Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
838
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8Z8 ^ Mercier.

Werken des Alterthums. In Rom muß er sichschon um 160/. befunden haben, was aus einemBlatt erhellet, welches er dort nach Mich. Angelo'sModelle der Kirche der Florentiner geatzt hat. Nachseiner Rückkehr genoß er der Gunst des KardinalsRichelieu , der ihm verschiedene wichtige Arbeitenauftrug. Bey Milrzia Lü. tem. II. 259—6».der seine verschiedenen Bauten in Paris anführt,und namentlich des Colleginms der Sorbonne(162g.) und der Kirche dieses Namens (i 6 Z 5 .)ausführlich Erwähnung thut, heißt es von dieserletzter«: „ Die Seite, dem Collegium gegen über,ist in großer Manier, und ganz von jener häßlichenDisparität frey, die man sonst an solchen Massenund der Eintheilung ihres Details wahrnimmt.Die Hauptfaeade hingegen wimmelt von Fehlern:Zu dünne Säulen, schlecht verspendete Pflaster,zu kleine Nischen für so große Statücn darin, einefür den hohen Bogen zu niedrige Pforte, u. s. f.Bekanntlich hatte der Kardinal Richelieu sich diesenTempel zu seinem Begräbniß auserschen, und derBaumeister versäumte nichts, um dem Innerndesselben ganz ein Grabausschn zu geben. DasDunkel darin, überhaupt der allzustrenge Styl,die vielen Nischen, die gebrannten Marmors —Alles erweckt den Gedanken an Tod und Verwesung.Auch an Feuchtigkeit mangelt es nicht". DieserBaute folgte diejenige des Pallastes Richelieu (nach-herigen Palais Royal ), dessen Gebrechen in seinemehemaligen Zustande, eben so auch diejenigen derKirche der Peres de l'Oratoire, und seiner Fort-setzung des Corps de Logis des alten Louvre, u. s. f.— dann aber auch ihr Verdienstliches, von Miliziaund d'Argensville (I. HZ.) gleichfalls be-merkt werben. Mittlerweile erhielt ev die Stelleeines ersten Banmeisters des Königes. In dieserEigenschaft war es, daß er mit Pouffin wegen An-legung der großen Gallerie des Louvre, als dieserMercier und Andrer dort angebrachte ZicrathenHerunterwerfen ließ (ihrer, nach seinem Sinn darinherrschenden Geschmacklosigkeit wegen — lautet dieEine Lesart — und eine Andre, weil Pouffin die-selbe mit seinen Bildern schmücken wollte-. DerBaumeister beklagte sich darüber; mit ihm ver-einigten sich Douet und Fouquiere, aus leicht be-greiflichen Gründen; und diese Künstlercabale hattezur Folge, daß nun — Alles unterblieb. Noch führtd'Argensville l. c. 3 HZ—H 5 . verschiedene andreArbeiten unsers Künstlers an, wie z. B- das schöneSchloß Richelieu , von welchem er (sonderbar!)bemerkt, daß es das einzige (dieses Zeitraums?)in Frankreich sey, welches in allen seinen Theilenausgeführt worden; und dann die Kirche St. Roch,deren Vollendung aber durch seinen in 1620. zuParis erfolgten Tod unterbrochen wurde. Er soll(man weißt nicht warum?) in armseligen Um-ständen gestorben seyn. «Le Mercier " (heißt esbey dem eben angezognen Schriftsteller) « war einervon denen, welche die Kunst, Kirchen zu decoriren,am Deßten verstand, und den diesfalligen Ruhmmit Fr. Mansard theilet. Seine Sorbonne-Kircheist mit allen ihren oben gerügten Fehlern, nach Valde Grace das zweyte Meisterstück unsrer Architektur.Wie schön ist ihre ganze Anlage! In Wohnge-häuden, nnd zumal in ihrer innern Verzierung,scheint hingegen sein Genie ihn verlassen zu haben;da sind seine Sauleuordnungen schwerfällig; seineZusammensetzung kalt; der Anblick ihrer verschie-denen Theile arm und trocken; Allzugroßes demAllzukleinen, Allzuschwaches dem Allzustarken ent-gegengesetzt. Nach ihm haben I. Marot u. a.Plane seiner schon genannten Bauten, des Louvre,des Pallastes Richelieu, der Sorbonnekirche u. s. f.gestochen. Hinwieder kennt man von ihm selbst,nebst dem schon Anfangs angeführten Blatt nochdrey andre, von denen eines die in 1608. in St.Johann von Lateran zu Rom aufgerichtete Bild-säule Heinrich l V. ein zweytes den 1610. eben da-selbst, und zwar nach seiner Angabe erbauten Cata-salq dieses guten Fürsten, und ein drittes dasGrabmal desselben zu St. Denis darstellt. Vondem ersten und dritten dürfte es indessen noch etwas

Merelli.

ungewiß seyn, ob solche nicht bloß nach seinerZeichnung von Andern geatzt sind. Look. FiorilloIII. lög. und 188.

