Moehrin g.
Pudcrbentel und Kamm von sich, und lebte seit-dem ganz der Kunst, welche ihm neben andermdie Freundschaft des wackern Rath Reifensteins er-warb, der ihm von den vielen an ihn gerichtetenFremden namhaften Verdienst, hauptsächlich mitBoffiren von Profilen u. s f. verschafte. Von Krafthalte er seiner Zeit hauptsächlich die Manier und dasMechanische seiner Kunst gelernt; aber seinen ohne-hin natürlichen Geschmack für die Schönheit bildeteer nunmchr durch das aufmerksame Studium derAntiken aus. Was ihn dann wirklich in ausge-breiteten Ruf brachte, war sein in Wachs bosslrteslebensgroßes Bild des in 1780. zu Rom verstorbenenSanct-Betlers Labre, den er vier Jahre langgenau gekannt, und nun zum — Nießen ähnlichdargestellt hatte. Auch war der Zulauf, diesesKunstwerk bey ihm zu sehen, aus allen Ständenunbeschreiblich groß, und dauerte drey ganze Mo-nate, als er damit nach Neapel gieng, wo er sichvollends sechs Mann Wache gegen das ungeheureGedräng der dortigen — Dilettanten vom Hof aus-kitten mußte. Um 178/,. arbeitete er an einemandern, uns unbekannten großen Werke. MeuselMist. XXIII. 285—88. Damals (r/ 85 .) sah derVerf. des dort inserirten Aufsatzes (wahrscheinlichder verdiente Herausgeber selber» bey dessen Bruderin Nürnberg des Künstlers eigenes Bildniß, daser in einem meisterhaften Styl gearbeitet fand, undeinen kurz vorher geschriebenen Brief desselben,worinn es, neben Anderm, hieß: »Durch großeAnstrengung, vieles Nachsinnen und unermüdetenFleiß, und durch keine Unterstützung, bin ich durchGottes Gnade, was ich bin". Nach seinen ausWachs geformten Profilen haben Banse, C. G-Schulze und H. Gultenberg die Bildnisse von Ang.Kaufmann, Reifenstein und Mengs, an der Spitzedes I. II. und IV. St. von Meu sels >J. Mus.sehr schön gestochen. Neueres von ihm ist unsunbekannt.
Moehring (Hans) und Hoffmann(Georg), wurden in 1578. von dem Rath zu Hild-burghausen als Baumeister einer dortigen Stadt-kirchen-Reparatur angestellt. I. w- Brauß Be-schr. der Resrd. Hildburgs». (4°. ib. 753 ) E. r 33 .
Moelk ( von), Maler zu Grätz in Steyer-mark, lebte noch um 178g. Arbeiten von ihm sahman in verschiedenen Kirche» seines Geburtslands,wie z. B. ju Maria-Hilf und Maria-Lebering.Mensel II. Neueres ist uns nichts von ihmbekannt.
* Moeller (Andreas). Nicht nach Denner(wie es im Lcx. heißt), sondern nach dessen Ge-schmack, malte er sein eigenes Bildniß.
.* — — ( ), der Edelsteinschneider, hieß
«thrlstian. Wie es scheint, arbeitete er bloß Sie-gel, Wappen u. dgl. und st. 1674. 4 ?. I- alt.
^ — (Ä- J-). So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Kupferstecher, von welchem man einvon 1676. datirtes Bildniß des Theologen JsaakBarrow nach D. Loggan kennt.
— — (Michael), s. Rosennrkller in dengegenwärtigen Zusätzen.
Moelon oder Moelou ( ). Soheißt ein
französischer Maler, nach welchem C, Simoneaudas Bildniß Ludwigs Maimbourg (für ein Tilul-blatt), und R. Regnesson dasjenige von Eust. dela Solle gestochen hat.
Moekssad( ),ein dänischer Gyps - Mo-dellirer. Von ihm sah man um 1807. auf demanatomischen Theater zu Kopenhagen die sehr ähn-liche Büste des verstorbenen Tode, die er für 5 o.Thlr. gefertigt hatte. Eben dieser Künstler be-schäftigte sich damals mit einer Figur, die dasGlück des Friedens, dessen Dänemark (damals)genoß, darstellen, und — r 5 . Thaler (?) kostensollte. Tüb. Morgenbl. 1807. S. 242.
