868 Micke.
LTlicke ( ). Nach einem Künstler dieses
Namens hat Solang das Vildniß des Arztes Ioh.Aug. Oehme's gestochen.
Mickel ( ). So heißt in der Allgein.
Lunftz. S. 222. ein uns sonst ganz unbekannterKünstler, von welchem man um 180Z. in des Kunst«Händler Ackermann's Verlag zu London ein treflichesBotanisches Zeichenbuch gefunden habe.
Micksch, s. LMecksch.
Mrcocesi (Johann), Schüler von Cavallucci,ein italienischer Geschichtsmaler, lebte in Rom um180Z. wo sich von ihm verschiedene geschätzte öffent-liche Arbeiten befanden. Geffeml. iJachr.
Micone (Niclaus), Aoppo genannt, einLandschaftsmaler, lernte bey Peter Mulier, undahmte des C. A. Lavella Manier, besser wie keiner,nach. St. achtzigjährig in i/ö». X. L.
11. 207.
Mr'dard (Loren;), ein französischer Kupfer-stecher, hielt sich eine geraume Zeit zu Solothurn in der Schweiz auf. In 1779. gab er daselbstmehrere zeitgemäße Blatter, welche die dortigeFranzösische Bundes «Erneuerungs«Festine zumGegenstand hatten, und bey von Mechel in Basel erschienen waren; dann in 1780. die Schlacht beySempach , und machte sich anheischig, alle Haupt-schlachten der Schweizer , der Reihe nach — inKupfer zu liefern! Aanäer. Ikkc.
Mlddimann (Samuel), Zeichner undStecher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb.in England um 1748. und blühend zu London um1770—84. einer der beßten Landschaftenstecher seinerZeit, was er besonders in seinen größern Blätternaus Shakespeare gezeigt hat; indessen ist auch inden übrigen eine solche Nettigkeit mit Einsicht undGeschmack verbunden, daß sie mit Recht unter dasVorzüglichste ihrer Art zu zählen sind. Zu jenengehören aus Shakespeare's : Wie es Euch gefällt(Act II. Sc. i.) mit seiner vortreflichen Landschaft,nach W. Hodges, und aus dem Wintermährchen(Act III. Sc. 3 .); welche beyde im Journal k. billl.Xüuste S. 89. u. 96. beschrieben und gepriesensind; dann aus König Heinrich I V. (I V. Th. ActII. Sc. 2.) nach R- Smirke u. I. Farington; eineScene aus Joseph Andrews B. II. K. 16. nachTh Hear», und, gemeinschaftlich mit W. Byrne,die Figuren von Bartolozzi gestochen, ein sehrschönes Blatt; Ferdinand und Miranda, und Or-lando und Oliver (Pendants) nach Barrel; derMorgen nach Ebendemselben, und der Abend nachEchuz (Pendants); dann die Windmühle, nachGainsborough (1771.); tsie nach P.
Molyn, u. s. f. Auch eine Sammlung von Pro-spekten des Königreichs. Rost IX. 025 —2b.u. a.
Middleron oder LNiddeleron ( ),
Königl. Englischer Hofarchitekt, gab zu Anfangdes XIX. Jahrh, ein Modell- und Reißbuch fürTischler und Zimmerlcute, nach den beßten Mustern,aus berühmten Gärten entworfen, ans Licht, wel-ches im 1.180/,. auch mit französischem sowohl alsdeutschem Text und 27. Kupferbl. in 4 °. erschienenwar. Geffeml. zJachr.
VNidk ( ). So hieß der bey der Lcole
Frstuite cle Oesgin zu Paris um -8o6. angestellteModell-Verwahrer. Ob selbst ausübender Künstler,ist uns unbekannt.
Mr'edliig (JohannMartin), seit 1759. Hof-Ebenist und Model-Tischler zu Dresden . Um 1782.wird er in dem dortigen Hof- und Adreßkalendernicht mehr angeführt.
Miekfch oder Mrcksch (Johann oder Jo-hannMartin), geb. zu Geörgenrhal in Böhmen ,1762. eines dortigen Cantors Sohn, lernte nebenseinem Hauptsache, der Musik, die Zeichenkunstbloß zu seinem Vergnügen. In 1778. kam er nach
Miel.