* Mercier (Philipp le), aus einer französi-schen Familie in Berlin , besuchte die Akademie da-selbst, und kam nach einer Reise durch Italien undFrankreich nach Hannover , wo er ein Bildniß desPrinzen Friedrich ausführte, das er mit sich nachEngland nahm, um seine Geschicklichkeit zu beur-kunden. Bey dem Prinzen von Wales wußte ersich so einzuschmeicheln, daß er durch ihn vieleBestellungen erhielt, mehrere Personen der König-lichen Familie malte, nachwerts aber die Gunst desgedachten Prinzen verlor, und sich aufs Land zu-rückzog. Allein die Einsamkeit mißfiel ihm so sehr,daß er wieder nach London gieng, wo es ihm nichta„ Arbeit mangelte. Nachdem er ebenfalls aufeine kurze Zeit in Aork, in Portugall und Irland gearbeitet hatte, starb er 71.1. alt 1780. FiorilloV. 565 — 66 . Aus den, nach ihm von Ardell,Faber, Heudelot, Houston , Simon, Watson,Wilson u. s. f. gestochenen und geschabten Blattern,welche bey Brandes u. a. w. verzeichnet sind, undbald alle schön genannt werden, möchte man ihneher für einen Gatkungs, als für einen Bildniß-maler halten — und zwar, wie wir denken, meistensin England, im französischen Geschmack seiner Zeit,mit etwas Brittisch tingirk gedacht. Aehnliches be-merkt auch Fiorillo l. c. und sagt: Sein Geschmackhabe sich zum Zierlichen geneigt, und erinnere anWatteau. Ein Maler häuslicher Gegenständewurde er wahrscheinlich erst, nachdem er bey Hosin Ungnade fiel. Von seinen eignen Gravuren,deren das Lex. gedenkt, finden wir nirgends etwasnamentlich angezeigt.

— — ( ). So hieß auch ein französischer

Kupferstecher, der für die — verpfuschtepittoresyue üo ls 8uisse gearbeitet hat; wie z B.Oortze üe Oranü val, nach Perignon; Eortze liesHockers sous Noutier, u. a.

— — ( le). Und so, im Almanach flesgeaux-Hrts von 180Z. ohne Weiteres, ein damalsin Paris lebender Baumeister.

* Merck <Ioh.Christoph). Für einen dergroßenGrenadiere König Friedrich Wilhelms zu malen,erhielt er 20. Rthlr. Hei necke Lffachr. l. 66.

* — — ( ), der Gipsarbeiter. L. diesen

Artikel wie folgt:

* — — ( ), ein geschickter Stuccatorer,

verfertigte mit Sartori die ungemein schöne Gips-arbeik in dem neuen Königlichen Schlosse zu Sans-souci; dann für sich allein diejenige an der Deckedes Schlosses zu Potsdam . War er vielleicht derSohn des obigen Joh. Christophs? Mensel I.

Mercken (Mademois ). So heißt im Hl-mavack ües Ueaux /Irts von i- 8 o 3 . ohne Weiteres,eine damals in Paris lebende Bildnißmalerin.

Mercoli (I.). So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Künstler, der, gemeinschaftlich mitAndreas Bernardi Verzierungen nach JocundusAlbertoli gestochen hat. S. auch den Art. diesesletztem in den gegenwärtigen Zusätzen.

Mercurieff, s. Merkurieff.

* Mercurstabe (der Meister vom), einBeyname des Franz Babilon.

Merdu ( ). So heißt irgendwo, ohne

Weiteres, ein französischer Maler, nach welchemde l'Armeffin ein Bildniß gestochen hat.

* MereIke (P.). Nach ihm kennt man dasBildniß des Pfarrherrn Ph. Delamet von N. del'Armeffin, und Adrians de Valois, sowohl vonCl. Duflos, als von A. Lrouvain gestochen.

Merelli (Bartholomö), des Kreuztrager-Ordens, malte zu Rom in der Kirche St- Mariain Trivio. Ao^r-aur dl. L. II.