Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
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Micl.

te,eUnd an einer andern Stelle (ll. 2 . 3/n.):

Rom fanden seine Scherze, in Pieniont seinEmsteres Beyfall. In dem großen Saal der Leib-wache z» Turin (?) sieht man von ihm Bilder, woer unter die heidnische Gottcrfabel sehr geschicktdie wahre Glorie des Königl. Hauses zu mischenwußte Noch besser ist vielleicht die (obenerwähnte)Gallerte a la Vcnerie, welche acht Jagdstücke inkleinen Figuren von ihm enthalt. Zu Chieri dannfindet sich von ihm eine mir i 65 j. datirte Altar-tafel. Aus allen seinen Werken blickt sein italie-nisches Studium hervor: Edle Ideen, verständigeVerkürzungen, schönes Helldunkel — dieses zwar,in seinen Sraffelcygemalden, eben nicht mit einergroßen Zartheit des Coloriks begleitet". „Manlobt" (heißt es dann bey wareler von unsermKünstler) „in seinen historischen Bildern die Farbeund den Ausdruck; dagegen findet man darin we-der hinlänglich richtige Zeichnung, noch genugGrazie, noch hohen Sinn.^ Sein Vorzüglichsteswaren seine Staffeleygemäldc, welche Austritteaus dem gemeinen Leben zum Gegenstand hauen;hier ist er fein, piquant und geistreich, und ziehtdurch seine kräftige Färbung an. Zuweilen ließer die Grunde seiner Bilder sehr hell, und wenner auf die Vorgründe kam (nicht, „wenn er vor-züglich Plane zu bearbeiten hatte", wie es beyHerdenreich lustig genug heißt), so zwang erseine Schatten immer ins Breite, als ob er seineStudien am hellen Mittag gemacht hatte". VonMännlich endlich nennt seine Manier kurz: Breitund kräftig, und glaubt, baß man in seinen Land-schaften den Geschichtsmalcr erkenne; und de §on-tenai, seine Himmel sehr heiter. In seinen selbst-geätzten Blättern dann sind besonders Figurenund Thiere frey und mit Geist, doch (wie es beyLarrsch l. 558 . heißt), nicht immer mit gleicherFestigkeit und Wahrheit behandelt. Dort 53 g —gä. und bey Rost V. 36 /. werden 9. derselbenangeführt; und, wie erstrer glaubt, dürften ihrerkau», mehrere seyn. Allein, sonderbar! Nur invieren derselben kommen sie nberein, wovon einesMaria Himmelfahrt , die drey andern die Belage-rung und Einnahme von Mastricht, und die Ein-nahme von Bonn darstellen; welche letztere zu Fab.Grrada so Kollo Gallioo (lkomso 6/,0 oder 6',/.)gehören, und alle höchst selten seyn sollen. Voneben erwähnten dreyen rühmt Bsrrsch ganz be-sonders den pikanten und dennoch mühelosen Aus-druck der Figuren bis in den fernsten Hintergrund/die Mannigfaltigkeit der Stellungen und schönenGruppen, und dies Alles fast in bloßen Umrissenmit leichten Halbschatten zum Erstaunen erzielt.Dann nennt Rost !m Allgemeinen: Vier ländlicheGegenstände, von reizender Nadel, und eine H.Familie; Barrsch hingegen (wenn anders nur nochvon vieren die Rede seyn soll) gewiß richtiger:Einen Hirten der auf dem Dudelsack spielt, mitZiegen und einem Hund; einen italienischen Bauer,der sich einen Dorn aus dem Fuß zieht; eine Alte,die einem jungen Mädchen, das den Kopf aufihren Knieen liegen hat, den Puls suhlt; den vonJupiter entführten Ganymed, und endlich ein Ti-telblatt, das einen Römischen Kriegsmann mitder Fahne in der Hand vorstellt; ebenfalls fastAlles sehr seltene Blätter, ganz ungleich mit:(nm. Mole. 6. Mole. Aour Molo. A. Mo>e.Fomr Molo, und auch bloß Mole unterzeichnet,und alle ohne Datum. »Jach ihm gestochen habenvörderst G. Tasniere die mehr angeführte Galerieu. s. s. unter dem Titel: Ickvre so In Venerio(21. Blätter); dann von einzelnen Blattern le Bas:le klaisir su 8eigneur und le Ulaisir ses Ua)'-^U8 (schöne Blätter). Bcaumont: le Zoueur soälu8etlo und lo Olül'ui'Aion «uns etuso; E. Bloe-Maerk: X. Ki^nors si Braponi. und das Titel-blatt zu D. Bartvli's: Hsia; Chataigner : l)inoose8 Vo^aAeurs. für s XXVll. Heft des LoursIÜ8tor. ot olemont; I. Coelemanns: Boute.8 los8ai.8oi,8; I. Danllö: Eine Vogcljagd; Düprcel,nach Swebac's Zeichnung (ganz neuerlich, für'sHeft des Musee ch'ra»ca,s) ebenfalls das