Mörner. 88Z
Mönchs ), ein aus Schwaben gebürtigerDecorationsmaler. Von ihm sind diejenigen desfranzösischen Hoftheaters in den Tuilerien. Um1808. beschäftigte er sich mit andern in dem Kaiser-lichen Pallaste. Tüb. Morgenbl. 1808. S. 3 Z 6 .
— — ( ). So heißt auch im Flmansck
6e8 Lesux-Ari-8 von i8»z. ohne Weiteres, ein da-mals zu Paris lebender Decorationsmaler für Archi-tektur, der aber wohl mit Obigem Eine Person ist.
* Moerikofer (Johann Caspar), dessen imLex. unter dem Art. seines nachfolgenden OheimsErwähnung geschiehet. Sohn eines Wundarztes,war er — wofür sonst, als für die Chirurgie be-stimmt? zeigte aber einen frühen Hang zur Kunst,als sein erwähnter Oheim eines Tags von Bern nach Haus kam, sein Talent bemerkte, und ihnalsdann mit sich zurück in seine Lehre nahm. Nachsechs Jahren unermüdeten Fleißes in der Gattungseines Meisters machte er nicht minder glücklicheVersuche auch im Steinschneiden, und gieng sodann1769. nach Paris , wo seine vornehmste Beschäfti-gung das Zeichnen in einer Privatakademie war,und er auf Arbeit für Geld keine mehrere Zeitwandte, als ihm zu seinem Unterhalt unumgänglichnöthig zu seyn schien. Dennoch verfertigte er dorteine Schaumünze auf die Wiederherstellung derUniversität Pcrpignan, und eine andre auf denKönig von Portugal. Mitten in diesen Uebungenstarb sein Oheim, und seine Freunde nöthigten ihn,nach Bern zurückzukehren, um die Geschäfte dessel,ben zu übernehmen. Von da an verbreitete sich seinRuf immer mehr, und sah man von ihm ein schönesStück nach dem andern. So z. B. seine Schau-münze auf die Russische Kaiserin Catharina II. (da-mals wenigstens die beßte, welche man von dieserMonarchin kannte), auf den König CtanislausAugust von Polen, den Grafen Caylus, den sel.Geliert, eine PreiSmünze für die ökonomische Ge-sellschaft in Bern , drey dergleichen für den Daden-Durlachischen Hof, eine Schaumünze für den StandSolothuru, und (1772.) zwey Verdienstmünzen fürden Stand Zürich . Fußn IV. - 59 — 63 . wo auchseine in Stein und Stahel geschnitlnen Köpfe nachAntiken gerühmt sind, und dann zu seinem ver-dienten Lobe bemerkt wird, daß er, an verschiedeneHöfe unter vortheilhaften Bedingen berufen, denAufenthalt im Vaterland allen andern vorgezogenhabe. Dieser geschickte und rechtschaffene Mannlebte noch 1789. Leu Zus . Selbst um 1797 -findet sich (Mensel M Misc. V. 568 ) noch eineSpur von ihm. Späteres ist uns durchaus nichtsvon ihm bekannt. » Uebcrhaupt" (heißt es nochirgendwo) „sieht man allen seine» Arbeiten an,daß er sich den Styl seines berühmte» LandmannsHedlinger zum Muster genommen, aber freylichden Gipfel der Kunst dieses letztem nicht erreichenmochte.
* — — (Johann Melchior), zum Gürt-ler bestimmt — eben auch, weil er einen Stief-bruder hatte, der dieses Handwerk trieb. Erstnach vollendeter Lehrzeit ward er dann Künstlerganz aus sich, und durch fleißige Studien; an-fangs bloß Peltschaftstecher, dann Medailleur.Sein erster öffentlicher Versuch in Schaumünzenwar diejenige auf Georg II. von England; dieserfolgten andre auf Hallern, Voltaire, und FriedrichII. Hiernachst verfertigte er alle Stempel für dieMünze von Bern , war beständig beschäftigt, undarbeitete mit e.ner fast unbeschreiblichen Geduld.Auch sein Vorbild war Hedlinger, der ihn seinervertrauten Freundschaft würdigte. Bis auf welchemittlere Stufte er ihn erreichte, sehe man z. B.seinen schon erwähnten Albrecht von Halier. FutzliIV. -61—62. in der Anm.
Moerl (Joseph), ein Kupferstecher zu München (dort gest. 1735.), von dem man einige Bildnisse,Andachtöblakccr u. s. f. kennt.
Mörner ( Graf), ein schwedischer Kunst-dileltante, von dem man einig« Kupferstiche kennt,
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