8-/6 Memno».
Daß er auch in der Miniatur viel geleistet, läßt sichaus seinem Titelblatt zu einer Handschrift desvirgil mit dem Kommentar des Kervius schließen,die sich in der Anibrosiana zu Mailand befindet, oder— befunden hat. Eine auffallende Eigenheit seinerBilder war dann die Vermischung verschied,,er Pro-porzionen, indem er nämlich (wie es etwa in an-tiken Basreliefs zu geschehen pflegte) neben Figurenvon natürlicher Größe andre hinstellte, die um einDrittheil kleiner gehalten sind, und doch auf der-selben Flache, oder auch wohl vor den größer» stehn.S.St,-«»-.I'sb. X. Soweit Fiorillo. Lanzihinwieder (I. 288—91) hält vörderst unsern Künst-ler fast eher für einen Schüler des Mino von Siena,dessen Bild der Madonna unter einem von denStadtheiligen getragenen Baldachin, indemRarhs-sale zu Siena er in iZai. so restaurirt hatte, daßder „»gemeine Werth desselben fast eher dem Unsri-gen zuzuschreiben ist (l. c. 280.). Sein Coloritdann hatte, nach Lanzi, weit mehr Abwechselndesals Giotto's, und eine Blüthe, die Barocci's seinerzu präludiren scheint. Wohl mochte er Giotto beyeinigen seiner Werke geholfen, oder sonst Manchesvon ihm gelernt haben (was gute Köpfe von ge-schickten Vorgängern immer zu thun pflegen); soahmte er z. B. in St. Peter zu Rom dessen Stylwunderwürdig nach Was er im Vatikan gemalt,ist zugrundgegangen; aber in Siena , und nochmehr zu Pisa und Florenz , sieht man bekanntlichVieles von ihm Seine Engel in der Himmelfahrtder H. Jungfrau (deren auch das Lex. erwähnt)scheinen wahrhaftig zu fliegen, und den Triumphder Göttlichen zu feyern. In derley Ideen warer vortreflich, und wiederholte daher die genannteVorstellung zum öfter,,. Don seinen größten Ar-beiten sieht man im Spanischen Kapitel zu Florenz ,wo z. B. der Prediger-Orden in dem Geschäft vor-gestellt ist, wie er die — Neuerer bekämpft, undhinwieder manche Seele für's Paradies gewinnt:Das Ganze wie in Petra, ca's Geiste gedacht, den erjedoch erst spater (iZZ6.) kennen lernte, in welchemJahr er nach Avignon gieng. Daß sich in erwähn-tem Kapitel ein Bild der Laura befinden soll, erklärtLanzi als Fabel; wohl aber sehe man dort mehrereäusserst lebhafte Köpfe von Päpsten, Großen Herrenund — noch Größern Künstlern. Mit den Werkendes Taddeo Gaddi , den scinigen zur Seite, ver-glichen, bemerke man freylich an dem letzter» einensicherern Schüler der gleichsam verbesserten ernstenSchule des Giotto; aber an Geist, Mannigfaltig-keit der Mienen und Gebehrden, launigten Klei-dungen und neuen Ideen, werde er von Memmiübertreffe». Von der ingeniösen Erfindung, derHarmonie, dem schönen Colorite und der gutenDrapperie in schon oben erwähnter Miniatur zuMailand s. man bey Lanzi 1 . c. eine ausführlicheBeschreibung, wo aber hinwieder eben so wenigverhehlt wird, daß die Zeichnung roh, die Köpfemehr wahr als schön, die Hände grob seyen, u. s. f.Nach ihm kennen wir: Von A. Pazzi das Bildlichdes Kardinals Nicl. de Prato , von I. B. Sinteseine Madonna, und Einiges in Mvtmr BbeatroLasilics: ?,83ND p. I2ä. Drey Blätter endlich(die Geschichte von St. Raniero) nach seinen Bil-dern im Campo Santo zu Pisa sollten, nebst denübrigen Gemälden dieses berühmten Ortes (einerAnkündigung von 1806. zufolge) von Carl Lasiniogestochen erscheinen. Ob solches wirklich geschehensey, ist uns unbekannt. In diesem Cyclus desLebens von St. Raniero stellt er, „eben Andern,,diesen Heiligen vor, wie der Teufel vor ihm mitgesenktem Kopf, gehobener Achsel, und die Händevor's Gesicht ganz in Verwirrung geräth, und ihmaus einem Zektul das beschämende Gestandniß ausdem Munde geht: Obime, non pcrsscr p,u!
