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und blühend zu London um 1782. Wenn er, wieman glaubt, P. Chenu's Schüler ist, so bat erseinen Lehrer weit übertreffen. In Paris arbeiteteer Mehreres mit dem Grabstichel nach französischen Meistern; zu London hingegen in verschiedenenManieren. Ein Verzeichniß meines sei. Vatersführt von ihm gegen 60. Blätter, und auch RostVIII. 214—16. sowohl von Bildnissen als Beschicht-lichem Z2. an. Alfred III. König von Mercia ,besucht Wilhelm von Albanac, der ihm seine dreyTöchter — nackend vorführt, nach B. West, wird fürsein Hauptblatt gehalten, und macht das (seltsame)Gegenstück zu demjenigen von Sharp, welcheseben diesen König darstellt, wie er sein letztes Brodmit einem Pilger theilt. Die übrigen Meister,nach denen er gestochen hat, sind: Beretini, Bou-cher, Breemberg, H. Carracci, Challe, Chardin ,Cignani, Colsou, Conca, W. Hamilton, Hüquier,A. Kaufmann, Maratti, M. Miller, A. Moro,le Nain, Ostade , G. Pether, Pugin de St. Aubin,G. Reist, Romanelli, S. Rosa, Rosalba, Rol-tenhamer, Rubens, Teniers , D. Velasco, Ver,net und da Vinci. Zu dem Bedeutendsten dürftegehören: Abraham, Sara und Hagar , nach Be-rettini, sehr sorgfältig, nach Farringtons ZeiHnungfür die Boydellsche Sammlung gestochen (Lußli I-65 .); die verlassene Clytia, nach H. Carracci ;Christus in der Krippe, und die Nymphe und derSchäfer, nach Cignani für Boydcll, welche eben-falls Füßli (II. 282. u. 289.) nennt; Venus undCupido, nach Maratti ; die Anbetung der Hirten,von Reni, nach Reynolds Zeichnung; der VerlorneSohn, nach Rosa; eine H. Familie nach Rotten-hammer; kUtk, Hops unä Lkaritx, und diedrey Grazien (gewöhnlich die drey Weiber vonRubens genannt), nach Demselben; die Küchevon Teniers , nach ihm; der Tod St. Josephs,nach Velasco; Ioconda nach da Vinci, weichesFüßli I. 16. mit viel Delicatesse und Wahrheit ge-stochen nennt. Die mehrern dieser Blätter sind inpunktirter und Röthelmanier. Noch kennt man vonihm verschiedenes für die: Vo^aZeg pittoresguessts Iggples, nach Houel u. a. und für die: st'a-bleaux pittvres^ues cle la 8 ui 58 e 81°, 29. 117.i 49 -179.182. nach Barbier, Besson, Chateletund Perignon. Ob er derselbe sey, der noch imXlmanscli <Ies Deaux-^rts von 1802. unter dendamals in Paris lebenden Kupferstechern, nament-lich als 6ruveur <lo erscheint, ist uns
unbekannt; und eben so: Ob von ihm die Redesey, wenn bey Fiorillo V. 846 nebst mehr andernenglischen Künstlern neuerer Zeit, ein Michel fürein dort nicht benanntes naturhistorisches Werkgerühmt wird.
Michel (Marie Ovid). So nennt der (inUnzuvcrläßigkeit) einzige Basan (L<l. sec.) einenKupferstecher, geb. zu Paris 176z. Schüler vonAliamet, von dem er kleine Landschaften nach ver-schiedenen (ungenannten) Meistern kennen will.
* — — (Sigisbert), der Bildhauer. NachBerlin gieng derselbe, um die von Casp. BalthasarAdams meist fertig gemachte Statue des Feld-marschalls von Schwerin vollends auszuarbeiten.Eine Beschreibung derselben in der Zeitschrift:Lerlln I. 2. 245—47- weiß, wohl mit Grund,Vieles daran zu rügen, was aber größtentheils aufden ursprünglichen Meister zurückfällt. In 1771.wurde diese Bildsäule aufgestellt. Alsdann kehrteMichel nach Paris zurück- Man hielt übrigensauch ihn, mit Recht, für einen höchst mittelmäßigenKünstler. Mrc.
— — ( ). So heißt auch im dlmsnack
«les Keaux-Hrrs von 1802. ohne Weiteres, eindamals zu Paris lebender Landschaftsmaler.
* Michels ( ), der Perspektivmaler. Ob
er von Geburt ein Piemonteser war, ist ungewiß.Er blühete um 174». ll. 2. 284.
