Band 
Zweyter Theil [2].
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844
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844 Merigi.

densie Originalität gesellt." Und nun hören wir,nach dem obigen, freylich gut geprägten, Witzefranzösischer Kunstrichter, auch die kurze schlichteWahrheit von ein Paar Deutschen an. »Mit ei-ner ungemein fruchtbaren Anlage zur Kunst", (sagtFüßli II. 189—91.), „aber miteinem ausserordent-lich heftigen und cholerischen Temperamente gebo-ren, und ohne moralische Erziehung, diesem Tem-peramente von Kindheit an uneingeschränkt über-lassen . bekam sein Kunstkalent eine Richtung, diediesen physischen Eigenschaften entsprechend war.Bloß für das in der Natur Auffallende, scharfBezeichnete, schnell und stark auf das Auge Wir-kende, war sein Geist empfänglich; und da er inder Natur nur dieses suchte, aber auch darin sel-ten mit reifer Ueberlegung zu wählen mußte, brachteer es zwar dahin, daß er Gemälde verfertigte, diein Rücksicht ihrer schnellen und scharfschncidendenWirkung auf das Auge, eines gewissen ihm gauzeigenen Tons von Wahrheit, und einer sehr küh-len, leichten und originellen Behandlung des Pin-sels, auch von Kennern bewundert werden, in de-nen aber fast alle andern Kunsteigenschaften, welcheeigentlich den großen Maler ausmache», und dieam meisten Mühe und Nachdenken erfordern, ver-mißt werden. Sein Kunstcharakter ist: WenigSinnreiches in der Erfindung und Anordnung;eine kühne aber selten richtig ausgeführte Zeich-nung gemeiner menschlicher Formen; ein gänzli-cher Mangel an Anmuth und Grazie in denselben;ein sehr wahrer, aber trivialer Ausdruck der Cha-raktere und Leidenschaften; eine in den beleuchte-ten Theilen seiner Formen fürtrefliche und wahreFärbung, die aber durch die scharf entgegenge-setzten schwärzlichen Schatten zu schnell und zuscharf erhoben wird, und dem Auge jene ange-nehme Gradation von Tönen nicht gewährt, dienur durch eine glückliche Anwendung derselben zuStande gebracht werden kann, und welche die ei-gentliche Harmonie eines Stückes ausmacht". DieSchrift wmkelinann u. s. Jahrhundert dann(S. 17Z—? 4 -) setzt ihn nicht nur an die Spitze derentschiedensten Naturalisten, sondern hält ihn (wohlmit beßten Grund) im Verdacht, das Fehlerhafte,Dürftige und Niedrige, absichtlich gesucht zu haben.Dann wird auch dort der lieblich blühende Far-benton seiner frühern Werke gerühmt. Rost III.289. bemerkt: »Verschiedene Kupferstecher habenes versucht, den Charakter seiner kräftigen Manierauszudrucken; aber es ist ihnen nicht gelungen.Die, welche ihn mehr als andre erreichten, sindGourmaiin, vorstermann, Falk und von denNeuern volparo"; und wareler meint, er hättevornehmlich Stecher finden sollen, die unter Ru-bens gebildet worden. Die beßte ^Litteratur vonungefähr 40. nach ihm bekannten Blättern findet sichbey Füßli l. 0. 191—98. (wo, nach löblicher Weise,die Bilder selber beschrieben und beurtheilt sind);dann in den winkler- und Brandes'schen Gant-katalogen. Von den oben, als vorzüglich ange-führten Arbeiten Michael Angelo's haben gesto-chen: Den Tod der H. Jungfrau: S- Valleefür's Cabinet Crozat; die Grablegung: Suy-derhoef (schön und selten); Soutmann (nach Ru-bens Zeichnung), Piroli (minder schön) a la San-guine, und St. Non; die Jünger zu Emaus:P. Fatoure; die einem jungen Soldaten wahrsa-gende Zigeunerin B. Audran, fürs Cabinet Cro-zat; die falschen Spieler (jetzt im Haus Barbe-rini) Volpato (schön) für die dckols Italien ; ei-nen ähnlichen Gegenstand P. Taniö, für dieGallerie von Dresden , und T. Ver Cruys; dieH. Jungfrau, das Rind und Sr. DominicL. Vorstermann; den Großmeister vignacourrendlich N. de Larmessin (nach Brandes schön,nach wareler dürftig). Als schön werden nochüberdieß genannt: Die Ehebrecherin, von E. Haydgeschabt; drey Apostel, davon einer ein Messer,der andre ein Winkelmaaß, und der dritte einenStab hält, aus dem Winklerschen Kabinet, vonBaust (mit vielem Geschmack); VulKn, oder dieCyklopen in der Arbeit (für's Cabinet Reynst) von

Merimee .

