Mola.
146 — 49 - wo überhaupt allerley ApocryphischcSüber diesen wenig bekannten Künstler erscheint.-Wesentlich dasselbe Urtheil wie Fiorjllo fällt vonseinem Kunstcharakter anch Langt II. 2. 102. Der-selbe findet seine Figuren schön und Albanescisch;„ur das; ihnen eben die Mürbigkeit fehle. d'Ar-gensvtUe nennt solche, wohl ohne genügsamenGrund, vollends mager und dürre, und glaubt(vies vielleicht besser begründet) daß sich auch seineHaudzcichnungcn vonperer Franzen's wesentlichdadurch unterscheiden, daß die Figuren des letzter»in der Carracci , Gnercins oder im VenekianischenGeschmacke, des unsrigen hingegen immer in Al-bano's seinem, den er nicht lassen konnte, gezeich-net seyen. Sein Colorit dann heißt bey d'A"gensrnlle, im Gegensatz mit Peter Franzen's sei-nem , klar; und in der Schrift: Winkelmann u.s. Jahrh. S. r 84 - liest man: „Nach dem Wenigen,was wir von ihm gesehen haben , zu urtheilen, sindseine Erfindungen ungefähr im Geschmacke seinesMeisters, sehr lieblich; aber der Pinsel ist kecker;die Farbe zwar nicht so zart, doch kräftiger". Inder Landschaft wurde er von Dielen seinem Mei-ster »och vorgelogen, der wie es scheint sich aufsGenaueste mit ihm verbunden hatte. Daß Mo-la'sUebermuth sie späterhin entzweyk habe, scheinteher zu den Fabeln zu gehören. Von ihm selbstgeetzt kennt man: Cuvido im Wagen, von zweyandern Liebesgöttern gezogen, nach Albani, undeine reuende Magdalena, bloß mit seinem Namenund der Jahrzahl 16Z7. bezeichnet. Hinwiederfindet sich nach ihm das Bildniß seines MeistersAlbani von St. Picartj, und eine Landschaft mit derGeschichte Hagars und Jsmaels staffirt, von I.Prou gestochen. //'üttL/e--.
* — — (Peter Franz), Johann Baptist,des ältern, Sohn. Passers setzt seine Geburt in1612. und sein Todesjahr erst in 1668. pascolijenes in 1621. dieses in 1666. In seiner Bio-graphie bey Füßli I. 212—216. liest man, nebenAnderm: „Albani, der bey dem Jüngling einengroßen Geist und sehr angenehme Sitten bemerkte,bot ihm seine Tochter zur Frau an; Mola aberkonnte sich nicht zur Heyrath entschließen, undbegab sich nach Venedig , Guercin zu sehn, undseine Art zu malen zu untersuchen. Diese fander so stark und lebhaft, und seiner Einbildungskraftso gemäß, daß er sich aus derselben, und Baßansund Titians Werken, einen eigenen Geschmack bil-dete Allein Guercins Eifersucht veranlaßte ihnzu einer zweyten Reise nach Rom . Dort zeigteer die neue Art, die er von Venedig gebracht haue,und machte sich einen großen Namen. Für I»-nocenz X. malte er in der Kapelle Ravenna , derKirche Giesu , Petri Wunder im Kerker und PauliBekehrung, in Frcsco;für Alexander V II. JosephsGeschichten für die Galerie in Monte Cgvallo.Als er das Bildniß dieses letzter» Pabstcö malte,ließ man ihn mit bedecktem Haupte vor ihm sitzen.Die Konigin Chrisiina schätzte ihn gleich hoch,und nahm ihn unter ihr Gefolge, und er verfer-tigte mehrere Bilder für ihr Kabinet. Mola war»och jung, als er sich dergestalt mit Ehre und Glücküberhäuft sah; sein Name ward auch ausser Ita-lien bekannt, und er erhielt einen Ruf von LudwigXlV. dem er eben folgen wollte, als der Verdrußwegen eines Rechtshandels, den er gegen den Prin-zen Pamphili zu bestehen hatte, ihn plötzlich da-hinraffte. Seine Werke in Rom sind, nebst demschon genannten: In Gt. Marco der ErzengelMichael , und das Martyrthum vonzwey Heiligen;bey den Nonnen von St. Domenicus und Sistus dasBildnis; des Heiligen, das drey fromme Frauen nachSoriano tragen; in St-Carlo al Corso die Predigt desH. Bernardö; im Pallaste Eoffagula (a. 6. Co-stagutj) Bacchus und Ariadnc, ein Plafond imFrcsco, und eine Judith in Del; im Pallaste Son-nino zwey Plafonds: Die Vcrstoßung aus demParadiese, und Eains Brudermord. In Mailand dann, alle Monachc della Vittoria, ei» St. Jo-hannes, worin Gasp. Poussin die Landschaft malte.Äusser Italien: In den Galerien zu Düsseldorf :
