Merino.
weißt London nicht, die Leda erhielt eine —Dame (Mad. M**). ?Vo«v. stes I. 359.Wesentlich verschieden von obigem Urtheil überunsern Künstler, heißt es von ihm (und, wie wirbesorgen, gründlicher) bey Fiorillo lll. ^ 8 g—go.„Er ist ein gefährlicher Artiste, dessen Fehler vielVerführerisches haben, da derselbe die hohle Affec-tation und leere Ziererey der alten Schule, welchenoch nicht völlig in Vergessenheit gebracht ist, aufdas geschmackvollste zu verbergen, und allen seinenWerken einen gefälligen Anstrich zu geben weiß, derden großen Haufen blenden muß, wenn er auchden Kenner unbefriedigt laßt. Sein vor einigenJahren erschienenes Gemälde, Vertumnus undPomona, entfernt sich zwar von aller Kunstwahr-heit, stellt aber doch beyde Figuren in einer reizen-den Stellung, umgeben mit lieblichem Grün, inmagischem Helldunkel vor. Allein sie haben keinebedeutende Lebendigkeit; der Farbenton ist falsch;es herrscht im Ganzen eine süßliche Flachheit, unddie Leichtigkeit des Pinsels kann dennoch nicht dievielen Fehler verbergen, welche das Aug desstrengen Cririkers wahrnehmen wird." Der pau-sanias .franko,« hinwieder führt unsern Merimeeals einen durch seine Gelehrsamkeit eben sowohl alsdurch seine Talente empfchlenswürdigen Künstleran, und nennt von ihm (S. n 5 .) besonders seine:Unschuld, unter dem Bild eines Mädchens, daseiner Schlange sein Brod reicht. „Der naive Ge-danke, die schöne Landschaft, und der ganze Far-benton desselben" (heißt es dann weiter) „habendem Künstler seinen Ruf festgegründet." Es istauch durch einen Stich bekannt. Noch bemerkenWir: Daß schon der TLImanaoli 6es keaux-TIrtsvon i 8 oä. diesen Künstler unter den damals leben-den Malern von Paris , und, nebst den zwey letzt-genannten Bildern von ihm, noch eine schlafendeBacchantin anführt; und bekleidete er bereits umdiese Zeit die Stelle eines Professors an der Poly-technischen Schule.
Merino (Franz), ein gegen End des XVl.Jahrhunderts blühender spanischer Silberarbeiter,der ein Schüler des ältern Vergara gewesen seynsoll, und für die Kathedrale zu Toledo das präch-tige silberne Grabmal ausgeführt hatte, worin dieGebeine des H. Erzbischofs Eugenius aufbewahrtwerden. Dasselbe ist mit vielen Statüen undReliefs geziert, und fand so großen Beyfall, daßer, aus Auftrag Philipp II. noch ein andres ähn-liches Monument für die Märtyrerin Leucadia ver-fertigen mußte, das gleichfalls von allen Seitenmit Basreliefs, welche die Leidensgeschichte dieserHeiligen vorstellen, geschmückt ist. pacheco er-wähnt ihn oft mit größter Achtung. Er lebte nochrhg/z wo er die bbi. Mark Silbers wiegende so-genannte Eustodia ermeldter Kathedrale (ein Werkdes deutschen Heinrichs Arfe) vergoldete. FiorillsIV. iHg. und i 55 .
Merk, s. Merck.
Merke (H.), ein junger Künstler, aus demDorfe Niederweningen im K. Zürich, befand sichum 180Z. zu London. Auf der Zürcher - Kunstaus,stellung desselben Jahrs sah man von ihm vierEcestücke nach Atkins in Aqua tinta.
Merken, s. Mercken.
