Band 
Zweyter Theil [2].
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886
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886 Meine.

von Lochin Jakob und Rahe! und St. Basill'us vorModestus. Die Scizze endlich eines Plafonds fürdie Bank zu Paris von (Zilvesire ist deswegenzu bemerken, weil das Gemald selbst nicht ausge-führt wurde.

Meine (Jacob le), s. Meyne.

* (Johann le). Die zwölf Blätternach ihm (andre sagen von ihm), deren das Ley.gedenkt/ sind Ornamente und Grotesken.

(Johann Baptist le), der altere.

S. den gleich folgenden Artikel.

der jüngere, Bild-hauer, Johann Ludwigs einziger Sohn, geb.zu Paris i7o.j. Den ersten Unterricht in der Zeich-nung erhielt er von seinem Vater, und von seinemuns weiter unbekannten Oheim gleichen Namensmit ihm. Auch seine Mutter (Monnoyer) hatteTalente für die Landschafts-Gattung. Die Führungdes Meissels dann lernte er von le Lorrain. Largilliereund de Troy der Sohn beschleunigten seine Fort-schritte durch ihren freundschaftlichen Rath. Inseinem Zwanzigsten hatte er bereits den großenPreis erhalten. Er konnte also nach Rom gehn;die (sogenannte) Zärtlichkeit seines Vaters bat sichvon dem Herzoge d'Antin zur Gnade aus, daßsolches nicht geschehen dürfte. Zu seinen erstenöffentlichen Arbeiten gehörten: Ein Opfer derPolixena (wahrscheinlich sein eben erwähntes Preis-siück); dann eine Taufe Christi, die ihm, nebstseinem Oheim, für St. Jean en Greve aufgetragenwurde, und weiche er nach des letztem Tod vol-lendete (der Christus war ganz von ihm, und derKopf dazu von demjenigen des schönen Schau-spielers Chassö entlehnt). Damals zählte er nichtmehr als 25 . Jedermann war über die Talentedes jungen Manns erstaunt; und dieses Werk ver-schaffte ihm das noch wichtigere, der Ritterbild-säule Ludwig XV. für Bourdeaux, welche ihm dieganze Gunst des Königes und ein Jahrgehalt voni 5 oo. Liv. (nicht 5 ooo. wie Heydenreich guinre-cent übersetzt!) erwarb. In der eigentlichen Ge-schichte muß man das entsetzliche Mißgeschick lesen,das ihm beym Gusse wiederfuhr, und wie solchesdurch des Gießers Varin's Talente wieder gut ge-macht wurde *). Alsdann folgten: Die GrabmälerMignards (in der Jakobiner-Kirche, Straße St.Honorö) und Crebillon's ; das Denkmal, welchesdie Stände von Bretagne , bey Ludwigs (nur allzu-berühmtcn) Wiedergenesung, in Rennes errichtenließen (was denn wieder dem Könige so wohl gefiel,daß er für eine Tochter des Künstlers die Pathen-sielle übernahm, ihr eine Pension von 2000. Livr.zusicherte, und späterhin, bey ihrer Verheyrathung,dem varer ein Geschenk von 25,000. Liv. machte);hierauf in der Kirche St. Louis du Louvre das Mau-soleum des Kardinal Fleury, und ein großes Bas-relief, welches das Geheimniß der Verkündigungvorstellt, und woran Kenner die vielfarbigten Mar-morarten nicht ohne Grund rügen; in der Jn-validcnkirche die Statüe St. Gregors, welche mandes schönen Charakters vom Kopf dieses Heiligen,der groß gehaltenen Drapperie, der Grazie undHarmonie des Ganzen, und der treflichen Aus-führung wegen zu seinem Beßten zählt; eben daselbstseine St. Theresia in ihrer Begeisterung (ein großesModell davon schenkte er den Carmeliterinnen, zumDank, daß sie, um das Gewand der Heiligennach der Natur zu bilden, eine Kutte geliehenhatten; und sie hinwieder vergalten's ihm mit einerEchaale, in Form eines antiken Weihrauchfasses,voll Näucherwerk). Hierauf wandte er sich wiederzu größer» Werken: Zwey Statüen des Königs zuFuß; die eine für die Militärschule, welche anfäng-lich Ludwig XV. unter der Gestalt eines Ju-piters, den Donnerkeil in der Hand, den Adler zuden Füßen vorstellte (nachwertö wurde der Keil iueinen Commandostab, und der Vogel in einen Helm verwandelt); einen Apoll in Lebensgröße,

