Band 
Zweyter Theil [2].
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836
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8z6 M enjaud.

einigt Gemälde sich Beyfall erwarben: Vorzüglichsein Crösus, der, durch einen Unverwandten von»Thron vertrieben, mit seinen Söhnen ins Gefäng-niß geworfen, und zum Tod verurtheilt wird, vonmeisterhaftem Ausdruck, und das Ganze mit Würdebehandelt, nur daß das Colorit ins Schwarze fällt;ein Fehler, den (sagt/ioriUo lll. 5 »Z. sehr gut)viele Künstler begehen, wenn sie etwas Tragischeserzählen wollen (und darüber selbst tragisch werden).Eben so beliebt ist sein Virgil, derbem August undder Octavia das VI. B. der Aeneis vorliest, undeben das 1'u Narcellus erls declamirt (fast soschwer, als, wie stch's einer vermaß: „Herodes aber war einFuchs"! aufderOrgel auszudrücken'.Auch dies Bild (hieß es) war voll Reize, und würdenoch schöner seyn, wenn er sich nicht zu sklavischan die Grundsätze von David gebunden hätte. Alshiernächst im X. I. der Republik die Kunstklasse desNationalinstituts einen Preiß für die beßte Dar-stellung des Despasianus, der den Sabinus undseine Geliebte Eponina zum Tode verurrheilt, aus-gesetzt hatte, so gewann ihn Menjaud durch einGemälde, das sich vorzüglich durch seinen gran-diösen Styl auszeichnet. In Land on'sAnnal.IV. 63 . findet sich solches, ohne weiteres Urtheil,in einem guten Umrisse. Nicht so viel Gutes ließsich von einem andern Bilde sagen, das die Strafeeines Vatermörders schildern soll. Der Augenblick,wo die Wache in das Zimmer des Bösewichtsdringt, und ihn aus dem Schlaf erweckt, war gutgewählt, und macht viele Wirkung; allein die Aus-führung taugt nichts. Der Künstler hatte darindie Prinzipien der neuen Schule (ist's möglich?)zu sehr übertrieben: Die Schatten sind zu stark, dieLichter grell, so daß sie fast die Augen verwunden;Physiognomien und Stellung zu theatralisch — ein-Fehler, der immer mehr überhand zu nehmen schien.Im Salon des Jahrs 1806. sah man wieder vonihm: Den König Candaulcs, der dem Gyges dienackten Reize seiner Gemahlin (nicht etwa, wie beyHerodot , von ferne im Bade, sondern — schaam-lös) auf einem Paradebett zeigt; was beyLandon1 . c. XII. 142. uns unbegreiflich, als: Sinnreich,minder kalt als jenes, und nicht etwa wie an diekeusche Susanne (so. Bathscba) erinnernd genannt,und überhaupt von diesem Bilde gesagt wird: Daßsolches von Geist und Geschmack des Künstlerszeuge; daß die allgemeine Wirkung desselben zu-gleich anmuthig, pikant und harmoniös, und eskurz eines von denen sey, die durch die Grazie derKomposition und die Anmuth des Pinsels auferwähntem Salon vorzüglich bemerkt worden;was man Alles (das vorzüglich bemerkt wordenausgenommen) aus dem bort beygefügten Abrissenicht vermuthen sollte, bey dessen Anblick man sichdes Eckels so wenig als des Lachens doch unmöglicherwehren kann. Auch der pausänias FrankensS. 177-8». wo freylich von diesem Werke eine etwasbessere Nachbildung erscheint, preißt es, fast unein-geschränkt: Jede Person sey durch ihre Stellungvollkommen charakterisirt; nur erinnere Candaules ein wenig a» einen antiken Jupiter, Gygcs an denJüngling in der Schule zu Athen , und die Königinan eine Venus in den Elementen von Albano; unddann sey das Ganze, möchte man sagen, nur allzuschön gemalt; Alles schimmere darin mit einer ge-wissen Anmaßung: Figuren, Mobilien und übrigeBeywerke seyen gleich stark beleuchtet; und derKünstler müße vergessen haben, daß ein Dämmer-licht die Schminke der Schaam und ein durch-sichtiger Schleyer der Schönheit sey." Endlichauch auf dem Salon von 1808. wurde, unter denkleinern Gemälden, eines Bilds unsers Künstlersrühmliche Erwähnung gethan, welches die bekannteGeschichte Heinrichs IV. beym Müller Michauddarstellt, der bey dieser Gelegenheit zum Lob seinesKöniges jenes Volkslied sang, das die ganze deutscheBänkelsängerey des neuesten Tages auswiegt:

Vive tienr')' t^UÄir'e!

