Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
867
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Michele.

Architektur ans Licht. a'^rLci:5!.'r//e I. , vor-nehmlich aber chMU (L6. ter2.) I. 23547.

* Michele (Michelozzo ). Cosmus I. nachdemer die Zeichnung von Bruneleschi zu einem Pallastfür ihn verworfen hätte, weil ihm solcher (wohlhieß er nicht vergebens Vater des Vaterlands!)zu grandios schien, ließ dann durch unsern Künstlerdas schöne Gebäud aufführen, In dem noch immer Kaiser und Papste gerne wohnten, und wcl,ches späterhin an die Marchesen Riccardi kam,die es noch namhaft erweiterten. In demselbenbewunderte man besonders die bequeme Eintheilungseiner schöne» Zimmer mochte dann immerhinein Fensterlicht auf dem ersten Stockwerk nicht überdie Mitte der Thüre stehn. Den gedachten Fürsten liebte er so sehr, daß er ihm i-jZZ. ins Exilium nachVenedig folgte, und dort, nebst mehr Andern,,den berühmten Büchersaal baute, wo Cosmus seineschönsten Tage verlebte. Bey ihrer Rückkehr nachFlorenz , brachte er an dem sogenannten Palazzo Vecchio allerley Verbesserungen an. Dann gehörtezu seinen fernern Arbeiten: Das Dominikaner -Convettt, und das Noviziat von Santa Croce ; derPallast Cafaggiuolo in Mugello (in Form einerFestung); die Villa Careagi, und ein andrer Pallastzu Fiesole , bey welchem Küchen, Bestallungen u.s.f.sehr sinnreich unter der Erde angebracht waren.Eben so gab er die Zeichnung zu einem Hospital fürdie Wallfahrter, den »achwcrts Cosmus auf seineKosten zu Jerusalem ausführen ließ. Auch die alteCitadelle bou Perugia war nach seiner Angabe er-baut, und zu Mailand durch ihn ein Pallast er-weitert und verziert, welchen der dortige HerzogFranz Sforza dem Großherzoge geschenkt hatte.MUm L<l. ter?. I. 16566.

* (Parrhasius), s. Michiele.

(Paul Sa»), Baumeister und Bild-hauer, Bruder von Michel, und Vater von Jo-hann chieronMius.

Michel, ( ). So wird im Almanach

öes Kesur-Hrts von ,8vZ. ohne Weiteres, eindamals in Paris lebender Modellirer und Stukkatorgenannt.

* M > chel, n ( ). Nach ihm haben Cdelink

das Bildniß des Bischof Ferdinands von Pader-born, nnd Nanteuil dasjenige des Herzog Ioh.Friedrichs von BraunschwcigrLüneburg gestochen.

Michelin, (Johann Baptist), Maler vonFoligno , blühete um 1620. ein wenig bekannterSchüler von Guido. Von ihm besitzen die Eugu-bincr Verschiedenes, hauptsächlich aber eine Pietä,die ihn seines Meisters würdig macht.

* M, chel, no ( ), von Mailand , blühete

um i 4 Z 5 . Derselbe < sagt Lanze II. 191.) verharrtenoch beydem alten Styl, hielt seine Figuren groß,und die Häuser klein, was doch Lomazzo noch anältern Künstlern tadelnswert!) findet. Dennochzählt dieser Schriftsteller (Nichtsein Lehrer, wie esbey Fiorillo II. 38 /,. aus Versehen heißt) ihn unterdie bessern seiner Zeit, besonders für aller GattungThiere, die er ganz vonreflich malte, und auchfür den Ausdruck seiner Köpfe, nicht im Ernsthaftenzwar, aber im Komischen, in welcher Gattung erwirklich für seine Schule ein Beyspiel blieb. Na-mentlich beschreibt Lomazzo ausführlich einesseiner Bilder, welches zwey lustige Bauern undzwey Bäuerinnen in sehr leichtfertigen Stellungenenthält; und der von Morelli edirte unbekannteReisende fand im XVI. Jahrh, im Hause des M. G-Vendramini zu Venedig ein Buch mit Thieren vonunsexs Künstlers Hand gemalt. Fiorlllo 1 . c. Z 85 .

Michelinor ( ). So heißt irgendwo,

ohne Weiteres, ein französischer Kupferstecherum ,760.

