888 Moitre.
in 1801. erbautes Haus le Dean in der St. La-zarnsstrasse zu Paris s. abgebildet i» Braffr'sPlans, Coupes et Llevations, Lab. X. und denEntwurf eines Triumphbogens, womit er 179 a.einen Preis erhielt, in Derournelle's 6 rands Prixd'-^rckitecture.
Moitre (Wilhelm oder Johann Wilhelm),Bildhauer, ohne Zweifel ein Sohn perer Ste-phans, da wir aus Rost VIII 191. wissen, daßdieser einen solchen hatte, welcher sich der Sculp«tur wiedmete. Schon um 1780» war derselbe derAkademie einverleibt. Don ihm kannte man um1796. ein im französischen Pantheon gestandenesBasrelief: Das Vaterland, welches der Jugendund dem Verdienst die Bürgerkrone darreicht. Mitmehr andern Künstlern war er ein Mitglied dersogenannten Kunstkommission in Italien . In 1801.sah man von ihm das Modell eines zweyten, wiewir glauben von dem obigen verschiedenen Werkesin halberhobener Arbeit in Gyps, ebenfalls dasVaterland, welches die französische Jugend zu sei-ner Vertheidigung aufruft, das nachwerts in Mar-mor aufgeführt werden, und den Saal des Erhal-tungssenats zieren sollte. Dasselbe bestand in 2Z.halb Lebensgroßen Figuren in antikem Costum(worüber er sich vor dem Publikum des Kunst-pöbels entschuldigen mußte), wovon Landon(Anal. XII. 97-) die Abbildung giebt, und dortsowohl, als in den aes l. Z9. den
edcln, reinen Styl des Ganzen, die correkten For-men, die Würde, Bewegung und Ausdruck derCharaktere, die elegante Drappetie, und die Fein-heit alles Details nicht genug bewundern kann.In demselben Jahr erhielt er von dem Präfekt derGironde , nebst dem Baumeister Comber, den Auf-trag zu dem Entwurf eines Denkmals für Bona-parre den Friedensstifter, welches die Künstler zuBourdeaux demselben errichten wollten, wovonman aber (aus einem frühern Beyspiel zu Lyon )zum Voraus wußte, daß seine Bescheidenheit sol-ches verweigern würde. In 180Z. wurde er zumMitglied der Sculptur -Klasse des NationabJnsti-tutö, und zugleich von dem Großen Rathe derEhrenlegion zu dem ihrigen ernannt, und trug da-mals das Epithet eines der Veteranen seiner Schule.In i 8 <> 5 . ward er, nebst Chaudet, le Mol undRoland erkiest, zu Vollendung des Louvrc, einenFronten desselben mit Basreliefs zu zieren. Ingleichem Jahr verschmähte er es nicht, nebst an-dern geschickten Männern, die Zeichnungen zu derin i 8 u 5 . erschienenen Diddtschen Prachtausgabevon Racine — Er namentlich zu der Thebaidedesselben zu liefern. Hauptsächlich aber war er es,der die Ehre genoß, dem unsterblichen GeneralDessaix auf dem St. Bernardsberg das ihm vondem Kaiser bestimte Denkmal zu setzen. Dasselbebestand ebenfalls in einem Basrelief, von nichtmehr als drey etwas über halb Lebensgroßen Fi-guren (diesmal, was hier füglicher geschehen konnte,in modernem Costum), die Köpfe der Hauptfigurzumal voll Ausdruck, und das Ganze, so wiealles Detail, vollkommen der hohen Einfachheitdes Helden angemessen, die sich so schön in seinenletzten Worten aussprach: „Saget dem ersten Con-sul, daß ich mit dem Bedauern sterbe, nicht genugfür die Nachwelt gethan zu haben". Eine Abbildungdavon im Umrisse s. ebenfalls bey Landsn Ann.XI. 72 — 77- und von dem ganzen Monumente1 . c. XII. 3 g. Im -/Vrnanaelr des Leaux-Artsvon r 8 o 5 . wird noch von ihm ein I. I. Rousseau genannt. Unser Künstler lebte wenigstens noch 1806.
— — ( ). Noch ein vierter Sohn perec
Stephans wird bey Rost I. c. angeführt, dersich wahrscheiniich der Malerey gewiedmet hatte,und aber im Hlnianack des 6eaux-^rts voni8oZ. unter keiner Rubrik der damals zu Paris lebenden bildenden Künstler erscheint.
