8"o Mieris.
und von welchen besonders: Die kranke Frau,und der Stiefel (den er bey Andern?, als der Mannnach Haus kam, zurücklassen mußte), endlich dasFrühstück mit den Austern, hoch berühmt sind. —Nicht Er, sondern der nachfolgende Fr. Mieris derjüngere zeichnete für eine niederländische Geschichtedie Schaumünzen. Gestochen oder geschabt nach ihmhaben H.Bary, F. Basan, I.F. Banse, A. Blooterling, M. Blot, Greenwood, F. Gregor!, I E. Hayd,I. G. Hayd, L. Halbou, M. M. Jgonnet, I.C. Miger, Ploos van Amstel, P. Schenk, B-Vaillant, Wille. Als schon werden bey winklergenannt: Das Dildniß des Künstlers und seinerFrau, die mit einem Hunde spielen (im ehemaligenKabinet des Prinzen von Oranien) von Green-wood geschabt; der Wundarzt (im Kabinet Kie-sow zu Augsburg ) von I. E. Hayd, und derTrompeter, der seine Depeschen erwartet (im Ka-binet des Grafen Burqhauß ) von I. G. Hayd,beyde geschabt. Bey Brandes dann: Der Per-sianer von Dause; Franzens eigenes Bildniß vonBlooteling, geschabt; eben dasselbe, von C. Miger;das Mädchen, das an einem Tische, worauf einBrief liegt, weint, von F. Gregori; der Hundauf einem Küssen, und der sitzende Hund, inZeichnungsmanier (selten und nur für Freunde ge-macht) von Ploos van Amstel; la 1'ricoteu8e ttol-lanllaise (aus dem Kab. des Schoppen l'Empereurzu Paris ) und l'Observateur äistrsit (aus demKab. des H. von Peters), beyde von Wille, (lsxetit kb^sicien, von Ebendemselben, ist nicht,wie wareler angiebt, nach Mieris, sandern nachNetscher). Dann in neuern Tagen le Villain:Zsune komme au boccsl für's XXll. Heft derDakleaux etc. «je la 6alerie «le klorencs; undSaunders (ganz vonrefiich) die holländische Dame,welche ihren kleinen Hund liebkost, für das neuePrachtwerk der üalerie «le 1'üermita^e zu St.Petersburg .
* — — — —, der jüngere, des unten fol-genden Wilhelms Sohn. Seine Talente für bil-dende Kunst mochten nicht weit hergeholt seyn;dagegen war er ein (ob gut, ist uns unbekannt)wenigstens viel schreibender holländischer Diplo-matiker und Publiziste. Dasjenige Werk von ihm,dessen das Lex. unrichtig gedenkt, führt zum Titel:Mstoirc «ls8 princes «le 1a Naison «le Laviere,lle Lour^o§ne et «ls l'-^utricke, gui ont ete8ouverain8 «les Pa^s-Las, III. Vol. in kol. avecxlu8 «ls rova. Dlellailles, tres-proprement äes-»inees pai 1'Xuteur, 6'apres les ori^inaux, et^ravcs8 par äe8 tre8-ksbile8 6raveur8 (darin,nebe,, Anderm die vollständige Geschichte Carl V.)ä la Ija^e 17Z2—Z6. Aach ihm gestochen ken-nen wir, als (noch kaum zuverläßig) einzig, dasBildniß des Pros. Siegebert Havercamps von I.Houbraken . L,a«cle5.
^ — (Johann), des altern Franzen
älterer Sohn. Nach ihm finden wir in einem un-srer Verzeichnisse einzig das Bildniß Wilhelms vonWel-Wil, von A. Blooteling geschabt, angezeigt.
* — — (Wilhelm), des alrern Franzenjüngerer Sohn. wärelets Urtheil über ihn istwesentlich dasselbe, wie das des Lexikons. Erwählte meistens lachende Gegenstände. Von seinenbossirten Arbeiten schätzte man vornehmlich Vasenmit Basreliefs geziert. Gestochen nach ihm ha-ben: E. du Mesnil la «loukle Isolation (ausdem Kabinet Brühl); den sitzenden Trinker, hinterihm ein Mädchen , das die Gläserzahl aufschreibt;die Frau mit dem Sohn, der Saifenblaseu macht;das Concert; die schlafende Aglaura, Merkur undHerss, alle von C. H. van Meurs; l'Oent' ca88s,(aus dem Kab. Brühl) von Moitte; das schöneBildniß des Amsterdamer-Pastors Peters von Sta-veren, von I. van Munnickhuysen; die schlafendeSchäferin, die ein Schäfer aufweckt, von C. G.Schulze. Li-arrcin.
