Merell u s.
Merellus ( ), ein Kupferstecher, ist uns
einzig durch ein Bildniß Rayinunvs Perellosbekannt.
*Mergol»no( ). Das sehr artigeGemäld von Guercino , nach welchem er gestochenhat, soll bey den Jesuiten zu Cento stehn. DasKind Jesu reckt gegen die Mutter die Mine aus,und scheint dieselbe zu bitten, es aus der Krippe zuheben.
* Merlan (Caspar)- des unten folgendenMarchaus des altern, jüngerer Sohn , half sei-nem Vater an der Topographie. Von ihm be-sonders kennt man, neben Andern,, das Wahl-und Krönungs-Diariun, Kaiser Leopolds , 638 . insol. mit einer Menge Bildnisse. Hüsgen besaßvon ihm eine in früher Jugend verfertigte schöneHandzeichnug mit der Feder im Sprangerschen Ge-schmacke, der eben so viele wackere Deutsche ge-leitet und — verführt hatte. Hüsgen N. A.17Z. Sein Todesjahr ist uns unbekannt; dochdenken wir, nach einigen Spuren, daß er gegenEnd des X VH. Jahrhunderts noch am Lebenwar. *)
* Merlan (Johann Matthäus von), des un-ten folgenden Matchaus des jüngern einzigerSohn und Erbe, ein trcflicher Pasteilmaler, des-sen Bildnisse (da glücklicher Weise die Pastellgar-timg damals eben beliebt war) wenigstens mit 6Carolinen — mit Händen oder Füßen mit 12 —20 Carolinen, und seine historischen Gemälde nachRubensischcn und Vandyckschen Kupfern noch hö-her bezalt wurden. Noch kannte man von ihmmeisterhafte Zeichnungen auf blau Papier mitschwarzer Kreide. Daneben führte er den Kunst-.Verlag seines Vaters und Großvaters mit vielemEifer glücklich fort, brachte damit den Reichthumund die Ehre seines Hauses immer höher, wardChurmainzischcr Rath, und in den Adelstand er-hoben, st. 1716. und hinterließ sein großes Ver-mögen einer einzigen Tochter, die sich mit demKönigl. Preußischen Baumeister (nicht General,wie er bey Füßll 1. 229. heißt) Eofauder, Frey-herr«, auf Goeeha verhcicathete, der, nach derBelagerung von Stralsund , als Schwedischer Ge-neral 17,3. nach Frankfurth kam, und bis ,722.dort verblieb. Dieser war det Mann, der dasMcrianische Glücksgebäude bis auf den Grundzerstören, und Alles, was Mühe, Kunst, Lugendund Fleiß in einem vollen Jahrhundert ausgeführthatte, in kurzer Zeit niederreissen sollte. Von «hinerzählt ein damals beliebter moralischer Schrift-steller, der H. von Eoen, der ihn kannte, und —0 der Schande! bewunderte, cs. dessen RiemersSchriften 260—61.): »Der General führte hier(in Frankfurth) eine sehr kostbare Haushaltung.Er hatte ein prächtiges Geschirr; täglich war bey ihmGesellschaft; alle Fremden hatten da freyen Zu-tritt. Man fand bey ihn, Fürsten, Grafen , Ge-nerale, Gesandten, Rathe, Gelehrte, Kaufleute,Künstler, Officiers, Spieler, herumirrende Rit-ter, mit einen» Wort — allerhand Leute. Er hattedie beßte Tafel, doch ohne närrischen Neberfluß;alles nett, gutschmcckeud und wohlausgesucht. —Man lebte in seinem Hause ohne Zwang, ohne Ge-prang, artig, frey und mit einer natürlichen Wohl-anständigkeit; hier war insonderheit eine Schulefür junge Leute, welche die Welt sehen wollten.Nie habe ich eine bessere Lebensart gesehn. NurSchade, daß die Einkünfte des Generals und sei-ner Frau nicht zulangen wollten, solche fortzufüh-
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ren. Der ganze Merianische Dücherberlag, dersonst wegen dem Theatro Europäo und andern kost-baren Werken eine rechte Goldgrube zu seyn schien,war dazu nicht hinlänglich. Diese Quellen versieg-ten , weil man auf einmal zu viel daraus schöpfte.Der Aufwand war zu groß; man machte Schul-den, man versetzte Bücher an Juden und Christen;diese verkauften solche in Mangel der Zahlung,weit unter ihren Preisen; damit lag Handel undWandel und Credit auf einmal".