* Michelangeli (Franz). Luti, seinMeister, machte eS ihm mehrmals gleichsam zur
Michele.
Pflicht, seine Bilder zu copiren. »Diese Notiz"(fügt Lanzi l. 53 Z. man weiß nicht recht, ob imErnst oder ironisch hinzu) »ist nicht unnütz, zu er-klären, warum man so viel schöne Copien von denWerken dieses letzter» sieht."
* Michel-Angelo di Campidoglio,s. Pace.
* Michele (Johann Hieronymus Sän). Desnachfolgenden Pauls Sohn, starb i 55 g. zu Fama-gusta in Cypern. S- unten den Art. seines OheimsMichels.
* — — (Matthäus Sän). Sein Vater hießBarrholome, dessen Schüler er war.
*— — (Michel Sän). Seine erste namhafteBaute war die Kathedrale von Montefiascone ,ein Octogon von sehr schönem Ebcnmaaß, und miteiner Kupole von der zierlichsten Art. Dieser folgtedie berühmte Kirche St. Dominicus zu Orview,und mehrere artige kleine Palläsie in den gemeldtenzwey Städten. Dann erhielt er, nebst St. Gallo ,von Clemens VII . den Auftrag, alle Festungen desKirchenstaats zu untersuchen. Für seinen eigenenUnterricht bereiste er hierauf auch das Venetianische,wurde zu Padua als ein Spion eingezogen, wußtesich aber so meisterhaft zu entschuldigen, daß dieRepublik nicht ruhete, bis er nun selbst in ihreDienste trat. Ueberhaupt darf dieser Künstler fürden Urheber der neuern Kriegsbaukunst gehalten,und z. B. Vauban bloß als Verbessere seinesSystems betrachtet werden. Fünf bis sechs seinerBastionen zu Verona befinden sich jetzt, nach balddrey Jahrhunderten, noch in gutem Zustand; undeines derselben (St. MagdalenemBastion) in 1527.erbaut, kann man die Wiege des gedachten neuenSystems nennen, von welchem Milizia und d'Arigensville einen sehr deutlichen Begrif ertheilen.Dem Herzoge Franz Sforzia von Mailand hatteVenedig diesen geschickten Mann nur auf dreyMonate abgetreten. Was er Alles in Corfu,Cypern, Candia u. s. f. für die Republik geleistethat, erzählt ihre Geschichte. Für seine merkwür-digste Arbeit indessen hält man die Festung Lido(Lio) am Eingang des Hafens zu Venedig selbst,die er auf einen von Natur morastigen Grunddennoch so dauerhaft zu erbauen wußte, daß sieeinem lebendigen Felsen gleicht. Franz I. und CarlV. verlangten ihn mehrmals vergebens in ihreDienste. Seine Vaterstadt Verona in alleweg zuverschönern, war seine besondre Lust. Ruhiglebte er jetzt ganz in diesem angenehmen Geschäfte,von seinen Mitbürgern, wie man denken kann,allgemein hochgeschätzt, als er die Nachricht vondem Tode seines Neffen und Schülers, JohannHieronymus vernahm, der zu Famagusta in Cypern,wie man glaubte vergiftet wurde. Er selbst starbfünf Lage nach dieser Lrauerpost, und ward in derKirche St. Thomas begraben, deren obere Theilnach seinem eignen Entwürfe erbauet ist. (Hienachverbessere das Lex. welches ihn zu Corfu sterben läßt).Mit seinen großen Talenten verband dieser Künstlereinen untadelichen Wandel. Don Natur ernsthaft,konnte er dennoch Lustigkeit und Spaß recht gutvertragen. Seine Wohlthätigkeit kannte fast keineSchranken. Aeusserst religiös, unternahm er keinbedeutendes Werk, ohne vorher sich den göttlichenSegen dazu durch eine feyerliche Messe erbitten zulassen. Die Republik wollte ihn mit Ehren über-häufen; er schlug sie aus, und bat dafür, seineEnkel, statt seiner, zu betrachten. Nicht bloß derganze Adel von Venedig , und große auswärtigeFürsten suchten seine Bekanntschaft — selbst einMichael Angelo bezeugte die größte Achtung fürihn. In der That war auch sein Baustyl wahrhaftgroß zu nennen: Dauerhaftigkeit, Schicklichkeit,Einfalt und Harmonie machten den Charakter der-selben aus; nur Weniges an seinen Architektur-Ordnungen dürfte zu rügen seyn. Gestochen nachihm kennt man aus ältern Tagen nichts. Erst i«1725. stellte der Graf Alex. Pompei ein Werkdieses Künstlers von den fünf Ordnungen der Civil-