wären, unstatthaft sey. Wohl aberglaubt auch Er, daß es zwey Personen diesesNamens gegeben, und (mit Zanr, gegen Hei-necke) daß das Bildniß desjenigen ohne Bart,und seiner Frau, Jda, den ältern *) , der mit demBart hingegen den jüngern darstelle, und aberbeyde der Stich dieses letzten« seyen, der sich aufdem seinigen A-'a/re/ varr Trecke,re-r Oolllsmicnennt. Ob der jüngere auch Maler, und derältere sogar Künstler gewesen, scheint ihn« nochunausgemacht zu seyn. Der H. von Mechelttin seinen« Catalog der Wiener-Galerie (S. 23',.)nenne ein dort befindliches Gemäld (zwey Domi-nikaner , mit zwo Heiligen zur Seite), welches,nach ihm, mit j. bl. und 1452. bezeichnet, undsomit dein ältern van Mecheln zuzuschreibenwäre. Aber (hört! hört! Liebhaber der achtenKunstgeschichte!), weder jenes Zeichen noch dasDatum, soll sich — nicht auf dem Bild, sondernganz andre, unverständliche — nicht unwahrschein-lich fehlerhaft aufgefrischte, und, kurz, hier ganznichts beweisende darauf befinden. Dann willHeinecke (Nachr. II. Z 8 .) ein Bild von ihm inbcr Ekadtkirche zu Boeckholt erkannt haben. (Wel-che AuthoNtäe endlich die drey Gemälde in Mün-chen für sich haben mögen?). Ganz apokryphischhienachst sey wohl die (von dem Nürnberger-Kn-pferstichhändler G. A). Anorr) geschriebene Nor
tij auf einem mit dem Monogramm I. bl. bezeich-neten (in der Kupfersammlung zu Dresden befind-lichen) Blatte, das St. Lucas auf den Knieen vor-stellt, der die H. Jungfrau malt; welche Notiznämlich lautet: »Das Portrait von Israel vor«Mecheln gemalt, und gestochen von ihm selbst«445 '' **)- Was, nach Barrsch, noch am Mei-sten für einen Maler solchen Namens spricht, wärewohl eine Stelle in Wnnpheling's : Dpist. rerum6erm. e. 67. wo er unter der Rubrik: vc pic-tura et plastice sagt: Icones /-raöür /ziemanniper universam llluropam üesiäernntur, Iiriben-turgue a pictoribns in sommo preclo; undzwar müßte diese Stelle Israel den altern be-treffen , der somit, Alles zusammengenommen,wirklich ein Maler seyn mochte. Israel denjüngern, den unstreitigen Kupferstecher dann an-gehend , führt Barrsch erstlich die in verschiede-nen Sprachen ihm gegebenen Namen an; nebendenen uns schon bekannten noch: von Mainz und Men. Hiernächst scheint es ungewiß zu seyn,ob Israel oder Mecken sein Familiennamen ge-wesen; allgemein giebt man zu, daß erden letzternvon seinem Geburtsort entlehnt, welches aber weitwahrscheinlicher die kleine Stadt Meghen oderMecken (so nennt er sich ja selbst auf einem Blatt,welches die Verlobung der H. Jungfrau vorstellt»an der Maaß, als aber Mecheln (wie man sonstgewöhnlich annimmt) gewesen sey; daß er sich dannin dem benachbarten Bocholr in« Bisthum Münsterniedergelassen habe, welches ebenfalls aus der Auf-schrift mehrerer seiner Blätter erhelle; wobey noch zubemerken sey, daß drey derselben (wie St. Georg,der kämpfende Soldat, und ein Laubwerk von Ver-zierungen) zwar die Buchstaben I. V. bl. tragen, un-ter denselben aber noch die Spuren von k. V. U.entdeckt werden, und daher vermuthet wird, daßdiese höchst wahrscheinlich ursprünglich von einem an-dern Künstler (Franz von Bocholr) gestochen, undvon dem unsrigen spatherbin bloß aufgefrischt wor-den ; woraus dann Barrsch (verbunden mit dem Um-stand, daß eben diese Blätter in den unaufgestoche-nen, und bloß mit I) V. 6. bezeichneten Abdrückenweit besser gearbeitet erscheinen) den gedoppeltenscharfsinnigen Schluß zieht: Daß erwähnte Blat-ter einerseits ursprünglich wirklich von dem ge-schickten alten Meister Franz von Bocholr seynMüssen, und anderseits, daß dieser letzt« der Lehr-meister Israels von Mecken gewesen sey. Nuncharakterisirt er die Kunst desselben, als freylichdürftig genug, da solche nicht bloß das ganze Ge-präg des gothischen Geschmacks seines Jahrhun-derts, sondern hinwieder keine einzige Spur einesanderweitigen Werths der Kunstprodukte eben die-ses Zeitalters trage; daß er ;. B. Martin Schon-gauern, und so inehr Andern weichen müsse, derenBlatter wenigstens ein originelles Genie, und beyaller ihrer Bizarrer« gewisse Schönheiten verrathen;daß man daher auch von keinem dieser alten Mei-ster irgend eine sichere Kopie von einem Stich un-sers Israels kenne, da Er hingegen allein 4 ».Blätter nur von Schongaucr nachgestochcn habe.Und endlich folgt (I. c?202—3»8.) eine ungleichreichere und weit genauere Litteratur der Blatterdes unsrigen, deren er 2Z3. sichere, und 26. un-gewisse zahlt, ungeachtet er von Heinecke's 178.Nummern, 45 . derselben theils niemals gesehenhat, theils jolche wirklich als unstatthaft verwirft,dafür aber 08 . beybringt, von welchen letzt««' 36.nicht gekannt, und 32. derselben andern (anonymen)Meistern zugeschrieben habe. Unter jeiiö 45 . zahlter die vorerwähnte von Heinecke genannte Ma-donna mir der Heuschrecke (welche übrigensein — Papillon sei)), ein Blatt, das freylich denNamen unsers Künstlers trage u. s. f. SeineNotizzen von allen diesen Blättern theilt er ein,in: Bildnisse, Gegenstände aus der Bibel, Ma-
') Die Einführung der langen Bärte (bemerkt Sani) datire sich von 1503. wo Pabst Julius n. den ersten getragen.Gegenwärtig scheint es beynahe ausgemacht ru seyn, daß das erste gestochene Vkatt (des Mass Finiguerra)sich von 1-iZÄ. dacirt. Aber was erlaubt sich nicht ein dummdreister — sogenannter deutscher Patriotismus,auch in solchen Dingen für frommen Betrug!
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