Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
835
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M e n g s.

ck-rnenti lo Vita e ls Opere 6i Oo»»eMoeund kiilorsioni soprn I'eLcellenxu <li Coi»-eM0

(das Bcßte was bisher über den großen Allegrigeschrieben worden. Etwas Vorzügliches über ihnhaben wir, dein Vernehmen nach, von ^ernorvzu erwarten); knAlonumento 8N l'^ccsäemia«eile kelle Xrti (ll Nackricl; uitd endlich: I^erionipratickro <ii ffrttnra, ließole per 1 Maestri ak-jlncke insegnino bene la ftitturu, e per li Ois-eepoli affincke la impsriuo a soverd. Alle dieseSchriften erschienen gesammelt durch den Rittervon Azara zuerst in Parma 1780. nachwerks zuBassano und Venedig 178Z. in zwey Banden, undin dreyen (Halle 1786.) schlecht genug übersetzt vonts. F. Dränge. Schon aus den Uebevschrjftcnder mehrern erwähnten Aufsätze kann man sich ihrengewichtigen Jnnhali denken. Freylich, wo unserKünstler sich in die Mclhaphysik der Kunst vertieft,führt er sich selbst und den Leser — doch noch beyweitem nicht in ein solches Dunkel hinein, wieetliche unsrer ästhetischen Unholden der neuestenZeit zu thun pflegen. Wie praktisch und beleh-rend, wie gedrängt und doch wie helle, wie ein-fach und doch wie beredt, sind dagegen: Derdritte Abschnitt des ersten dieser Aufsätze, derganze zweyte, die beyden wunderschönen über Cor-teggio, und bald alle übrigen — abermals, wieweit entfernt, von gewissem andern seichten undeckelhaften Kunstgeschwätzc, das uns der Kehre„ach hochgähnen und nießen macht! Mag es dannimmerhin dahin gestellt bleiben, welchen Dienstseine Freunde Azara und Wmkelmänn ihm beyder Ausarbeitung geleistet haben, und wie dank-bar zumal der letztre ihm das Licht vergolten, wel-ches Mengs hinwieder in seiner schönen Seeleentzündet hatte. Wesentlich völlig gleich denkt mituns hierüber die Schrift wmkelmann und seitiJahrhundert S. 291—92. Und wie unbefangenin mehr als Einer Rücksicht, drückt sich auch hier-über wareler aus: Man findet in Mengs Schrifteneine feine platonische Metaphysik, welche anfangseinige Mühe verursacht, und die Lektüre davon ineinigen Theilen etwas schwer macht; man findetauch hier ganz eigne Ideen, welche anzunehmengefährlich seyn dürfte; man findet einige darunter,welche den Umkreis der Kunst einschränken; aber esist kein Buch fähiger den Geist der Künstler zu er-heben, und ihnen eine höhere Idee von ihrer Kunsteinzuflößen. Der Gegenstand davon vergrößert sichunter ihren Augen, und sie fühlen sich mit Liebezum Schönen und Großen beseelt, welches dochimmer der Zweck ihrer Arbeiten seyn muß. Sielernten von ihren Meistern, daß sie die Natur nach-ahmen sollten; Mengs belehrt sie, daß sie sicheine größere Natur schaffen müßen, schöner nochals die, welche sich ihren Augen darstellt; sie fühlensich berufen, eine göttliche Natur zu schaffen; vollVertraue» auf diesen herrlichen Gegenstand ihrerKunst verehren sie ihn, und scheuen sich, ihn durchniedrige Produkte herabzuwürdigen; sie achten sichselbst zu hoch dafür, und bringen nichts als Werkehervor, welche würdig sind, ihre edle Kühnheit zubelohnen. Wenn es wahr seyn sollte, daß diemalerischen Werke von Mengs seines Rufes nichtwürdig wären, söhntet euch immerhin sie zu be-trachten ; leset aber seine Schriften, und fachet aufder Leinwand das göttliche Feuer an, mit welchemsie euch entzündet haben." Noch bemerken wirendlich, als zur Litteratur über unsern rersiorbe-nen Großen gehörig: Daß der H. Fürst Colloredo

Menjaud. 8Z5

in Wien eine Hirtenanbetung besitze, welche ervon dem Landschaftsmaler Fidanga um hohen Preißan sich gebracht; nnd eben so daß der Gemälde-händler Romey um 1802. ein Dildniß des Kapu-ziners Jos. Viterbo, in Wien um 2000. fl. ver-kaufen wollte, welche beyde Bilder man sich wohlhüten müsse für Originale zu halten, da nämlichdas Urbild des erstem im Besitz der Prinzessinvon Asturien , und des letzter» in der Galerie zuMünchen , von Guibals Wittwe für 3 »oo. (-». l>./,non.) fl. erstanden, sich befinde *). MeuselsArch. I. 3 . i 5 . »8.

