Band 
Zweyter Theil [2].
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878
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878 Mlole.

welchem auch das Lex. spricht, macht ihn eiuesmehrern Ruhmes würdig, als er wirklich genießt.Neben demselben sieht man noch verschiedenes An-dres in seiner Vaterstadt Forli , im dortigen Dome,bey St. Dominicus, und in Privathäusern, undschätzt daselbst wirklich seine Arbeiten so sehr, daßwo etwa eine mit solchen gezierte Kapelle eingc-rissen werden mußte, man dem von ihm bemaltenMauerwerk eine andre Stelle anwies. /.«»Lr II.2. 63 — 64 - der seine Blüthezeit in i 532 . setzt. Ei-nigen Nachrichten zufolge arbeitete er auch zu Ve-nedig .

* — — (Peter Paul) und

— — (Sebastian), beyde Söhne und Schü-ler von Franz, von gleich natürlichem, ungesuch-tem Geschmack, aber von wenig Relief, und ziem-lich gemeiner Erfindung. Von perer Paul befin-det sich bey St. Augustin zu Fort, eine mit 1692.datirte Tafel, ganz im alten Geschmacke gemalt,und, so wie andre seiner Werke, hinter seinemZeitalter zurück, II. 2. 64 — 64 .

Mi 0 1 e ( ). So heißt irgendwo, ganz ohne

Weiteres, ein Landschaftmaler.

Mioler (M.) s. den Art. Is. Jac. laLroix.

Mionner ( ), Angestellter bey derjenigen

Klasse der Kaiser!. Bibliothek in Paris , welcherdie Bewahrung der dortigen Münzschätze zugetheiltist, beschäftigte sich schon seit 1798. mit dem glück-lichsten Erfolge, die durch Kunst oder Seltenheitmerkwürdigsten griechischen Münzen in verschieden-farbigen Echwefelpasten abzudrücken. Die ersteSammlung derselben war eine Auswahl von i 4 ? 3 .Nummern. Im I. VIII. erschien etwas davon beyCrapelet in Paris . Seitdem fand sich H. Mionner,hauptsächlich durch H. Millin, jetzigen Conser-vateur der Medaillen unterstützt, in Stand gesetzt,Liese Sammlung bis auf 20,000. zu vermehren,welche 2000. Thaler kosten, indessen aber auch,hundcrtweise, das Stück (Vor- und Kehrseite) zuungefähr i 5 . kr. und (etwas theurer) sogar ein-zeln abgeliefert werden. Der neue vortrefliche Ka-talog des Ganzen führt die Aufschrift: Description<Ie8 älellallleg antigues, Orecczues et Komalnes,svec leur äe^re lle rarete etc. 2 Nom. 8 ?sris806—7. avec 2. Eak. ä'kstsmpes. Nähere Nach-richten hierüber von H. Lörriger s. in der A.Hall. L. Z. 1808. N°. 69.

Miorer ( ). So heißt obiger Mionner

irrig im Tüb. Morgenbl. 1808. S. 44 «.

* Misere (Peter). Von ihm kennt man auchein von 16)9. datirtes Bildniß des Arztes Jul.Cas. Benedictus, ohne Namen des Malers.

Miozzi (Marc - Anton und Niclaus), zweyMaler von Vincenza, lebten um 1670. wahrschein-lich aus der Schule des Jul. Carpioni . Den letz-tern nennt Boschini in seinen Oiojelli pittoresk!;der erstre, etwas zweifelhafte, ist einzig durch seineUnterschrift an einem Heiligenbilde bekannt, dassich bey den Edeln Muttoni zu Novigo befindet./.NttLi II. 179.

Miradori (Ludwig), Genosse, oder Ge-novesino genannt. Geb. zu Genua , lernte er dort,wie es scheint, die Anfangsgründe der Kunst, undkam zu Anfang des XVII. Jahrh, noch jung genCremona . Hier studirte er fleiffig die Werke vpnPamf. Nuvolone, und bildete sich eine MaiM,die auf die Carracci zielt, freylich weniger erle-sen, aber immerhin frey, grandios, wahr im Co-lorite, harmoniös, und somit von schöner Wir-kung. Dieser in seinem Vaterland unbekannte,und von der Geschichte fast vergessene Künstler,wurde hingegen in der Lombardie, und besonderszu Cremona in großen Ehren gehalten. Dort be-finden sich von ihm verschiedene Kirchengemälde,ron denen besonders sein St. Johann Damascernus bey St. Clemens sehr gerühmt wird. Dannhaben die Mercanti zu Piacenza eine sehr gcprie-

Miranda.

sene Pieta von ihm. Alle Gegenstände gelangenihm; doch das Schreckliche vorzüglich. So stehetman z. B. von ihm im Hause Born zu Mailand ein Bild, das die Hinrichtung verschiedener ineiner Verschwörung verwickelter Missethäter vor-stellt, und in seiner Gattung treflich ist. Ein an-dres ist mit: piacenza 1629. datirt. Nachrichtenvon ihm gehen bis 1647. II. 38 o.

