8r4 Melchiori»
* Melchior» oder Märchiori (Johann).Derselbe arbeitete um 178«. an demKur-BayerschcnHose ;u München . H/rc.
* — — (Johann Paul), lebte noch 1718.Lanz» (I. 6^,0.) sagt von ihm kurz: Er hatte denRufeines guten Meisters der Marattischcn Schule;doch mindern, als z. B. Andr. Procaccini undPet. Petri, seine Zeitgenossen. Nach ihm gestochenkennt man ein Bild des Papstes St. Peter Cölcsiinvon D. Fariat. Die von ihm selbst nach Raphaelgeatzten Blatter find eine Gruppe von 8. und eineandre von 5 . stehenden Figuren.
Melde mann (Niclaus), ein uns bisherganz unbekannter alter Formschneider, Briefmaler(Kartenmacher) von Nürnberg . Von ihm führtBarrsch (VII. 482—84.) zwey Blatter mit seinemaus dem zusammengezogenen N.mid X.bcstehndenZeichen an. Das eine tragt zur Aufschrift: DervHastenran; zu Gümpelsbrunn bis Sonntag(ein Dorffest von lauter großnasigten Bauern).Ebendasselbe kennt man auch kleiner, in runderForm, und mit einer (schlechter gearbeiteten) Ein-fassung. Das andre ist ein Bildniß des Böhmi-schen Hauptmanns Peter Perschyne, in Vertheidi-gung Wiens gegen die Türken (1229?).
* Melder (Gerard), Maler. Derselbe sollauch Landschaften geätzt haben. Eine solche, miteiner lustigen Gesellschaft staffirt, führt der Katalogvon Brandes an.
Melenger, s. MeUmger.
Me! eun (der Graf). So nennt ZZasan (ls.d.»er.) um 1789. einen neuern Liebhaber, welcherverschiedene kleine Blatter nach Bcrghem, Cailotu. a. gestochen habe.
Melgarejo (Hieronymus), ein Augustiner-Mönch aus Grenada , lebte im XVII. Jahrh, undhinterließ in der Sakristei) seines Klosters ei» Ge-mälde, das eine Prozession mit viele» Figuren vor-stellt, schön componirl ist, und sich auch von Seitendes Colorits auszeichnet, .fiorillo I V. 270—76.
* Melighlni (Jacob), der Baumeister,wird unter die Schüler von Dalth. Peruzzi gesetzt.,Mc. Die Anekdote des Lex. über ihn wird vonMilizia (Lcl. teiv.. I. 220.) lustig genug erzählt,wie folgt: Als der Papst alle Zeichnungen für denPallast Farnese besichtigt, und, zu St. Gallo's großem Mißvergnügen, den, von Michael Angelo vor allen andern gelobt hatte, wollte er auch nochden von Meligbmo sehen. Hier konnte sich Sr.Gallo nicht mehr fassen, und sprach: » Der bautnun vollends nichts als Narrenzeug"! Hieraufder Papst mit einem spöttischen Knicks und Hohn-lächeln : » Wir aber wollen, daß Melighino derBaumeister in der That, und Du der Anschaffe«:seyst." Dieser Mensch hatte, wie es heißt, Sr.Heil. lange als — Stallknecht gedient, und wardann Architekt geworden. Späterhin hatte er dieAufsicht im Belvedere, und wurde endlich gar zumBaumeister von St. Peter, mit der nämlichenBesoldung , wie St. Gallo , erklärt. " DieseMeligbini (ruft hier der wackere Milizia aus)verderben jede schone Blliisl!
* Melini (Carl Dominicus), Kupferstecher,geb. zu Turin um 17,6. Er gieug, um sich inseiner Kunst zu vervollkommnen, nach Paris , woer sich niedergelassen hat, und um >789. dort lebte.Es scheint, er habe sich nach Deauvailet gebildet.Sein Stich hat viel Reinheit und Glanz. Vonseiner Arbeit nennen wir hier: Die Wahrsagerinnach Berghcm; die Kinder des Prinzen von Turcnnenach Drouais , (ein Gegenstück der Kinder desGrafen von Bechüne, von Beauvarlet, nach ebendiesem Meister) und dann das sehr schöne großeBlatt seines Morgens nach Louthcrburg. RostI V. 246—47. Irgendwo werden auch die übrigendrey Lagszeiten. nach Ebendemselben, angeführt.Bey Basan bist. soc. die Erziehung des Amor nachla Grenee, und: ls bell« Lource, nach Nattier.
Mellin.