MicheI, s (F.). So heißt, in einer uns mit-gtthtüten Handschrift, ohne Weiteres, ein Stecher,

Micius. 867

von dem man ein schlechtes Bildniß des Herzogsvon Pork kenne.

* Michett,' (Niclaus). Derselbe baute fürdie Kaiserin Cathürina I. das Lustschloß StrelnaMuista. ^krc.

.Mlcheup ( ). So heißt irgendwo, ohne

Weiteres, ein Künstler, nach welchem Pöilly fürirgend ein historisches Werk: Den Rückzug vonRebec (1684.), bey welchem der Chevalier Bayard ermordet ward, die St. Bartholvmäus-Nacht(1672.), und den alten d'Ailly, der in derSchlachtvon Jvry (1689.) seinen Sohn tödtet, gestochen hat.

Mlchhorn, s. Mueckhorn.

* Mschiele oder Michele (Parrhasius).Fiorillo II. iHo. sagt von diesem Prachthansen:Daß er mit entlehnten Federn prangte, und näm-lich als ein wohlhabender Mann im Stand war,viele Zeichnungen seines Lehrers Caliari zu kaufen,deren er sich hernach bey seinen Arbeiten bediente.Ein auf diese Weise zu Stande gebrachtes Bild seydasjenige, dessen auch das Lex. und Lang, II. rög.(letztrer mit Ruhm) gedenkt, und noch (ebenfallscharakterlich) beyfügt, daß sich darin sein eigenesBildniß finde.

* Micho, s. Michaulr.

Michod (Fr.), von Divis in der Schweizer ,scheu Waat, machte sich um 178». mit Verfertigungvon Pastellfarbcn bekannt, Ob er aber selbst

Künstler war, ist uns unbewußt.

* Mich» ( ). Derselbe hieß Benedikr,

Bey le Fonrenai liest man, etwas sonderbar:«Man hält ihn für einen Pqriser, Sohn undSchüler eines flammändischen Glasmalers."Dann weiter:In allen seinen Werken bemerktman eine große Vollendung, und viele Kenntnißdes Helldunkels. Figuren und Verzierungen ge-langen ihm gleich gut. Zu seinem Schönsten ge-hören, nebst dem im Lex. Bemerkten, die Fensterder Kapelle zu Versailles , und diejenigen der Kircheaux Invalides, welche sein, w vleil's undSempi's gemeinschaftliche Arbeit waren, welchenletzter« aber (heißt es irgendwo) er im Helldunkel,Farbenton, der Güte und Durchsichtigkeit desEmails nnd desselben Schmelzung weit übertraf."Noch Mehreres von ihm führt dann de Fonrenaran; hauptsächlich eine Glorie an den Fenstern derSt. Anna-Kapelle von St. Stephan du Mont mitden Bildnissen der Familie der HH. Boucher undle Zuge, die man nicht ohne Bewunderung be-trachten könne. Die Arbeiten bey den Feuillams,deren das Lex. gedenkt, verfertigte er 1706 Um17Z0. starb er in sehr hohem Alter. Il§5c. Anstattder Citation von Brice setze am Schluß dieses Art-diejenige von le vieli.

* Micier (Pablo d. i. Paul). Fiorillo IV.269. nennt ihn eine» Zeitgenossen von Juan Carode Tavira, der zwar die Kunst bloß zu seinem Ver-gnügen übte, es aber darin so weil brachte, daßihn selbst Künstler von Beruf vorzüglich wegen desBildes hochschätzten, dessen auch das Lex. gedenkt,welches man im Bethause des Grafen St. Elementezu Saragossa sah, bey dem er länge in Dienste»stand.

(Peter). So nennt Liorillo IV. 82.einen Maler aus Sicna um die Mitte des XVI.Jahrh, der sich aber zu Saragossa in Spamenniederließ, wo er Vieles in Fresco mit einem dreistenPinsel und dabey richtiger Zeichnung ausführte.Späterhin (I. c. 186.) scheint Fiorillo diesen Künst-ler eher in die erste Hälfte des XVII. Jahrh, zusetzen, nnd bemerkt, daß sich von ihm viele schätz-bare Gemälde zu ermeldtem Saragossa befinden.

* Micius (Avanzinus), ist vermuthlich derAvanz. Viuzzi des Lexikons.

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