Nach welchem — ob nach Franz dein Ael-tern, oderwilhelm. etliche andre bloß mit Mie-
Miger.
rio bezeichnete Blätter seyen, wie z. B. der Bauer-knabe und das Bauernmädchen, jener mit dem zer-brochenen Kruge, dieser mit dem Sperling in derHand, von P. Peiroleri — die Saifenblasen, vonN. Ponce — die Dame vor ihrer Toilette, auf ih-rem Schooß einen schlafenden Hund, von A. Riesdel geätzt, u. s. f. ist uns (wie so Vieles) unbe-kannt.
M>es (Madmois), eine aus Schlesien gebür-tige Bildnißmalerin, Schülerin des Fürstl. Hohen-loe - Jngelfingischen Hofmalers Weygand Vonihr sah man auf dem Dresdner -Salon 1807. einigeBilder, in Oel recht artig copirt, die zu antenErwartungen berechtigten. Meusel Arcy. II.4. 5g.
Mierzsch (Christian Gottlob ), erster Unterleh-rer bey der Akademie der bildenden Künste zu Dres-den , eines dortigen Schneidermeisters Sohn, geb.daselbst 17^2. I. I. 1756. kam er in die K. Aka-demie, und siudirte unter Ludwig Sylvestre undHütin die Zeichenkunst. I. I. 176Z. wurde er beyErrichtung der gegenwärtigen Churf. Akademie alserster Unterlehrer im Zeichnen angestellt. Seit derZeit machte er sich theils durch Bildung geschickterSchüler, theils durch seine eigenen Arbeitensowohl als in Portraite» in Oel und Pastell,in welchen man die auffallendste Aehnlichkeit antrift,theils eben so (vorzüglich) durch seine Zeichnungen,und endlich auch durch etliche radierte historischeBlätter nach seiner eignen Erfindung, rühmlichbekannt. Dahin gehören Luna und Antheus; derTeich Bethesda; Christus heilt die Kranken imTempel (1769), und die schöne Composttion einerGrablegung (1772 ) 717 §c. Die biblische
Geschichte war sein Lieblingsfach- In 1797. wurdeer zum Emeritus erklärt, und er starb am 2. Ja-nuar 1799. Meusel ll. Baur . In sei-nem letzten Lebensjahr ward ihm, Schwächlichkeithalber, der Maler C A. Lindner in seiner Stelleals Gehülfe zugegeben. Deutsch . Bunstbl. 4°-I. Anzeig. S. 10. In Meusels A Mus.25 k. heißt es, etwas seltsam, von einigen Bil-dern von ihm, die sich auf dem Dresdner -Sa-lon von 1794. befanden: „H.SousmaitreLUietschstellte wieder eine mit vielem Geiste gezeichnete Acie(?) aus. Seine beyden Portraits in Pastell habe»für seine Jahre immer viel Gutes, so wie aucheine historische Skizze, wie Christus auf dem Ber-ge dem Satan gebietet: Hebe dich, u. s. f. ihrGutes hatte; nur war sie für die Ausstellung nochzu roh ". Von seinen Zeichnungen sah' man z. B.zu Dresden -in den Kabinetten der HH. HofrathReinhold, Dokr. Scheer und Professor Schenau,Reller.
Miezk 0 (Peter), ein Steinmetz und Bildhaueraus Guben gebürtig; arbeitete in Chur - Branden-burgischcn Diensten, und starb ikg 5 . Mcolai.
* Miger (S- L.), hieß Simon Carl geb.zu Paris um 1748. Derselbe war ein Schülervon Cochin, dem Sohn; Einverleibter der ehema-ligen Königl. Akademie seit 1777. der den Titel: Ku-pferstecher des Königes trug, und lebte wenigstensnoch 1806. Von ihm führt Rost VII. 017 — ?8.und ein Verzeichniß meines sel Vaters noch meh-rere Blätter, theils Bildnisse, theils Geschichte nachI. Aved, I- S. Chardin, Cochin, Coisot, Du-mont le Romain, Dupleffis, Fragonard , Haltt,Mieris, le Meine, Peronncau, Pigalle, Rigaud ,Ronceray, Slodz, de Troy, Touzat, C Vanloo,Verbot, Vernet, Vincent, Vien und Voeiriol (alsobis auf Mieris, nach lauter französischen Mei-stern) an. Seine beyden Aufnahmsblätter in dieAkademie waren: Herkules von Anteus erstickt,nach Loeiriot, und Apoll und Marfyas, nach Van-loo. Selbst diese, und überhaupt keine von sei-nen frühern Arbeiten, werden irgendwo (sogar indem lobfertigen Catalog von Brandes nicht) mitbesondern! Preiß angezeigt. In neuern Tagen hin-gegen sah man von ihm vorzügliche Blätter zu demschönen Werke von Lazepede, Luvier und (6ecf-