Vivv ce t'»oi vsillitot! —

Oe äi«»b!e ü

1e lrij-Ie tsleuc:

De kolro el ,

kl «l'trlte un vvr<1 Salinn!

M e n z e l.

Menier (P.) So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Künstler, nach welchem I. tzainzel-mann Kinderspiele gestochen habe.

Menken (Johann Heinrich), Maler, Zeichnerund Kupferätzcr, geb. zu Bremen um 1764. wardvon seinem Vater zur Handelschaft bestimmt; da eraber eine große Neigung zum Zeichnen hatte, sowandte er alle seine Erholungsstunden von Jugendauf dazu an, und hatte in den Gebrüdern Berken-camps, als Malern und Kunstkennern, immerFreunde zur Seite, welche ihn leiteten. Im vierund zwanzigsten Jahre verließ er ganz das Commerz,um sich einzig der Kunst zu widmen. Er giengschon mit guten Kenntnissen nach Dresden , studirtedort sechs Jahre, unter Klengel und Casanova,das Wissenschaftliche der Kunst, vorzüglich aberbey dem erstem das Oelmalen, und ward einerseiner beßten Schüler. Seine Muster waren vor-züglich aus der Niederländischen Schule: Ruysdael ,Verghem, Both, Wouwermann; und so lieferteer mehrere glückliche Beweise seiner Kunst in derLandschaft sowohl als in Viehstücken Dann gaber im I 1796. vier Landschaften, nach seiner eignenZeichnung radirt (dreye davon lavirt) bey derRostischen, und eine vierte bey der FrauenholzischenKunsthandlung ans Licht. Rost II. 278. Neuereshaben wir von diesem Künstler, von welchem manum angeführte Zeit die größten Hoffnungen nährte,nichts vernommen.

Mennander (Fr.), Kanzleyrath und schwe-discher Ober-Intendant (d. i. Ober-Architekt),starb zu Stockholm im I. i 8 » 5 .

Mennincks (I. B.), ein großer Künstler inPerspektiv- und Architektur-Stücken, dessen Her-kommen und Zeitalter uns aber gänzlich unbekanntsind. Ein auserlesenes Nachtstück von ihm, welcheseine von einem großen Kronleuchter erleuchteteKirche vorstellt, befindet sich ist der BrabeckischenGalerie von Söder. Meus. Arch. I. 1. 142.

*Menodorus. Anstatt der Citation: ZüurmLim Lex. setze diejenige von: ?liniu5 6,. XXXIV.

c. 8.

* Menogenes. Gerade eben so.

*Menophantus. Die Statüe dieses bis-her unbekannten Künstlers ward um 1760. inRom entdeckt, woran anfangs der Kopf mangelte,der aber einige Zeit hernach ebenfalls gefundenworden.

Menee, s. Mende.

Menrel oder Mantel (Johann), war vonSchlettstadt gebürtig; soll i 44 «. die Buchdrucker-kunst zu Straüburg erfunden haben; wurde 1447.in dieser Stadt Bürger und bey den Malern undGoldschmieden zünftig; war sodann geschwornerStadtnotar; starb 1478. und liegt im Münsterbegraben. Seine Grabschrift s. im Gtrasburgi-schen Münster - und Thurmbüchlein (1722. da-selbst) S. 118. Lonk. Ebendas. S- 120.

Menreler( ), ein junger Künstler vonZug in der Schweiz . Auf dem Salon von 1799.sah man von ihm die Hochzeit des jungen Tobias inOel , und: Die Musik, eine Zeichnung in Aquarell.Neueres haben wir nichts von ihm vernommen.

* Menron (Franz). Nach ihm kennt manauch ein Bildniß des Arztes P. H. Persyn, vonR. Persyn gestochen.

* Mentor. Bey diesem Artikel l. anstattder Citation: A'nmru diejenige von: klmills 1 ^.XXXIII. C. XI.

* Menzani (Philipp), lebte um 1660. LanzrII. 2. 1»2. sagt von ihm: Er sey bloß als ein ge-treuer Copiste seines Meisters, Albani, bekannt.

Menzel (Ernst Samuel). So heißt in derSchrift: Dresden z. Rennen, s. Saus ohneWeiteres ein dortiger Staffiermaler um 1798.