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Mittagmal der Reisenden; und Ebendasselbe imKleinen nachgebildet in Landon's k-iv.8,'8" ocNabloanx so Genre (II. bö.) wo zugleich diesangenehme Bild beschrieben wird; R. Goumez laso8!>b' eable/zvantureW. Hollar ländliche Ge-genstände (20. Bl); F. Poilly: Alexanders Bestichbey Diogenes ; I I. Thourneiscn: Herkules, oerdie Bellona bey den Haaren schleppt (ein schönesTitelbl); G. Ballet: Eine Himmelfahrt Mariä ;Delgrana, Pienne, Pefflenne u. s f. Bildnisse (wiees scheint für irgend ein Werk über Longobardi-sche Geschichte); aus welchem Allem erhellet, inwie Vielem sich Miel versucht hatte Noch bemer-ken wir, daß Eochfti, welcher von einem DavidMiel redet, und ihn von unserm Johann unter-scheidet, dennoch ihre Manieren einander ähnlich,beschreibt. Lonf. Gancte/ÜM, /-(ürk/er et Franste;.

* Miel ich (Johann). Derselbe war Hofma-ler bey Herzog Albrecht V. Die beyden im Lex.angegebenen Bücher wurden ( 568 . von ihm vol-lendet. In einem derselben befand sich sein eige-nes Vildniß. Moehsens Medaillensaininl.I. 69.

Mier (H.), diesen Namen findet man auf ei-ner Schaumünze des berüchtigten D BalthasarBekker von 1692. Sammlung berühmter Me-dailleurs bG. 235 .

Miere (le). Die Wittwe. So wird im HI-manacb so8 Konux-/^rt8 von i 8 u 3 . eine damalszu Paris lebende Kupfersiichhändlerin genannt.

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Mieris (Franz van), der ältere. „SeineGegenstände" (sagt Lvareler) „sind angenehmergewählt, als seines Lehrers Douw's; er hatte einehöhere Idee von Schönheit, von jener wenigstens,wovon er leicht die Muster in seinem eignen Landsehen konnte; seine Zeichnung war richtiger, seinTouche geistreicher und schmeichelnder, seine Be-handlung leichter, die Farbe frischer und lebhaf-ter , und er halte einen breitern Pinsel, ob er gleichin kleinern Proportionen malte". In Darstellungder Stoffe war er so geschickt, daß die Verschie-denheit von mchrern derselben sogar an Bildernvon nicht mehr als Höhe vollkommen kenntlichwar. Er ließ sich schon bey Lebzeiten solche sehrtheuer (bis auf 2000. Livr.) bezahlen. Dennochsah er sich immer in Schulden vertieft, und ant-wortete eines Tags einem Gläubiger, auf den Vor-schlag sich durch eine Arbeit loszukaufen: BeySchloß - und Gittergerassel würde ihm solches niemehr gelingen. Aus seinem Kunst - und Privat-leben wird nach Descamps, von Lvareler u. a.weiter erzählt: „Als der Großherzog von Florenz ,bey seiner Reise durch Holland , in Mieris Ea-binct ein schon angefangenes Gemälde sah, bat erden Künstler, solches für ihn zu vollenden, undzahlte es fürstlich. Mieris, um seine Erkennt-lichkeit zu bezeigen, sandte ihm hieraus ein ande-res, noch weit vorzüglicheres Bild. Dies Ge-schenk ward mit Kälte aufgenommen, und erhieltkeine Vergeltung. Diese Ungnade zog ihm der Um-stand zu, daß er es ausgcschlagen halte, das Bild-niß eines Hofmanns des Fürsten vor demjenigenseines (wie wir's verstehen, des Künstlers) eignenPrinzen zu malen". Dann: „Er hatte das Un-glück, mit dem geschickten und geistreichen JohannSteen in Verbindung zu stehen, der ein Liebha-ber des Trunkes war. Als dieser ihn eines Abendsin einem Schcnthause verließ, fiel er in eineSchleuste, wo er beynahe umgekommen wäre.(Wie edel er seinen Retter belohnt, erzählt dasLex.). Dieser Vorfall untergrub seine Gesundheitfür den »och kurzen Rest seiner Tage". In demehemaligen Königl. Französ Kabinette sah manvon Mieris: Die Dame a» der Toilette; denEaifenblascr, den Feocrvieh- und den Wildpret-händler; und fünf andre Bilder von ihm i» der Ga-lerie des Palais Royal . Besonders reich an sei-nen Arbeiten dann ist die Münchner -Gallerie; siebesitzt >-j. derselben, in deren mehrere Mierisselbst als Freund von Bacchus und Amor erscheint,