* Merlan (Maria Sybilla ), des nachfolgen-den ältern Matthäus Tochter: Sie verlor ih-ren Vater schon im vierten Jahr, bekam aber andem Blumenmaler Jacob Moreels einen Stiefva-ter, der ihre frühe Neigung zur Kunst, und be-sonders für's Blumen - und JnsektenrMalen, alsein redlicher Mann, gerade so unterstützte, wie hin-gegen ihre Mutter diesen Hang mit Harte bestritt,bis endlich auch sie (0 der Weiber!) sich eines Tagserinnerte, daß sie, während dem sie mit Sybillenschwanger ging, eine heftige Begierde bekam —Raupen, Muscheln und Steine zu sammeln. Als-dann setzte sie nicht nur ihre Zeichnungsr Studienunter einem Schüler ihres Vaters, Abraham Mig-non, weiter fort; sondern (und dies ohne die ge-ringste Anleitung) ganz für sich selbst entdeckte siedie wunderbare Verwandlung der Würmer in Rau-pen und Schmetterlinge, die besondre Nahrungjedes dieser Insekte u. s. f. drang überhaupt mitforschendem Geist in diesen Theil der Naturwissen-schafr ein, und hatte zu dein End sogar Lateingelernt. In i 665 . verhcirathete sie sich mit An»dreas Graf, Maler von Nürnberg **). In Ge-sellschaft desselben arbeitete sie mit größtem Fleiß,gab dort in 1679. den ersten, und 1632. den zwey-ten Theil ihres bekannten Werks: Der Raupenwunderbare Verwandlung und sonderbareBlumennahrung in ihrem eigenen Verlag ansLicht, und fügte jeder Abbildung ihke Bemerkun-gen bey. Erst nach ihrein Tode kam ein von ihrerjüngern Tochter Dorothea Maria Henrica ausihren Papieren veranstalteter dritter hinzu, mitwelchem das Ganze » 53 . Blätter enthielt, undaber mit einer noch spätern (minder geachteten)Ausgabe von Johann Marrer (Amsterci. 700.)mit »8j. Bl. nicht zu verwechseln ist. Unsprüng-lich wurden die beyden ersten Bände (illuminirt)um — 3 fl. verkauft. Ein von der Künstlerin selbstausgemaltes wurde von den» H von Usfenbach(s. dessen Reisen 111. 33 s.) mit 20. fl. bezahlt.Zu diesem Werke hatte sie nicht nur alle Zeichnun-gen verfertigt, sondern auch die Blätter selbst inKupfer geätzt- »veil sie eine Arbeit- bey welcheroft Kleinigkeiten für den Kenner das Wesentlichstesind, keinem Andern überlassen wollte. In »68».ging sie wieder »nit ihrem Manne nach Frank-fnrth, «vo sie ihn aber das folgende Jahr mirihrer Mutter und zwey Töchtern verließ, und sich,aus einem übel verstandenen Religionseifer, nachWestfriesland unter die Labbadistischc Bruder- undSchwester-gemeinde begab, und auf einem zwischenFranecker nnd Leewarden gelegenen Schlosse, denBosch, sich haushablich niederließ ***). Dort hattesie die Gelegenheit, die schöne Sammlung vonamerikanischen Insekten, welche der H. von Som-mcrdyck aus Surinam gebracht, genau zu unter-suchen, und nachzuzeichnen. Ein ähnliches Stu-dium machte sie »ach andern berühmten Cabinettender HH. Wltstens, Ruysch, Vincents, u. s. f. undfaßte endlich, durch Aufmunterung ihrer Besitzer,(Einige behaupten aus Auftrag der HH. Gencral-
'-') Die Ordnnug unsers Werks ist, zum möglichst schnellen Nachschlagen, bey den Taufnamen der Künstler des-selben Geschlechtes, die genau alphabetische. Bey der Familie Mcrian dürsten wir den Leser einladen auf dieverschiedenen Mitglieder derselben ihren Blick in folgender Ordnung zu werfen: Matthäus der ältere; Ca-spar, Maria Sybilla, Matthäus der jüngere, seine Kinder; und endlich: Johann Matthäus von.Lehrreicheres kennen wir Weniges in der Kunstgeschichte!
**) Sollte es wahr seyn (fast denken Ivir's!) was de Fontenai sagt, daß die züchtige Jungfrau bloß darum ge-hcuratkel habe, um mit Anstand, in Gesellschaft ihre« Gatten, nach dem Nackten zeichnen zu können?
*6") Andre Nachrichten sagen, ihrMann sev, eines Lasters wegen landsflüchtig worden (doch starb er 1701. in sei-nem Vaterlande!); und habe daher Sybillst immer ihren Geschlechtsnamen beybehalte».