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Das Kind in der Krippe, und eine schöne Land-schaft; zu München fünf lebensgroße Bilder; da-runter : Hagars Verweisung aus Abrahams Hause,die büßende Magdalena, und Johannes predigtin der Wüste; zu Dresden eine Her» und Leander.In Frankreich ehemals in der Galerie des PalaisRoyal (jetzt in England): Eine Ruhe in Egypten,Archimedes bekannte Geschichte mit den Soldaten,ebenfalls ein Johannes predigt in der Wüste, wie-der Hagar und Jsmael, (die im gegenwärtigen Mu-seum zu Paris folgen unten). Bey FioriUo (II. 6u6bis 7.) dann heißt es von unserm Künstler nach Lan?i(I. 494): «Er bildete sich einen Styl aus derManier des Albani und des Guercino . Nachdemer sich in Venedig durch seine emsigen Studienim Colorit vervollkommnet, legte er sich indessenwesentlich auf die Nachahmung des Albani; undwenn er diesem letztem in der Grazie nachsteht, sobesaß er hingegen mehr Mannigfaltigkeit in derErfindung, und eine kräftigere Färbung In mch-rern Galerien ist man zweifelhaft, ob besondersdas Landschaftliche in einigen Bildern (was er vor-treflich malte) seine oder seines Meisters AlbaniArbeit sey". Zu seinem Deßten zählt Fiorillo:Den von seinen Brüdern erkannten Joseph, imQuirinal . Lanzi dann (l. c,) scheint es uns be-sonders gut zu treffen, wenn er Mola's Charak-teristik, gegen Albani's gehalten, in mehrerer Ent-schlossenheit bey geistreichen Gegenständen (wirmöchten hinzusetzen in einer seinem Meister ganzentgegengesetzten Vorliebe für das Ernsthafte) fin-det; und eben so, wenn er ihn dafür rühmt, daßer frühe dem Unwesen seines ersten Lehrers d'ArpinoAbschied gegeben habe ;was aber freylich, der Ge-schichte gemäß, eher das Werk des Zufalls seynmochte). Rudolf Lüßli, in seinem kritischen Ver-zeichnisse (II. Z/ö.) dann urtheilt von unserm Künst-ler, in einiger Rücksicht wieder ganz anders undvielleicht am Richtigsten: «Mola" (lesen wirdort) „bildete sich anfänglich unter Joscpin undunter Albano, ohne sich jedoch an die Art einesoder des andern zu halten, weil er eigentlich keinederselben seiner Einbildungskraft ganz entsprechendfand. Darauf zogen die Werke Guercins seine vorzüg-liche Aufmerksamkeit an sich. die zwar in Rücksicht ih-rer großen Wirkung sciiierEinbildung entsprachen, indenen eraberjenegenaueWahrheitderFärbung nichtfand, die Tizians Werke in diesem Theil der Kunstüber die aller andern Mahler erheben; und da er end-lich sein Studium nach den beßten Gemälden diesesgroßen Meisters vollendete, abstrahirte er sich eineganz eigne Behandlungsart, von der man bemer-ken kann, daß er sie auf die vereinigten Grund-sätze der Bolognesifchen und der VenetianischenSchule gegründet habe. Seine Erfindungen sindzwar selten erhaben, aber doch immer verständigund wahrscheinlich; seine Anordnung ist mutier ge-schmackvoll und gefällig; seine Zeichnung groß undmeistens correkt; seine Charaktere sind stark bezeich-net; Licht und Helldunkel behandelte er mit unge-mciner Gcschicklichkeit, und sein Colorit vereinigtStärke mit Wahrheit". Ungefehr dasselbe findenwir über ihn bey wareler, der noch überdieß,wohl mit Grund, darauf deutet, daß vielleichtdas Studium Bassano's ihn bisweilen zur Nied-rigkeit im Charakter seiner Figuren verleitet habe.In der Königl. Französ. Galerie befanden sichfünf Bilder von ihm, welche eben d-cscr Knnst-richter beurtheilt, wie folgt: „Eine H. Familie,fein gezeichnet, aiMnehm colorirt, harmonisch inder Wirkung; elegant in der edeln Einfalt der Fi-guren. Die Predigt Johanuis, von starker Ma-nier, einer leichten Behandlung, gutem Charakterin der Zeichnung, und wohl überlegter Composi-tion. Herminia als Schäferin, und der verwun-dete Tankred (welche oben, im Art Johann Lap,tifta's, so wie noch Anderes, auch diesem letzter»zugeschrieben werde»), Arbeiten die ihres Urheberswürdig sind. Vorzüglich aber St. Bruno in derWüste: Die Stellung des Heiligen ist zierlich, dieFigur wohl drappirl, der Kopf von vortreflichemAusdrucke; ein schöner Ton des Himmels, undXxxxx