Merz.
als ein so vorzüglich geschicktes Mittel, die erstenIdeen eines Künstlers zugleich schnell und geistvollauszudrücken und aufzubewahren. Wie weit eres darinn gebracht hat, und noch bringen konnte,zeigen z. B. seine Bildnisse von Spoeck, und daskleinere und größere von Canova, letztres zumal(2. fl. 45 - kr.), das in einer eben so zierlichen alsfreyen Manier gearbeitet ist, die mit des BerlinersSchmidts viel Achnlichkeit hat. Sein Trieb undsein Interesse für Oelmalerey vermehrte sich indessenbey chm mit jedem Tage. Sein Bildniß des Astro-nomen Veyelin, der lesend vor seinem Pulte sitzt,war ein sprechender Beweis seiner wichtigen Fort-schritte, und das I. i 8 o 5 . an Schöpfungen seinesPinsels besonders reich. In derselben Zeit malte ernach einander die Bildnisse seinesFreundes Ammann,der Fürstin Auersperg ; des Malers Georg Ott vonSchaffhausen (zweymal), den Oberst und denCommissar Burkhard, den Hofrath Buel, deir Hof-banquier Steiner, den Fürsten Carl von Schwarzen-berg , die Schwarzenbergischen Kinder, den Grafen Fricß und seine Kinder. Sein steigendes Talent,sein kultivirter Geist und sein edler Anstand öffnetenihm die Häuser der Großen; und so vielen Vorzügenhatte er es z B. zu danken, daß er den ehrenvollenRuf erhielt, die junge Fürstin Krasalcowiz, durchihren Charakter noch edler als durch ihren Rang,auf einer Reise durch Ungarn bis an die GrenzePohlens, auf derselben Güter, als ihr Zeichner zubegleiten Mit neuer verstärkter Liebe warf er sichbey seiner Rückkunft in die Arme der Kunst — alsein ganz unerwarteter Dämon seine Ruhe störte —da er am 2. Nov. 1805 plötzlich vor die Polizey-Commifflon gerufen, dort — handvest gemacht,der Conscription übergeben, und durch die bloßeErklärung : als ein ^aisonneur, aller dringendenProtestationen, angebotenen Bürgschaften undBitten um Verhör ungeachtet, unter die Truppengesteckt, und dem Regiment Salzburg zugetheiltwurde. Aus Allem ließ sich vermuthen, daß haupt-sächlich ein durch Kunstneid aufgereizter falscherAngeber ihm diesen schrecklichen Unfall zugezogen.Doch sein Kriegsdienst dauerte nicht über volle 8.Tage. Die verehrte Fürstin von Schwarzenbergwar seine Retterin; und ein Freund von ihm, derwackre Künstler Egger, hatte ebenfalls viel zu dieserglücklichen Wendung der abscheulichen Geschichtebeygetragen. — Schon früherhin hatte sich Merzbey den Directoren der Wiener-Akademie durchseine Skelette in Ruf gesetzt, die er mit eben soviel anatomischer Kenntniß als Zierlichkeit zu einerSchrift des westlichen Pros. Fischers geätzt hatte;man wird in den beßten ältern Werken kaum richtigereund vollendetere Darstellungen dieser Art finden.So wird es weniger auffallend seyn, wenn selbstder H. von Zauncr ihm den Antrag machte, seinMonument Joseph II. auf eine Platte zu stechen,die für den Kaiser bestimmt seyn, und bey Eröfnungdes Denkmals ihm übergeben werden sollte. Sosehr diese Arbeit mit seinem eigentlichen Beruf hucontrastiren schien > und so kurz der Zeitraum dafürbestimmt wurde, so wagte er doch das Unter-nehmen; und theils die Aussicht, verdienten Bey-fall und Ehre dabey einznerndten, theils um seineDankbarkeit gegen seinen Königlichen Wohlthäter,den Erzherzog Carl auch dadurch auszudrücken,machten alle Schwierigkeiten verschwinden. Ineinzelnen Stunden der Muße malte er noch dasliebliche Bild, das auf dem Zürchersalon von 1807.so allgemeinen Beyfall fand und verdiente (jetztebenfalls im Besitze des H. Veith, und, nach seinemeignen Ausdrucke, „die letzte Perle, welche er dergeschickten Hand seines Freunds verdankte"): Dengoldlockigten Jungen, dessen rundes Köpfgen alleGrazien umschweben, aus dessen frischem Aug soviel kindlicher Muthwill spricht, und der, mitseinen zwey täuschend gemalten Kaninchen in sovoller Behaglichkeit sicherer Jugend ruht. Hier istweder Unbestimmtheit noch Nebulismus (der einzigeFehler. in welchen unser Künstler bisweilen — nachgroßen Mustern zu fallen versucht wurde, s. Zür-cher-Journal f. Litt. u.Lunst S. 177.) sichtbar.
