Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
861
JPEG-Download
 

Meye r.

wackere Mann erkannte seinerseits nichts destominder, was er Meyer» zu danken hakte. Initnr. eignete er ihm den fünften Theil seiner histo-rische» sshronik zu, und erinnerte sich dabeylebhaft:Der Ehre und Gutthat, die er wah-rend seiner Lehrzeit in der 8 - Stadt Zürich , undvon Herrn Dietrich insbesonders empfangen, in-dem er ihm in der Kunst des Gradirens und Reis-sens großen Unterricht gegeben" u. s. f. In r 6 , 5 .wurde unser Künstler in den Großen, und 164-.in den täglichen Rath seiner Vaterstadt befördert;was ihn aber nicht abhielt, weiter der Kunst ob-zuliegen. Seine nur der Feder schraffirten Bild-nisse hielt Füßli besonders hoch. Er starb be-kanntlich in hohem Alter; und die Zeitbücher ver-schmähen nicht, zum Beweis, in welcher Achtunger bey seinen Mitbürgern gestanden, zu erwähnen:Daß er in Begleit von 358 . Männern (darunterder ganze Rath und Adel) und 74. Frauen zu Grabgetragen worden. Er war dreymal verhcurathct.Aus seinen zwey ersten Ehen wurden 12, Kindererzeugt. Sein ehrwürdiges Bildniß (75. I. alt),das seiner, wahrscheinlich dritten, noch ganz hüb-schen Frau, seines Sohns Conrad, dessen Frau,und sechs seiner Kinder (eins in der Wiege), viel-leicht darunter Dietrichs eigner jüngster Sohn,finden sich in dem oben angeführten schönen BlatteEonrads (der Tischzuchr); und dieses Familien-gemälde erweckt eine Menge lieblicher Empfindun-gen, die man besser fühlen als beschreiben kann.FünfSöhne (darunter Künstler) und drey Töch-ter überlebten ihn, alle in sehr glücklichen Um-ständen. Füßli I. 7376. Ein Verzeich-

nis meines sei. Vaters bemerkt von ihm: Andie 5 o. Bildnisse ; dann das Zürchersche Wap-penbuch, welches ursprünglich sein Werk war;Bauernranze (6. Friesen 1699.); diezrvölfMo-nare (12. Friesen. Los. Ho.), und überdies Meh-rercs, das er gemeinschaftlich mit seinen SöhnenRudolf und Eonrad gearbeitet hatte.

Meyer (Theodor, d. i. Dietrich), der jün-gere, Eonrads älterer Sohn, geb. i 65 r. warein kunstreicher Goldschmied und geschickter Zeich-ner. In einem Verzeichniß meines sel. Vatersfindet sich ein mit: l'üeoä. bloßer und 1674. sig-nirtes Blatt Blumen, das wahrscheinlich von kei-nem Andern, als dem unsrigcn seyn kann. Erwar Mitglied des Großen Raths seiner Vater-stadt. Sein Todesjahr ist uns unbekannt. *)

(Wilhelm Christian), des obigenFriedrich Elias jüngerer Bruder, geb. zu Gotha 1726, Bildhauer und Rektor bey der Kunstaka-demie zu Berlin . Sein Bruder gab ihm drey JahreUnterricht in der Sculptur; alsdann reiste er nachLeipzig, Berlin , PotSdam und Halle, wo er über-all arbeitete, und sich in seiner Kunst fester setzte.In 1707. ward er nach Düsseldorf , und bald her-nach von dem Kurfürst Clemens August nach Bonn berufen; an beyden Orten sieht man schöne Bil-der von ihm. Nach dem Tode des letzgenanntenFürsten kehrte er nach Berlin zurück. Dort sahman von ihm: Acht Gruppen auf der neuen Brückedes Opernhauses; eine andre auf dem Boumann -schcn Hause; das Grabmal des Pros. Meckelauf dem Neustädtischen Kirchhof. Auch hatte ereine 10/ hohe Bildsäule der Russischen Kaiserinmodellirt, welche für die Stadt Moskau in Erztgegossen werden sollte, und aber durch seinen iniM. erfolgten Tod unvollendet blieb. Von sei-ner beßten Arbeit dann sah man bey ihm selbsteine Gruppe: Aeneas, der seinen Vater aus Troja trägt; und, ausserhalb Berlin , das Hackische Grab-mal in der Nikolai-Kirche zu Spandau ; ein an-dres des Generals von Stechow, auf dessen GuteKotzen; ein drittes der Gräfin von Borke zu Star-gard u. a. Merisel II. ^c.

