Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
823
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Melan.

ganze Gravur von der Nasenspitze völlig spiral-förmig ausgeht/ und sich eben so endet)/ wennschon an sich keines seiner beßtcn Blatter/ ein Spiel-werk vonGeschicklichkeit/übcr welches Liebhaber nichtgenug erstaunen können. Er hatte die Gednld,diesen Kopf vorerst zweymal mit der Feder zuzeichnen (ein Exemplar davon befand sich in derKönigl. Bibliothek zu Paris ). Hätte er noch vol-lends jenen reinen und brillanten Schnitt gehabt,der sich be» einigen Neuern findet, und den mangewöhnlich weit wichtigern Theilen der Kunst vor-zieht, so hatte es ihm mit jenem Manöuvre nichtfehlen können, seinen Arbeiten das Ansetzn desStahls zu geben." Sein erstes uns bekanntesBlatt ist das Bildniß von Joh. Barclay von 1621.Sein jüngstes: Ein St. Petrus betend be» einemFelsen (1887.) von dem damals sechs und achtzigjährigen Künstler. Ein andres eben so, und zu-gleich mit: stomw bezeichnetes: Die sterbendeMagbalena, musi somit früher gearbeitet seyn. Diegrößte Kraft scheint er in seinem mittlern Alterbesessen zu haben. Eine gute Litteratur seines Vor-züglichsten findet sich bey Rost VII. 11(1—24. WeitMehreres dann führt ein Verzcichniß meines sei.Vaters an. Darunter an die 180. Bildnisse, mei-stens nach seiner eigenen Zeichnung, „in welchenman" (sagt wareler) „die Farbe der dargestelltenPersonen zu erkennen glaubt. So z. B. diejenigendes Parlamentraths von Aix, N. C. Fabri dePeiresc , und des Kanzlers P. Seguier. Dannvon biblischen Vorstellungen und aus Legenden,wieder nach eigener Zeichnung, z. V. das schöneNachtstück seines schlafenden Heilands im Oel-garten; St. Francisc in der Wüste, vor einemKreuze knieend (1HZ8.) „ein ausgezeichnetes Blatt"(sagtRost) „wegen der verständigen AbwechselungderStriche"; und wareler: „Indemselben drücktdie Arbeit an den lichten Theilen der Kulte die ganzeGrobheit des Stoffes aus, in welche der strengeMönch gekleidet ist. Obgleich die Hauptfigur, miteiner einzigen Taille graviert, nichts WciffcS hat,als auf den Theilen die vom Lichte getroffen werden,so ist das Ganze dennoch von großer Kraft." Vol-lends aber, als den schönsten und zugleich seltenstenaller seiner Stiche, nennt Rost seinen St. PeterNonalscus, von zwey Engeln getragen; ferner,ebenfalls als schön und selten, die beyden großendem Kardinal Mazari« zugeeigneten Thesen vonAnt. Talon und Wilh. von Longueil, diese aufzwey, jene auf drey Platten. Hiernachst vonBlattern, nach andern Meistern, als sei» Vorzüg-lichstes, unter dem eigentlich Historischen: Rebecca,welche die Kameele des Knechtes Abrahams wankt,nach Tintoret, „ von bewundernswürdiger Farbe"(heißt es bey Wareler) „ und dem seltensten Marke;man sieht, daß es nach einem großen Eoloristengefertigt ist, und muß gestehen, daß die Venctiani-scheSchule selten so gut dargestellt wurde; und dochsind die Taillen desselben bloß in einigen Beywerkendurchkreuzt." Dann seine Psyche, die den schla-fenden Cupid mit dem Dolch durchbohre» will,nach S. Vouet; dieses nun ganz mit Krenzschraffi-rungen gestochen, und von sehr schöner Wirkung;St. Catharina auf den Knieen, der ein Engel dieMärtyrer-Palme bringt, einen Tod der Lucretia,u. a. m. nach Ebendemselben, lauter schöne undzum Theil seltene Blätter. Von ganzen Werkenendlich kennen wir seinen Antheil an den Statüen,Büsten und Basreliefs der Galerie Justiniani (imGanzen 822. Bl.), und die Statüen und Büstender Königl. Französ. Pallaste, wclllie MelanüO/g.) angefangen, und St. Bandet vollendethat (Oi B>. j,n Ganzen), (stach ihm dann hatNicl. Vienot oder Cl. Vignon einen Eimson undDelila, wahrscheinlich copirt. Lonk. eine eben-falls gute Litteratur des von und nach ihm Ge-stochenen im Katalog von Brandes «. v. Mellanund vouer. Dann Gandellini, und besonders:ie Oo M te Oaüüret II. p. Z02—Zst.