Miranda (Franz de), Bruder der nachherfolgenden Niclaus Rodrigue; und Peter Ro-driguez, trat als sogenannter Malerde la Rea-les Caballerizas in Königl. Spanische Dienste,und führte um 1746. zwölf Bilder mit Figurenin Lebensgröße aus, die sich auf die Wunder St.Peters von Alcantara beziehen, und im Kreuzgangevon St. Gil zu Madrid gewiesen werden. Er st.1761. Wohl zuverlässig ist dieser Künstler derselbe,der bey Füßli V. 92. u. 96. in der Biographie vonEmanuel Witz , gelegenheitlich, als Professor derMaler-Akademie zu Madrid , und von ihm ein klei-nes Bild angeführt wird, welches die von der Zeit(utinam!) entblößte Wahrheit vorstellt. FiorilloIV. 262.

* — — (Johann), Maler, des nachfolgen-den Johann Gracia's Sohn, der die größtenHofnungen erweckt, aber in der Blüthe seiner Jahrestarb. Von ihm sah man einen Redemplor, unddie HH. Peter und Paul in der Benedicriner-Kirchezu Montserrato. Ohne Zweifel ist er, oder dannsein Vater, mit dem 'Johann des Lex. derselbe.Fiorillo IV. 261.

* — — (Johann Garem de), geb. zu Ma-drid 1677. und gest. 1749. wurde von zarter Kind-heit an zur Malerey bestimmt, und der Leitungdes Don Juan Delgado übergeben, in dessenSchule er es so weit brachte, daß er ihm an Ruhmfast gleich kam, und sich die Achtung des Hofeserwarb. Dies geschah vornehmlich durch sein gros-ses Talent alte Gemälde zu restauriren, welcheser besonders an den Meisterstücken bewies, diebey dem Brande des Pallastes zu Madrid 1724.sehr gelitten hatten. Durch den Einfluß seinesbesondern Gönners, D. Jos. Patinn», wurde ervon Philipp V. 1722. zum Kammcrmaler ernannt.Noch früher (1724.), erhielt er, nebst Palamino,das Amt eines Taxators der alten Maiettyen,welches, wie es scheint, etliche andre ihrer Kunst-genossen unwissend und nachläßig genug bekleidethatten. Da Miranda ohne eine rechte Hand aufdie Welt gekommen war, so bediente er sich derlinken, mit welcher er den Pinsel bewundernswür-dig leicht zu führen wußte, wovon so viele schöneGemälde in Kirchen- und Privatsammlungen zuMadrid genugsam zeugen. Fiorillo I V. 369—61.S. auch den Schluß des vorhergehenden Art.

— — (Niclaus Garcia de), Bruder undSchüler des vorigen, geb. zu Madrid 1698. undgest. 1738. machte sich durch Landschaftögemäldevon ächtem Gehalt und reizendem Colorite berühmt,welche oft mit denen seines nachfolgenden Neffe»,perers, verwechselt werden. Dann kennt manvon ihm einige Altartafeln, wie z. B. eine mit derMadonna in einer bezaubernden Gegend, in einerCapelle des Prinzen Pio zu Madrid . FiorilloIV. 261.

— — (Niclaus Rodriguez de), Franzen undperer Rodrigue; Bruder, war ebenfalls ein gu-ter Landschaftsmaler. Fiorillo IV. 262.

— — (Peter Rodriguez de), Franzen undNiclaus Rodrigue; Bruder, lernte die Anfangs-gründc der Kunst von seinem Oheim, JohannGarcia, und erwarb sich die Gunst des Hofes,vorzüglich des Pater Aller, Beichtvaters des In-famen Don Philipp. Dieser beschäftigte ihn häu-fig. So z. B. malte er für ihn eine EmpfäugnißMariä, dann das Bildniß des Prinzen im Kreuz-gange der Vater von Gt. Spirito, und zwey Ge-genstände aus dem Leben von St. Caraccivli, eben-