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Angestrengt — Ach! nur zu sehr war nun seinEifer zu Fertigung der großen Platte, und derselbe— erschöpfte seine physische Kraft Kaum hatteer dieselbe mit dem Grabstichel prächtig ^4" hochund 18', breit) vollendet, und dafür die ganze Zu-friedenheit des H. Zauners eingeerndtet, als erplötzlich durch ein heftiges Fieber ins Bett geworfen,und, aller ärztlichen Anstrengung ungeachtet —als ein treues Opfer der edelsten künstlerischen An-strengung , am 2. Okt. 1807. dahin starb. Einemeisterhafte Biographie von ihm, aus der Handdes H. Veith, der sich um den Seligen so vielächtes Verdienst erwarb, nebst seinem Bildnisse,nach ihm selbst von Lips, erwarten wir (Jan. 1809.)nächstens. Zu seinen interessantesten Arbeiten inOel zahlen wir noch, nebst den schon genannten:Sein eigenes Bildniß, Kniestück in Lebensgröße;das Bildniß einer jungen Wiener- Dame; Herr undDame in Spanischer Tracht; ein Lyrolerbauer.Don geätzten und gestochenen Blättern, neben demschon Erwähnten: Lavater , klein (en Rond) mitdem Grabstichel, zu einem Gedicht auf dessen Tod;als Pendant dazu: Zwey weinende Genien, dieüber der Urne einen Sternenkranz halten. Dann:Cupido im Siegeswagen, von Tauben gezogen,nach Zampieri (gr. 40.); die streikende Kirche; einKopf nach Boissieux, ein alter kriegrischer Kopf,und zwey andre alte Köpfe, alle geätzt. Ferner:Umrisse zum Denkmal der Erzherzogin Christin»von Canova, nach Zauners Zcichnung; kleinesDenkmal von Canova. Da die Platte von derStatue Joseph > 1 . in der Hand des Kaisers liegt,so sind die Abdrücke davon sehr selten, und diewenigen vorhandenen werden gerne mit drey Louis-d'or bezahlt. Nach unsers Merz Zeichnung hin-wieder hat I. I. L Billweilcr ebenfalls sehr geist-reich geätzt: Die Bildnisse des Baumeisters Jos.Beck, des Malers Cauzig, des Bildhauers Fischer ,des Architekten Fischer, des Malers Füger unddes Malers Maurer , eine Folge von lauter Wiener-Künstlern ( 5 . fl. 24. kr ), denen, wo wir nichtirren, noch ähnliche folgen sollten.
— — (Johann Georg), ein deutscher Kunst-verleger. Bey ihm erschienen, neben Anderm:I/ltis abusus (8. Bl. Warum nicht 80?) von G.B. Götz; dann andre, welche die Wissenschaftendarstellten.
Merzaloff (G. I.). So heißt bey /io-rillo (R. S. 94 ) ohne Weiteres, ein RussischerKupferstecher, von welchem dort das geätzte Bild-niß einer ungenannten Bürgersfrau, wie manglaubt nach Boucher, angeführt wird.
* Mesa, s. auch Messa.
Meschiner ( ). So heißt irgendwo,
ohne Weiteres, ein Künstler, unter dessen Namenman ein Bildniß des Dichters Renat Gentilhommekennt.
* Mesle (P. le). Nach ihm hat Dupin fürdie Lonteg äs la Fontaine: Don Ön8manu volsleg conkltures cker Is Earäinal, und Filloeuil laLlocliette und le Euvler gestochen.
* Mes ll'n (Carl). Derselbe arbeitete auchzu Monte Casslno. Fionllo IIl. 149.
Mesmer, s. Meßmer.
* Mesnil (E. du>, geb. zu Troye in Cham-pagne 1726 lernte bey Fessard. Sana» kä. 8SS.Von ihm kenne» wir lauter Gattungstücke; wiez. D. la äouble Isolation nach Mieris; l'Inno-sence venöse und la blai88ancs äs8 Oe8ir8»nach Schenau.
* — — (L. M. du), malte auch Gattungs-stücke. Nach ihm kennen wir z B. Heils, quele8t votre äegüein? von C- Dnpuis, le (igri^onEabaretier und le Oniainier von du Flos; danndas Titelblatt;n /lor. le Lomre's 8mFularite8ä'/Zrclntecture, von B- Picard (1699 ) -Obletztres dem in 1700. noch lebenden du Mesnil