'"') Heydenreich läßt eine große und sehr deutliche CUebcesetzung weg-

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den man zu seinen Kapitalarbeiten zählt, für denKönig von Preussen, u. s. f. u. f. Büsten von demKönig meißelte er von 17501777. für die Aka-demien, Bibliotheken u. s. f. im ganzen Reich, all-jährlich wohl drey bis viere; fast zahllos andrernicht zu gedenken, deren Costum des Tages dembessern Geschmacke nicht gefallen konnten. Nachunermüdlicher Arbeit starb unser Künstler 1778.Sein Personalcharakter, zumal seine Wohlthätig-keit gegen seine ärmern Anverwandten, und dasBenehmen gegen seine Schüler, werden, sehr ge-rühmt. Zu diesen letztem zählt man vornehmlichFalconet, Pajou , Caffieri und d'Huez, und denMaler Pierre. ä'^r§e»5vi//e II. 552 67. nachDandre-Bardons LloZe historigue (177g.).Am Schlüsse findet sich eine gute Beschreibung seinerHauptwerke: Der Rittcrstatüe zu Bourdeauy, desGrabmals von Mignard (wovon seine schöne Toch-ter, die Gräfin von Feuquicres, auf den Knieendie Hauptfigur ausmacht); dasjenige von Crebillon (das 1791. noch nicht aufgestellt war); des Denk-mals zu Rennes , und des Mausoleums des Kar-dinals Fleury; und endlich eine (wenig bedeutende)allgemeine Charakteristik, worin es, neben Anderm,heißt:Von le Moine galtes, was dieFrau vonSevignö von Bouhours sagt: Sein Geist sprudeltevon allen Seiten hervor. Sein Meißel wurde vonden Grazien geleitet. Mit einer fruchtbaren, aberunstäten Einbildungskraft begabt, konnt' er nurmit Mühe sich selbst genug thun. Seine Gruppenwenden, unten über sich kehren, ganze schon vol-lendete Figuren in Lebensgröße in Stücken schlagen,war ein Spiel für ihn. Sein launenhaftes Geniebot ihm stets die Mittel dar, es besser zu machen;aber freylich erlosch, unter seinem staken Aendern,bisweilen das Feuer des Ganzen, u. s. f. Einesseltsamen (dürftigen) Kunstgriffs bediente er sichetwa, um Schatten anzubringen, wo sein Meißelnicht genug eindringen konnte, daß er nämlich dieTiefe durch Einschwärzung von Kohlenstaub anzu-deuten versuchte". Wohl unpartheyischer, unddenn doch etwas bestimmter als oben, wird unserKünstler von wareler und l'Evesque gewürdigt,wie folgt:Schon frühe legte er es darauf an,mit der Sculptur die Annehmlichkeiten der Malereyzu vereinigen: d. h. die Gränzen seiner Kunst zumißkennen, indem er solche erweitern wollte, undihr damit mehr Schaden als Nutzen zu bringen.Je heftiger dann das Feuer war, welches denJüngling durchglühte, je gieriger er nach jenemverführerischen Reize haschte, den man Kunst-Belesprit nennen kann, desto nöthiger war es fürihn, durch das Betrachten und das Studium derAntiken, und der nüchternsten unter den Neuern,auf die Bahn des wahren Schönen geführt zuwerden. (Wie solches hauptsächlich durch seinesVaters Schuld versäumt wurde, haben wir obengesehn). In allen seinen Werken erkennt man denKünstler, der voll Geist und Leben, aber wenigcorrect ist, und sich kurz ganz nach den Werken derfranzösischen Maler gebildet hat. Gestochen nachihm kennt man die Ritterstatüe zu Bourdeauy unddas Denkmal zu Rennes , von N. Dupuis; Mi-gnards Grabmal von B. l'Epicier, und Crebillon'svon A. St. Aubin; ein Brustbild Ludwigs XV.von I. G- Wille, und eine Andromeda von Des-places.

* Moine (Johann Ludwig). Derselbe istnichtzuverläßig, aber doch wahrscheinlich,JohannsSohn. de Fonrenai und Wareler nennen von ihm:Das Grabmal Peter Mignards bey den Jakobinernan der Straße St. Honorö; eineKreuztragungchor-tement cls Oroix), Basrelief in der Kapelle zu Ver­ sailles , (was Heydenreich an derPforte des Kreu-zes in der Kapelle zu Versailles " übersetzt) u. s-f-Dann verschiedene gerühmte Büsten, wie z. B. desHerzogs Regenten, Mansards und Largillieres.Ucbrigens giebt de.fonrenai deutlich genug zuverstehen: Daß sein größter Ruhm darin bestand,Johann Baprift's Vater gewesen zu seyn.

kelle bey watelet und l'Evesque hierüber, in seiner