( ). So hieß im letzt verstrichenen

Jahrhundert ein Hofmaler zu Gorha. Von ihm

Meyering. 361

sah man neben Anderm die obere Emporkirche derKirche zu Burgtonna im Gvthaischen, welche er1706. für 55 . Rthlr. gemalt hatte (das übrigeder Kirche wurde von dem Hofmaler Dörflingcrausgefertigt). Er starb 1738. nachdem er auch dieDorfkirche zu Röttelstadt zu malen angefangen(welche nachwerts ebenfalls Dörflinger vollendete).Llachr. zu einer Beschreib, des Riechen- undSchulenstaars im Herzogrh. Gotha (III. Lh.Gotha 755 63 .) Th I. St. 8. S. 54 - und Lh. 111 .St. 5 . S. 79.

Meyers ). So heißt irgendwo ein ältererKupferstecher und Kunstverleger, von dem, oderdann aus dessen Verlage man das Bildniß desTheologen Rudolph Petri kennt.

( ), erfahren in der Kunst anatomi-

sche Modelle in Wachs zu verfertigen, s. den Art.Joh. Manzolini, in den gegenwärtigen Zusätzen.

( ), Ritter und Ober-Direktor der

Königl. Gießerey zu Stockholm . Unter seiner Auf-sicht ward 1779. die Ritterstatüe König GustavAdolphs glücklich gegossen, welche 120. Schiffs-pfunde wog. Mrc.

( ). So nennt die Schrift: Winkel-mann u. s. Jahrhunder t S. 52 N- 2 I. einen Maler,gebürtig aus Götttngen, der in dem letzten Viertheildes XVIII. Jahrhunderts zugleich mit Cauzig,Schöpf, Pitz, Htksch, Schütz, Weitsch, undSchmidt von Darmstadt sich in Rom befand, undvon welchem erwähnte Schrift kurz das Urtheilfällt, baß er viel Erfindungsgabe, aber minderKunstfertigkeit besessen habe.

( ), ein deutscher Maler, schwerlichmit dem Obigen der nämliche. Von demselbenkündigte die Gehrasche Hofbuchhandlung im ThalEhrenbreitstein in 1806. nach seinen eignen Zeich-nungen nach der Natur von ihm selbst geätzte undausgemalte Ansichten am Rhein , das Blatt zuzwey Dukaten an.

( ), ein neuerer deutscher Kupfer-

stecher, von dem uns aber nichts weiter bekannt ist,als daß er um r 8 » 4 - für Romane und Almanachegearbeitet habe; wohl der nämliche, der noch 1808.für die Posse: Schule der Eleganz (Berlin beySchüppel) das Titnlkupfer gab. Ob er dann aberauch derselbe sey, von welchem im Tüb. Morgend!.1808. (S. 716. 788. u. 956 .) eine Darstellung derKönigl. Preussischen Familie im Garten zu Char-lottenburg, nach Dählings Zeichnung, in punkrirterManier, beschrieben, und, noch später (Ebendas.S. ro 56 .) ein anderes Blatt von ihm.- Prinz Lud-wig von Preussen auf dem Ehrenbette, als Auf-merksamkeit verdienend, genannt wird, ist unsvollends unbekannt.

( ). So nennt auch Fisrillo V.

S. 855 . ohne Weiteres, einen der berühmtestengegenwärtig in England lebenden Stempelschneider.

( ), ein neuerer (englischer?) Ku-

pferstecher, gab in r 8 u 5 . ein großes treflich gear-beitetes Bildniß des Admiral Nelson , nach derZeichnung von Hoppner.

(Madame), geb. Rorhpletz von Aarau ,jetzt in Frankreich verheyrakhet; eine Kunstdilettan-tin und selbst Künstlerin von vorzüglichem Talentefür das Landschaftsfach. Von ihr sah man aufdem Zürchersallon r8ur. eine Landschaft in Oel ,nach L. Rhan, und einen alten MannSkopf, undauf demjenigen von 1802. zwey andre Landschaften,ebenfalls in Oel , nach L. Heß, in dessen Geschmacksie vornehmlich arbeitete.

* s. auch Maser, Mair, Mayer,Mayr.

* Meyering (Albert). Sein Vater undLehrer war ein mittelmäßiger Künstler, der Lichts

9 Das schon mehrmals angeführte Verzeichniß meines sel. Vaters enthält: Von Dietrich, und Rudolf undBonrnd seinen Söhnen, und Johann (Lcnrads Sohn) im Ganzen - 544 - Blatter.