Dresden in das katholische Kapell-Knabeninstitut,wo er fünf Jahrs verblieb. Da er dort Gelegen-heit bekam , mit geschickten Modcllircru und Bild-hauern, besonders mit Matersberg bekannt zu wer-den, so brachte er es bald im Bossiren in Wachs,Schnitzeln in Holz, Elfenbein, u. s. f. so weit,daß seine Bildnisse vielen Beyfall fanden. Ebenso machte ihn seine starke Einbildnngskraft zu ei-nem treflichen Schneider von sprechenden Sil-houetten selbst solcher Köpfe und Figuren, die ernur einmal angesehen hatte. Von 1785. an genoßer bey der Dresdner -Kapelle einen Jnrerimsgehalt,bis er in 1787. einrückte. Um 1788 trug er denwirklichen Titel eines Kurfürst!. Sächsischen Kam-mermusikus. Jene Künste übte er noch 179b.Mensel II. Teller. Rläbe. S. 86. Neuereshaben wir nichts von ihm vernommen bis in 1800.wo es in den Deutschen Runstbl. (zo.) S.. 35 —ö6- heißt: „Wir wunderten uns wohl zuweilenschon, wenn Herr M> mit Portraits en Basrelief auftrat, in denen wir Fleisch und Gewänder inihren eigenthümlichen Farben sahen. Bey seinemWerke auf dem diesjährigen Salon (Basrelief inbuntem Wachs, ein Weib vorstellend, das eineLyra halt) erschrocken wir wirklich; ja wir wür-den es für das Bild einer Pariser -Poissarde ge-halten haben, die bey einem Gelag ihre Kleiderverlor, wenn die Leyer und Mincrvens Vogel nichtauf ein besseres Wesen gedeutet hätten. Herr M.hat ein historisches Portrait zu machen geglaubt,und eine idealische Kleidung gewählt; aber diedargestellte Perfols ist längst nicht mehr in den Jah-ren , welche so viel Nackendes und Halbnockendesvielleicht entschuldigen könnte. Dann ist das Fleischziegelroth; der bunte Blumenkranz schreyt laut auf,und noch lauter ein überaus schweres, rothes Ge-wand. Wir hören indeß, daß der Künstler selbst,dieses Werk, besonders wegen dessen Farbe, nichtunter seine gelungensten zählt; und wir würdenuns freuen, wenn der Mann von Geschmack, denwir in ihm schätzen, hierdurch von dem Abwegegeleitet würde, seine gemeiniglich sehr ähnlichenund zart behandelten Bildnisse nach der Natur zucoloriren".
* Miel (Daniel), s. am Schluß des gleichfolgenden Artikels.
* -oder Me ei (Johann), auch Jannell
genannt, nach GandeUmi geb. im Schloß Ulaer-dingen, zwey Meilen von Antwerpen . Schon inFlandern war er einer von Seghers beßten Schü-lern. Als dann zu Rom A. Sacchi einige Kopieenvon ihm sah, nahm er ihn in seine Werkstätte auf,und bediente sich seiner bey seinen eigenen Arbeiten.Durch das Studium der großen italienischen Mei-ster machte er sich nunmehr allmahlig von seinemfrühern niederländischen Geschmacke unvermerktlos. Allein — naturam expellas kurca, tandem —
als er eines Tags für Sacchi ein großes histori-sches Bild malen sollte, brachte er darin so Gro-teskes an, daß er dem Grimm seines Meisters ent-weichen und Rom verlassen mußte. Alsdann schiener sich in der Lombardie, nach den Carracci , Corrrcggio u. s. f. noch weiter ausgebildet zu haben.In Savoischen Diensten blieb er 5 . Jahre. Seindortiges vorzüglichstes Werk ist die große Gallertea la Venerie. Der Orden und das diamantneKreuz, das ihm der Herzog schenkte, konnten seinHeimweh nach Rom nicht sänftigen. Er starban diesem schönen Tode zu Turin . Lanzi giebtsein Sterbejahr irrig in 1644. an. Von ihm heißtes dort (I. 620.): „Er war ein geschickter Nach-ahmer von Laer. Bey van Dyk hatte er einen gu-ten Geschmack im Coloriren erworben, und kamdann nach Rom zu Sacchi, der ihn aber baldwieder verabscheidete, weil er ihm Ernsthaftes auf-tragen wollte, da hingegen der Schüler, aus Jn-tereße oder Neigung, mehr zum Burlesken aus-gelegt war. Seine kleinen Bilder in dieser Gcu-rung waren voll Geist, von schöner Färbung undHelldunkel, und wurden von den Liebhabern rheucrbezahlt- Späterhin gab er freylich auch ins Gros-