* Memnon , ein antiker Maler in Egypten,der aber vielleicht kein Andrer als der Bildhauerdieses Namens von Sycnis im Lex. ist, wird vonLomazzo angeführt. Auch de Fonrenai nenntihn einen alten Maler und Bildhauer aus Egypten,der die dortigen heiligen Tüder verwahrte, und
Menageot.
von dem sich theils die berühmten Bildsäulen, die,der saubern Sage nach, bey aufgehnder Sonnedie Lippen rührten, theils diejenigen dreye Her-schreiben , die er für das Grabmal des Simandiuslieferte, und von so ungeheurer Größe waren, daßder Fuß der einen — 7. Ellen maß!
* Mena (Peterde), Bildhauer. Sein erstesWerk. das ihm Ruf verschaffte, war die Skatüeder Empfängniß für die Kirche zu Alginden beyGrenada . Dieser folgten mehrere, die ihn denErsten seiner Kunst unter seinen Zeitgenossen bey-gesellten. So z. B. sein sterbender Christus (dener selbst für sein Meisterstück hielt) für den PrinzDoria zu Genua . Seine Bilder waren, wie beseelt.Auf die Drapperie verstand er sich ebenfalls vor-züglich. Er arbeitete gleich geschickt in Holz undStein, zog wackere Schüler (wie z. B. Michel deZayas von Ubeda ) und starb in hohem Alter, -ir
* — — (Philipp Gil), der im Lex. sowohlals in gegenwärtigen Zusätzen unter Gil erscheint.Von ihm holen wir hier nach: Daß er zu denwenigen Künstlern gehörte, die sich dem immermehr einreissenden verdorbenen Geschmacke wider-setzten, und in seiner Wohnung eine Akademiestiftete, worin Künstler, Liebhaber und viele Adlichenach dem Nackten zeichneten. Unter der großenAnzahl seiner Gemälde, von denen man bey Ber-mude; ein vollständiges Verzeichnis; fi wet, ist dieDarstellung eines zu Valladoljd gehaltenen Auto-dafe das berühmteste. Nach seinem Tode hinter-ließ er eine kostbare Sammlung von Handzeichnun-gen, Kupferstichen und Modellen, .fioriUo l V. Zc> 3 .
* Menabuoni (Joseph). Der Verfassergegenwärtiger Zusätzen kannte den liebenswürdigenMann noch um 176 s. in Florenz , wo er in einemGroßherzoglichen Gartenhaus angenehm und glück-lich lebte, und eine Kunstcustode-Stelle bekleidete.Nach seiner Zeichnung von Billy, Gregor! undPazzi gestochen, befinden sich im Muses Fioren-tino die Bildnisse von Holdem, I. St. Marucelli,k. Müller, und G- Vasari. Eben so zeichnete erdie Plafonds von C.Vitelli, A. Gori, u. a. für dievon D- M. Manni edirte: ^rioni gloriose cle^liOomini illustri k'iorentmi erc. nella Real 6aleriaäl Boscans. 6r. kol.
Menabuoi (Justus), s. padovano.
* Menaechmus, vonNeupactum. »Mansieht" (heißt es bey Wareler), „daß das fehler-hafte Gemisch von Gold und Elfenbein, welcheser, gemeinschaftlich mit Soidas, an ihrer Bildsäuleder Diana anbrachte, damals überhaupt in Grie-chenland angenommen war, ehe sich der Kunstge-schmack daselbst vervollkommnete- Man behielt esindessen noch bey, als die Künste schon in vollerBlüthe standen, jener Liebe zufolge, welche dieMenschen zum Reichthum haben, und wodurchsie so oft über die Regeln des guten Geschmacksund der Vernunft sich wegsetzen." Nach Pausa-nias waren diese Bildhauer Zeitgenossen von Ca-nachus und Callon.
* Menageoe oder Menageau (Augustinoder Friedrich Wilhelm). Wir halten A- Mena-geor für seinen richtigen Namen, geb zu Paris ,studirte noch eine Zeit lang unter Boucher, sahaber die Schwächen desselben bald ein, und reistenach Rom , wo er die edelsten Meisterwerke copirte,die frühern, fehlerhaften Gewöhnungen ablegte,und sich einen Styl voll Adel und Grazie bildete,den man in allen seinen spätern Werken antrift.Nach seiner Rückkehr überreichte er der Akademieein allegorisches Bild: Den Fleiß, der die Fluchtder Zeit aufhält, und verfertigte zwey andre schöneWerke: Da Vinci's Tod in den Armen Franz I.(1780.) und bald nachher einen Meleaqer, in demletzten Augenblick, wo er noch den Bitten seinerGemahlin widersteht, welche ihn anfleht, dieWaffen zur Vertheidigung seiner Vaterstadt Calydon