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für ihn und seine Familie sehr schlimme Folgen hal-len. Einigen unsicher» Nachrichten zufolge soll erauch die Schule des Rittcrü Benefiali besucht haben.Nach drey Jahren führte ihn sein Vater wieder nachDresden zurück / wo ihm der König August einJahrgehalt von koo. Thlrn. bewilligte, welche in-dessen der — bey aller jener Schüchternheit festeSinn des siebenzehnjahrigen Künstlers nur unterdem Bedinge annahm, daß ihm erlaubt sey, nachRom zurückzukehren, was ihm auch der König (zum großen Aerger des Grafen von Brühl ) be-willigte. Sofort machte er sich mit seinem Vaterund zwey Schwestern wieder auf den Weg dahin.Dort erneuerte er seine vorigen Studien, besuchtedie Akademie, die anatomischen Stunden im Ho-spital Spirito santo u. s. w. In seinem Zwan-zigsten dann fieng er an, sich in eignen Comporsnionen zu versuche». Eine H. Familie war daserste Werk, womit er öffentlich auftrat, und er-warb ihm allgemeinen Beyfall: Als er auf einModell für den Kopf der H. Jungfrau in diesemBild auSgieng, fand er ein sehr hübsches undrechtschaffnes Bauernmädchen, Margarerha Gusazzi, und (warum nicht?) hcurathete sie, undlebte mit ihr in der glücklichsten Ehe bis an ihrenTod. Gegen End 17/,9. verließ er Rom , und sei-nen harren Vater, der sich noch zu gutem Schlußall' seine Baarschaft und Hausgerath zugeeignethatte, und begab sich zum zweytenmal nach Dres-den . Da sich eben damals der erste Hofmaler,Eilvestre, nach Paris zurückgezogen hatte, so er-hielt Mengs diesen Titel mit einer Vermehrungseines Jahrgehalts auf io«u. Thlr. In 1761.wurde die katholische Kirche zu Dresden einge-weiht. Unser Künstler erhielt den Auftrag, eineHimmelfahrt für den Hauptaltar zu verfertigen,und erbat sich von seinem Fürsten die Gnade, das-selbe in Rom auszuführen, wozu er auch die Er-laubniß erhielt; was er (so wie überhaupt alleihm von dem Hofe zu Dresden erwiesene Gunst)bis an seinen lehren Augenblick dankbar erkannte.Die erste Arbeit nach seiner Ankunft in Rom wareine Kopie der Schule von Athen, in der Größedes Urbilds, für den Lord Percy, Herzog vonNothumberlaud. Das erwähnte Alkarblatt bannhatte er schon angefangen, als der siebenjährigeKrieg auöbrach, und eine Unterbrechung seinesGehalts verursachte (und wurde erst zwölf Jahrespäther in Spanien vollendet). Er sah sich dahergenöthigt, den Vorschlag auzunehmen, den ihmdie Eölestiner-Mönche thaten, die Decke von St.Eusebio für — 200 Scudi zu malen. Dies warsein erstes Werk al Fresco, worin, seit der Ent-fernung des Corrado Eiaquinto nach Spanien ,zu Rom fast nichts geschehen war. Obgleich dieKomposition dieses Bildes, wegen seiner Einfach-heit, dem herrschenden Geschmack nicht Genügethat, und von dem größer» Malerhanfe», die seitlanger Zeit an gcwühlvolle Gruppirungcn gewöhntwaren, kalt genannt wurde, so ertheilte man ihmdagegen viel Lob wegen des kräftigen Kolorits,das an einem Frescogemäld ungewöhnlich genugwar. Bey Azara I. c. XXXlll-XXXV. mußman die Ministcrial- und Künstler-Intriguen lesen,welche gegen ihn bey seiner erste» Reise nach Neapel gespielt wurden, um ihm den Zutritt bey diesemHofe zu verwehren, und wie gut er sich selbst da-bey benommen hatte. Nach seiner Rückkehr genRom erhielt er von dem Kardinal Alex. Albaniden Auftrag, die Decke der Galerie in seiner neuenVilla zu malen, und an derselben Apollo mit denMusen darzustellen. Dieses al Freöco führte er,nach Raphaels Weise in der Farnesina, wie eingewöhnliches Bild aus, das bloß an der Deckebefestiget wäre, und hielt (wie Azara l.c. XXXVI.behauptet) das Gegentheil für einen großen Feh-ler, nur dem Gesichtspunkte von unten aufwärts