* Melißi (Augustin), arbeitete noch um »675.Seine Cartons für die Großherzoglichcn Galerienwaren theils von seiner eignen Erfindung, theilsaus den Werken von Andr. de! Earto gezogen.Von seinen Gemälden rühmt Baiduiucci besonderseinen St. Peter, wie er sich dem Vorhofe des Pi-latus nähert, im Paliaste Gabmri zu Florenz .
I. 2iZ.
* Melker»» oder Mellin (Heinrich). NachFiorillo 111.166—67 war er gebürtig von Vourges,und wurde, auf sein Ansuchen, das im Lex. er-wähnte Privilegium, nicht bloß für seine Person,sondern überhaupt für seine Kunstgenossen erneuert.Auch sind dort hierüber die Orünnn. üos llnis üsb'rglico D. XIII. p. 160. als Quelle angeführt.
Melier ( ). So heißt irgendwo, ohne
Weiteres, ein Künstler, welcher kleine Geschichtengemalt habe.
Mellin (AugustWilhelm, Neichsgraf von),Königl. Preussischer Kammerherr auf Damizow,Keesow, Schönenfeld und Bearenhof in Pommern zu Danizow (». Ii. Herr der Herrschaft Ncuenburgam Bober). Schon von 1779. au kannte man vonihm, neben mancherley geschickte» Bemühungen imFache der Zoologie, seinen vorkreflichen Versucheiner Anweisung zur Anlegung, Verbesserung undNutzung der Wildbahncn, mit »»8 Blättern (meh-rere nach seinen eignen Zeichnungen', wovon (j°.Bell. 800.) eine neue Ausgabe erschienen war; sowie späterhin in von wilduiigs Forst - und Jagd-Taschenbuch von »8«, 5 . ». 6. schöne Abbildungendes Rennthiers und Eleuns (Thiere, die ihn immer-hin vorzüglich beschäftigten) von ihm nach demLebe» gezeichnet, zu finden sind. Meusel G D-und Il^c.
— — (Ulrica, Gräfin von), Tochter desobigen Grafen August Wilhelms, hatte zu dendort genannten beyden Werken ebenfalls wohl ge-rathene Zeichnungen von allerhand angenehm grup-pirtem Wild geliefert.
* — — oder Melling ( ). Letztres
wohl der richtige Name. Auf einem zu Carlsruhe gezeichneten Titelblattc nennt er sich Jos. Ineiner Handschrift meines sel. Vaters wird der kurzeArt. dieses Künstlers im Lex. dahin, theils verän-dert, theils erweiiert, daß derselbe nunmehr lautet,wie folgt: „ Ein französischer Maler, lernte beyCarl Vanloo, arbeitete zu Carlsruhe und zu Skras-burg, »vo er eine Malerschule nach dem Muster derParisischen anlegte- Von ihm kennt man in be-merkten zwey Städten Altarblätter, Familienstücke,Kinderspiele u. s. w. Um »778. war er Marggräf-lichcr Hofmaler zu gedachtem Carlsruhe. Meusel1. 8. v. Melling und M;c.
— — ( ), Bruder des Obigen, kand-
schaftszeichncr, hielt sich an die 18. Jahre zu Kou-siantinopel auf, wo er feine Zeit vornehmlich mitAbschilderung der Naturschönheitcn und übrigenMerkwürdigkeiten dieser Stadt und ihrer Umgc-gcbungen zugebracht, da besonders seine Stelleals Bau - und Zeichenmeister der Schwester desunglücklichen Großhcrrn, Selims III. Hadidgö,ihm Gelegenheit gab, Alles zu sehen und zu unter-suchen, und selbst in die innern Höfe des Serails zudringen. In i 8 o 5 . kehrte er mit seinen gesammeltenKunstschätzen von dort zurück, kam nach Paris undvereinigte sich mit dem Kupferstecher rJee, um dasPrachtwerk einer malerischen Reise an den Küstendes Bosphorus und Hellespont's zu liefern, wozuder B. Poupard die Beschreibung, Melling selbstalle Zeichnungen geben, und die vorzüglichstenKünstler (wie z. D. Godefroy), zur Ausfertigunggebraucht werden sollten. Auf dem Salon von1806. sah man von 48. solcher Zeichnungen einDuzend, von denen es hieß: »Wahre Bildnisse,und somit kenntlich; die Lagen wohl gewählt, und,da sie für den Stich bestimmt sind, ungemein köst-lich und nett ausgearbeitet; neben Andern» einBrunn, zwar von schlechtem Geschmack, aber so