Merker ( ), der jüngere (ein älterer
ist uns unbekannt). So hieß schon um 1793. inöffentlichen Blattern ein talentvoller Medailleurvon Braunschweig , der damals eine schöne Schau-münze zum Andenke» des sel. Ebert verfertigt hatte,von welcher sich in Meusels Vi. Miscell. I.i rä. die Beschreibung findet, und dort nur bedauertwird, daß man beym Ausprägen derselben in derMünze zu Braunschweig nicht den gehörigen Fleißverwandt habe. In der Zeitung f. d. eleg. Weltr 8 oh. dann S. , 85 . heißt er Stempelschneider undGraveur in geschnittnen Steinen, und sah man ingemeldtem Jahr von ihm das Römische Pantheonauf einem Canieol. In r 8 oti. wurde er von der
Merlian. 845
Akademie der bildenden Künste u. s. f. zu Berlin zuihrem auswärtigen Mitglied angenommen,
Merklirieff (Iwan) und Wasili wafi-lervsky, zween geschickte russische Maler; mußtensich unter der Regierung der Kaiserin Anna be-quemen, nach dem elenden Geschmacke gemeinerPfaffen und Mönche Kirchenbilder zu liefern. Vonihrer ersten Arbeit, als sie aus dem Auslande nachHaus kamen, sind hin und wieder noch vortreflicheBilder zu sehen. Merkur -reffs St. Simon inLebensgröße, mit dem Kind Jesu auf den Armen,in der Kirche gleichen Namens zu Petersburg , sollein Meisterstück der Kunst seyn. Beyde starbenarm zu Moscau. Mensel Misc. Xl. 262.
Merleb erg (Thomas de), AbtvonEveshamin England, ein geschickter Bildhauer des XIII.Jahrhunderts, starb 12Z6. In Tanner's blotic.i^onast. ?rcef. p. XXV. not. e. ap. IVarü'sIVorcestsrskire 9). I. p. Z99. heißt es von ihm:8culpsit super tumbss prosciecessorum suorurnsä konorem et ostensionem llißriitatis eccleslselmgßines episkopales, et sibi ipsi cura eisllernfecit IVIauseolum et rncillit in lspicle rnsrmoreosuperposito ima^inem episkopalem all konoremecclesise. Fiorillo V. riH.
Merken (Abraham und Cornelius). Soheißen irgendwo, ohne Weiteres, zwey niederlän-dische Kupferstecher, welche zu Anfang des XVII.Jahrh, kleine Andachtsstücke sollen geliefert haben,und von den Jakob und Theodor zu unterscheidensind. Von Abraham führt der Katalog vonBrandes eine Madonna mit dem Kinde undeinem Heiligen, von Cornelius einen EvangelistJohannes , Octavblatter an.
— (Jacob und Theodors Gandellin»sagt bloß von ihnen, daß sie Schilde zu Thesen,und dann theils nach ihren Erfindungen, theilsnach Martin de Vos , Pellegrino, u. s. f. gestochen,und auch auf Pergament (?) gearbeitet haben.Dann aber führt ein Verzeichniß meines sel. Vaterseine Menge Blätter an, welche indessen ihnen ver-muthlich meistens nur als Verlegern zugehören,worunter sich jedoch auch dergleichen von ihrersowohl als von obiger Abraham und CorneliusArbeit befinden dürften. Das meiste sind französi-sche Bildnisse von E2— 55 . datirt, und wohl zuirgend einem historischen Werke gehörend. Einesderselben (Hard. Perefipe's) ist ausdrücklich mit:T'/r. ua» Mer/r» sec. bezeichnet. Don historischendann: Maria Magdalena nach Avont; Cupido unddie Nymphen auf Delphinen nach Ponssin; dasAbendmahl zu Emaus nach Rubens (in BasansVerzeichniß finden wir kein solches mit Merien aufirgend eine Weise bezeichnetes Blatt); St. Johannder Evangeliste mitOrnamenten, St. Georg, und:Hauäetur 8. 8. 8acrsmentum, ohne Namen desMalers (ohne Zweifel das schon im vorhergehndenArt. angezeigte Blättchen von Cornelius). Blatternach de Vos und Tibaldi endlich werden in jenemVerzeichnisse nicht namentlich angezeigt. LrmMeret ?k/rc.
Merli (Johann Anton). So nennt LanZlII. 404— 5 . einen alten italienischen Maler, derum i/,88. zu Novara gearbeitet habe. In demArchive der dortigen Kathedrale sah man von ihmdie mit grüner Erde gemalten Bildnisse Peter Lom-bards und drey andrer berühmter Novareser,welche einen für sein Zeitalter guten Künstler vonlebhaftem Geiste verrathen.
* Merlian (Johann), genannt da Viola.Einige sehen seinen Tod in l 558 . Dem väterlichenBeruf eines Lederhändlers zog er die Kunst vor.Don seinen Sculpturen rühmt man, neben demGrabmal Peters von Toledo, auch dasjenige desAndreas Bonifacius in der Kirche St. Severinozu Neapel . An der Spitze des Molo stand vonihm ein Brunn mit vier Statüen, welche die vierHauptflüsse der Welt darstellten, und aber nach-