Melan (Philipp). Dieser Name soll sich aufeiner gestochenen Thesis Franz Stephans, Präsi-denten der Schatzkammer von Aix , finden.

Welcher. 82z

* Melanrhius. Der Charakter seiner Kunst(heißt es bey wareler), war, wie derjenige seinesLehrers Pamphilus , der Charakter der Weisheit.

* Melar (Adrian). Von diesem Künstlerkennt man auch: Christus, betend im Oelgarten,nach Rubens ; dann eine H. Familie, und ein EcceHomo, beyde ohne Namen des Malers.

Me karre. S. den Art. Treppe.

Melcher (Heinrich Anton), des nachfolgen-den Job- Perers Sohn, geb. um 1771. Künstler— wir wissen nicht eigentlich, in welcher Gattungvorzugsweise. ,, Als er" (heißt es in einem unterdem Art. dieses letzter» bemerkten Aufsätze) „ nochkeine volle sechszehn Jahre hatte, machte er Ar-beiten, die von einsichtsvollen Männern geschätztwurden. Sein Vater, von niedrigem Eigennutzeentfernt, dachte nie an Vortheile, die er durch ihnziehen wollte; seine einzige Sorge gieng dahin,ihn nach seinem Vermögen zu einem vollkommenenKünstler, und zugleich zu einem edeln und glück-lichen Menschen zu bilden. Da ihm die Naturgroße Anlagen verlieh, so gelang es dem Vater,ihn so weit zu bringen, daß er mit Leichtigkeiteigene originelle Erfindungen liefert, die in Stel-lungen, Anordnung, Gruppirung, Idee, Aus-druck und Bekleidung der Figuren viel Natur undGeist zeigen — mehr als man von seinen Jahrenfodcru kann. Er ist im Edeln und Niedrigen, Ernst-hafte» und Komischen gleich glücklich, beschäftigtsich immerfort mit Zeichnen, bisweilen auch mitMobclliren, und hatte schon sehr frühe angefangen,auch im Malen Versuche zu machen. Hoffentlichwird man von seinen inzwischen gemachten Fort-schritten künftig nähere Nachricht ertheilen können.Seit 1794. haben wir indessen nichts weiter vonihm vernommen.

— — — Melchor oder Melchior(Johann Peter). Das dritte soll sein richtigerName sey», Bildhauer, geb. zu Lindorf , einemDörfgcn im Hcrzoglhum Berg >745. übte eine Zeitlang seine Kunst in der Porzellanfabrik zu Höchstseit 1779. aber als Kurpfalz -Bayerscher HofbildsHauer und Modellmeister, in der Kurfürstlichen zuFrankcnthal. „ Die Natur" (heißt es bey Men-sel II.) „bestimmte ihn zum Künstler, und diesestudirte er auch einzig unter großen Hindernissenund den bittersten Widerwärtigkeiten." NeuernNotizzen zufolge, die sich aus einem eigenen Auf-sätze von ihm in Ebendess. lJ Mus. iüo—H7.befinden, muß er ganz Autodidaclos gewesen seyn.Um 1787. zählte er selbst zu seinen größer» Arbeiten,neben Andern,: Ein Epitaphium von schwarzemMarmor und Alabaster auf den Kur-MainzischenDohmpropst von Breidcnbach, in der Domkirchezu Mainz ; bey dessen Erfindung er aber (wie derVerf. der Briefe eines reisenden Franzosenbemerkt, und Er selbst in erwähntem Aufsätze zu-giebt) nicht frey wirken durfte; dann das Bildnißdes Kurfürsten Emmerich Joseph von Mainz , inProfil, mit zwey Kindergenien, in Sandstein; inder Reitschule allda einen scchsschuhigen St. Nepo-muk ebenfalls in Sandstein, vor dem Spcyrer-Thorezu Frankenthal . In kleinern Bildern wagte er sichdann auch au Weltliches: Einen Amor ;. B- aufBlumen, eine Medusa, hauptsächlich aber eineAriadne aus weißem Marmor, von welcher erselbst in erwähntem Aufsätze mit besondrer Liebespricht. Von den Stücken für die Höchster - undFraukcnthaler-Fabriken werden ll. co. ebenfallsmehrere angeführt. Dieser Künstler war auchglücklicher Schriftsteller. Von ihm ist der zuMannheim (1781. 8°.) erschienene, versuch überdas Sichtbar-Erhabene. Im Pfalz . Mus.(V.) der große phidias vor einem Marmor-blocke nachdenkend; Ebendaselbst (VIII.) derRünstler am Airar der Grazien. Seiner Nach-richt vom Hofmaler Langenhöffel im Meusel-schen Museum haben wir schon oben, unterdem Art. dieses letztem gedacht. Seit 179 h istuns nichts weiter von ihm bekannt.