* Mol (Balthasar und Anton), Bildhauer.Von ihnen heißt es in /üßli's Annalen tl.17—18. „Dieselben blieben In ihrer Kunst weithinter ihrem Meister E- R. Donner zurück; sie
Mola.
fielen in das Gezierte und Manierirte, studirtenihre Werke nur oberflächlich, und gaben ihnen sel-ten eine genaue Vollendung. Balthasar war mei-stens, bey der Akademie beschäftigt, bey welcherer als Professor neben Schlettcrcy angestellt wurde".
* Mol oder M 0 0 l (Peter van). Seine Com-posikion (sagt le Brun in seiner Oalerie de siein-tres plamands) war von einem großen Charakter,seine Zeichnung gelehrt und stark; sein Kolorit kräf-tig , harmonieus und zart. „Wenn er Rubens "(fügt Landon Annal. XVI. 29. hinzu) „in derStarke und Wahrheit der Charaktere weichen muß,so ist er vielleicht, in einer lebensgroßen Abnchrmung vom Kreutze wenigstens, welche die Galeriedes Museums zu Paris von ihm besitzt, Harmo-nieuser als es Rubens gewöhnlich war, so fein,so glänzend im Cvlorit als van Dyck, und dabeykräftig. Uns scheint es, aus der bey Landonbeygefügten Abbildung im Umrisse, von einerweit ediern Einfalt, als man sonst bey den größ-ten Meistern der niederländischen Schule so seltenzu finden gewohnt ist. Noch in 1801. wurdebey einer Gemäldeversteigerung zu Paris ein Dio-genes von ihm mit 10/jbi. Fr. bezahlt. Nach ihmkennt man, von Bildnissen z. B- diejenigen derKönigin Anna von Oestreich von P. dc Jode;David Tenier's der ältere von P. Lisibctte»; desKardinals Mazarin von R. Nanteuii, und Carlsde Houcl von P. van Schuppen. Dann von Hi-storischem: Eine Frau, die aus dem Bade steigt,von Blot; Johann den Täufer in der Wüste, unddie fünf Sinnen, wieder von P. de Jode, undeine Abnahme vom Kreuz, ohne Namen des Ste-chers, aus Moncornetö Verlage.
* Mola oder Molo (Caspar), der Medail-leur, war von Lugano in der Schweiz gebürtig.Mola ist wohl der richtige Name. venuriglaubt, daß er der erste gewesen, der seinen Na-men auf die Pabstlichcn Schaumünzen geschrieben.Allein schon früher hatten dieß Friedrich von Par-ma (mit f. p.) und Johann Anton Noßi (mit^0. -Veit. K. ?.) gethan. Möhsen's Medail-lensaminl.
* — — (Johann Baptist), der altere, Malerund Baumeister, Vater des unten folgenden DererFranzen, war es vielleicht auch (nach Diganiol Da-scription de Versailles) von dem gleich folgenden.
* — — — —, der jüngere, der hingegen
gewöhnlich für einen Franzosen gehalten, und vonEinigen auch /ranz genannt wird. Sein Ge-burtsort ist wohl zuverläßig unbekannt. In Mc».besuchte er die Schule von Vouet, die er aber,um sich in Bologna nach Abani zu bilden, verließ.Aus dem Studium dieses Meisters zog er, wasdie Landschaft betrift, großen Vortheil, und wurdevon ihm bey verschiedenen Gelegenheiten gebraucht.Neben dem übte er sich auch im Geschichtsfache,und begleitete seinen Lehrer, dem die VerosvischeGalerie zu malen aufgetragen ward, nach Rom ,wo er vollends die Werke der größten Kunst-lichter kennen lernte. Nach seiner Rückkehr mitAlbani nach Bologna , beobachtete er flcissig dieNatur, und führte reizende Landschaften aus, dieer entweder selbst mit historischen und mythologi-schen (meistens erotischen) Vorstellungen schmückte,oder die sein Lehrer mit Figuren belebte ; seineeigenen waren etwas hart. So selten Bilder die-ses Künstlers in Frankreich gefunden werden, sohäufig erblickt man sie zu Rom . So z. B. dieschon im Lex. angeführten vier großen Landschaf-ten im Pallast Salviati; dann eine Ruhe in Egyp-ten im Pallast Rinuccini zu Florenz , woran dieSchönheit der Landschaft und die Grazie der Fi-guren von Kennern gleich bewundert wird. Auchin der ehemaligen Kön. Franz Galerie glaubte manzwey Arbeiten von diesem Künstler zu haben: EineFee, welche die Schaafe hütet, und ihren Namenin einen Baumstamm schreibt; und eine Frau,die einen Verwundeten verbindet, den ein andrerMann hält, und dessen Pferd in der Ferne steht,/iorrllo III. 236 — 57. X. X. IV.