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zu malen, weil dabey unangenehme Verkürzungenunvermeidlich seyen, was hingegen wieder vonAndern, aus guten Gründen, ganz andersangesehen wird (Eine Crilik dieses berühmten Pla-fonds, so wie dessen bey St. Eusebio s. man inCastlihons Journal lies Kciences 776. 1'. I.p. ZtzZ.). Um indessen den herrschenden Geschmacknicht ganz vor den Kopf zu stoßen, fügte er zweySeitenstücke, deren jedes nur Eine Figur enthält,mit Verkürzungen bey. Um dieselbe Zeit sah manvon ihm verschiedene Bilder in Oel für Partiku-laren: Eine Cleopatra zu Cäsars Füßen; eineMadonna mit dem Kinde, St. Johann und St.Joseph; drey Halbfiguren für einen Engländer,nnd eine Magdalena in ganzer Statur für denPrinzen von St- Gervasio zu Neapel . Im Oct.1768. sah' ihn Rath Jagemann an einem Altar-bilds (Geburt Christi) arbeiten, worin das Urbildder H. Jungfrau wieder von seiner geliebten Mar-garirha genommen war. Ungefehr in denselbenLagen kam ein junger Engländer, DanieltVebb,nach Rom , der mit dem klassischen Alterthum be-kannt genug, und voll Wärme für die bildendenKünste war. Mengs fand an dem Jüngling gros-ses Wohlgefallen, und theilte ihm nicht bloß allefeine Gedanken über die Kunst mit, „die ihm" (S.Fiorillo I. Läu. ex ore Ao/r. Oasanor-as) „oftwahrend seiner Arbeit, mit wahrhaft göttlichemEnthusiasmus von den Lippen flössen", sonderngab ihm auch, was er zu Papeir gebracht hatte,(Abhandlung von der Schönheit, und Berrach-ruug über die drey großenMeister derLunst).*)LVebb benutzte dies Alles, stutzte es durch einigeStellen aus den Alten auf, und schickte es, nicht nurohne seiner Quelle im Mindesten zu gedenken, son-dern mit der ausdrücklichen Behauptung, daß seineGrundsätze bisher ganz neu und unerhört seyen,unter dem Titel in die Welt: knguiry into tkebs-iuties ok ?ainrinA, anst into tke merlt ostke most cslekrateü Printers ancient et möllern80. 7K0. (deutsch , Zürch 766. und 71.). DasBeßre dabey war, daß dieser Raub, mit allerseiner Schändlichkeit, ein gutes Buch lieferte, und,den Engländern besonders, wirklich ganz neueIdeen über die Kunst ausschloß; und hinwiederdas Schönste, daß, mittlerweile seine FreundsAzara, Maron und OAnkelmann sich mächtigüber den Vorfall ereiferten, der weisere Künstlerhingegen (wie es sich ihm geziemte) darüber —lachte! Als mittlerweile Mengs schon den Ent-schluß gefaßt hatte, sich völlig in Rom niederzu-lassen, erhielt er von dem König Carl III. mitdem Anerbieten eines Jahrgehalts von 2000. Dop-ple», eine» Auf nach Spanien , den er annahm,und in 17(11. dahin abgicng. Bey seiner Ankunftzu Madrid fand er daselbst zwey Maler von Werthe,den Neapolitaner Giaquinto, und den VenezianerTiepolo . Allein der Anblick seiner ÄZerke erweckteso allgemeine Bewunderung, daß selbst seine Ne-benbuhler Beyfall heucheln mußten, um mit destogrößrer Sicherheit Tücke gegen ihn schmieden zukönnen. Dort fieng er jetzt seine unsterblichenWerke mit einem Plafond für das Zimmer desKöniges an, welcher die Versammlung der Göt-ter darstellt. Unter der großen Anzahl der übri-gen dann verdient vorzüglich eine Abnehmung vomKreuze gepriesen zu werden, welche Azara (I. c.Xl.III—XLVI.) vortrcflich beschreibt. WährendMengs damit beschäftigt war, die verschiedenenWohnungen des Königs und der Königin auszu-schmücken, suchte er, der eine hohe Idee von demErnst und der Heiligkeit der Kunst hatte, bald nachseiner Ankunft in Spanien , als Mitglied der Aka-demie von Madrid, verschiedene Einrichtungen zuVerbesserung derselben in Gang zu bringen. S-kram-lttonto lli un 1)isoorso sopru i merri per k»rstorire le kelle eZrti in 8pn§»a, in den Opere
^') Dieses letztes wird von Fiorillo 1. c. wohl ohne genügsamen Grund, in Zweifel gezogen. Immerhin mochten,wie Casanova ihn (aber nach seiner Weise, namhaft übertrieben) versicherte, die ersten Aufsätze von Mengsein wahres Chaos in drey oder vier Sprachen gewesen seyn. Aber, daß er nicht im Stand gewesen ten: „ZweyZeilen selbst zu schreiben", glaube, wer es kann. Was mit seine» Schriften, ehe solche aus öffentliche Achttraten, vorgegangen sey, könnten wir vielleicht aus winkeln«»»»» Munde am zuvcrlaßigsten erzählen.