* Mengs (Jsmael). Nach dem diesfallsvorzüglich glaubwürdigen Heinecke Nacbr.28-29.), lernte er bey Bened. Coffre oder Eoiffredie Miniatur, und kam dann mit seinem MitschülerI. Harper nach Lübeck , wo beyde sich bey Hei-necke's Vater, Paul H. im Oelmalen übten Vondort gieng Msngs nach Sachsen, wo er zu Leip-zig und Dresden in beyden genannte« Gattun-gen malte, und endlich (17Z0.) den Titel alsHofmaler bekam. Sein Tod wird I. 0. in 176).gesetzt. „ Dieser Künstler" (heißt es dann weiter)„hakte nicht nur besondere indifferentistische Prin-clpia in der Religion, sondern seine Lebensartwar ebenfalls sehr besonders. Er hielt viel vonI. I. Rousseau ; und ich hörte ihn oft sagen, daßer nur so lange glücklich Und vergnügt gewesen,als er noch keinen Koffer gehabt hätte. Er lebtegemeiniglich mit einer unverheuratheten Person,tpiewohl er diejenige, mit welcher er seinen SohnA. Raphael zeugte, hernach heurathete. Währendihrer Schwangerschaft schickte er sie nach Aussig ,weil er Bedenke« trug, sie in Dresden niederkom-men zu lassen. — In der Chymie, welche er inHeinecke's Hause gelernt hatte, sehr wohl erfah-re« , bereicherte er die Schmelzmalerei» mit ver-schiedenen Farben. Seinen Personalcharakter unddas — abscheulich Originelle seines Benehmensgegen seinen Sohn schildert vornehmlich Lian-cön» in der Lobschrift auf den letztem höchst an-ziehend nach dem Leben. Gestochen nach ihm habenB- Folling sein eigenes Bildniß, Sysang dasjenigedes Buchhändlers I. L. Gleditsch, und M. Verni-geroth das einer Dame, Maria Rosina Trierni,nach ihrem Tode gemalt. Heinecke 1 . c. p. Zi.und (l/rc.

Mengs (Julia), Isinaels jüngere Tochter,nennt Mensel H. eine sehr geschickte Miniatur-malerin, welche späterhin ins Kloster gieng, wosie um 1789. noch lebte.

* — — (Theresia Conkordia), vermählte Ma-ron, deren im Ley. unter deut Art. ihres Vatersgedacht wird, starb zu Rom 1806. 81. Jahre alt,somit drey Jahre älter als Anton Raphael . Inder Galerie zu Dresden befinden sich von ihr inMiniatur: Die Nacht des Correggio, der St-Hieronymus , und die Zigeunerin. Geffenrl.h'iachr.

* Mengucci (Dominicus) , blühete um1660. Er war in Bologna besset, als in seinerVaterstadt Pesaro bekannt. ^«»2: II. 2. ig6.

— (Joh. Franz). Derselbe half seinemMeister Lanfranco an der Kupole von St. P-rEpea.

* Menechino oder Minghsflo delBrizio. S- Altibrogio.

Menjaud ( ), ein neuerer französischer

Künstler, Schüler von Regnault, von welchem

") In den der neue» Beschreibung dieser Galerie von dem H. von Männlich beygefügte» kurzen Maler-Biographien, liest man (Lh. I. S. 281—3».): „Ich habe das Glück gehabt, den Ritter Meng« > 77 ".und 71. in Florenz täglich zu sehen und seinen Umgang zu genießen Sr liebte innge Künstler, und sprachsehr gut und gerne mit ihnen von der Kunst, ohne sich dabei» ein pedantisches Ansehen zu geben; er hatteaber sehr ausschließliche Meynungen, und gieng darinnen vielleicht z» weit. Zum Beyspiel, w'r standen in demPittischen Pallaste vor einem Gemälde von Rubens , den Kriegsgott mit seinen gewöhnlichen Gelahrten, derZwietracht und der Zerstörung rc. vorstellend. Ick bewunderte die vortresticke Färbung und das Feuer der Com-posüion in diesen: Bilde; Meng« aber führte mich vor Raphael« Madonna deila Segiola. „ Hier", sagteer, „ ist wahre Größe, wahres verdienst, Dieses Bild wünschte ick immer zu sehen; und wenn mir im Gegen-theil der König meinen Gehalt mit tarnend Scudi unter der Bedingung vermehren wollte, daß ich das Bildvon Rubens , das wir so eben verließen, in meinem Arbeitszimmer aufstellen sollte, so wollte ich lieber ebenso viel von meinem Gehalte verlieren, um es nicht immer vor Augen zu haben.". Er copirle kurz hernach dasobgcdackte Bild von Raphael mit der Unterwürfigkeit und Anstrengung eines Anfängers, und reiste nach bestenVollendung nach Rom , wo Ganganelli ihn beschäftigte."

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