I Falk (selten); eine Mutter der Schmerzen von

L. Vorstermann, und als selten von Ebendemsel-ben: Maria und das Kind, von Pilgern angebe-tet (vielleicht das lebensgroße Bild, welches sichjetzt, nebst vier andern, alle geistlichen Inhalts,in der Münchner -Gallerie befindet—und ob nichtdasselbe, welches oben: Die H. Jungfrau, dasKind und St. Dominic heißt?); als ganz vorzüg-lich: Peter, Jacob und Johannes, aus der Gal-lerie von Windsor, von Doydell gezeichnet, undvon I. Murphy geschabt; St. Francisc im Gebet,von P. Soutmann geätzt. Noch bemerken wir,als in obigen Notitzen nicht angezeigt: Eine EcceHomo von F. Basan, ein Concert von T. Cham-bars; Christus unter den Lehrern, von Dennel,im VII. Heft von wlkars Dsblesux klo-ronce; Christus im Oelgarten, und Tobias derwieder das Gesicht erlangt, beyde (aus der Wie-nergallcrie)von I. Mann!; endlich ein Studium ausC. Royers Verlag. Die Namen der übrigen (bis-her ungenannten) Stecher nach Carravaggio sind:I. Coclcmans, P. Darrt, Z. Dolendo, A. Gar-nier , G. Giovane, L. du Guernier und Th. vanKriost. Insgemein nimmt man an: Daß er selbst(doch ein einziges Blatt) Christus und drey Apo-stel, mit St. Tomas, seines Unglaubens überführt,(dieser Gegenstand, von ihm gemalt, findet sichu München ) geatzt habe. Indessen nennt Wink-er noch zwey andre: Zwey Charakterköpfe, dieeinander anschauen, ohne Zeichen; und wiederdrey andre auf Einem Blatt, grob hingearbeitet,mit (unleserlichen) Lettern, und k. Uomso 160Z.bezeichnet, welche ihm zugeschrieben werden, undaber Alles von wenig Bedeutung seyn soll.

Merigot ( ). Ein Landschaftsmaler, von

dem uns nichts Anderes bekannt ist, als daß der-selbe von Paris gebürtig war, .dort um 1772. ar-beitete, alsdann nach Italien und der Schweiz reiste, und seither in England seßhaft seyn soll.Als seine Arbeit führt Landen (?s^sa§68 etl'sbleaux ste Oenre) die beyden geschätzten Werke:Vo^ages st'Lrlnencmville et lle Lkantillx an,und giebt I. c. überdies ein Blatt nach einem seinerGemälde, welches die Ruinen der sogenanntenSonnen - und Mondstempel zu Rom darstellen soll.

— — ( ). Eben so heißt auch einKupferstecherzu London , der um 1807. nach des Engländer Ridell'sZeichnung, ein 4^ L" hohes Blatt gab, welchesalle Hauptgebirge der Erdkugel, nach ihrer Er-höhung über dem Meer darstellte. Die Form dieserGebirge war mit möglichster Sorgfalt angegeben,die Schneelinie beobachtet, und das Ganze von

M. wilson mit einer physikalisch-geographisch-gcognostischen Beschreibung in 3 . Quarlbänden be-gleitet. Auch ist wahrscheinlich kein Andrer, alsdieser, derjenige Merigor, nach welchem Guyot(180Z.) zwey englische Prospekte: Clermont en8urr/, und sarllln clo Oc>^ anä Ouclc in Farbengestochen hat.

Merimann ( ). Und so ein Maler zu

Paris , der um i8c>5. bey der dortigen Spezial-schule der Malerey und Sculptur als adjungirterSekretär angestellt war.

Merimee ( ), ein Maler der neuen fran-

zösischen Schule, Schüler von Vincent. Um 179»-befand er sich in Rom , und malte dort, nebenAnderm: Die Hirten, die in einem Walde dasSkelett Milons von Crotona finden. Landes»Annal . XIV. 91. der davon eine Abbildung imUmrisse giebt, rühmt den sinnreichen (?) Gedankensowohl als die Composition desselben. Auch dieZeichnung sey von gutem Geschmack; die Figurenhätten viel Ausdruck (nur zu viel); auch die Land-schaft sey mit Gefühl tokirt, und das Colorit zu-gleich harmoniös und glänzend. Dieses Bildwurde seiner Zeit, so wie seither noch eine Leda(beydes Staffeleygemälde) von der bekannten Ge-sellschaft der Kunstfreunde zu Paris angekauft, undspäterhin verlooftt. An wen das erstgenannte fiel,